Der Zwei-Stufen-Plan gegen Krautfäule an Tomaten

Im Anbau von Tomaten entscheidet zumeist die Krautfäule über das Wohl und Wehe der Ernte. Warten Sie nicht, bis sich die ersten Symptome zeigen. Mit unserem Zwei-Stufen-Plan berauben Sie den hinterlistigen Pilzsporen zahlreicher Angriffsflächen. So gelingt's.

Krautfäule Tomaten

Erste Stufe: Sorgfältige Standortwahl

Sobald bei feucht-warmer Witterung für mehr als 10 Stunden Dauerfeuchte herrscht, steigt die Gefahr der gefürchteten Pilzinfektion dramatisch. Primär mittels Wind, Regen und Gießwasser gelangen die Sporen an die Tomatenpflanzen. Hier dringen sie in das Pflanzeninnere ein, sowohl über verletztes, als auch über intaktes Gewebe. Eine gezielte Wahl des Standortes reduziert die Infektionsgefahr deutlich:

  • idealerweise Tomaten im Gewächshaus kultivieren
  • im Freiland prinzipiell pflanzen an sonnigen, luftumspülten Lagen
  • im Beet und auf dem Balkon unter einem Dach vor Regen schützen
  • niemals in unmittelbarer Nähe zu Kartoffeln setzen

Je rascher am Standort die Blätter trocknen können, desto sicherer sind die Pflanzen vor der Krautfäule. In dieser Hinsicht sollten die Pflanznachbarn so ausgewählt werden, dass sie den Wind nicht abschirmen.

Zweite Stufe: Krautfäule abwehrende Pflege

An sachkundig gepflegten Tomatenpflanzen vergreifen sich die hinterlistigen Pilzsporen seltener. Im Fokus stehen die folgenden Maßnahmen:

  • einen Pflanzabstand von 50 bis 80 Zentimeter einhalten
  • nicht über Blüten und Blätter gießen
  • eine Mulchschicht aus Stroh, Laub und Brennnesseln verhindert Spritzwasser
  • das Laub im unteren Bereich bis zu einer Höhe von 40 Zentimetern entfernen
  • Tomatenpflanzen konsequent ausgeizen
  • vorzugsweise düngen mit Brennnesseljauche
  • Werkzeuge und Rankhilfen gründlich desinfizieren

Als unterstützende Maßnahme hat sich eine Mischkultur bewährt mit rotblättrigem Basilikum, Tagetes und Ringelblumen. Brennnesseln halten Pilzerreger zwar ebenfalls fern, behindern gleichwohl die Pflegearbeiten mit den lästigen Brennhaaren.

Tipps & Tricks

Zu den zahlreichen destruktiven Eigenschaften des Krautfäule-Erregers gehört seine rasche Resistenzbildung gegenüber erfolgreichen Bekämpfungsmaßnahmen. Wechseln Sie daher regelmäßig Ihre Strategien, damit sich die Pilzsporen nicht darauf einstellen können.

Text: Paula Jansen

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