Hausmittel gegen Wespen

Jedes Jahr ab August ist es wieder soweit: Die gemütliche Kaffeetafel auf der Terrasse oder das leckere Eis im Straßencafe werden zur Qual - hungrige Wespen stürzen sich auf die Leckerei und lassen sich nur schwer vertreiben. Hier erklären wir Ihnen, welche Hausmittel tatsächlich helfen - und was Sie sich getrost sparen können.

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Starke Gerüche wie Zitrone und Nelke können Wespen nicht leiden

Diese Hausmittel helfen gegen Wespen

Im Internet, in diversen Magazinen, im Fernsehen, bei Youtube: Überall tauchen im Sommer verlässlich jedes Jahr dieselben Ratschläge zum Vertreiben der lästigen Wespen auf. Leider wird dabei auch ebenso zuverlässig immer wieder derselbe Unfug wiederholt. Tatsache ist, dass ein großer Teil der angeblich “todsicher gegen Wespen wirkenden” Hausmittel den Tieren maximal ein müdes Lächeln entlocken würden, so sie denn lächeln könnten. Aus diesem Grund haben wir hier einmal zusammengefasst, was denn nun tatsächlich hilft – und im nächsten Abschnitt, welche Maßnahmen unsinnig sind.

Keine Speisen und Getränke im Freien

Die mit Abstand beste Methode, Wespen gar nicht erst anzulocken ist diese: Verzichten Sie auf den Konsum von Speisen und Getränken im Freien und Sie werden Ihre Ruhe vor den Biestern haben. Klingt abwegig? Ist es auch – denn eine solche Radikalmaßnahme würde bedeuten, auf den Grillabend mit Freunden ebenso wie auf Kaffee und Kuchen auf der Terrasse oder das kühle Eis in der Mittagspause zu verzichten. Stattdessen können Sie mit einigen Vorsichtsmaßnahmen jedoch dafür sorgen, dass die Tiere keine Chance haben, sich an Süßem wie Herzhaftem zu laben:

  • Servieren Sie Lebensmittel und (süße) Getränke erst kurz vor dem Verzehr.
  • Decken Sie das Essen im Freien immer gut ab, auch Kuchen gehört unter eine luftdichte Haube.
  • Getränkeflaschen und -gläser erhalten ebenfalls eine Abdeckung.
  • Trinken Sie vorzugsweise aus Strohhalmen, es müssen ja keine aus Plastik sein.
  • Als umweltfreundliche Strohhalme lassen sich gut ungekochte Makkaroni oder Zitronengrashalme verwenden.
  • Beides macht auf dem gedeckten Tisch auch optisch etwas her!
  • Tragen Sie Lebensmittel und Getränke nach dem Essen schnellstmöglich ins Haus.

Der Grund für diese Maßnahmen besteht darin, praktisch einen Kompromiss zwischen dem sommerlichen Leben im Freien sowie der Wespenplage – die nach einem warmen und trockenen Frühjahr übrigens umso stärker ausfällt – zu finden. Wespen werden durch ihren Geruchssinn geleitet und finden schnell den Weg zu leckeren, eiweißreichen wie auch süßen Genüssen. Und wo erst einmal eine ist, kommen schnell mehrere nach. Versuchen Sie daher, die olfaktorischen Lockstoffe möglichst unter Verschluss zu halten.

Ätherische Öle

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Ätherische Öle halten Wespen und Mücken fern

Ebenso wie manche Gerüche Wespen zuverlässig anlocken, werden sie von anderen abgeschreckt. Verschiedene, intensiv duftende ätherische Öle sind daher eine gute Möglichkeit, die Tiere vom Kaffeetisch fernzuhalten – solange jedenfalls, wie der zuckerige Duft von Kuchen und Limonade nicht stärker ist als die Abneigung gegen den ungeliebten Geruch. Stellen Sie also mindestens eine Duftschale auf den Kaffeetisch und in die Umgebung und tröpfeln Sie einige Tropfen der folgenden Mittelchen hinein:

  • Nelkenöl
  • Teebaumöl
  • Lavendelöl
  • Pfefferminzöl
  • Zitronenöl
  • Weihrauch

Alternativ können Sie auch Räucherstäbchen oder Duftkegel der entsprechenden Aromen verwenden. Doch Vorsicht: Bei manchen Menschen lösen diese Gerüche Kopfschmerzen aus und sind daher nicht für jeden geeignet.

Stark duftende Pflanzen

Stark duftende Pflanzen wie beispielsweise

  • Duftgeranien
  • Zitronenmelisse
  • Pfefferminze und andere Minzen
  • Lavendel
  • Basilikum
  • und Tomaten

werden von Wespen – ebenso wie übrigens von anderen lästigen Insekten wie etwa Mücken – nicht sonderlich gemocht und daher vermieden. Diese Gewächse lassen sich wunderbar in Töpfen kultivieren und rundum auf der Terrasse oder dem Balkon platzieren – und wirken so als Barriere gegen diverse Plagegeister. Ein Töpfchen mit Zitronenmelisse oder Basilikum auf dem Kaffeetisch erledigt auch seinen Zweck, kann aber auch schnell von anderen, verlockenderen Gerüchen übertönt werden.

Diese Gerüche und Pflanzen mögen Wespen nicht

Auch klein gehackter, frischer Knoblauch sowie in Salmiak getauchte und ausgelegte Tücher sollen die Wespen verjagen. Aber mal ehrlich: Wer möchte schon beim gemütlichen Sonntagskaffee den intensiven Duft von Knoblauch oder Salmiak in der Nase haben?

Ordnung im Garten

“Die schlechtesten Früchte sind es nicht, an denen die Wespen nagen.”

Wer Ordnung im Garten hält, hat weniger Probleme mit Wespen. Dazu müssen Sie jetzt nicht Ihre Beete lupenrein von jedem Unkraut befreien, sondern eher diese Tipps befolgen:

  • Fallobst: Der Geruch von süßem, faulendem Obst ist für Wespen unwiderstehlich, weshalb sich die Tiere ganz besonders von herabgefallenen Äpfeln, Birnen, Pflaumen und anderen Kern- und Steinobstsorten angezogen fühlen. Sammeln Sie daher Fallobst regelmäßig auf und entsorgen Sie es entweder geruchsdicht mit dem Haus- bzw. Biomüll oder verwerten Sie es zeitnah.
  • Morsches Holz: Holzhaufen im Garten sind ebenfalls unwiderstehlich für die Plagegeister, da die Tiere das Material – je morscher desto besser – zum Nestbau benötigen und sich auch gern darin ansiedeln.
  • Tierkadaver: Finden Sie einen toten Vogel oder einen anderen Tierkadaver im Garten, so entsorgen Sie diesen so schnell wie möglich. Wespen fressen auch Aas und werden daher vom Leichengeruch angezogen.

Exkurs

Blattläuse ziehen Wespen an

Ebenfalls sehr schmackhaft finden die Tiere die süßen Sekrete von Blattläusen, weshalb ein starker Blattlausbefall an Garten- und Topfpflanzen sie zuverlässig anlockt. Bekämpfen Sie die Schädlinge daher so schnell wie möglich, zumal Blattläuse auch Ameisen anziehen und jede Menge pilzlicher Pflanzenkrankheiten verursachen können.

Diese Hausmittel sind gegen Wespen nutzlos

Zugegeben, allzu viele wirksame Mittel gegen Wespen gibt es nicht. Tatsächlich ist es nicht einfach, sich die Plagegeister vom Hals zu halten und so manches Mal geht es hauptsächlich darum, möglichst wenig belästigt zu werden. Die hier folgenden Mittel können Sie sich jedoch getrost sparen – sie helfen nicht. Wir erklären, warum.

“Waspinator” oder der zusammengeknüllte Papierball

Geradezu Furore machte vor nicht allzu langer Zeit der sogenannte “Wespenschreck” oder auch “Waspinator”, der zuverlässig alle Wespen fernhalten sollte. Hierzu müssten Sie lediglich eine braune Papiertüte zusammenknüllen und über dem Terrassentisch aufhängen – die Wespen würden diese für ein fremdes Nest halten und sich deshalb fernhalten. Klingt zu gut um wahr zu sein? Ist es auch, denn die beiden lästigen Wespenarten – die Gemeine Wespe sowie die Deutsche Wespe – nisten beide in Erdlöchern oder Höhlen und lassen sich daher von solchen Konstruktionen nicht abhalten. Sie erkennen sie schlicht nicht als Fremdnest. Die Wespenarten hingegen, die in ähnlich aussehenden Nestern leben, belästigen Sie nicht am Kaffeetisch und auch sonst nicht. Diese Tiere müssen Sie also nicht fernhalten, weshalb der “Waspinator” seinen Zweck nicht erfüllt.

Kaffeeduft

Häufig ist zu lesen, dass Kaffeeduft bei Wespen absolut verhasst sei und deshalb ein gutes Abwehrmittel darstelle. Tatsächlich kann wohl jeder, der sich am sonntäglichen Kaffeetisch im Freien der aufdringlichen Tiere erwehren musste, bestätigen, dass das braune Getränk keinerlei Einfluss auf das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Wespen hat. Der Kuchenduft ist schlicht leckerer, weshalb der Kaffee in Kauf genommen wird. Auch das Abbrennen von Kaffeebohnen oder -pulver in einem Schälchen bleibt wirkungslos und treibt höchstens Ihnen und Ihren Gästen die Tränen in die Augen.

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Den Geruch von verbranntem Kaffeepulver mögen Wespen nicht

Ablenken und an einen anderen Ort locken

Bei dieser Methode sollten die Wespen vom eigenen gedeckten Tisch ferngehalten werden, indem man einige Meter weiter einen Teller mit Kochschinken, Weintrauben und anderen Leckereien aufstellt. Grundsätzlich funktioniert dieser Trick sehr gut, birgt aber eine Gefahr: Da, wo es reichlich Futter gibt, finden sich auch viele andere Wespen ein. Und wenn erst einmal genug der Tiere an einem Platz zusammengekommen sind, fliegen sie auch schnell weiter zur nächsten Futterquelle, um dem Getümmel zu entkommen. Zumal Wespen nicht an einem Platz bleiben, sondern durchaus auch andere Futterplätze aufsuchen.

Kupfermünzen

Dieser “Geheimtipp” gehört auch ins Reich der Märchen. Ob Sie nun Kleingeld zwischen den Fingern reiben und auf dem Tisch verteilen, interessiert Wespen herzlich wenig. Der leichte Kupfergeruch wird spielend von anderen, verlockenden Düften übertönt und zeigt daher keinerlei Wirksamkeit.

Bunte Kleidung

Im Sommer nur weiße oder schwarze Kleidung tragen, da farbenfrohe Shirts und Kleider Wespen anlocken? Auch hier brauchen Sie nicht auf Ihr zitronengelbes Lieblingshemd oder das rosafarbene Sommerkleid verzichten, da Wespen ausschließlich von Gerüchen angelockt werden. Anders ausgedrückt: Die Tiere umschwirren Sie nicht wegen Ihrer farbenfrohen Kleidung, sondern weil sie durch Ihr Parfüm oder den intensiven Duft des Waschmittels bzw. des Weichspülers angelockt wurden. Bevorzugen Sie daher am besten duftarme Waschmittel und verzichten Sie auf blumigen Körperduft – und schon haben Sie Ihre Ruhe vor den Plagegeistern.

Wespen töten ist verboten

Youtube

Im Handel sind zudem allerlei Mittelchen gegen Wespen erhältlich: Über die Wespenfalle – elektrisch oder nicht – bis hin zum Abwehrspray rüsten die Verkäufer gegen die Tiere wie für einen Krieg. Doch Vorsicht: Das Einfangen wie auch das Töten von Wespen ist eine strafbare Ordnungswidrigkeit, die gemäß den geltenden Bußgeldkatalogen mit bis zu 50.000 EUR Strafe oder sogar Gefängnis belegt werden kann. Wespen stehen – übrigens wie alle Wildtiere – unter strengem Naturschutz. Allerdings ist das deutsche Gesetz an dieser Stelle etwas scheinheilig: Die Mittel dürfen zwar verkauft, aber auf keinen Fall angewendet werden. Ergo ist der Kauf von Wespenspray oder einer Wespenfalle nicht strafbar, wohl aber deren Verwendung.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft gegen Wespen in der Wohnung?

Installieren Sie im Frühjahr ein engmaschiges Insektennetz vor Fenstern und Türen, damit Wespen und andere Insekten gar nicht erst bei Ihnen ein- und ausfliegen können. Stellen Sie zudem Töpfe mit insektenabwehrenden Pflanzen wie etwa Basilikum, Zitronenmelisse oder Lavendel auf die Fensterbank.

Wie wahrscheinlich ist es denn, tatsächlich wegen der Tötung von Wespen angezeigt zu werden?

Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich wegen des Erschlagens einer Wespe zu 50.000 EUR Strafe verurteilt zu werden, ist tatsächlich verschwindend gering. Schließlich gilt auch hier der Grundsatz: Wo kein Kläger, da auch kein Richter. Doch Vorsicht: Ein missliebiger oder naturverbundener Nachbar kann Sie tatsächlich wegen einer Wespenfalle anzeigen – und Sie dafür verurteilt werden. Wie hoch die Strafe ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wie verhindere ich, dass eine Wespe mich sticht?

Machen Sie auf keinen Fall hektische Bewegungen und versuchen Sie auch nicht, die Wespe durch Wedeln oder Anhauchen zu verscheuchen – sie wird beides als Angriff werten und Sie stechen wollen. Bleiben Sie dagegen ruhig und gehen Sie einfach weg.

Tipps

Übrigens hilft auch dieser Trick, Wespen fernzuhalten: Halbieren Sie eine frische Zitrone, spicken Sie sie mit Gewürznelken und stellen Sie sie – hübsch auf einem Teller angerichtet – in die Mitte des Tisches.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Animaflora PicsStock/Shutterstock

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