Können Wespen unter Pflaster nisten?

Ständig neu erscheinende Sandaufwürfe in Fugen zwischen Pflastersteinen bereiten manch einem Haus- und Gartenbesitzer Sorgen. Das rege, immer wieder neu auftretende Phänomen weist auf tierisches Treiben hin. Wenn Fluginsekten aus den Stellen ausschwärmen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Grabwespen.

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Die Kreiselwespe bleibt ihrem Standort treu

Wespen, die unter dem Pflaster nisten

Wer an einer Stelle im Pflaster seiner Einfahrt oder seines Innenhofs kontinuierlich Sandfugenaufwürfe beobachtet, hat es oft mit Ameisen zu tun. Diese sind aber durch ihr emsiges Raus- und Reinkrabbeln leicht zu identifizieren. Fehlt dieser eindeutige Hinweis auf den Übeltäter, handelt es sich vielleicht um weniger auffällige unterirdische Bewohner. Bei genauer Beobachtung lassen sich vielleicht Fluginsekten beim Aus- und Einfliegen ausmachen – dann gehört der Bau unterm Pflaster mit großer Wahrscheinlichkeit einer Grabwespenkolonie.

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Grabwespen lassen sich zu der landläufig als Erdwespen bezeichneten Wespengruppe zählen – denn sie legen ihre Nester unterirdisch an. Wenn man Pech hat, suchen sie sich dazu auch den sandigen Grund unter Ihrem Pflaster aus und graben sich zahlreiche Eingänge zu ihren Brutgefilden. Zu den Grabwespen gehören zum Beispiel die Gemeine Sandwespe, die Kreiselwespe oder der Bienenwolf.

Das Nisten unter dem Pflaster kann freilich Schaden anrichten. Denn das Sandbett darunter wird unterhöhlt und kann dadurch stellenweise absacken.

Zwischenbilanz:

  • Ständige Sandaufwürfe in den Fugen zwischen Pflastersteinen können auf Grabwespen hinweisen
  • Zu den Grabwespen zählen etwa Gemeine Sandwespe, Kreiselwespe, Bienenwolf
  • Pflasterunterhöhlung kann zum Absacken führen

Langfristige Maßnahmen nötig

Problematisch gerade bei Kreiselwespen (die Bienen sehr ähnlich sehen) ist ihre Standorttreue. Das bedeutet, dass sie gern Jahr für Jahr am selben Standort nisten, anders als andere Erdwespenarten wie die Hornisse, die Gemeine oder die Deutsche Wespe. Deshalb reicht es auch nicht, das Pflaster im Herbst, wenn das Grabwespennest verwaist ist, nur zu öffnen und die Sandgrundlage wieder zu ebnen. Es sollte am besten auch mit etwas feuchtem Substrat gefestigt und verdichtet werden, denn Grabwespen mögen nur trockenen, sandigen Boden zum nisten.

Wenn Sie irgendwie mit den Grabwespen und einem vielleicht an einer Stelle etwas krummen Pflaster leben können, sollten Sie das aber tun. Denn auch wenn Grabwespen nicht geschützt sind, ist eine Bekämpfung angesichts ihrer Nützlingseigenschaften und ihres Beitrags zum ökologischen Gleichgewicht im Garten nicht ratsam.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Katarina Christenson/Shutterstock