Erdwespen

Erdwespenarten: Gemeine und Deutsche Wespe im Vergleich

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Erdwespenarten, die ihre Nester im Boden bauen, können im Garten zur Herausforderung werden. Dieser Artikel informiert über Aussehen, Lebensweise und potenzielle Gefahren dieser Insekten sowie über Schutzmaßnahmen und Möglichkeiten zur fachgerechten Umsiedlung.

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Nicht viele Wespenarten wohnen in der Erde

Erdwespen: Welche Arten bauen ihre Nester in der Erde?

Erdwespen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Wespen, die ihre Nester im Boden anlegen. In Deutschland sind vor allem zwei Arten der Kurzkopfwespen verbreitet: die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Beide bevorzugen dunkle, geschützte Orte wie verlassene Mäuse- oder Maulwurfsbauten in der Nähe von Nahrungsquellen.

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Aussehen und Erkennungsmerkmale der Erdwespen

Erdwespen haben einen typischen schmalen Körperbau mit ausgeprägter Wespentaille und einer gelb-schwarzen Färbung. Die Gemeine Wespe hat einen breiten schwarzen Streifen auf der Stirn, während die Deutsche Wespe durch drei schwarze Punkte am Kopf gekennzeichnet ist. Beide Arten sind etwa 11 bis 16 mm lang.

Lebensweise und Nestbau der Erdwespen

Erdwespen sind soziale Insekten, die in Völkern mit einer Königin, Arbeiterinnen und Drohnen leben. Im Frühjahr startet die Königin den Nestbau an schattigen und geschützten Stellen im Boden, oft in verlassenen Tierbauten.

Erdwespen ernähren sich von Nektar, Pollen, Fallobst und eiweißhaltigen Nahrungsmitteln wie Fleisch. Die Nester bestehen aus zerkautem Holz und enthalten mehrere Wabengeschosse, in denen die Larven heranwachsen. Meist gibt es einen oder wenige Eingänge mit reger Flugaktivität.

Aktivität der Erdwespen

Erdwespen sind vom Frühjahr bis zum Herbst aktiv. Die Königin beginnt im Frühjahr mit der Nestgründung, und bis Juni sind die Nester fertiggestellt und bewohnt. Im Herbst stirbt das Volk ab, bis auf die Jungköniginnen, die einen geschützten Ort zur Überwinterung suchen.

Gefährlichkeit von Erdwespen

Erdwespen sind meist nicht aggressiv, es sei denn, sie fühlen sich bedroht. Ein Stich ist schmerzhaft und kann allergische Reaktionen auslösen, wie Schwellungen und Herzrasen. Im Gegensatz zu Bienen können Wespen mehrfach stechen und durch Pheromone andere Wespen alarmieren. Ein Erdwespennest kann bis zu 10.000 Wespen umfassen, wodurch Störungen des Nestes gefährlich sein können, besonders für Kinder, ältere Menschen und Allergiker.

Symptome einer allergischen Reaktion

Anzeichen einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich sind unter anderem Schwellungen an Körperstellen fern der Einstichstelle, Kribbeln im Mund, Herzrasen, kalter Schweiß, Fieber und Atembeschwerden. Bei solchen Symptomen sollte sofort ein Arzt gerufen werden.

Schutz vor Erdwespen

Um sich vor Erdwespen zu schützen, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:

  • Erdwespennester nicht stören oder zerstören, Wespen stehen unter Naturschutz.
  • Ruhig bleiben und hektische Bewegungen vermeiden.
  • Nahrungsmittel und Getränke im Freien abdecken.
  • Duftstoffe wie Parfums und stark duftende Lotionen meiden.
  • Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen.

Erdwespen umsiedeln oder bekämpfen

Das Umsiedeln oder Bekämpfen von Erdwespen sollte Fachleuten überlassen werden. Schädlingsbekämpfer, die Feuerwehr, Imker und Naturschutzeinrichtungen bieten hilfreiche Informationen und Unterstützung. Regelmäßiges Umgraben des Bodens, das Pflanzen von Kräutern wie Basilikum und Lavendel und das Locken der Wespen mit vergorenem Obst können das Risiko minimieren und die Umsiedlung erleichtern.

Natürliche Methoden zur Abwehr von Erdwespen

Bestimmte Kräuter wie Basilikum, Lavendel und Weihrauch können Erdwespen fernhalten. Auch Tomatenpflanzen und Knoblauch haben eine abschreckende Wirkung und können im Garten angebaut werden, um die Insekten auf natürliche Weise abzuhalten.

Bilder: Pacotoscano / Shutterstock