Lassen sich Wespen wirklich mit Kupfer vertreiben?

Kupfer soll angeblich Wespen vertreiben. Das wäre doch schön, oder? Ein paar Kupfermünzen ausgelegt, ein Kupferdraht gespannt und schon lassen einen die lästigen Insekten in Ruhe. Aber stimmt das wirklich? Erfahren Sie im Folgenden, ob Kupfer Wespen fernhält und wie es mit anderen Hausmitteln steht.

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Kupfer hält Wespen nicht fern

Die Sache mit den Hausmitteln gegen Wespen

Hausmittel gegen spätsommerliche Wespenplagen kursieren viele, vor allem in den Weiten des Internets. Hier sprechen (oder schreiben) sich schon mal die ein oder anderen Gerüchte und Halbwahrheiten herum. Bei einigen propagierten Wespen-Hausmitteln darf man also skeptisch sein. An manchen Methoden ist zwar durchaus was dran: So empfinden Wespen zum Beispiel ätherisch-krautige Gerüche, zum Beispiel von Lavendel, Basilikum oder Weihrauchpflanze durchaus als abstoßend. Ob sie sich dadurch vertreiben lassen, ist wiederum eine andere Sache. Von einer mit frischem Pflaumenkuchen gedeckten Kaffeetafel jedenfalls nicht.

Die meisten Hausmittel zur Wespenabwehr sind nur bedingt wirksam. Und zwar sind sie:

  • Situationsabhängig und
  • Saisonabhängig

Die Einfassung der Terrasse mit einem Lavendelbeet kann Wespen zwar durchaus irritieren, aber nur wenn es auf der Terrasse keinen zu starken Anziehungspunkt in Form offener Marmeladengläser oder saftiger Grillsteaks gibt. Beim Entspannen auf dem Liegestuhl kann man dadurch aber tendenziell schon mehr Ruhe bekommen.

Außerdem ist der Duft von wespenabhaltenden Pflanzen natürlich tendenziell konzentriert auf die Blütezeit. Auch saisonal bedingt ist das Aufkommen und die Vehemenz der Wespen – ab August sind sie ganz besonders zahlreich und aktiv.

Kupfer hat quasi keinen Effekt

Bei dem verbreiteten Glauben, Kupfermünzen würden Wespen vertreiben, steigt der Effekt noch nicht einmal situations- oder saisonbedingt. Auch wenn manch ein Wespengeplagter begeistert verkündet, eine gewisse Wirkung festgestellt zu haben – die Stimmen auf der Wissenschaft sind sich einig, dass an dieser Methode nichts dran ist.

Zwar ist Kupfer für niedere Organismen toxisch und wird auch gegen Schnecken eingesetzt – allerdings greift das Metall hierbei auch nur den Schneckenschleim an und tötet die Tiere nicht. Gegen Wespen kann Kupfer erst recht nichts bewirken. In fester, kompakter Form wird das Metall von Luft oder Sonnenwärme nicht im Geringsten zur Aggregatzustandsveränderung gebracht. Es dünstet also nichts aus, was Wespen stören könnte.

Und selbst wenn es für sie unangenehm riechen würde, ist es wie beim Lavendel: Von einem Lachsbrötchen oder einem Zuckeruss-Plunderteilchen wird es sie niemals abhalten. Eine solche Chance zum Fressen nur wegen etwas unangenehmer Begleiterscheinungen auszuschlagen, kann sich eine Wespenarbeiterin, die den ganzen Tag für einen riesigen Staat schuften muss, gar nicht leisten.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: PeJo/Shutterstock

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