Hornissen

Hornissen ansiedeln: So schaffen Sie einen Lebensraum

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Hornissen sind nützliche Insekten, die einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem leisten. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die idealen Voraussetzungen und Maßnahmen, um Hornissen in Ihrem Garten anzusiedeln.

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Hornissen nisten gern in Kästen, die für andere Insekten, Fledermäuse oder Vögel vorgesehen sind

Voraussetzungen für die Ansiedlung von Hornissen

Um Hornissen in Ihrem Garten anzusiedeln, sollten Sie zunächst geeignete Nistplätze und ausreichend Nahrung bereitstellen. Hornissen bevorzugen trockene und geschützte Hohlräume, wie sie in alten Baumhöhlen oder speziellen Hornissenkästen zu finden sind. Wenn natürliche Baumhöhlen fehlen, können Fledermauskästen oder umfunktionierte Vogelnistkästen eine Alternative sein.

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Ein naturnaher Garten, der blühende Sträucher und Bäume sowie andere nektar- und pollenreiche Pflanzen bietet, unterstützt die Ernährung der Hornissen. Hornissenköniginnen benötigen insbesondere im Frühjahr energiereichen Nektar, um erfolgreich ein Nest gründen zu können. Geeignete Pflanzen sind: Berberitze, Faulbaum und Cotoneaster.

Auch die Ansiedlung anderer Insektenarten spielt eine wichtige Rolle, da Hornissenlarven mit Insekten gefüttert werden. Ein vielfältiges Ökosystem erhöht somit die Überlebenschancen eines Hornissennestes.

Zudem sollten künstliche Nistplätze an einem ruhigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Vermeiden Sie intensive Windverhältnisse und sorgen Sie für eine raue Oberfläche, damit die Königinnen die Strukturen leicht nutzen können.

Durch diese Maßnahmen schaffen Sie eine geeignete Umgebung für die Ansiedlung von Hornissen in Ihrem Garten.

Der Hornissenkasten: Gestaltung und Bau

Ein gut gestalteter Hornissenkasten trägt zur erfolgreichen Ansiedlung eines Hornissenvolkes bei. Der „Mündener Hornissenkasten“ hat sich in der Praxis bewährt. Er kann im Internet bestellt oder mit handwerklichem Geschick selbst gebaut werden.

Die wichtigsten Merkmale eines Hornissenkastens sind:

  • Innenmaße: Der Innenraum sollte etwa 65 x 25 x 25 cm groß sein, um ausreichend Platz für ein wachsendes Hornissenvolk zu bieten.
  • Material: Ungehobeltes Fichten- oder Weymouthskiefernholz sorgt für eine raue Oberfläche und guten Halt.
  • Einflugloch: Ein Einflugschlitz wird von Hornissen meist besser angenommen als ein rundes Loch.
  • Standort: Hängen Sie den Kasten an einem ruhigen Ort in Ihrem Garten oder in der Nähe eines Waldrands auf und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung sowie starke Winde.
  • Höhe: Bringen Sie den Kasten in etwa 3 bis 4 Metern Höhe an, um das Nest vor Störungen zu schützen.

Achten Sie beim Bau auf Details wie ein mit Dachpappe gedecktes Dach und einen robusten Spechtschutz aus Edelstahl. Versehen Sie den Boden mit einem Ablaufschlitz, um Flüssigkeiten abzuleiten, und dichten Sie während der Nestgründungsphase diesen Schlitz mit Moos ab, um Zugluft zu vermeiden.

Mit sorgfältiger Planung und den richtigen Materialien schaffen Sie einen idealen Lebensraum für die nützlichen Hornissen.

Lockkästen: Hornissen zum Einzug bewegen

Um Hornissen in Ihren Garten zu locken, können Sie spezielle Lockkästen verwenden. Diese Kästen ähneln Vogelnistkästen und bieten einen attraktiven Nistplatz für Hornissenköniginnen. Bereiten Sie den Lockkasten mit einem Gemisch aus Sägespänen und zerriebenen Teilen eines alten Hornissennestes vor, um den charakteristischen Nestgeruch zu erzeugen und ein passendes Mikroklima zu schaffen.

Hängen Sie den Lockkasten an einem ruhigen, geschützten Ort auf, vorzugsweise in einer Höhe von etwa drei bis vier Metern. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und starke Winde. Ein Einflugschlitz erleichtert den Hornissen den Zugang.

Beobachten Sie regelmäßig den Kasten. Wenn die Königin den Lockkasten angenommen hat und die ersten Larvenzellen verdeckelt sind, tauschen Sie ihn vorsichtig gegen einen größeren Hornissenkasten aus. Schieben Sie das Anfangsnest samt der Wabenteile vorsichtig in den neuen Kasten, um den Übergang für die Hornissen zu erleichtern.

Weitere Maßnahmen zur Förderung der Ansiedlung

Eine ruhige Umgebung ist für die Ansiedlung von Hornissen entscheidend. Vermeiden Sie laute Geräusche und starke Erschütterungen in der Nähe des Nistplatzes. Hängen Sie Hornissenkästen in einer Höhe von mindestens vier Metern auf, um vor zufälligen Störungen zu schützen. Der Standort sollte wenig frequentiert und vor direkter Sonneneinstrahlung sowie starken Winden geschützt sein.

Platzieren Sie unter freihängenden Nestern im Dachbereich eine Wanne mit Sägespänen, um die flüssigen Exkremente aufzufangen. Dies verhindert Verschmutzungen und erleichtert die Reinigung.

Vermeiden Sie künstliche Lichtquellen in der Nähe der Nistplätze, da Hornissen besonders nachts von Licht angezogen werden. Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern außerdem, dass sich Hornissen ins Haus verirren.

Indem Sie diese Punkte beachten, schaffen Sie eine störungsarme und einladende Umgebung für Hornissen in Ihrem Garten.

Umsiedlung von Hornissennestern

In Deutschland stehen Hornissen unter besonderem Naturschutz. Eine eigenmächtige Umsiedlung ist strikt verboten und sollte nur in Ausnahmefällen von speziell ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden. Dies ist beispielsweise notwendig, wenn sich ein Nest in unmittelbarer Nähe zu viel frequentierten Bereichen befindet und Menschen gefährdet. Eine solche Maßnahme bedarf der Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde.

Prüfen Sie zunächst alternative Lösungen, um Mensch und Tier gleichermaßen zu schützen. Maßnahmen wie die Verlegung von Ein- und Ausfluglöchern oder Schutzvorrichtungen können helfen, ohne das Nest umzusiedeln.

Sollte eine Umsiedlung unausweichlich sein, muss sie durch Fachpersonal unter Schutzkleidung und mit geeigneten Mitteln erfolgen. Das Nest wird vorsichtig in einen speziellen Umsiedlungsbehälter überführt und an einem sicheren, neuen Standort, meist in einem nahegelegenen Wald, wieder angesiedelt.

Da Hornissen einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem leisten, sollte eine Umsiedlung nur das letzte Mittel sein. In den meisten Fällen können durch umsichtige Maßnahmen und fachkundige Beratung Konflikte vermieden werden.

Bilder: Dieter Zinsser / Shutterstock