Der Unterschied zwischen Erdwespen und Erdbienen

Die Gemeinsamkeit von Erdwespen und Erdbienen ist klar - sie nisten in der Erde. Doch wie lassen sich die gelb-schwarz gestreiften Stachelinsekten voneinander unterscheiden? Bei genauem Hinsehen ist das auch für Laien gar nicht so schwer.

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Erdbienen sind puschelig und bräunlich

Artendefinition

Zunächst einmal eine Begriffsdefinition: Erdwespen und Erdbienen sind keine gleichwertigen Bezeichnungen. Während man mit Erdwespen umgangssprachlich Wespen bezeichnet, die saisonal in der Erde nisten, handelt es sich bei Erdbienen tatsächlich um einen zoologischen Gattungsbegriff. Die Wespenarten, die zeitweilig, also nur pro Saison, gelegentlich einen unterirdischen Nistplatz aussuchen, sind hierzulande die Deutsche und die Gemeine Wespe, selten auch die Hornisse. Die Gattung der Erdbienen umfasst an die 100 verschiedene Untergattungen und an die 150 in Mitteleuropa vorkommendeArten.

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Zum Merken:

  • Erdwespen umgangssprachlicher Begriff für gelegentlich unterirdisch nistende Wespen
  • Erdbienen hingegen richtiger Gattungsbegriff – umfasst etwa 100 Untergattungen

Unterschiede

Aussehen

Die unmittelbarste Unterscheidung kann man schon am Aussehen festmachen. Wenn Sie genau hinsehen, lassen sich Erdwespen eindeutig über ihre klar schwarz-gelbe Färbung, ihren wenig behaarten Leib und ihre sprichwörtliche, eng eingeschnürte Wespentaille identifizieren. Bei Erdbienen hingegen ist der dunkle Anteil der Streifenfärbung eher bräunlich bis rötlich, außerdem sind sie deutlich flaumig behaart. Auch die pollenbesetzten Beine sind ein eindeutiges Indiz dafür, dass Sie eine Erdbiene vor sich haben – denn im Gegensatz zu Wespen sind sie beinsammelnd, streifen also die Blütenpollen mit ihren Beinhaarbürsten von den Blüten ab.

Die Lebensweise

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Erdwespen und Erdbienen liegt auch in ihrer Lebensweise. Die situativ als Erdwespen bezeichneten Wespenarten gehören alle zur Gruppe der sozialen Wespen. Sie bilden also einen Staat, in dem quasi kommunistisch in gemeinschaftlicher Arbeitsteilung der Fortbestand der Art gesichert wird.

Erdbienen, auch Sandbienen genannt, sind hingegen immer solitäre Tiere, leben also allein. Dennoch kann es vorkommen, dass mehrere Einzelbauten nebeneinander angelegt werden. Selten bewohnen auch zwei Weibchen ein und dasselbe Nest, sozusagen als WG. Deshalb können auch Erdbienen durchaus gehäuft an einer Stelle aus dem Boden schwirren, bei genauer Beobachtung lassen sich aber die Abstände zwischen den Einzelbauten ausmachen.

Flugzeiten

Erdbienen sind früher im Jahr aktiv als Erdwespen. Auch daran können Sie sie identifizieren. Ihre Flugzeiten liegen vor allem zwischen April und Juni, während Wespen erst ab August, wenn im Staat die Geschlechtstiere herangezogen werden, massenhaft auftreten.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: StGrafix/Shutterstock

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