Vertragen sich Bienen und Wespen?

Bienen und Wespen, so möchte man meinen, haben einiges gemeinsam - vor allem im Aussehen. Ihr Ruf divergiert bei uns hingegen - gerade in Zeiten, in denen Bienenschutz so hochgehalten wird, kann man sich fragen, ob die verwandten Insekten eigentlich ein gutes Verhältnis haben.

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Wespen fressen auch ab und an mal eine Biene

Was ist Biene, was ist Wespe?

Die Differenzierung zwischen Bienen und Wespen ist nicht ganz so banal wie man es sich denken könnte. Es handelt sich nämlich nicht um zwei klar voneinander abgetrennte Gattungen innerhalb einer bestimmten Insektenfamilie. Bienen sind hingegen vielmehr eine Art Abspaltung von der großen Insektengruppe der Wespen – entwickelt haben sie sich offenbar zufällig aus der Gruppe der Grabwespen. In jedem Fall werden Bienen wie auch alle Wespenarten in die Ordnung der Hautflügler klassifiziert und gehören zur Unterordnung der Taillenwespen.

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Doch was genau macht die Bienen unter den Wespen zu etwas Besonderem? Hier die wichtigsten Unterschiede:

  • Aussehen: Bienen haben keine typische Wespentaille, sind behaarter
  • Bienen (auch die Larven) ernähren sich rein vegetarisch
  • Bienen produzieren Honig
  • Bienen können nur einmal im Leben stechen

Krieg und Frieden zwischen Wespen und Bienen

In der Natur muss jede Tierart zusehen, wie sie überlebt. Für emotionale Freundschaften ist hier kein Platz – allenfalls für lukrative Geschäftsverhältnisse, bei denen der eine vom anderen im Sinne einer Win-Win-Situation profitiert. Ansonsten tut jeder gut daran, andere Arten mit einer selbsterhaltenden Skepsis zu betrachten.

Auch zwischen einigen Wespen- und Bienenarten sind schon Angriffs- und teils grausame Verteidigungsverhaltensweisen beobachtet worden. Dabei sind die Bienen als Vegetarier meist die Opfer der fleischfressenden Wespen. Hilflos sind Bienen allerdings mitnichten – Wespen haben zwar einen starken Offensivcharakter, Bienen sind dafür aber gut in der Defensive.

Manche Hornissenarten etwa (die zu den Wespen zählen) sind Honigräuber und dringen zum Plündern in Bienennester ein. Als Verteidigungsstrategie haben die Bienen eine die Hornisse erstickende Einkreisungsmethode entwickelt.

Gerade für Hornissen, der größten in Mitteleuropa lebenden Wespenart, kommen Bienen zuweilen auch selbst auf den Speisezettel. Als Insektenjäger fressen sie allgemein auch artverwandte Hautflügler. Für den Bestand von Bienenvölkern ist das allerdings keine Gefahr, denn Bienen sind zu wehrhaft, als dass sie einen wesentlichen Bestandteil ihrer Beute ausmachen könnten. 90% der Fleischnahrung von Hornissen sind immer noch Fliegenarten.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Sandra Standbridge/Shutterstock

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