Was tun Wespen im Herbst?

Die große Wespenplage kommt - je nach Jahr mal stärker, mal schwächer - erst im Spätsommer. Dann überfallen sie uns zuhauf an unseren Kaffeetafeln im Freien mit Pflaumenkuchen und Plunderteilchen. Doch was passiert eigentlich im Herbst mit den getigerten Stechinsekten?

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Im Herbst fliegen Wespen aus, um sich zu vermehren

Die Entwicklungsstadien eines Wespenstaats

Eine Wespenkolonie überdauert insgesamt nicht besonders lang. In den wenigen Monaten ihres Bestehens sind die Tiere im Grunde pausenlos damit beschäftigt, den Fortbestand ihrer Art im nächsten Jahr sicherzustellen. Dazu werden folgende Stadien durchlaufen:

  • Staatsgründung durch die Königin
  • Aufstocken des Arbeiterinnen-Heers
  • Aufzucht der Geschlechtstiere
  • Absterben der Tiere bis auf neue Jungköniginnen

Frühlings Erwachen – Die Staatsgründung

Die erste Etappe nimmt die Wespenkönigin allein. Im Frühjahr sucht sie sich einen geeigneten Unterschlupf und legt erste Brutkammern für das Nest an, in die sie eine erste Runde Eier legt. Die daraus schlüpfenden Larven zieht sie alleine groß.

Heranzüchten eines Arbeiterinnen-Heers

Im Laufe der späteren Frühjahrs und Frühsommers werden mehrere weitere Generationen von Arbeiterinnen herangezogen – nun mithilfe der ersten entwickelten Tiere.

Spätsommer – die Zeit gieriger Wespenarbeiterinnen

Im Spätsommer schließlich werden dann auch Männchen und Jungköniginnen herangezüchtet. Zu dem Zeitpunkt brummt der Wespenstaat im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt nun sehr viel zu tun – denn sowohl die wichtigen Geschlechtstiere, als auch die vielen schwer schuftenden Arbeiterinnen müssen mit Unmengen an Nahrung versorgt werden.

Herbstlicher Höhepunkt

Im Herbst kommt es dann zur wichtigsten Etappe des gesamten Wespenzyklus. Drohnen und Jungköniginnen verlassen das Wespennest, um sich von Staat zu Staat untereinander zu paaren. Diesen Paarungsakt außerhalb der Nester nennt man Hochzeitsflug.

Wenn die Befruchtung der neuen Jungköniginnen erfolgt ist, ist das Ziel des ganzen vorangegangenen Aufwands erreicht. Die vielen tausend Arbeiterinnen und auch die Männchen haben nun ihr Soll erfüllt und werden nicht mehr gebraucht. Das heißt: in den ersten kalten Tagen im Herbst sterben sie ab. Ihr ganzes Dasein haben sie also nur der Arterhaltung im nächsten Jahr gewidmet.

Ausführen müssen die Arterhaltung nun die neuen Jungköniginnen, also die befruchteten Weibchen. Sie sind die einzigen, die im Herbst nicht sterben. Sie verharren den Winter über in einer Kältestarre, in der sie kaum Energie verbrauchen. Wenn das Frühjahr hereinbricht, geht das ganze Procedere dann von neuem los.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: SueTot/Shutterstock

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