Schwarze Flecken an Tomaten: Erkennen, Kurieren und Vorsorgen

Dunkelbraune bis schwarze Flecken an Tomatenfrüchten- und blättern deuten auf unterschiedlichste Krankheiten hin. Je nach Krankheitsstand werden Ihre Pflanzen unterschiedlich behandelt.

Tomatenpflanze mit schwarzen Flecken und Blütenendfäule
Die Stelle des schwarzen Flecks an der Tomatenpflanze ist ausschlaggebend für die Identifikation der Krankheit.

Schwarze Flecken auf Tomaten und Blättern: Drei mögliche Krankheiten

Die Ursachen für schwarze Flecken auf den Früchten und Blättern der Tomatenpflanze sind vielfältig. Für eine korrekte Bestimmung der Tomatenkrankheit und die anschließende Behandlung ist daher eine umfangreiche Untersuchung des gesamten Strauches erforderlich. Informieren Sie sich auch über braune Flecken an Tomaten und gelbe Blätter an Tomatenpflanzen.

Lesen Sie auch

Blütenendfäule

Die Blütenendfäule zählt zu den häufigsten Erkrankungen von schnell wachsenden Gemüsepflanzen, zu denen neben der Tomate auch die Paprika und die Zucchini gehören.

Tomaten mit braunen Flecken an der Unterseite

Die Blütenendfäule ist an eingefallenen und dunklen Bereichen auf der Frucht zu erkennen

Schadbild und Erkennungsmerkmale

Blätter: Die Blätter sind von den Fäulnisprozessen meistens eher weniger betroffen. Dennoch zeigen sich ergänzend zu den Ausbildungen an den Früchten leichte Deformierungen an den am gleichen Trieb befindlichen Blättern.

Früchte: Von der Blütenendfäule sind insbesondere die heranreifenden Tomaten betroffen, die rund um den Blütenansatz einen braun bis schwarz gefärbten Fleck aufweisen. Mit der Zeit nimmt der Fleck weiter an Größe zu und fällt nach innen ein.

Kalziummangel als Auslöser

Der Mineralstoff Kalzium ist essenziell für den Aufbau der Zellmembranen und damit der Struktur der Früchte und Blätter. Aufgrund der pflanzeninternen Leitungssysteme wird die Versorgung der Blätter denen der Früchte vorgezogen. Dies führt dazu, dass die Mangelerscheinungen primär an den Tomaten selbst festzustellen sind. Neben einem reinen Kalziummangel können auch andere Ursachen zu einer verminderten Aufnahme durch die Tomatenpflanze führen:

  • übermäßige Kalium- oder Magnesiumkonzentration
  • pH-Wert des Bodens stark sauer
  • unausgeglichener Flüssigkeitshaushalt der Pflanze

Düngen mit Kalzium und weiteren Hausmitteln

Um einen vorhandenen Kalziummangel möglichst schnell auszugleichen, haben sich in der Praxis die nachfolgenden Mittel bewährt:

Mittel Definition Anwendung
Algenkalk aus Korallen und Algen hergestellter Kalkdünger wird in pulverisierter Form rund um die Pflanze verstreut, danach kräftige Bewässerung erforderlich
Kalzium-Brausetabletten chemisch hergestellte Tabletten zerstoßen der Tabletten zu Pulver und anschließende Einarbeitung in die Erde
Kalziumcarbonat als Gartenkalk (19,00€ bei Amazon*) bekannt, konzentrierte Kalziumverbindung in pulverisierter Form rund um die Pflanze verstreuen, danach kräftige Bewässerung
Eierschalen leere Eierschalen, die von frei von Eiweißresten sein sollten zerkleinerte Schalen von zwei bis drei Eiern für mehrere Tage in einem Liter Wasser einweichen, Pflanze mit dem Sud bewässern
Gesteinsmehl aus Basalt oder Granit hergestellt in pulverisierter Form um die Pflanze verstreuen, danach kräftige Bewässerung

Sofortige Maßnahmen

Unterversorgte Früchte, die bereits verfärbte Stellen aufweisen, sollten von der Pflanze abgenommen werden. Darüber hinaus sollten Sie das Gewächs kurzfristig mit einer der vorgenannten Kalziumquellen versorgen und eine entsprechende Bewässerung sicherstellen. Dies ermöglicht der Pflanze, die noch heranreifenden Früchte zu versorgen und die Infektion mit weiteren Krankheiten zu vermeiden.

Vorbeugung

Die Grundlage für die Abwehr der Blütenendfäule ist eine gesunde Tomatenpflanze, die ein intaktes Immunsystem aufweist. Neben der korrekten Pflege in Bezug auf die Auswahl des Standortes sowie der Bewässerung spielt insbesondere die Düngung eine entscheidende Rolle. Die Gabe eines Spezialdüngers, der einen hohen Anteil an Kalzium aufweist, ist ergänzend zu einem Volldünger eine bewährte Präventivmaßnahme.

Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten ist eine Pilzerkrankung, die insbesondere bei im Freiland kultivierten Tomatenpflanzen auftritt.

Tomaten mit braunen Flecken und braunen Blättern

Die Kraut- und Braunfäule erstreckt sich sowohl auf die Blätter als auch die Früchte der Tomatenpflanze

Schadbild und Erkennungsmerkmale

Blätter: Die ersten Anzeichen der Pilzerkrankung lassen sich an den Blättern feststellen, die unförmige braun-schwarze Flecken ausbilden. Darüber hinaus ist an der Blattunterseite oftmals ein weißer Flaum zu erkennen, der gemeinhin auch als Pilzrasen bekannt ist. Mit dem Fortschreiten der Krankheit verwelken die Blätter und trocknen dann vollständig ab.

Früchte: Die Früchte werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Kraut- und Braunfäule befallen. Symptomatisch ist die Erkrankung an fauligen und matschigen Stellen rund um die Tomate zu erkennen, die eine bräunliche bis gräuliche Färbung aufweisen.

Auslöser

Die Ursache der Kraut- und Braunfäule liegt in der Verbreitung der Pilzsporen von Phytophthora infestans durch Wind und Regen. Grundsätzlich sind die Erreger in nahezu jedem Substrat vorzufinden, wobei sie jedoch die meiste Zeit in der Erde inaktiv sind. Durch die Aufwirbelung der Sporen durch starke Windböen oder heftige Regenfälle gelangen diese auf die Blätter und Früchte der Tomatenpflanze und infizieren diese.

Sofortige Maßnahmen

Die befallenen Pflanzenteile sollten im Restmüll entsorgt werden. Von einer Hinzugabe zum Kompost sollten Sie zur Vermeidung einer erneuten Ansteckung absehen. Darüber hinaus sollte die Pflanze insgesamt entlaubt werden. Die für den Rückschnitt verwendeten Werkzeuge sollten Sie vor dem nächsten Gebrauch umfangreich reinigen , um Infektionen auf anderen Gewächsen zu verhindern. Die Bekämpfung mit einem Fungizid ist bei bereits erkennbaren Symptomen oftmals nicht mehr erfolgversprechend.

Vorbeugung

Um die Verbreitung der Sporen während des Wachstumszyklus der Tomate möglichst gering zu halten, sollte ein vor Wind und Regen geschützter Standort gewählt werden. Bei der Pflanzung und der Pflege sollten Sie daher auf die nachfolgenden Hinweise achten:

  • Anbau an einer geschützten Stelle wie einem Gewächshaus
  • Mindestabstand von 50 cm zwischen den einzelnen Gewächsen
  • ausschließlich mit weichem Wasserstrahl und direkt auf den Wurzelballen wässern, um Spritzwasser zu vermeiden
  • Gabe eines kaliumhaltigen Düngemittels zur Stärkung des Pflanzengewebes

Phosphormangel

Der Mineralstoff Phosphor ist essenziell für nahezu alle Stoffwechselprozesse der Tomatenpflanze. Neben der Funktion als Energiebauträger, der für die Ausbildung von Blüten und Früchten wichtig ist, dient Phosphor zudem als Baustein der DNS.

Lilane bis schwarze Blattadern an einer Tomatenpflanze

Ein Phosphormangel lässt sich an dem lila-schwarzen Verfärben der Blätter erkennen, die von außen nach innen verläuft

Schadbild und Erkennungsmerkmale

Blätter: Ein Phosphormangel ist optisch zweifelsfrei an der violetten Verfärbung der Blätter zu erkennen, die vom Blattrand ins Innere zieht. Damit einher geht oftmals ein insgesamt kümmerlicher Wuchs der Blätter in Kombination mit Deformierungen.

Früchte: Bei einem anhalten Phosphormangel bilden sich in den meisten Fällen weder Blüten noch Früchte aus an dem Strauch aus. Sollten sich dennoch vereinzelt Tomaten finden lassen, weisen diese in der Regel eine kleine und hagere Form auf.

Auslöser

Die häufigste Ursache eines Phosphormangels liegt in einer ungenügenden Zuführung des Mineralstoffes. Insbesondere Starkzehrer, denen die Tomatenpflanze botanisch zuzuordnen ist, benötigen eine gleichbleibend hohe Menge der lebenswichtigen Nährstoffe für ein stetiges Wachstum und eine üppige Furchternte. Sollten Sie ihre Tomate mit ausreichend phosphorhaltigem Düngemittel versorgen, können Mangelerscheinungen auch durch eine unzureichende Nährstoffaufnahmefähigkeit entstehen. Hierfür verantwortlich können eine zu niedrige Außentemperatur, aber auch ein zu saurer Boden sein.

Sofortige Maßnahmen

Wenn eine Unterversorgung mit Phosphor nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, sollte die Pflanze im ersten Schritt mit einer leicht erhöhten Dosis versorgt werden. Durch das direkte Auftragen eines Flüssigdüngers auf die Blätter sollte die Verfärbung weiterer Blätter ausbleiben. Die bereits verfärbten Blätter müssen nicht zwingend von der Pflanze entfernt werden, da diese den Austrieb neuer gesunder Blätter nicht beeinflussen. Zusätzlich empfiehlt sich auch ein separater Kälteschutz, der insbesondere Freilandpflanzen vor den kühlen Temperaturen in der Nacht bewahrt.

Vorbeugung

Um die verminderte Nährstoffaufnahme aufgrund von Kälte zu vermeiden, sollte die Auspflanzung der Tomaten nicht vor Mitte Mai bzw. nach den Eisheiligen erfolgen. Bei kühlen Temperaturen in der Nacht kann zudem eine Abdeckung aus Jute oder Vlies Abhilfe schaffen. Darüber hinaus sollte einem möglichen Phosphormangel bereits frühzeitig entgegengewirkt werden, indem Sie bereits bei der Pflanzung auf eine ausreichende Nährstoffversorgung achten. Sowohl für die Erstdüngung als auch für die fortlaufende Düngung eignen sich verschiedene Naturdünger. Neben Phosphor enthalten die nachfolgend aufgeführten Düngemittel auch viele weitere essenzielle Mineralstoffe.

  • Asche
  • Guano
  • Hornspäne
  • Pferdemist

Weitere empfehlenswerte Phosphordünger finden Sie hier .

Tomaten mit schwarzen Flecken essen oder nicht?

Blütenendfäule: Trotz der unappetitlich wirkenden dunklen Flecken sind mit der Blütenendfäule infizierte Tomaten weiterhin ohne Probleme essbar. Die entsprechenden Stellen sollten Sie jedoch vor dem Verzehr großzügig ausschneiden.

Kraut- und Braunfäule: Sobald sich die Kraut- und Braunfäule auf die Früchte der Tomatenpflanze ausdehnt, sind diese nicht mehr essbar. Mit den Fäulnisprozessen geht unter anderem ein Geschmacksverlust einher, der sie ungenießbar macht.

Phosphormangel: Grundsätzlich sind die Tomaten von Pflanzen, die mit einem Phosphormangel belastet sind, genießbar. Oftmals bildet der Strauch bei akuten Mangelerscheinungen jedoch überhaupt keine oder nur sehr kleine Früchte aus.

Tomatenkrankheiten mit Brennnesseljauche vorbeugen

Die Brennnesseljauche ist für ihren hohen Wirkungsgrad bei der Abwehr von Schädlingsbefällen bekannt. Dies ist vor allem auf die enthaltene Konzentration der Mineralstoffe Stickstoff und Kalium sowie Kieselsäure zurückzuführen, die zudem das Immunsystem der Pflanze stärken.

Anleitung zur Herstellung von Brennnesseljauche als Illustration

Die Herstellung und Anwendung der Brennnesseljauche ist bereits mit wenigen Handgriffen erledigt:

  1. 1 Kilogramm frische Brennnesseln mit 10 Litern Regenwasser in einem Eimer aufgießen und kräftig verrühren
  2. Eimer mit einer Holzplatte oder Ähnlichem abdecken, um den Sud vor Umwelteinflüssen zu schützen
  3. Gemisch täglich für ein bis zwei Wochen umrühren bis keine Blasen mehr aufsteigen – Fertig!

Die Jauche sollte niemals unverdünnt verabreicht werden, um eine Überdüngung der Pflanze zu vermeiden. Eine Verdünnung im Verhältnis 1:10 mit Regenwasser und eine höchstens zweiwöchentliche Gabe sind vollkommen ausreichend.

FAQ

Was hilft bei Blütenendfäule?

Eine bereits fortgeschrittene Erkrankung mit der Blütenendfäule ist bei den bereits betroffenen Pflanzenteilen nicht mehr behandelbar. Es empfiehlt sich daher, die äußerlich veränderten Früchte schnellstmöglich von der Pflanze abzunehmen und den Strauch mit einem kalziumhalten Dünger zu versorgen.

Sind Tomaten mit schwarzen Flecken essbar?

Inwieweit schwarz gefleckte Tomaten noch essbar sind, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Während die Blütenendfäule und der Phosphormangel keinen Einfluss auf die Verzehrbarkeit haben, sollten von der Kraut- und Braunfäule betroffene Früchte nicht mehr gegessen werden.

Warum bekommen Tomaten schwarze Flecken?

Die Ursachen für eine Verfärbung der Tomaten sind vielfältig, steht aber in den meisten Fällen mit einer nicht artgerechten Pflege der Pflanze und einer daraus entstehenden Erkrankung im Zusammenhang.

Was kann ich gegen schwarze Flecken auf Tomaten tun?

Bereits verfärbte Tomaten können nicht wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden. Durch die Ergreifung präventiver Maßnahmen wie das Ausbringen von kalzium- und phosphorhaltigen Düngemitteln, die Auswahl des richtigen Standortes und eine insgesamt an die Tomatensorte angepasste Pflege können etwaige Erkrankungen jedoch vermieden werden.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbilder: Sarawut Chainawarat/Shutterstock, Lana Wolff/Shutterstock, krolya25/Shutterstock, Aaron J Hill/Shutterstock

Jetzt für unseren Newsletter anmelden

Erhalten Sie den monatlichen Newsletter von Gartenjournal in Ihr
E-Mail-Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.