Was fressen Marder? – Einblicke in den erstaunlichen Speiseplan

Die Nahrung ist ein Spiegelbild ihrer Lebensweise und charakterisiert Marder als mutige Überlebenskünstler. Werfen Sie mit uns einen Blick auf den komplexen Speisezettel mit einigen überraschenden Leibspeisen. Was Marder gerne fressen, erfahren Sie hier.

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Fleischliche Nahrung steht bei Mardern an erster Stelle

Das Wichtigste in Kürze

  • Marder fressen kleine Tiere, Insekten, Obst, Nüsse, Eier, Aas und Küchenabfall.
  • Am liebsten fressen Marder rohe und gekochte Eier, Vögel und Küken. Im Sommer fressen Marder besonders gerne süße Beeren und saftige Früchte.
  • Am Auto fressen Marder gern Kabel, Schläuche und Dämmwolle an und richten mit dieser unerklärlichen Unart große Schäden an.

Was fressen Marder? – Speiseplan

Marder sind Allesfresser mit einer besonderen Vorliebe für fleischliche Kost. Im Grunde fressen Marder alles, was sie erlegen oder ergattern können. Auf dieser flexiblen Ernährungsweise resultiert ein breit gefächertes Nahrungsspektrum mit tierischen und vegetarischen Speisen. Folgende Tabelle gibt einen aufschlussreichen Einblick, was bei Mardern so alles auf dem Speisezettel steht:

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Tierische NahrungVegetarische NahrungSonstige Nahrung
VögelFrüchteKüchenabfall
NagetiereBeerenAas
WirbeltiereNüsseEier
InsektenKastanienKatzenfutter
GeflügelSonnenblumenkernePansen

Lebensraum und Jahreszeit nehmen entscheidenden Einfluss auf die tatsächlichen Nahrungsvorlieben von Mardern. In Süddeutschland ist die Tafel für Marder mit anderen Speisen gedeckt, als im Norden des Landes. Im Frühling schmecken den Räubern andere Happen, als im Sommer oder Winter. Die folgenden Abschnitte werfen einen genauen Blick auf den umfangreichen Speiseplan von Herrn und Frau Marder.

Tierische Nahrung überwiegt

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Marder fressen vor allem tierische Nahrung

Marder sind Raubtiere und kommen mit einem unwiderstehlichen Jagdinstinkt auf die Welt. Die nachtaktiven Räuber sind geschmeidige Kletterer, flinke Bodenläufer, reaktionsschnelle Jäger und sehr mutig. Aufgrund dieser Eigenschaften zählen viele Tiere zum Beuteschema, wie folgender Überblick demonstriert:

  • Vögel: Gartenvögel, Wasservögel und Zugvögel, von A, wie Amsel bis Z, wie Zilpzalp, deren Küken und Eier
  • Nagetiere: Mäuse, Ratten, Kaninchen, Feldhasen, Eichhörnchen, Meerschweinchen, Hamster
  • Wirbeltiere und Amphibien: Frösche, Lurche, Kröten, Schlangen, Salamander, Würmer
  • Insekten: gerne Nachtfalter und fette Motten, Käfer und deren Larven, vorzugsweise nachtaktive Arten
  • Geflügel: Hühner, Enten, Laufenten, deren Küken und Eier

In jedem Marder schlägt ein echtes Kämpferherz. Zur Not nimmt er es auch mit einer größeren Beute auf, wie einem Fasan oder Truthahn. Am liebsten nehmen Marder freilich kleinere Tiere ins Visier, deren Jagd keinen hohen Kraft- und Energieaufwand mit sich bringt. Marder sind keine Verschwender. Kann eine Beute nicht an Ort und Stelle verspeist werden, landet sie in einer geheimen Vorratskammer für schlechte Zeiten.

Dringt der Marder in einen Stall mit Geflügel ein, gewinnt sein Jagdinstinkt die Oberhand. Statt sich mit einem einzelnen Huhn für den akuten Nahrungsbedarf zu begnügen, wütet der Räuber weiter. Als Grund für das Massaker vermuten Experten, dass panikartiges Geflatter von Hühnern und Enten den Jagdinstinkt immer wieder aufs Neue befeuert. Schlimmstenfalls nimmt der Blutrausch erst dann ein Ende, wenn alle Tiere getötet sind. Unglücksvögel und Täter sind dabei beide Opfer ihres Instinkts. Bester Schutz vor dem Gemetzel ist ein Marder-sicheres Stallgebäude.

Vegetarische Nahrung sorgt für Abwechslung

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Marder fressen sogar Erdnüsse

Steigende Temperaturen wecken bei Mardern den Appetit auf saftiges Obst. Erntereife Früchte vernaschen hungrige Marder mit Behagen, wie Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen und Äpfel. An üppigen Beerensträuchern laufen sie nicht vorbei, ohne süße Himbeeren, leckere Brombeeren oder knackige Stachelbeeren zu verputzen. Neigt sich die Obst-Saison dem Ende zu, müssen Marder nicht darben, denn es beginnt die Zeit der Nüsse. Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern oder Kastanien können den starken Zähnen nicht widerstehen und liefern wichtige Nährstoffe für den bevorstehenden Winter. Übrigens knabbern Marder Sonnenblumenkerne für ihr Leben gern.

Sonstige Nahrung – Marder futtern, was geht

Marder sind sehr anpassungsfähig. Auf Änderungen im Nahrungsangebot stellen sich die cleveren Pelzträger ein, noch bevor der Magen das nächste Mal knurrt. Wenn Fleisch und Obst schwer zu finden sind, kommen alternative Leckereien auf den Tisch. Was Mardern als sonstige Nahrung dient, fasst folgender Überblick zusammen:

  • Küchenabfall: die Biomüll-Tonne übt auf Marder magische Anziehungskraft aus mit Speiseresten aller Art
  • Aas: tote Tiere fressen Marder restlos auf und machen sich somit nützlich als pelzige Gesundheitspolizei
  • Eier: gern roh, aber auch gekocht und geschält als leckeren Snack für zwischendurch
  • Katzenfutter: freche Marder futtern jeden Katzennapf leer, ob die Katze daneben steht oder nicht
  • Pansen: Pansen und anderes Hundefutter fressen Marder nur in Abwesenheit vom berechtigten Kostgänger

Zur Kategorie Katzenfutter zählen weitere Futtermittel, die Menschen Nutz- und Wildtieren anbieten. Treiben sich hungrige Marder im Garten herum, haben Igel am Futterplatz das Nachsehen. Weil Steinmarder hervorragende Kletterer sind, wird jedes Vogelhäuschen auf Essbares inspiziert und gnadenlos geplündert. Meisenknödel zu erreichen ist für Marder ein Kinderspiel. Allerdings wird dieser Mundraub mit heftigen Magenkrämpfen und Durchfall bestraft, aufgrund des hohen Fettgehaltes.

Exkurs

Was fressen Marder am Auto an?

Marderbiss rangiert auf dem unrühmlichen vierten Platz der häufigsten Versicherungsschäden an Kraftfahrzeugen. Soweit die nüchterne Statistik der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.). Verursacht werden die Schäden, weil Marder gerne an Autokabeln knabbern. Aus welchem Grund sich die Wildtiere an Kabelschläuchen vergreifen, ob sie lieber dünne oder dicke Kabel anfressen, beschäftigt Wissenschaftler und Autoindustrie gleichermaßen. Mitunter stibitzen Automarder das im Fahrzeug verbaute Dämm-Material. Weil dieser Schaden häufig während der Paarungszeit zu beklagen ist, stehen Marderweibchen im Verdacht, die mit flauschiger Dämmwolle dem Nachwuchs ein gemütliches Nest bauen.

Neugierig auf den ultimativen Tipp gegen Marderschäden am Auto? Dann werfen Sie bitte einen Blick in folgendes Video:

Youtube

Was fressen Marder am liebsten?

Entgegen landläufiger Meinung sind Autokabel nicht die Lieblingsspeise von Mardern. Das tatsächliche Leibgericht ist für Naturfreunde allerdings schwer zu verkraften. Am liebsten fressen Marder Vögel, Küken und Eier. Im Sommer sind reife Früchte die beliebteste Gaumenfreude, für deren Genuss man schon mal eine unvorsichtige Maus oder einen leichtsinnigen Vogel davonkommen lässt.

Tipps

Kot-Spuren geben einen aussagekräftigen Hinweis, wer da bei Nacht und Nebel durch Haus oder Garten schleicht. Marderkot ist eindeutig zu erkennen, weil die Losung mit 8 bis 10 Zentimetern mehr als doppelt so groß ist, wie Igelkot. Igelkot wiederum ist doppelt so groß, wie Rattenkot. Für einen Längenvergleich halten Sie einfach ein Streichholz neben die verdächtigen Exkremente.

Was fressen junge Marder?

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In menschlicher Obhut können Marder auch mit Katzenfutter oder Fleisch aller Art ernährt werden

Baby-Marder sind bis zur 8. Lebenswoche auf Muttermilch oder Aufzuchtmilch angewiesen. Erst nach einer zwei- bis vierwöchigen Umstellungsphase kann der kleine Magen feste Nahrung aufnehmen und verarbeiten. Junge Marder sind in freier Natur und in Aufzuchtstationen spätestens ab der 12. Lebenswoche vollständig entwöhnt und haben sich in kleine Schleckermäulchen verwandelt. Das fressen junge Marder gerne:

  • Obst: am liebsten süße, heimische Beeren, gerne reife Mango, leckere Banane, saftige Kiwi
  • Kleintiere: Mäuse, Eintagesküken, Insekten, Frösche, Larven, Regenwürmer

In Aufzuchtstationen werden Jungtieren weitere Leckereien kredenzt, die Mutter Marder nicht heranschaffen kann. Hierzu zählen Hähnchenherzen und Hähnchenmägen, ungekocht und ungewürzt und nahrhaftes Junior-Katzenfutter.

Häufig gestellte Fragen

Was mögen Marder am liebsten?

Marder sind leidenschaftliche Fleischfresser mit einer besonderen Vorliebe für Vögel, Geflügel, Küken und Eier. Als Allesfresser mögen sich die Räuber freilich nicht festlegen. Vor allem im Sommer wird der Speiseplan um süße Vitaminbomben erweitert, wie Himbeeren, Preiselbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren sowie Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen und Kirschen. Im Herbst mögen Marder gerne an Nüssen knabbern, wie Haselnüssen, Walnüssen oder Kastanien.

Was fressen Marder im Winter?

Als Meister der Anpassung stellen sich Marder rechtzeitig ein auf die kalte Jahreszeit. Zu diesem Zweck legen die cleveren Räuber Geheimverstecke an, prall gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten, wie Obst, Nüsse, Eier, Insekten, Käfer oder Resten von Beutetieren. Weil die Vorratslager nicht für einen ganzen Winter reichen, begeben sich Marder weiterhin auf die Jagd nach Vögeln, Mäusen und Kaninchen. Fatalerweise halten zahlreiche Beutetiere Winterschlaf. Bleibt das Jagdglück aus, wenden sich hungrige Marder im Winter häufig den Mülltonnen zu, in der Hoffnung, darin etwas Essbares zu entdecken.

Warum fressen Marder die Kabel im Auto an?

Um eine wissenschaftlich begründete Antwort und belastbaren Beweis für diese Unart sind Experten seit Jahren bemüht. Folgende These steht im Fokus: Marder markieren jedes Auto mit Duftmarken, das in ihrem Revier abgestellt wird. Fährt das markierte Fahrzeug nun in ein anderes Revier, bringt der fremde Duft den dortigen Marder zur Weißglut. Wutentbrannt macht er sich über das Auto her, wo Kabel, Schläuche und Dämm-Materialien mit scharfen Zähnen traktiert werden. Es wird vermutet, dass schwere Schäden am Auto stets auf den zweiten Marder zurückzuführen sind.

In unserem Garten haben wir einen abgemagerten jungen Marder gefunden. Mit welchem Futter können wir das etwa 4 Monate alte Jungtier aufpäppeln?

Junge Marder fressen gerne Futtertiere, ergänzt durch frisches Obst. Eintagesküken und Mäuse können Sie als Frostfutter im Versandhandel erwerben. Für den Marder-Laien besser zu praktizieren ist die Fütterung mit Katzenfutter, speziell Animonda Kitten. Reichen Sie dazu einmal pro Woche zerkleinerte Beeren oder Baumfrüchte heimischer Obstarten. Mit diesem Ernährungsplan legt das Jungtier rasch Fettpolster an. Bitte beachten Sie, dass rohes Rind- und Schweinefleisch für Marder ungeeignet sind.

Tipps

Im naturnahen Garten sind Marder herzlich willkommen, weil sie zahlreiche Schädlinge zum Fressen gern haben. Mäuse und Ratten haben schlechte Karten, wo des Nachts ein Marder umherstreift. Fernerhin betätigen sich die Räuber als nützliche Schädlingsvertilger für gefräßige Larven, wie die gefürchteten Maikäferlarven und andere Engerlinge.

Text: Paula Jansen
Artikelbilder: FotoRequest/Shutterstock, scigelova/Shutterstock, sarah Tee/Shutterstock, Colin Seddon/Shutterstock

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