Tomatenpflanzen pflegen: So geht’s

Während Ihre Tomatensetzlinge noch bis Mitte Mai nach den Eisheiligen vorgezogen werden, können Sie bereits im Garten aktiv werden. Welche Maßnahmen das Tomatenpflanzen pflegen beinhaltet und wie Sie im Frühjahr starten, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Gießen, düngen und schneiden gehören zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen für Tomaten.

Die vier wichtigsten Pflegemaßnahmen

Tomatenpflege ist keine Wissenschaft. Wenn man nur die vier wichtigsten Maßnahmen beherzigt, dann sammeln auch Garteneinsteiger noch in diesem Sommer ihre ersten aromatischen Tomaten. So sorgen Rankhilfen und Ausgeizen für einen aufrechten und fruchttragenden Wuchs. Gießen und Düngen erfordern zwar Regelmäßigkeit und das richtige Maß, die man allerdings schnell im Gefühl hat.

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Rankhilfen

Damit die Tomatenpflanze nicht knapp über den Boden wuchert oder unter der Last ihrer eigenen Früchte zusammenbricht, sind Rankhilfen von der Aufzucht bis zur Ernte unersetzlich. Anders als etwa der Wilde Wein, der sich selbstkletternd an Wänden und Zäunen hochzieht, brauchen Tomaten ein wenig Starthilfe.

Für jede Sorte gibt es eine passende Rankhilfe. Der Preis, der Aufwand (Do-it-yourself) und die Langlebigkeit sind weitere Faktoren, die die Auswahl der richtigen Hilfsmittel beeinflussen. Im Folgenden werden vier klassische Rankhilfen vorgestellt, die sich als stabil und effektiv bewiesen haben.

Rankhilfen für Tomaten als Illustration

Tomatenturm. Die leichten Türme, Obelisken und Pyramiden aus Kunststoff geben aufgrund ihrer stabilen Konstruktion den sichersten Halt. Tomatentürme eignen sich für Freiland- und Kübeltomaten, die über einen Meter in die Höhe wachsen.

Tomatenspirale. Massiver und etwas teurer sind die Tomatenspiralen, welche sich als besonders effektiv für Stabtomaten im Freiland erweisen. Meist aus rostfreiem Stahl finden die gewundenen Rankhilfen auch noch jahrelang Verwendung.

Tomatenschnur. Mit der Tomatenschnur zieht man Stabtomaten kostengünstig und nachhaltig. Allerdings ist der Einsatzort begrenzt, denn um die Tomatenpflanzen an einer Schnur himmelwärts wachsen zu lasen, ist ein Dach oder ein Querbalken über den Pflanzen notwendig – also ideal für das Gewächshaus.

Tomatengerüst. Um Tomatenpflanzen wie der buschigen Wildtomate auch möglichst viel Platz in der Breite zu geben, empfiehlt sich der Einsatz eines Tomatengerüstes. Trichter- oder sonnenförmige Gerüste ermöglichen ein stabiles Wachstum in alle Richtungen.

Ausgeizen

Viele klassische Tomatensorten sind so gezüchtet, dass sie sehr schnell wachsen und ständig neue Triebe bilden. Um gezielt die Entwicklung der roten Früchte zu fördern, sollten regelmäßig nach dem Einpflanzen der Tomatenjungpflanzen sogenannte Geiztriebe entfernt werden. Diese bilden nämlich nur Blätter und entziehen der Pflanze wichtige Nährstoffe, ohne selbst Früchte zu tragen.

Geiztriebe wachsen aus den Achseln zwischen Stamm und Wuchstrieben. Mit den Fingernägeln oder einem Messer können die geizigen Triebe einfach entfernt werden. Ab Juni sollte etwa einmal wöchentlich die Pflanze nach diesen zerrenden Trieben von unten nach oben abgesucht werden.

Lesen Sie nach, wie Sie Ihre Tomatenpflanzen richtig schneiden.

Anleitung, wie Tomaten ausgegeizt werden als Illustration

Gießen

Tomatenpflanzen lieben die Sonne und haben daher auch sehr viel Durst. Eine kontinuierliche Wasserversorgung ist deshalb unumgänglich. Wie bei allen Dingen im Leben gilt auch hier: das richtige Maß. Zu viel Wasser (besonders im Kübel) kann zu Staunässe führen und zu wenig Feuchtigkeit lässt die Pflanze hingegen vertrocknen. Tomaten müssen in der Regel jeden Tag und am besten immer zur gleichen Zeit begossen werden.

Grundsätzlich empfiehlt sich das Bewässern mit einem sanften Strahl oder einer Gießbrause, die so bodennah wie möglich die Erde befeuchtet. Die Blätter der Tomate sind nämlich äußerst empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und aufspritzender Erde, die unter Umständen zu Krankheiten führen können. Im Fachhandel findet man dafür spezielle Utensilien, damit das Bewässern auch für Einsteiger gelingt.

Hilfsmittel zum Tomaten gießen als Illustration

Tontopf mit Loch im Boden. Um Tomaten kostengünstig und ohne Spritzwasser zu gießen, können kleine Tontöpfe mit ca. 12 cm Durchmesser neben der Tomatenpflanze eingegraben werden. Über diese wird die Pflanze bewässert. Die Wurzeln wachsen in die Richtung des Tontopfes. Die Methode eignet sich sehr gut für Kübel und Töpfe.

Gießring. Gießringe (10-20 Euro) sind so aufgebaut, dass die Pflanze in der Mitte wie eine Burg von einem Wassergraben umgeben ist. Der Vorteil ist, dass man den Wasserstand immer gut im Blick hat und einfach nachgießen kann. Gleichzeitig hält die besondere Konstruktion Schnecken und andere Fressfeinde ab.

Olla. Ollas (30-50 Euro) werden in unmittelbarer Nähe zu den Tomatenpflanzen in die Erde gesetzt, sodass nur der Hals herausschaut. Das Wasser wird anschließend in das Gefäß gegeben. Von dort sickert die Flüssigkeit genau dann weiter in die Erde, wenn der Boden trocken wird. Olles gibt es in verschiedenen Größen. Je mehr Wasser eine Olla fassen kann, desto länger und desto mehr Pflanzen können im Umkreis bewässert werden.

Düngen

Tomatenpflanzen sind Starkzehrer. Das bedeutet, dass sie überdurchschnittlich viel Nährstoffe beziehungsweise Mineralien aus dem Boden ziehen. Gerade die modernen Züchtungen kommen ohne Nährstoffnachschub kaum aus. Deshalb sollten Tomaten regelmäßig mit passendem Dünger versorgt werden. Dabei sollte Rücksicht auf den Standort und die Sorte genommen werden.

Die wichtigen Mineralien Stickstoff, Phosphat, Kalium, Kalzium und Schwefel werden mittels organischem Düngers wie Jauche, Pferdemist oder Hornspänen (54,00€ bei Amazon*) der Erde zugesetzt. Anorganische Düngemittel wie Blaukorn sollten vorsichtig und in Maßen angewendet werden, da sie auch zu einer schädlichen Überversorgung führen können. Mehr über das richtige Düngen erfahren Sie hier.

Dünger für Tomaten als Illustration

Erfolgreiche Ernte im folgenden Jahr

Wer einmal Tomaten in seinem Garten angebaut hat, wird den Genuss auch im nächsten Jahr fortführen wollen. Mit dem richtigen Standort und einer guten Nachbarschaft schafft man der Pflanze immer einen Platz zum Wohlfühlen. Gründünger nach der Erntesaison hilft dem Boden für den folgenden Sommer wieder fit zu werden.

Die Standortwahl

Tomaten sind, was ihren Standort angeht, sehr wählerisch. Für eine ertragsreiche Ernte sollte ein warmer, sonniger Platz gewählt werden. Die Südwand oder der Südbalkon liefern beispielsweise die nötigen sechs bis sieben Stunden Sonne und schützen zudem vor Wind und Regen. Letzteres ist Tomaten ein Gräuel und führt bei ungeschützter Aussetzung nicht selten zu Krankheiten.

Das Gewächshaus liefert aus den genannten Gründen die besten Wachstumsbedingungen. Aber im Freiland wachsen Tomaten im Kübel und im Beet auch gerne, wenn sie entsprechend umsorgt werden. Dabei sollte man auf einen nährstoffreichen Boden und einen dortigen pH-Wert von 6-7 achten. Ein gut durchpflügter, lockerer Boden ist ebenfalls empfehlenswert.

  Gewächshaus Freiland Topf
Zeitpunkt Anfang bis Mitte Mai Mitte Mai nach Eisheiligen Mitte Mai nach Eisheiligen
Abstand 60 cm 60 cm eine Pflanze je Topf
Einpflanztiefe Etwas tiefer (5-8 cm) als im Anzuchttopf Tiefer (8-15 cm) als im Anzuchttopf Stängelgrund sollte gut bedeckt sein

Nachbarn

Gute Nachbarn bringen Freude – auch für Tomaten. Das gezielte Anbauen von zueinander verträglichen Pflanzen ist bewährte Tradition in der Landwirtschaft. Ein buntes Gewächshaus, Beet oder sogar ein großer Kübel mit mehreren Arten sehen nicht nur hübscher aus, sondern bringen auch effektive Vorteile mit sich.

Zum einen schützen die zusätzlichen Pflanzen den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, was einer Austrocknung entgegenwirkt. Zum anderen schützen die passenden Nachbarn vor Krankheiten, Schnecken und Co. Gute Nachbarn sind in der Regel Schwachzehrer, um eine Unterversorgung von Mineralien zu verhindern.

Gute Nachbarn. Zu den guten Nachbarn zählen unter anderem Salate, Gartenkresse, Basilikum, Kamille und Petersilie. Zwiebeln und Knoblauch verstehen sich auch gut mit der Tomate. Karotten lockern aufgrund ihrer langen Wurzeln nebenbei den Boden auf und Ringelblumen ziehen Bienen an, wehren Schädlinge ab und bringen Farbe ins Beet.

Schlechte Nachbarn. Kartoffeln übertragen die gefürchtete Braunfäule auf die Tomaten und sollten deshalb möglichst weit entfernt sein. Weitere schlechte Nachbarn sind generell Starkzehrer wie Kohl; aber auch Erbsen, Fenchel und Gurken sollte man nicht in direkter Nachbarschaft pflanzen.

FAQ

Wie groß werden Tomatenpflanzen?

Die Größe von Tomatenpflanzen ist vor allem sortenabhängig. Buschtomaten werden bis zu 50 cm hoch, der Balkonstar erreicht etwa 60 cm. Stabtomaten hingegen können über zwei Meter groß werden und Wildtomaten wuchern auch gerne mal einen Meter in die Breite.

Warum haben meine Tomaten viele Blätter aber keine Früchte?

Dass Tomatenpflanzen viele Blätter, aber keine Früchte bilden, kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. So kann bereits die falsche Aufzucht die Pflanze nachhaltig schädigen. Wahrscheinlicher ist aber ein falscher Standort oder zu viele Geiztriebe. Beides hemmt die Energie für die Fruchtbildung.

Warum platzen Tomaten am Strauch?

Platzende Tomaten lassen sich meist auf zu viel Wasser bei niedriger Umgebungstemperatur zurückführen. Die Pflanze nimmt mehr Wasser auf, als sie verdunsten kann. Andererseits kann auch zu viel Sonneneinstrahlung die Haut zum Aufreißen bringen. Regelmäßiges Gießen morgens oder abends und ein Sonnenschutz bei zu starker Hitze können Abhilfe schaffen.

Wann kann ich Tomaten ernten?

Die meisten Sorten werden im August bis Anfang September reif. Das auffälligste Merkmal „rot“ ist nur bedingt ein hinreichender Faktor für den besten Erntezeitpunkt. Entscheidend sollte ein Drucktest sein: Reife Tomaten geben nach. Der Drucktest ist auch bei gelben, grünen und schwarzen Tomaten präziser als das Auge.

Können Tomaten jedes Jahr an den gleichen Ort gepflanzt werden?

Grundsätzlich ja; wenn der Boden im Laufe der Tomatenkultivierung mit ausreichend Nährstoffen versorgt wurde und nicht ausgelaugt ist. Empfehlenswert ist nach der Erntesaison den Boden mit einer Gründüngung etwas Erholung zu gewährleisten. Mineralien reichen sich dadurch an und der Boden wird aufgelockert.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: wertinio/Shutterstock

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