Stehen Erdwespen unter Naturschutz?

In Zeiten, in denen besonders Bienen aufgrund ihres schwindenden Bestands viel Aufmerksamkeit bekommen, fragt mancher sich, ob auch andere gelb-schwarz gestreifte Stechinsekten besonders geschützt sind. Ob Erdwespen dazugehören? Lesen Sie weiter!

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Alle Insekten sind zu schützen

Erdwespen sind keine Artenbezeichnung

Um die Frage nach dem Artenschutz zu klären, muss zunächst einmal klargestellt werden, dass Erdwespen keine zoologische Arten ist. Es handelt sich um eine landläufige Bezeichnung für Wespen, die im Boden nisten. Das tun gerade hierzulande vorkommende Wespenarten zuweilen, allerdings auch nicht jedes Jahr. Dazu gehören die Deutsche und die Gemeine Wespe, teilweise auch die Hornisse. All diese Arten gehören zur Gattung der Echten Wespen. Je nachdem, was sie finden, können sich diese Arten aber auch höher gelegene Nistplätze wie etwa Rollladenkästen oder hohle Baumstämme aussuchen.

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Zum Merken:

  • Landläufige Bezeichnung Erdwespen bezieht sich auf Wespenarten, die saisonal im Boden nisten
  • Dazu gehören: Deutsche und Gemeine Wespe und Hornisse

Wer steht unter Schutz?

Ob eine Erdwespenart unter gesetzlichem Artenschutz steht, ist wichtig zu klären, bevor man gegen eine Besiedlung im Garten oder am Haus vorgeht. Denn das Bundesnaturschutzgesetz sieht in allen Bundesländern fünfstellige Bußgelder für das mutwillige Fangen, Stören oder Töten geschützter, wild lebender Tierarten. Angesichts der besorgniserregend schwindenden Artenvielfalt auf unserem Planeten ist das auch dringend notwendig.

Von den Wespenarten, die wegen ihrer zeitweiligen unterirdischen Nistgewohnheiten als Erdwespen bezeichnet werden können, stehen nur die Hornissen unter besonderem Schutz. Doch auch wenn Sie in Ihrem Garten eine Kolonie von Deutschen oder Gemeinen Wespen identifizieren, sollten Sie möglichst keine radikalen Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen. Dafür sprechen folgende Gründe:

  • Wespen sind schädlingsvernichtende Nützlinge im Garten
  • Eine aktive Konfrontation ist sehr gefährlich
  • Der Wespenstaat überdauert ohnehin nur vom Frühjahr bis zum Herbst

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie mit den Wespen umgehen sollen, ziehen Sie einen Fachmann/eine Fachfrau hinzu. Imker oder Mitarbeiter von Naturschutzorganisationen können Arten zuverlässig identifizieren und gegebenenfalls auch Maßnahmen zur Entfernung der Tiere, in der Regel in Form einer Nestumsiedlung, einleiten. Bei Hornissen muss vor einem solchen Unterfangen wegen des Artenschutzes eine Genehmigung eingeholt werden. Gründe, die auch bei geschützten Arten eine Entfernung ermöglichen, können etwa eine nachgewiesene Insektengiftallergie oder im Haushalt lebende Kleinkinder sein.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: RomBo 64/Shutterstock

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