Wie Wespen sich ernähren

Wenn sie uneingeladenerweise zu uns an die Frühstücks- oder Kaffeetafel auf der Terrasse geschwirrt kommen, scheinen die kulinarischen Vorlieben von Wespen klar zu sein - doch abgesehen von den unsrigen haben die gestreiften Insekten auch noch andere Nahrungsquellen.

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Wespen mögen sowohl Herzhaftes als auch Süßes

Unterschiedliche Nahrung für Groß und Klein

Anders als bei uns Menschen bekommen Wespen im Jungstadium ganz andere Nahrung als sie im Erwachsenenstadium zu sich nehmen. Das liegt daran, dass die Larven für ihre Entwicklung in der Puppe sehr viel Eiweiß benötigen. Als adultes Tier sind für die Deckung des Energiebedarfs vor allem viele Kohlenhydrate in Form von Zucker nötig.

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In der Natur findet die Wespe für sich selbst und ihre Nachkommenschaft in der Regel einen gedeckten Tisch vor. Arbeiterinnen tun sich in erster Linie an nektarhaltigen Blüten und süßen Pflanzensäften gütlich. Nektar können sie aufgrund ihrer weniger aufs Pollensammeln ausgerichteten Mundwerkzeuge nur aus leichter zugänglichen Blüten, etwa denen von Efeu, Braun- und Sumpfwurz, Faulbaum oder Doldengewächsen bekommen. Pflanzensäfte holen sie sich an Bäumen mit verletzter Rinde.

Auch die Ausscheidungen von Blattläusen, sogenannter Honigtau, gehören zum Speiseplan der adulten Wespen.

Für ihre Larven jagen die ausgewachsenen Tiere Insekten und verabreichen sie ihnen in Form von zerkautem Brei.

Speisezettel von Wespen in Kürze:

  • Adulte Tiere: Blütennektar, süße Pflanzensäfte, Honigtau
  • Larven: zerkauter, eiweißhaltiger Insektenbrei

Von unseren Tischen stibitzte Nahrung

Die Wespen, die wir im normalen Sommeralltag zu Gesicht bekommen, sind natürlich nur adulte Tiere. Mit dem oben ausgeführten Ernährungswissen könnte man sich nun aber die Frage stellen: Warum stürzen sich die schwarz-gelben Insekten dann nicht nur auf die süßen Leckereien auf dem Frühstücks- oder Kaffeetisch wie Marmelade und Zuckergusstörtchen, sondern auch auf Herzhaftes wie Schinken, Grillfleisch und Eiersalat? Nun, sie müssen schließlich auch für ihre Nachkommenschaft sorgen. Und dafür jagen sie nicht nur Insekten, sondern reichern den Babybrei auch mit eiweißhaltiger Nahrung von unseren Terrassentischen an.

Wie jeder sicher schon erlebt hat, sind die Tiere dabei äußerst zielstrebig und deshalb auch schwer zu vertreiben. Mit den Händen umherzufuchteln, sollten Sie allerdings tunlichst vermeiden. Das macht die Wespen aggressiv und stechfreuig – was sie von sich aus gar nicht sind.

Um sich der lästigen Plagegeister während des Essens zu entledigen, können Sie sich aber ihre Vorliebe für leicht zu erreichendes Süßes zunutze machen: Stellen Sie zum Beispiel ein Schälchen mit Zuckerwasser oder einem Klecks Marmelade auf. Lässt sich eine Wespe darauf nieder, können Sie langsam ein Glas über das Schälchen stülpen. Nachdem Sie in Ruhe zuende gegessen haben und der Tisch abgeräumt ist, können Sie die Wespe wieder befreien.

Auf diese Weise verschaffen Sie sich Ruhe, ohne das Insekt unnötig zu quälen, was bei vielen im Handel erhältlichen Wespenfallen durchaus der Fall ist. Oft gerät die Wespe unter dem Glas auch gar nicht großartig in Panik, sondern nutzt die angebotene Leckerei trotz Gefangenschaft aus.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: LuYago/Shutterstock

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