Marder

Marder Paarungszeit: Was bedeutet das für Mensch und Tier?

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Die Paarungszeit der Marder (Juni bis August) hat nicht nur Auswirkungen auf die Tiere selbst, sondern kann auch zu Problemen für Haus- und Gartenbesitzer führen. Dieser Artikel beschreibt das Paarungsverhalten, die Aufzucht der Jungen und gibt Tipps, wie man sich vor Marderschäden schützen kann.

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Steinmarder paaren sich zur Paarungszeit mehrere Male

Wann ist Paarungszeit beim Marder?

Die Paarungszeit der Marder, auch Ranzzeit genannt, liegt im Sommer, von Juni bis August. Der genaue Zeitpunkt innerhalb dieses Zeitraums variiert und hängt vom Sexualzyklus der weiblichen Marder, den Fähen, ab. In dieser Zeit sind die Männchen, die Rüden, besonders aktiv und suchen nach paarungsbereiten Weibchen durch das Setzen von Duftmarken.

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Paarungsverhalten und Fortpflanzung

Wenn eine Fähe paarungsbereit ist, setzt sie Duftmarken in ihrem Revier, um Rüden anzulocken. Diese dienen als Signal und lösen den Paarungstrieb bei den Männchen aus. Der Paarungsakt, der sich über bis zu 48 Stunden erstrecken kann, findet mehrmals statt. Nach der Paarung wandern die befruchteten Eizellen in die Gebärmutterschleimhaut und treten in eine Keimruhe, die bis zum Winterende dauert.

Trächtigkeit und Geburt

Ab Februar, nach der Winterruhe, entwickeln sich die befruchteten Eizellen weiter. Die Trächtigkeit dauert etwa 30 bis 60 Tage, und zwischen März und April bringt die Fähe durchschnittlich drei bis fünf Junge zur Welt. Diese sind bei der Geburt blind, nackt und sehr klein.

Aufzucht der Jungen

Die Aufzucht übernimmt ausschließlich das Marderweibchen. Nach der Geburt sind die Jungen zunächst blind und taub und vollständig auf die Mutter angewiesen. In den ersten Wochen werden sie ausschließlich gesäugt; ab der sechsten Woche können sie jedoch festes Futter zu sich nehmen. Mit etwa vier Monaten sind die Jungtiere selbstständig und beginnen, ihre Umgebung zu erkunden und sich auf die Suche nach einem eigenen Revier zu machen.

Folgen der Paarungszeit

Während der Paarungszeit sind Marder deutlich aktiver und legen größere Strecken zurück, was die Wahrscheinlichkeit von Revierkämpfen und Marderschäden erhöht. Diese Kämpfe sind oft von lautem Schreien und Fauchen begleitet und können zu Verletzungen führen. Besonders häufig nutzen Marder in dieser Zeit Motorräume als Verstecke, was zu Schäden an Autos führen kann.

Marderschäden an Autos

Marder nutzen Motorräume gerne als Unterschlupfe und hinterlassen Duftmarken, die Rivalen anlocken. Diese versuchen, die fremden Spuren zu beseitigen, was häufig zu Schäden an Fahrzeugteilen führt. Typische Schäden sind:

  • Durchgebissene Kabel und Schläuche
  • Kratzspuren und Pfotenabdrücke an der Karosserie
  • Zerstörte Isolierungen und Dämmmaterialien
  • Ausgelaufene Kühlflüssigkeit

Diese Schäden können hohe Reparaturkosten verursachen und die Sicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigen.

Marderschäden an Häusern

Auch in Häusern können Marder erhebliche Probleme verursachen. Dachböden sind bevorzugte Nistplätze, und die nachtaktiven Tiere verraten sich oft durch laute Geräusche wie Poltern, Kratzen oder Herumlaufen. Typische Schäden umfassen:

  • Durchlöcherte Dachisolierungen und zerfetztes Dämmmaterial
  • Kratzspuren und Fellreste an Regenrinnen und umstehenden Bäumen
  • Loses Dachziegelwerk und beschädigte Abdichtungen
  • Kot- und Urinspuren, die unangenehme Gerüche verursachen
  • Überreste von Beutetieren im und um das Haus

Diese Schäden können die Bausubstanz beeinträchtigen und die Lebensqualität der Bewohner mindern.

Schutz vor Marderschäden

Um sich vor Marderschäden zu schützen, gibt es mehrere Maßnahmen. Für Autos:

  • Maschendraht unter dem Motorraum
  • Hochspannungsanlagen
  • Ultraschallgeräte
  • Marderspray

Für Häuser ist es wichtig, alle möglichen Einstiegslöcher abzudichten und typische Einstiegspunkte zu sichern:

  • Verschließen von Mauerlöchern und Belüftungsschlitzen
  • Absicherung lose Dachziegel und defekter Dachfenster
  • Anbringen von glatten Verblendungen an Kletterstellen
  • Installation von elektronischen Abwehrgeräten

Diese Maßnahmen können dazu beitragen, Marderschäden zu vermeiden und die Tiere fernzuhalten.

Schonzeit für Marder

Die Schonzeit für Marder in Deutschland erstreckt sich in vielen Bundesländern von Anfang März bis Mitte Oktober. Diese Regelung schützt die Marderjungen, da sie ohne ihre Mutter verhungern würden. In dieser Zeit sind Jagd und Fang der Tiere verboten, allerdings ist die Vergrämung erlaubt, um Mensch und Eigentum zu schützen.

Bilder: slowmotiongli / Shutterstock