Hornissen: gigantisch aber friedlich

"Sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen" - dieser alte Spruch geistert zwar noch in vielen Köpfen herum, ist aber trotzdem falsch. Hornissen - die größte bei uns lebende Wespenart - sehen gefährlich aus, sind aber meistens harmlos. Die großen Brummer ergreifen lieber die Flucht als sich mit dem Menschen anzulegen - es sei denn, dieser kommt dem Hornissennest zu nahe.

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Hornissen sind deutlich größer als Wespen, meist aber auch deutlich friedfertiger

Das Wichtigste in Kürze

  • Hornissen stehen unter Naturschutz und dürfen weder gejagt noch getötet werden.
  • Hornissennester dürfen nicht zerstört werden und nur durch einen Fachmann umgesiedelt werden, wenn ein triftiger Grund besteht.
  • Mit Nelken- oder Zitrusöl lassen sich Hornissen fern halten.
  • Hornissen sind Fleischfresser und daher als Schädlingsbekämpfer sehr nützlich.

Hornissen stehen unter Naturschutz

Viele Menschen haben Angst vor Hornissen und sind daher versucht, die Tiere zu töten und ihre Nester zu zerstören. Beides ist allerdings streng verboten, denn die Insekten stehen unter Naturschutz. Gemäß den Regelungen sowohl der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) sowie des Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dürfen Sie Hornissen weder fangen noch töten, auch ihre Nester dürfen nicht angerührt werden.

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Nur auf Antrag sowie bei einem berechtigten Grund (beispielsweise Allergiker und / oder Kleinkinder in der Familie, Nest direkt neben dem Haupteingang) darf ein Fachmann des örtlichen Umweltamtes bzw. der Feuerwehr das Nest umsiedeln. Halten Sie sich nicht an diese Regeln, droht ein hohes Bußgeld: Je nach Bundesland kann Sie die mutwillige Zerstörung eines Hornissennestes bis zu 50.000 EUR und ein gerichtliches Strafverfahren kosten.

Ohnehin sind Hornissen, ganz anders als Wespen, eher friedlich, sodass Sie ein eventuelles Nest mit wenigen Maßnahmen sowohl für die Tiere als auch für Sie und Ihre Familie sichern können. Dazu gehören auch die richtigen Verhaltensregeln.

Darf man Hornissen vertreiben? Das Wichtigste in Kürze

  • Hornissen fangen: Das Einfangen und verletzen von Hornissen ist verboten.
  • Hornissen töten: Das gezielte Töten von Hornissen – auch von Einzeltieren – ist ebenfalls verboten.
  • Hornissennest entfernen: Niemals selbst ein Hornissennest entfernen und / oder umsiedeln. Dies darf nur auf Antrag bei der zuständigen Behörde ein ausgewiesener Fachmann machen. Kosten: rund 200 bis 300 EUR, die von Ihnen selbst zu tragen sind.
  • Hornissen aus der Wohnung vertreiben: abends das Licht ausschalten und Fenster weit öffnen
  • Hornissen in der Wohnung vorbeugen: Insektenschutzgitter an Türen und Fenstern anbringen, beliebte Einfluflöcher in Holzverschalungen (z. B. an Balkon und Terrasse), in Holzschuppen sowie in Rolladenkästen verschließen
  • Hausmittel zum Abwehren: Hornissen mögen den Duft von Zitronen und Nelken nicht, weshalb Sie vorbeugend Zitronen aufschneiden und mit Gewürznelken bespicken und diese auslegen können. Alternativ hilft auch Nelkenöl.

Aussehen

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Die Hornisse gehört zur Familie der Echten Wespen

Hornissen sind die größte Gattung der Echten Wespen (lat. Vespa) und kommen in Deutschland bislang nur in einer Art vor: Die Hornisse (lat. Vespa crabro) war bis in die 1970er Jahre hinein vom Aussterben bedroht und stand lange auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Mittlerweile hat sich der Bestand jedoch erholt, sodass Hornissen mittlerweile lokal wieder häufiger vorkommen. Hornissen werden deutlich größer als ihre kleineren Verwandten, die Wespen, und sind zudem charakteristisch rötlichbraun und gelb gestreift. Die Färbung kann jedoch bei Individuen variieren, ohne dass es sich um eine eigene Unterart handelt.

Wie groß werden Hornissen?

Die Hornissenkönigin erreicht eine Länge von bis zu 35 Millimetern, ist aber nur bis ungefähr Juni / Anfang Juli im Freien zu sehen. Die deutlich kleineren Arbeiterinnen erreichen eine Länge von bis zu 25 Millimetern.

Bienen, Wespen und Hornissen unterscheiden

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, wie Sie Bienen, Wespen und Hornissen anhand ihrer jeweiligen Körperlänge und der Färbung voneinander unterscheiden können. Übrigen sind Bienen, im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Irrtum und zahlreichen Darstellungen beispielsweise in Kinderbüchern, nicht gelb-schwarz gestreift. Tatsächlich handelt es sich hier um eine typische Wespenfärbung, weshalb es sich genau genommen bei Biene Maja um eine Wespe (und nicht um eine Honigbiene!) handelt.

  Honigbienen Gemeine Wespe Hornisse
Lateinischer Name Apis mellifera Vespula vulgaris Vespa crabro
Gattung Honigbienen (Apis) Kurzkopfwespen (Vespula) Hornissen (Vespa)
Familie Echte Bienen (Apidae) Faltenwespen (Vespidae) Faltenwespen (Vespidae)
Körperlänge Königin 15 bis 18 Millimeter bis zu 20 Millimeter 23 bis 35 Millimeter
Körperlänge Arbeiterinnen 11 bis 13 Millimeter 11 bis 14 Millimeter 18 bis 25 Millimeter
Körperlänge Drohnen 13 bis 16 Millimeter 13 bis 17 Millimeter 21 bis 28 Millimeter
Färbung Grundfarbe braun mit gestreiftem Hinterleib gelb-schwarz gestreift rötlichbraun-gelb gestreift

Vergleich von Biene, Hornisse, Hummel und Wespe

Verwechslungsmöglichkeiten

In der Natur ist Mimikry als Schutzmechanismus weit verbreitet, weshalb nicht jedes rotbraun gestreifte und brummende Insekt tatsächlich eine Hornisse ist. Es gibt eine ganze Reihe von Insekten, die sich in ihrem Äußeren dem großen Räuber angepasst haben und deshalb leicht mit diesem verwechselt werden können. Grund hierfür ist wahrscheinlich, dass diese Arten so weniger Gefahr laufen, einem Fraßfeind (wie beispielsweise einer echten Hornisse) zum Opfer zu fallen.

Diese Insektenarten sehen Hornissen sehr ähnlich:

  • Mittlere Wespe (Dolichovespula media): in etwa so groß wie eine Hornissenarbeiterin, Rückenplatte ist jedoch gelbschwarz gezeichnet und enthält keine rötlichen Anteile
  • Hornissenschwärmer (Sesia apiformis): in Mitteleuropa häufiger Schmetterling, dessen adulte Tiere eine Flügelspannweite zwischen 30 und 45 Zentimeter erreichen, haben durchsichtige Flügel und sind gelb-schwarz gestreift
  • Keulhornblattwespen (Cimbicidae): verschiedene Arten von wespenähnlichen Hautflüglern, die zwischen 15 und 28 Millimeter lang werden, je nach Art kräftig gelb, braunrot oder schwarz gezeichnet
  • Hornissenschwebfliegen (Volucella zonaria): Fliegenart aus der Familie der Schwebfliegen, 16 bis 22 Millimeter lang und deutlich rotgelb-schwarz gebändert

Hintergrund

Hornissen sind nachtaktiv

Im Gegensatz zu Wespen und Bienen sind Hornissen nachtaktiv und fliegen selbst bei tiefster Dunkelheit noch auf die Jagd. Das ist übrigens auch der Grund dafür, weshalb sich die Tiere manchmal von künstlichem Licht angelockt fühlen – wie alle nachtaktiven Insekten fliegen sie in die Richtung von Lichtquellen wie etwa in Wohnräumen oder im Garten. Hornissen lassen sich nachts also gut vertreiben bzw. gar nicht erst anlocken, indem Sie das Licht einfach ausschalten.

Lebensweise

Hornissen sind sehr soziale Tiere, die in einem gemeinsamen Staat, bestehend aus rund 300 bis 700 Tieren, leben. Dieser besteht aus einer Königin, die im Frühjahr mit dem Nestbau sowie mit der Eiablage beginnt, sowie den für die Futterbesorgung, die Brutpflege und die spätere Nesterweiterung zuständigen Arbeiterinnen. Die männlichen Drohnen hingegen schlüpfen erst später im Jahr und sind allein für die Begattung der Jungköniginnen zuständig. Die Lebensweise und der Lebenszyklus der Hornissen ist sehr ähnlich zu denen der Hummeln, wobei diese wiederum keine Jäger sind.

Wie alt werden Hornissen?

Ähnlich wie Hummeln werden auch Hornissen nicht besonders alt: Die Arbeiterinnen haben als adulte Tiere eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 30 bis 40 Tagen, nachdem die Entwicklung vom Ei bis zur Verpuppung, während derer sie fünf verschiedene Stadien durchlaufen, etwa fünf Wochen dauert. Auch die Drohnen erreichen nur ein Alter von wenigen Wochen, um dann nach der Begattung abzusterben. Lediglich die Königinnen können bis zu einem Jahr alt werden, wobei sie als einzige überwintern und ungefähr – je nach Witterung – ab April oder Mai ihr Winterquartier verlassen und mit dem Nestbau beginnen. Alle anderen Tiere des Hornissenstaates versterben spätestens im Oktober. Gegen Ende jeder Saison produziert die alte Königin gezielt bis zu 200 Eier, aus denen schließlich die Jungköniginnen schlüpfen. Nur diese überwintern, während die alte Königin nach und nach von ihren Arbeiterinnen vernachlässigt wird und im Herbst schließlich auch stirbt.

Hornissen muss man nicht bekämpfen, man muss lediglich abwarten können. Im Herbst leert sich das Nest schließlich von ganz allein.

Wo überwintern Hornissen?

Die Jungköniginnen sowie die Drohnen fliegen im Spätsommer / Herbst schließlich zur Begattung aus. Anschließend sterben die männlichen Tiere, während die weiblichen sich einen geschützten Platz zum Überwintern suchen. Hierzu graben sie sich gern in lockere Erde ein, nutzen aber auch totes oder morsches Holz. Die Tiere erwachen etwa ab Mitte April bis Anfang Mai aus ihrer Winterstarre und begeben sich danach auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz.

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Hornissen überwintern in der Erde oder in morschem Holz

Wie und wo bauen Hornissen ihr Nest?

In der freien Natur suchen sich Hornissen natürliche Höhlen im Holz morscher Bäume, allerdings nutzen die Tiere als Kulturfolger verstärkt Ersatzhöhle in der Nähe menschlicher Siedlungen. Hier bevorzugen Sie ebenfalls hölzerne Höhlen, die sie beispielsweise in den Verschalungen von Wänden, in Holzschuppen, aber auch in Nistkästen und Fledermauskästen finden. Auch so lauschige Plätze wie etwa Rollokästen sind sehr beliebt. Daneben bauen die Tiere manchmal an sehr skurrilen Orten, etwa in alten, im Garten stehengelassenen Gummistiefeln.

Die Königin beginnt bereits im Mai mit dem Nestbau und verwendet dafür morsches Holz, welches sie gut zerkaut. Daraus baut sie die ersten Zellen, in die sie sofort nach Fertigstellung Eier hineinlegt und bei diesen Brutpflege betreibt. Pro Tag schafft eine Königin etwa ein bis zwei solcher Zellen, so dass die ersten Arbeiterinnen meist schon im Juni schlüpfen. War die Königin bis dahin allein für Nestbau, Brutpflege und Versorgung der Larven mit Futter zuständig, so übernehmen die frisch geschlüpften Arbeiterinnen nun diese Aufgaben. Ab diesem Zeitpunkt ist die Königin nur noch für die Eiablage zuständig und wird selbst versorgt.

Drohnen und Jungköniginnen schlüpfen schließlich zwischen September und Oktober. Anschließend sterben die alte Königin sowie die übrig gebliebenen Arbeiterinnen, so dass das Nest im Herbst schließlich verlassen und leer ist. Übrigens verwenden Hornissen ein altes Nest kein zweites Mal, bauen aber im nächsten Jahr gern in dessen Nähe ein neues.

Was fressen Hornissen?

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Hornissen fressen am liebsten andere, kleinere Insekten

Hornissen gehören zu den Insektenjägern und ernähren sich nicht, wie Wespen oder Bienen, von Blütennektar. Dennoch sind die großen Tiere oft in unmittelbarer Nähe gut besuchter Blütenpflanzen anzutreffen, da sie hier auf ihre Beute warten. Ein Hornissenvolk verspeist pro Tag durchschnittlich ein halbes Kilogramm an Insekten. Am häufigsten werden die folgenden Arten gejagt:

  • Fliegen (Diptera) wie Stuben-, Fleisch-, Schmeiß- und Goldfliegen
  • Bremsen und Wadenstecher
  • Wespen
  • Honigbienen

Etwa 90 Prozent der Beute besteht dabei aus Fliegen und Bremsen, auch Wespen werden häufiger gefangen. Aus diesem Grund sind in Gärten, in denen sich ein Hornissennest befindet, nur wenige Wespen – die Hornissen halten die Population hier klein und die Zuckerräuber von Ihrem sommerlichen Kaffeetisch fern. Honigbienen hingegen fangen Hornissen – ganz entgegen der Annahme vieler Imker – nur gelegentlich, sodass die Schäden in Bienenvölkern gering bleiben. Manchmal gehören auch Hummeln zu den Beutetieren der Hornissen, allerdings nur selten.

Dabei ernähren sich hauptsächlich die Larven von dem eiweißreichen Futter. Erwachsene Hornissen hingegen bevorzugen Baum- und Pflanzensäfte, weshalb man sie des Öfteren beim Anknabbern von Gehölzen (besonders beliebt ist beispielsweise Flieder) sowie Fallobst beobachten kann.

Hornissen vertreiben

Wenn die Königin im Frühjahr auf der Suche nach einem Nistplatz ist, verirrt sie sich gerne einmal in Wohnungen oder ins Haus. In diesem Fall öffnen Sie einfach zwei gegenüberliegende Fenster, so dass die Tiere durch die Zugluft wieder ins Freie finden. Nachts finden Hornissen den Weg von ganz allein heraus, sobald die die Lichtquellen – die die Tiere meist erst herbeigelockt haben – ausschalten und die Fenster weit öffnen. Rechtzeitig angebrachte Fliegengitter an den Türen und Fenstern halten jedoch Hornissen und andere Insekten zuverlässig fern.

Außerdem hilft dieses alte Hausmittel, die großen Brummer aus den Wohnräumen fernzuhalten:

  1. Schneiden Sie eine frische Zitrone in Scheiben.
  2. Legen Sie die Scheiben auf einen kleinen Teller.
  3. Bespicken Sie sie mit einigen Gewürznelken.
  4. Platzieren Sie die Teller direkt vor Fenstern, Türen sowie auf dem Terrassen- bzw. Balkontisch.
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Zitrone mit Nelken soll Hornissen und andere Insekten fernhalten

Dieses altbewährte Mittel hält übrigens nicht nur Hornissen, sondern auch Wespen zuverlässig fern. Um die Tiere nicht anzulocken, sollten Sie zudem Fallobst im Garten zeitnah entfernen und zuckerhaltige Speisen und Getränke im Freien stets abdecken.

Richtig mit Hornissen umgehen – Stiche vermeiden

Zwar gelten Hornissen als wenig aggressiv und flüchten eher als dass sie stechen, dennoch sollte man in der Nähe eines Nestes folgende Vorsichtsmaßnahmen einhalten:

  • Sicherheitsabstand von mindestens zwei (besser mehr) Metern einhalten
  • hektische und schnelle Bewegungen in der Nähe von Hornissen vermeiden
  • Erschütterungen (beispielsweise durch Rasenmähen) vermeiden
  • Hornissen nicht anpusten oder anatmen
  • Hornissen nicht in ihrer Flugbahn behindern, vor allem nicht in der Nähe des Einfluglochs

Halten Sie diese Regeln ein, so ist ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Hornisse – ganz ohne Stiche – möglich.

Hornissennest entfernen

Dieses Zusammenleben ist allerdings nicht oder nur schwer möglich, wenn sich das Hornissenvolk einen sehr ungünstigen Platz für den Nestbau ausgesucht hat. Daher ist in Ausnahmefällen eine Entfernung sowie Umsiedlung desselben möglich, wobei Sie selbst diese Maßnahme nicht durchführen dürfen! Wer ein Hornissennest selbst und ohne Genehmigung entfernt, kann, je nach Bundesland, mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 EUR belegt werden.

Soll ein Hornissennest entfernt werden, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Stellen Sie einen Antrag beim Umweltamt bzw. der Naturschutzbehörde Ihres Kreises bzw. Ihrer Stadt.
  • Die Anträge sind vielfach im Internet erhältlich, können dort heruntergeladen und ausgedruckt werden.
  • Nach Antragstellung kommt ein Fachmann zu Ihnen nach Hause überprüft die tatsächliche Gefährdung durch das Hornissennest.
  • Liegt eine solche vor, wird der Antrag genehmigt und das Nest kann von einem Kammerjäger, einem Fachmann von der Feuerwehr oder einem Imker entfernt werden.

Die Kosten in Höhe von rund 100 bis 300 EUR sind von Ihnen als Antragsteller selbst zu tragen. Wird der Antrag nicht genehmigt, können Sie es mit Hilfe von Sichtblenden oder Fliegendraht selbst sichern und so eine eventuelle Gefahr mindern. Im Herbst verlassene Hornissennester dürfen Sie hingegen selbst abnehmen, sie werden im Folgejahr ohnehin nicht erneut bezogen.

Wie so ein Umsiedeln eines Hornissennestes vonstatten geht, zeigt folgender Beitrag:

Youtube

Hornissen vorbeugen

Damit sich die Tiere im Frühjahr gar nicht erst ansiedeln, sollten Sie mögliche Schlupflöcher wie beispielsweise Verschalungen, Zwischendecken und Rolladenkästen gut verschließen. Stattdessen können Sie den Insekten – die schließlich für die Natur sehr nützlich sind – an einer ruhigen, abgelegenen Stelle des Gartens einen speziellen Hornissenkasten anbieten.

Exkurs

Darf man Hornissen ausräuchern?

Da Hornissen unter Naturschutz stehen, dürfen Sie sie nicht ausräuchern. Werden Sie dabei erwischt bzw. von einem Nachbarn verpetzt, können Sie gerichtlich angeklagt und mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 EUR bestraft werden. Auch das Einsprühen mit Insektenspray oder Essig ist nicht erlaubt.

Können Hornissen stechen?

Gemäß einer alten Volksweisheit gelten Hornissenstiche als besonders giftig, sodass schon nach wenigen Stichen das Leben bedroht sein soll. Diese Annahme ist falsch, denn das Hornissengift ist nicht gefährlicher als Wespen- oder Bienengift auf – zumal eine Biene bei einem einzigen Stich wesentlich mehr Gift abgibt als eine Hornisse. Somit ist ein Hornissenstich nicht gefährlicher als jeder andere Insektenstich auch. In Bezug auf den Schmerz wird ein solcher Stich häufig als schmerzhafter als der einer Wespe oder Biene beschrieben. Dies jedoch mag subjektiv sein, da das große Insekt auch als bedrohlicher wahrgenommen wird. Tatsächlich sind Hornissen recht friedliebende und wenig aggressive Tiere und stechen nur, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt oder sie in die Enge treibt.

Wie oft können Hornissen stechen?

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Der Stachel von Hornissen hat keinen Widerhaken

Da Hornissen im Gegensatz zu Bienen keinen Widerhaken am Stachel haben, bleibt dieser nicht in der Haut stecken. Somit kann eine Hornisse grundsätzlich mehrfach stechen, da sie anschließend weiterleben und nicht sterben. Damit das aber gar nicht erst passiert, halten Sie immer einen Sicherheitsabstand vor allem zum Nest ein und machen Sie in der Nähe einer Hornisse keine hektischen Bewegungen. Kommen Sie auch nicht auf die Idee, das Tier mit der Hand einzufangen oder nach ihm zu greifen.

Was tun nach einem Hornissenstich?

Sofern Sie nicht im Mund- oder Rachenraum gestochen wurden oder gegen Wespen- bzw. Hornissengift allergisch sind, ist ein Arztbesuch nicht notwendig. Die Schwellung verklingt nach einigen Tagen und lässt sich gut mit einem kühlenden Gel aus der Apotheke selbst behandeln. Weitere Maßnahmen sind hingegen nicht notwendig.

Exkurs

Allergische Reaktion nach einem Hornissenstich – richtig handeln

Gefährlich wird es erst dann, wenn Sie allergisch gegen das Hornissengift sind, was jedoch nur selten vorkommt und schätzungsweise zwei bis vier Prozent der Bevölkerung betrifft. Allerdings reagieren Menschen mit einer Wespengiftallergie häufig ebenfalls auf das Hornissengift, da sich die Zusammensetzungen beider Stoffe sehr ähneln. Bienengiftallergiker können hingegen aufatmen: Da sich das Gift der Honigbiene chemisch von denen der Wespen und Hornissen unterscheidet, sind Kreuzallergien hier nicht zu befürchten.

Typische Symptome einer allergischen Reaktion sind:

  • Kreislaufprobleme unmittelbar oder kurze Zeit nach dem Stich
  • ungewöhnlich starke Schwellungen und Ausschläge
  • diese können auch von der Einstichstelle entfernt sein
  • Atemnot und Schwindelgefühle weisen auf einen allergischen Schock hin

Bei allergischen Symptomen ist ein Arzt aufzusuchen, der Sie mit Antiallergika – zumeist handelt es sich um kortisonhaltige Präparate – behandelt. Anschließend sollten sich die Beschwerden rasch bessern. Lediglich bei Anzeichen eines allergischen Schocks (Kreislaufprobleme bis hin zur Ohnmacht, Atemnot) ist sofort der Notarzt zu rufen, da hier eine akute Lebensgefahr besteht.

Häufig gestellte Fragen

Mögen Hornissen wie Wespen auch Süßes?

Hornissen jagen zwar in erster Linie andere Insekten, mögen aber gerne süße Pflanzen- und Baumsäfte. An zuckerhaltige Menschennahrung gehen die Tiere allerdings nur selten und wenn, dann meist um die dort befindlichen Wespen zu jagen. Sehr verlockend finden sie jedoch Fallobst, weshalb Sie beim Aufsammeln von auf den Boden gefallenen Äpfeln und Birnen stets aufpassen müssen – es könnten sich Hornissen darin befinden.

Wofür sind Hornissen gut?

Die großen Jäger sind im Garten sehr nützliche Tiere, da sie viele Schädlinge und Lästlinge – vor allem Fliegen – jagen. Zudem ist die Wespenpopulation in Regionen mit vielen Hornissen häufig niedrig.

Haben Hornissen natürliche Feinde?

Die Raupen der Hummelnestmotte (Aphomia sociella) sind Bruträuber und ernähren sich von den Gelegen sowie den Larven der Hornissen. Die Raupen des Schmetterlings aus der Familie der Zünsler sind zwischen August und April aktiv, wobei sie – wie die Hornissenkönigin auch – überwintern.

Was kann man gegen den Kot von Hornissen machen?

Hornissen machen eine Menge „Dreck“, der sich zumeist unter dem Nest ansammelt und zu Schäden führen kann. Um das zu verhindern, können Sie einen Eimer oder einen anderen Behälter unter dem Hornissennest aufstellen und so die Hinterlassenschaften der Tiere auffangen.

Gibt es auch andere Hornissenarten?

Seit einigen Jahren breitet sich die Asiatische Hornisse (lat. Vespa velutina) in Europa aus. Diese ursprünglich in Ostasien heimische Art wurde vermutlich mit Importgütern hierher gebracht und findet dank der immer milderen Winter ideale Lebensbedingungen vor. Die Königinnen der Art können bis zu drei Zentimeter lang und damit kleiner als die hier heimische Hornissenart werden. Die bis zu sechs Zentimeter lange Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) wurde in Europa hingegen noch nicht gesichert nachgewiesen. Die Orientalische Hornisse (Vespa orientalis) wiederum kommt hauptsächlich im südeuropäischen Raum vor.

Warum werfen Hornissen ihre Larven raus?

Wenn Hornissen ihre Larven aus dem Nest zu werfen, so handelt es sich um abgestorbene oder nicht lebensfähige Larven. Das ist insbesondere im Herbst zu beobachten, wenn diese sich ohnehin nicht mehr rechtzeitig verpuppen könnten.

Tipps

Auch Nelkenöl hilft prima zur Abwehr gegen Hornissen. Dazu können Sie ein paar Tropfen des ätherischen Öls in eine Duftlampe geben und auf den Tisch im Freien oder in der Wohnung stellen. Zudem hat das Mittel einen angenehmen Nebeneffekt und hält auch hungrige Wespen fern.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: Maciej Olszewski/Shutterstock, AlekseyKarpenko/Shutterstock, IanRedding/Shutterstock, shaftinaction/Shutterstock, IngridHS/Shutterstock, Floki/Shutterstock

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