Wespen im Rasen? So handeln Sie richtig

Kleine, sandige Aufwürfe im Rasen und Insektengeschwirr darüber - dieses Schauspiel kann auf ein unterirdisches Wespennest hindeuten. Panik ist aber in aller Regel nicht notwendig. Denn wahrscheinlich handelt es sich um für Menschen ungefährliche - sogar nützliche Arten.

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Erdwespen sind harmlose Geschöpfe

Im Gartenboden nisten meist nur harmlose Wespen

Grundsätzlich gibt es einige Wespenarten, die zumindest saisonweise unterirdisch ihre Nester einrichten. Dazu gehören auch die lästigen und stechstarken Deutschen und Gemeinen Wespen. Diese Arten sind auch diejenigen, die uns an der Kaffeetafel oder beim Grillen hartnäckig nerven und schmerzhafte Stiche verabreichen können.

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Wenn Sie das Pech haben, dass sich eine Kolonie dieser Arten in Ihrem Gartenboden ansiedelt, ist das dementsprechend kritisch. Gerade in Bodennähe kann es durch ungewolltes Aufscheuchen zu gefährlichen Verteidigungsattacken der Insekten kommen. Wenn Deutsche oder Gemeine Wespen eine Nistgelegenheit im Boden wählen, ist das allerdings meist ein verlassener Mäuse- oder Maulwurfsbau. Sie graben also weniger selbst.

Finden Sie aufgeworfene Sandhäufchen, aus denen Wespen aus- und einfliegen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Grabwespenart. Zu den Grabwespen gehören etwa die Kreiselwespe, die Gemeine Sandwespe oder der Bienenwolf. Diese Arten graben Brutgänge in sandigen Boden und sorgen dadurch für die charakteristischen Häufchen. Für uns sind sie aber völlig ungefährlich.

Zum Merken:

  • Gefährlich werden im Gartenboden nistende Wespen nur, wenn es sich um Gemeine oder Deutsche Wespen handelt
  • Für Menschen nicht gefährlich: Grabwespen, erkennbar an Sandhäufchen an den Nestzugängen

Wie Sie sich verhalten sollten

Bei einem Nest von Deutschen oder Gemeinen Wespen im Gartenboden sollten Sie in Erwägung ziehen, einen Imker zur Nestumsiedlung zu beauftragen. Wenn Sie die Tiere aber dulden möchten, empfiehlt es sich, zur eigenen Sicherheit das Areal um das Nest herum abzusperren.

Bei einem Grabbienennest brauchen Sie sich um Ihre eigene Sicherheit nicht zu sorgen. Die Arten sind zwar auch mit einem Stachel ausgestattet, können damit aber nur Insektenbeute erlegen und nicht die menschliche Haut durchdringen. Weil die Tiere sich im Garten als sehr nützlich erweisen können, indem sie Schädlinge vernichten und Blüten bestäuben, sollten Sie sie möglichst dulden und mit dem Rasenmäher um die Sandhäufchen herummähen. Wenn Sie im Folgejahr aber eine erneute Ansiedlung verhindern möchten, schütten Sie die Stellen im Herbst mit viel Erde zu.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: UllrichG/Shutterstock

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