Marder im Garten – erkennen, verjagen und vorbeugen

Ein naturnaher Garten bedeutet nicht, dass Ihnen ein frecher Marder auf der Nase herumtanzen darf. Dieser Ratgeber ist für Hobbygärtner gedacht, die sich fragen: Was hilft gegen Marder im Garten? Lesen Sie hier fundierte Tipps, wie Sie den Räuber erkennen, erfolgreich verjagen und wirksam vorbeugen.

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Marder können großen Schaden anrichten

Das Wichtigste in Kürze

  • Marder graben in der Regel keine Löcher im Garten und wühlen nicht im Beet.
  • Zu erkennen sind nachtaktive Marder im Garten an ihrem Kot, einem intensiven Geruch von Exkrementen und Duftmarken.
  • Fangen mit einer Lebendfalle ist einzig dem zugelassenen Jäger und zertifizierten Kammerjäger gestattet, weil Marder in Deutschland als schützenswerte Geschöpfe dem Jagdrecht unterliegen.

Graben Marder Löcher im Garten?

Verschiedene Missetäter verursachen kleine und große Löcher im Garten. Marder gehören nicht dazu. Mäuse, Ratten, Regenwürmer und andere unterirdische Gartenbewohner stehen zwar auf dem Speiseplan des Steinmarders. Freilich bevorzugt der Räuber die nächtliche Jagd an der Erdoberfläche. Marder sind sehr scheu und behalten ihre Umgebung lieber im Blick, was beim Löcher-graben in der Erde nicht gewährleistet ist. Gebuddelt wird nur dann, wenn es gilt, in den Hühner- oder Kaninchenstall einzubrechen.

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Wenn Hausgärtner mit Löchern im Garten hadern, rücken andere Übeltäter ins Visier. Kleine Löcher graben primär Hasen, Ratten und Igel. Maulwurf und Wühlmaus schütten über dem Loch einen Erdhügel auf. Für große Kuhlen als gefährliche Stolperfallen zeichnen Fuchs und Dachs verantwortlich.

Wie kann man Marder im Garten erkennen?

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Vor allem junge Marder sind eigentlich ganz niedlich, richten aber auch großen Schaden an

Steinmarder sind nachtaktiv, extrem scheu, reaktionsschnell und flink. Diese Eigenschaften machen eine direkte Begegnung mit einem Marder tagsüber im Garten zu einem seltenen Ereignis. Vermuten Hobbygärtner die Präsenz eines kleinen Räubers in ihrem grünen Reich, rücken verschiedene, verräterische Indizien in den Fokus. Folgende Tabelle nennt wichtige Erkennungsmerkmale für die Anwesenheit eines Marders im Unterschied zu Katze, Wiesel und Waschbär:

Im Garten erkennenMarderKatzeWieselWaschbär
Kot (Größe)1-2 cm dick, 8-10 cm lang2 cm dick, 3-4 cm lang0,5-1 cm dickkurz
Kot (Form)wurstförmig, gedrehte Spitzelänglich, glattgedreht, lange Spitzein Häufchen
Exkremente Geruchintensiv, unangenehmstrengintensiv, unangenehmstechend
Geräusche (saisonal)fauchen, schreien, polternfauchen, jaulenkaum hörbarknurren,quieken, fiepen, kreischen
Duftmarkenübel riechendes Drüsensekretmild, bei Wiederholung stinkendMarder-ähnlicher GeruchMoschus-artig

Am schwierigsten gestaltet sich die Unterscheidung zwischen Marder und Wiesel. Die Tiere sind botanisch verwandt und pflegen eine ähnliche Lebensweise. Für Garten-, Haus- und Autobesitzer der wichtigste Unterschied ist, dass Wiesel nicht auf Dachböden poltern und nicht an Autokabeln knabbern.

Marder-Exkremente erkennen

Scharfe Augen und eine gute Nase sind erforderlich, wenn Sie einem Marder im Garten auf die Schliche kommen wollen. Abgesehen von Form und Größe der Losung, unterscheiden sich die Hinterlassenschaften des Steinmarders durch erkennbare Kerne, Federn und Haare. Letzte Zweifel räumt ein übler Geruch aus der Welt, den Marder-Kot verströmt. Im Gegensatz dazu vergraben Katzen ihre Exkremente, sodass ein Geruch nur selten wahrnehmbar ist. Waschbären-Kot wird ein nicht so strenger Duft nach Moschus attestiert.

Geräusche als saisonales Indiz

Die meiste Zeit des Jahres leben Marder als Einzelgänger und verursachen keine Geräusche. Einzig zur Paarungszeit sorgen nächtliche Revierkämpfe im Garten für Tumult. Wenn sich Mardermännchen um die Dame ihres Herzens prügeln, erklingen ähnliche Kampfgeräusche, wie bei Katzen, allerdings lauter, ohrenbetäubender und schriller. Donnerndes Poltern in Gartenhaus (142,99€ bei Amazon*) oder Scheune verrät, dass hier ein Weibchen seinen Nachwuchs aufzieht, was bei Familie Marder immer mit Radau verbunden ist. Verwechslungsgefahr besteht mit Waschbären, die bei Nacht dreist ins Haus einbrechen und die Vorratskammer plündern.

Duftmarken

Als territoriale Tiere sind Marder ausgestattet mit einer Drüse, die zwecks Reviermarkierung ein Sekret produziert. Ein Marder markiert im Garten nahezu das ganze Jahr hindurch sein Territorium mit dem intensiv riechenden Sekret. Dieser für menschliche Nasen unangenehmen Strategie bedienen sich sowohl Männchen als auch Weibchen. Duftmarken von Katzen attackieren den menschlichen Geruchssinn erst, wenn ein Wiederholungstäter am Werk ist. Wenn Wiesel ihr Revier mit Düften abstecken, ist ein schwacher, marder-ähnlicher Geruch zu verzeichnen.

Sind Marder im Garten nützlich oder schädlich?

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Wer Hühner im Garten hat, der sollte Marder fürchten

Marder wühlen nicht im Garten, graben keine Löcher, fressen keine Pflanzen und vertilgen nur gelegentlich Beeren oder Früchte. Im Gegenteil stehen für die Allesfresser vornehmlich Kleinsäuger und Nagetiere auf dem Speisezettel, wie Mäuse, Ratten, Frösche oder Maulwürfe. Insekten, Maikäferlarven und Regenwürmer werden ebenfalls nicht verschmäht. Dabei fallen etliche Schädlinge dem Marder zum Opfer, was der naturnahe Gärtner zu schätzen weiß und den nächtlichen Jäger als Nützling willkommen heißt.

Die Kehrseite der Medaille ist ein großer Appetit auf Hühner, Enten und Tauben. Ihre Vorliebe für Geflügel aller Art verübeln viele Menschen dem Marder und betrachten den Räuber als Schädling. Ernsthafte Schäden durch Marder im Garten sind immer dann zu beklagen, wenn neben dem Anbau von Pflanzen Nutztierhaltung betrieben wird.

Exkurs

Auto Marder-sicher machen

Während Marder im Garten sogar nützlich sind, richten die kleinen Räuber an Fahrzeugen alljährlich Schäden in Millionenhöhe an. Damit sich die nachtaktiven Raubtiere nicht an Ihrem Auto vergreifen, empfiehlt der NABU (Naturschutzbund), einen Holzrahmen mit Maschendraht (15,64€ bei Amazon*) unter das parkende Fahrzeug zu legen. Engmaschiges Drahtgeflecht bereitet kleinen Marderpfoten schmerzhafte Pein. Regelmäßige Auto- und Motorwäschen entfernen die Duftmarken, mit deren Hilfe ein Marder sein Revier markiert und sich den Weg zum Fahrzeug merkt. Hilfe gegen Motorschäden durch einen Automarder verspricht ein spezielles Vergrämungsspray, das Kabel und Schläuche für sechs bis acht Wochen vor Verbiss schützt und anschließend aufzufrischen ist.

Marder im Garten – Was tun?

Marder sind schützenswerte Geschöpfe. Das Bundesnaturschutzgesetz bestätigt, was tierfreundliche Hobbygärtner ohnehin längst praktizieren. Verjagen und fernhalten ist erlaubt, gesundheitlich schädigen oder töten ist tabu. Verschiedene ungiftige Optionen und Hausmittel stehen zur Verfügung, um die frechen Lästlinge mit Nachdruck aus dem Garten zu komplimentieren. Das ist zu tun, wenn Sie Marder loswerden wollen:

Duft- und Bitterstoffe

  • Chilipulver: an Fundorten der Exkremente ausstreuen und regelmäßig erneuern
  • Kampfer: Blätter und ganze Triebe im Garten verteilen
  • Essig: mit Sprühflasche den Gartenboden benetzen (Kontakt mit Pflanzen vermeiden)
  • ätherische Öle: Teebaumöl und ähnliche Düfte versprühen oder aus offenen Schalen verströmen lassen

Hausmittel

  • WC-Steine oder Mottenkugeln: im Garten, auf Terrasse oder Balkon auslegen
  • Menschen- oder Katzenhaare: beim Kämmen sammeln und an suspekten Marder-Standorten verteilen
  • Urin: menschlichen Urin im Garten versprühen

Ein Patentrezept gegen Marder im Garten hat kein Hausmittel zu bieten. Die Verwendung kann kurzfristigen Erfolg erzielen, ist freilich mit verschiedenen Nachteilen verbunden. Vor allem der Kostenfaktor ist nicht zu unterschätzen, denn die Dauer der Wirksamkeit ist begrenzt.

Manuelle Methoden

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Lebendfallen sind eine sehr humane Art und Weise, Marder zu fangen

Effektive Hilfe gegen Marder im Garten verspricht der örtliche Jäger. Als Fachmann kennt er sich damit aus, wilde Tiere mit einer Lebendfalle möglichst schonend zu fangen sind. Fernerhin ist professionellen Kammerjägern gestattet, Marder einzufangen und am geeigneten Standort in die Freiheit zu entlassen. Zu beachten ist eine strenge Schonzeit, die sich erstreckt vom 1. März bis zum 15. Oktober.

Kontrovers diskutiert wird die Wasserflaschen-Methode, um Marder aus dem Garten oder vom Auto zu verjagen. Da das Mittel wenig kostet und ohne Chemie arbeitet, kann ein Versuch lohnenswert sein. Füllen Sie einige PET-Flaschen zu zwei Drittel mit Wasser. Hängen und stellen Sie die Wasserflaschen an verdächtigen Standort auf. Warum Marder vor Wasser in Flaschen Reißaus nehmen, ist bislang nicht geklärt.

Tipps

Wenn Sie einen Marder aus dem Garten verjagen, sollte das Haus dem Flüchtling keine Schlupflöcher bieten. Auf dem Dachboden oder im Keller macht sich der Nachtschwärmer als Poltergeist unbeliebt. Verschließen Sie alle Öffnungen ab 5 cm Durchmesser mit Maschendraht, Putz oder Beton. Umwickeln Sie hausnahe Baumstämme mit einem Marderabwehrgürtel, um den Kletterkünstlern den Weg ins Haus zu versperren.

Marder im Garten vorbeugen – Tipps & Tricks

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Die Verpiss-Dich-Pflanze hält auch Marder fern

Marder sind gewitzte Räuber, geschickte Kletterkünstler und können bis zu 2 Meter hoch springen. Dringen Steinmarder in einen Garten ein, machen sie mit Laufenten und Hühnern kurzen Prozess. Es ist ratsam, das Gelände vor Steinmardern zu sichern, bevor das Geflügel Einzug hält. Schutz vor einem Marder im Garten bieten folgende Vorbeugungsmaßnahmen:

  • Garten einzäunen mit engmaschigem Drahtzaun bis in 250 cm Höhe und 80 cm Tiefe
  • Gelände einfrieden mit einer Mischhecke aus dornigen Berberitze (Berberis julianae), Stechpalmen (Illex), Weißdorn (Crataegus) und Hundsrose (Rosa rugosa)
  • Vergrämungspflanzen setzen, wie die legendäre Verpissdich-Pflanze (Plectranthus ornatus)
  • Nutztiere jeden Abend in einen einbruchsicheren Stall bringen

Marder sind nicht nur scheu, sondern auch nachtragend. Platzieren Sie im Garten Bewegungsmelder mit Wasserspritze. Das Gerät ortet den Räuber und schießt einen kurzen, kräftigen Wasserstrahl in seine Richtung. Diesen Schrecken vergisst ihr ungebetener nächtlicher Gast nicht und meidet fortan das Gelände.

Häufig gestellte Fragen

Sind Marder im Garten gefährlich?

Hat ein Marder Ihren Garten als neue Heimat auserkoren, geht von seiner Anwesenheit für Menschen keine unmittelbare Gefahr aus. Im Gegensatz zu Katzen oder Waschbären übertragen weder das Tier, noch sein Kot gefährliche Krankheiten. Für Hühner, Enten, Kaninchen und Vögel geht die Präsenz des Räubers allerdings nicht gut aus. Können Sie anhand von Indizien erkennen, dass sich ein Marder im Garten aufhält, sollten Sie Käfige und Gehege schützen und den Eindringling verjagen. Fangen ist lediglich im Winter eine Option unter der Leitung eines Jägers oder zertifizierten Kammerjägers.

Bei uns liegt ein toter Marder im Garten. Was ist jetzt zu tun?

Wenn ein Marder in Ihrem Garten verendet, wenden Sie sich bitte an die nächstgelegene Tierkörperbeseitigungsanlage. Für herrenlose, tote Kleintiere sind weder Ordnungsamt, noch Polizei oder Jäger zuständig. Statt den Kadaver auf eigene Kosten abholen zu lassen, erlauben die meisten Kommunen eine Entsorgung in der Mülltonne.

Tipps

Ultraschallgeräte erzielen nur kurzzeitigen Erfolg, wenn Sie Marder, Mäuse und andere ungebetene Gäste im Garten loswerden wollen. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die cleveren Pelzträger in sicherer Entfernung das Ende des Lärms abwarten und dann zurückkehren. Schlimmstenfalls werden die Tiere infolge der Ultraschallgeräusche taub, was ein hoher Preis für die nächtliche Ruhestörung ist.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Ingrid Deelen/Shutterstock

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