Wann schlüpfen Wespen?

Wer ein Wespennest im Garten hat, kann mit Recht irgendwann eine Invasion gestreifter Stechinsekten befürchten - nämlich dann, wenn die Larven aus ihren Puppen schlüpfen. Um darauf vorbereitet zu sein, ist etwas Hintergrundwissen nicht verkehrt.

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Die Wespen sind erst im Ei, dann in einer Puppe

Die Kinderstube der Wespen

In diesem Artikel beschäftigen wir uns zwar vorrangig mit dem Schlüpfen der Wespenlarven aus der Verpuppung – weil dann nämlich die große Wespeninvasion stattfindet. Eigentlich schlüpfen Wespen im Lauf ihres Lebens aber natürlich zweimal.

Vom Ei bis zur Larve

Das erste Mal schlüpfen Wespen schließlich aus dem Ei. Die junge Wespenkönigin legt im Frühjahr den Grundstein für das Wespennest, für das sie sich einen geeigneten, höhlenartigen Unterschlupf sucht. Das kann ein verlassener Mäuse- oder Maulwurfsbau, ein Steinhaufen, ein Dachstuhl oder ein hohler Baumstumpf sein. In den ersten angelegten Brutzellen legt sie ihre Eier ab. Bis daraus die Wespenlarven schlüpfen, vergehen etwa 5 Tage.

Zum Merken:

  • Wespe schlüpft erst aus dem Ei, dann aus der Verpuppung
  • Zeit im Ei dauert etwa 5 Tage

Die Entwicklungsstadien der Larven

Wenn sie geschlüpft sind, beginnt für die Wespen das Larvenstadium. Dieses ist strikt von dem adulten Stadium getrennt – sowohl hinsichtlich der Lebensweise, als auch zeitlich. Denn zwischen beiden Stadien liegt die Verpuppung.

Wie lange die Zeit als Larve dauert, ist nicht in Stein gemeißelt. Die Dauer hängt von den Bedingungen ab, unter denen die Larve sich entwickeln kann. Dazu gehört zum einen das Nahrungsangebot. Je mehr eiweißhaltige Insekten in der Umgebung von den Arbeiterinnen zu finden sind, desto schneller und kräftiger können die Larven heranwachsen. Auch die Nesttemperatur wirkt sich auf die Dauer der Larvenzeit aus. Durchschnittlich kann man mit etwa 9 Tagen rechnen.

Während des Larvenstadiums wachsen die Wespenlarven und häuten sich mehrmals, genauer gesagt, fünf Mal. Die alte Haut streifen sie nach hinten ab. Während der ganzen Larvenzeit kleben sie mit einem eigenen Sekret in der Wabenzelle fest.

Wenn sie alle Häutungsstadien hinter sich gebracht und gut herangewachsen sind, verpuppen sich die Larven, um zur flugfähigen Wespe heranzugedeihen. Dazu spinnen sie aus eigens dafür vorhandenen Spinndrüsen am Kopf eine feste Puppe um ihren Körper. Wie lange die Metamorphose in der Verpuppung dauert, hängt nun von der Temperatur im Nest ab. Bei warmen Verhältnissen kann die Larve schon nach 12 Tagen zur Wespe herangereift sein. Wenn es kühler ist, dauert es bis an die 20 Tage. Die Flügel entwickeln sich übrigens erst in den letzten 2 bis 3 Tagen.

Zum Merken:

  • Nach Zeit im Ei: ca. 9 Tage Larvenstadium
  • Danach 12 bis 20 Tage Puppenstadium

Um den Zeitpunkt abschätzen können, wann ein neues Wespenvolk aus dem Nest stiebt, ist es natürlich nötig, den Unterschlupf schon vorher zu identifizieren. Das ist nicht so einfach, denn eine Wespengeneration überdauert nur einen Sommer lang. Ein altes Wespennest wird in der Regel im Folgejahr auch nicht wiederverwendet. Allerdings können Sie im Frühjahr natürlich mögliche Unterschlupfe, also etwa Rollladenkästen oder Mäusebauten, auf Wespenwaben und etwaige Eier und Larven untersuchen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: samray/Shutterstock

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