Wie Wespen das Frühjahr verbringen

Wespen nimmt man meist erst im Spätsommer wahr, wenn sie sich massenhaft und gierig auf unsere Kuchen- und Grillteller stürzen. Aber auch im Frühjahr gibt es schon Wespen - wo sie sich dann herumtreiben und wie ihre Frühjahrs-To-Do-Liste aussieht, ist alles der spätsommerlichen Hochphase gewidmet.

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Im Frühjahr haben Wespen alle Flügel voll zu tun

Das Erwachen der Königin

Das erste, was es für Wespen im Jahr zu tun gibt, ist die Gründung eines neuen Staates bzw. bei solitären Wespenarten eines kleinen Nestes. Diese Aufgabe obliegt einer einzelnen Königin, die im vorangegangenen Herbst befruchtet worden ist und den Winter in einer Kältestarre überdauert hat.

Wenn die Tage wärmer werden und die Königin aus ihrem Winterschlaf erwacht, stehen folgende Dinge auf ihrer To-Do-Liste:

  • Unterschlupf für das Nest suchen
  • Nest anlegen
  • Eier legen
  • Erste Larven großziehen
  • Weitere Generationen bzw. Armee von Arbeiterinnen heranzüchten

Als erstes macht sich die Königin also auf die Suche nach einem geeigneten Unterschlupf für ihr Nest – je nach Wespenart kann das ein Schlupfwinkel in Baumstämmen, ein verlassener Mäusebau, ein Steinhaufen oder bei den großen sozialen Wespenarten auch Dachböden und Rollladenkästen in Wohnhäusern von Menschen sein.

Dort werden erste Brutkammern angelegt, für die sich die Wespe meist Holz als Baumaterial zusammensammelt.

In die Brutkammern legt sie eine erste Runde Eier. Sind die Larven geschlüpft, müssen sie gefüttert werden. Dazu muss die Königin ständig ausfliegen und Futter in Form eiweißhaltiger Insekten heranschaffen. Bei allen Wespenarten sind die Larven ausschließlich Fleischfresser.

Nach der Verpuppungsphase ist die erste Generation fertiger Wespen da, die nun als tatkräftige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Die Königin kann sich nun ins Nest zurückziehen und sich ausschließlich auf das Legen weiterer Eier konzentrieren. Sie und die schlüpfenden Larven werden nun von den ausschwärmenden Arbeiterinnen versorgt.

Bei sozialen Wespenarten, also vor allem der Deutschen und der Gemeinen Wespe, werden während des Frühjahrs noch tausende weiterer Arbeiterinnen produziert. Sie sind zunächst für die Versorgung der auf sie noch folgenden Arbeiterinnen zuständig. Das restliche Frühjahr wird also bei staatenbildenden Wespen darauf verwendet, ein möglichst großes Arbeiterinnenheer heranzuzüchten, um im Spätsommer die dann dazukommenden, wichtigen Geschlechtstiere zu versorgen. Die Geschlechtstiere sind dann für die Arterhaltung zuständig.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Daniel GP/Shutterstock

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