Braune Flecken an Tomaten: Erkennen und Kurieren

Braune bis schwarze Flecken an Tomatenfrüchten- und blättern sind nicht immer ein Grund, die Tomatenernte aufzugeben. Meist können befallene Pflanzen leicht behandelt werden.

Tomaten mit braunen Flecken
Die Stelle des braunen Fleckes auf der Tomate ist ein Hinweis auf die Krankheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Braune Flecken an Tomatenfrüchten können ein Hinweis auf die Blütenendfäule, die Kraut- und Braunfäule oder die Dürrfleckenkrankheit sein.
  • Die Blütenendfäule ist im Gegensatz zur Kraut- und Braunfäule sowie zur Dürrfleckenkrankheit auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen.
  • Tomatenblätter mit braunen Flecken können auch auf die Dürrfleckenkrankheit hinweisen.
  • Gleichzeitig können die Bakterienwelke und die Blattfleckenkrankheit Ursache für braune Flecken auf den Blättern sein.

Braune Flecken an Tomatenfrüchten

Nicht selten versetzen braune Flecken an den Tomatenfrüchten Hobbygärtner in Schrecken. Die Faulstellen können ein Hinweis auf schwerwiegende Krankheiten sein, die manchmal einen ganzen Ernteausfall nach sich ziehen. Einige Krankheiten schwächen die Pflanzen so stark, dass sie noch vor dem ersten Ertrag eingehen.

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Blütenendfäule, Kraut- und Braunfäule oder Dürrfleckenkrankheit?

Schon in der Bibel steht geschrieben: „An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.“ Denn bei genauer Betrachtung der Tomaten selbst lässt sich exakt sagen, an welcher Krankheit die Pflanze leidet. Die Blütenendfäule bildet braune Flecken unten am ehemaligen Blütenansatz, während die Dürrfleckenkrankheit hauptsächlich die oberen Bereiche befällt. Durch die Kraut- und Braunfäule bilden sich hingegen allgemein große braune Stellen.

Vergleich der Blütenendfäule, der Braunfäule und der Dürrfleckenkrankheit an Tomaten

Blütenendfäule

Die Blütenendfäule ist leicht zu erkennen und von anderen Krankheiten gut abzugrenzen. Sie tritt bei neuen Pflanzstellen und unerfahrenen Hobbygärtnern eher auf als bei erfahrenen Tomatenprofis. Denn es handelt sich bei der Blütenendfäule nicht etwa um ein Bakterium, sondern um eine Unterversorgung vom Pflanzennährstoff Kalzium. Stimmt das Zusammenspiel aus Gießen, Düngen und pH-Wert des Bodens überein, bleibt eine Mangelerscheinung in der Regel aus.

Ursachen. Weder Pilze noch Bakterien sind Ursachen für die Blütenendfäule. Stattdessen fehlt der Pflanze das Mineral Kalzium, welches für den Aufbau und die Stabilität der Zellwände in den Tomatenfrüchten verantwortlich ist. Wenn es an dem wichtigen Nährstoff fehlt, dann fallen die Zellwände zusammen.

Symptom. Kleine, dunkle Punkte am unteren Ende der Frucht entstehen zu Beginn einer Unterversorgung. Diese Punkte werden größer sowie wässrig-glasig und können die gesamte untere Hälfte der Tomate einnehmen. Das Schadbild wird durch eine Einwölbung des Blütenendes, welches ledrig und faul wird, vervollständigt. Reife sowie unreife Früchte können betroffen sein.

Vorbeugung. Um die Blütenendfäule zu vermeiden, sollte der Boden ausreichend mit Kalzium versorgt sein. Eine organische Düngung aus Kompost und Jauche reicht in den meisten Fällen aus. Der Einsatz von Stickstoff sollte nicht übertrieben werden. Der pH-Wert des Bodens beträgt im Idealfall 6,5 bis 7. Gesteinsmehl kann bei einem zu sauren Wert die Erde basischer machen und gleichzeitig Kalzium zur Verfügung stellen.

Kraut- und Braunfäule

Bei der Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die meistens von infizierten Kartoffelpflanzen ausgeht. Feuchte und kühle Sommermonate begünstigen die Vermehrung der Pilzsporen. Während Tomaten im Freilandanbau häufiger betroffen sind, leiden Gewächshaus-Tomaten aufgrund der besseren Klimaverhältnisse seltener an der Kraut- und Braunfäule.

Ursachen. Der Pilz findet sich in fast jeder Erde und besonders an Kartoffelknollen, die zum Pflanzen gedacht sind. Phytophthora infestans verbreitet sich folglich im Umkreis der Kartoffel durch die Erde und kann so durch Spritzwasser beim Gießen an die unteren Blätter der Tomate gelangen. Dort tritt der Pilz in die Pflanze ein und vermehrt sich rasant.

Symptom. Zu Beginn einer Infektion sind erst die Blätter und Stängel mit grau-grünen Flecken übersät, die unscharf begrenzt sind. Nach einiger Zeit wandeln sich diese braun bis schwarz. Oft bildet sich an der Blattunterseite ein weißer Flaum. Selbst der Stängel kann braun-schwarze Stellen aufweisen. Die Früchte bekommen braune, konkave Faulstellen, die vornehmlich auf der oberen Hälfte der Tomate vorzufinden sind. Unter den Faulstellen ist das Fleisch verhärtet.

Vorbeugung. In erster Linie sollten Tomaten mit einem ausreichenden Abstand (60-70 cm) zueinander gepflanzt werden und so weit wie möglich von Kartoffeln entfernt stehen. Außerdem sollte, um die rasche Vermehrung des Pilzes zu unterbinden, für Trockenheit und Belüftung gesorgt werden. Regelmäßiges Ausgeizen und ein Regendach bieten sich dafür an. Kübel und Rankhilfen nach jeder Saison mit kochendem Wasser desinfizieren, damit ins folgende Jahr keine Sporen verschleppt werden.

Dürrfleckenkrankheit

Ein weiterer Pilz der die Tomaten im heimischen Garten belastet, ist Alternaria solani bzw. Alternaria alternata. Wie die meisten Schlauchpilze mag der Erreger der Dürrfleckenkrankheit ein feuchtes Klima; aber im Gegensatz zur Kraut- und Braunfäule warme Temperaturen. Der Pilz oder seine Sporen befinden sich natürlich im Boden und überleben auch lange Brachperioden.

Ursachen. Alternaria infiziert Tomatenpflanzen entweder über die Erde durch Spritzwasser oder über die Wurzel, über Rankhilfen oder schon direkt über den Tomatensamen. Falsches Gießen oder zu wenig Düngen schwächen die Pflanze und machen sie so anfälliger für eine Infektion. Feuchtes und warmes Klima begünstigen die Vermehrung des Pilzes erheblich.

Symptom. Die Blätter einer befallenen Pflanze weisen grau-braune Flecken auf, wobei der Rand gelblich erscheint. Die ebenfalls trockenen Stellen treten in unregelmäßiger Form auf und werden größer. Dabei bilden sich gleichzeitig farblich leicht unterschiedlich Ringe in den Flecken. Mit der Zeit rollen sich die Blätter ein und fallen schließlich ab. An den Früchten macht sich die Dürrfleckenkrankheit durch braun-schwarze Flecken am Fruchtstielansatz bemerkbar. Die Stellen sind leicht nach innen gewölbt, eher hart und zeigen eine ähnliche Ringstruktur.

Vorbeugung. Es sollten keine Samen von befallenen Pflanzen für die Aufzucht im nächsten Jahr verwendet werden, da sie schon infiziert sind. Auch hier gilt die Devise: Spritzwasser auf den Blättern verhindern. Eine gute Belüftung unterstützt dabei das Trocknen vom Tau. Rankhilfen und Kübel müssen nach jeder Saison gründlich gereinigt werden. Ein Ackerschachtelhalm-Extrakt kann als Stärkung auf die Blätter gespritzt werden oder dem Gießwasser beigefügt werden.

Braune Flecken an Tomatenblättern

Braune Flecken zeigen sich auch oft an anderen Pflanzenteilen: Die Dürrfleckenkrankheit, die Blattfleckenkrankheit und die Bakterienwelke verursachen an den Tomatenblättern braune Flecken. Aber auch Mangelerscheinungen können hinter Blattverfärbungen liegen. In der Regel sollten Blätter mit auffälligen Flecken sicherheitshalber entfernt werden.

Mangelerscheinungen an Tomatenpflanzen

Ein Ungleichgewicht der Nährstoffe kann eine Ursache für braune Flecken auf den Blättern sein. So äußert sich ein Stickstoffmangel zunächst an den unteren Blättern, wo sie erst gelb, dann braun werden. Bei einem Kaliummangel werden die Blattränder braun und vertrocknen. Hellbraune Flecken, die sich auf das gesamte Blatt ausweiten und nur noch die Blattadern grün durchschimmern lassen, deuten auf einen Magnesiummangel hin.

Vergleich Dürrfleckenkrankheit, Blattfleckenkrankheit und Bakterienwelke als Illustration

Entscheidend für eine präzise Feststellung der Ursache ist die Form und die Begrenzung der Flecken.

Dürrfleckenkrankheit

Braune Flecken an Tomatenblättern können ein Hinweis auf die pilzliche Dürrfleckenkrankheit sein. Eine ausführliche Beschreibung der Ursachen und Symptome sowie Tipps zur Vorbeugung entnehmen Sie dem oberen Absatz.

Blattfleckenkrankheit

Für eine Infektion mit dem Erreger der Blattfleckenkrankheit spricht in der Regel eine unmittelbare Nachbarschaft der Tomatenpflanzen mit dem Sellerie. Der Pilz Septoria ist auf das Wurzelgemüse spezialisiert, befällt aber gegebenenfalls auch Tomaten. Deshalb sollte Sellerie – wie auch die Kartoffel – weit entfernt von dem Fruchtgemüse gepflanzt werden.

Ursachen. Wie bei den meisten Pilzerkrankungen der Tomate verläuft die Infektion über die Erde und Spritzwasser oder durch bereits befallenes Saatgut. Anhaltende Feuchtigkeit in der Luft und auf den Pflanzenteilen treibt die Entwicklung und das Vermehren des Fungus an. Im Vergleich zu den anderen genannten Krankheiten ist die Blattfleckenkrankheit eher selten.

Symptom. Ausgehend von den unteren Blättern zeigt sich das Schadbild des Pilzbefalls durch wässrige Flecken, die dunkelbraun gefärbt sind. Umrandet wird der Fleck von einem gelben Ring. Nach einiger Zeit stirbt das Blatt ab. Bei genauerer Betrachtung lassen sich stellenweise Sporenbehälter (schwarze Punkte) auf der Blattunterseite feststellen. Das Wachstum der Pflanze ist mitunter stark eingeschränkt, was sich folglich in einem verminderten Ertrag äußert.

Vorbeugung. Vor allem beugt ein gesundes Saatgut und genügend Abstand zu Selleriepflanzen die Blattfleckenkrankheit vor. Ausgeizen und ein Regendach verbessern die Belüftung und schützen vor anhaltender Nässe, sodass das Pilzwachstum gehemmt wird. Clevere Gießmethoden wie eine Olla verhindern kontaminiertes Spritzwasser. Eine Behandlung mit Ackerschachtelhalm kann die Tomate darüber hinaus kräftigen und zur Bekämpfung beitragen.

Bakterienwelke

Braune Flecken an den Blättern kann auch ein Indiz einer Bakterieninfektion sein. Der Erreger hat mit „Clavibacter michiganensis Smith ssp. michiganensis (Smith) Davies et al.“ nicht nur einen absurd langen wissenschaftlichen Namen, sondern gefährdet in erster Linie die gesamte Tomatenernte.

Ursachen. Über Verletzungen der Epidermis, aber auch über Spaltöffnungen gelangt das Bakterium in die Pflanze. Am wohlsten fühlt sich der Erreger auf Jungpflanzen und bei hohen Temperaturen zwischen 26 und 28 °C. Verunreinigte Samen und Knollen sind die Hauptverbreitungswege des Bakterienwelke-Errergers. Spritzwasser kann die Krankheit auf umstehende Pflanzen übertragen. Auf unbelebten Gegenständen kann das Bakterium mindestens ein Jahr überleben.

Symptom. An den Blättern treten zwischen den Blattadern braune Flecken auf, die eher an Verbrennungen durch ein Brennglas als an Faulstellen erinnern. Dann verfärben sich die Blattunterseiten gelb und die Leitbahnen der Triebe werden bräunlich und deformiert. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Blätter braun und sterben ab.

Vorbeugung. Um eine Infektion mit den Bakterien zu vermeiden, sollte der Gärtner darauf achten, den Boden möglichst locker zu halten und nach sowie vor der Tomatensaison den Boden gut und tief umzupflügen. Ansonsten gilt wieder das spritzfreie Gießen, Ausgeizen und eine ausreichende Düngung, damit die Pflanze bei Kräften bleibt.

FAQ

Sind Tomaten mit braunen Flecken noch essbar?

In der Regel sollten Tomaten mit braunen Faulstellen nicht mehr verzehrt werden. Die Kraut- und Braunfäule, die Dürrfleckenkrankheit und die Bakterienwelke machen die Früchte ungenießbar. Bei der Blütenendfäule sind sich die Experten unsicher. Nur wenn die braunen Stellen aufgrund der Blattfleckenkrankheit entstanden sind, ist ein Verzehr bedenkenlos möglich.

Können befallene Tomaten oder Blätter auf den Kompost?

Pflanzen und Früchte, die aufgrund der Blütenendfäule braune Flecken bekommen, dürfen auf den Kompost. Alle anderen Ursachen sind entweder bakterien- oder pilzbedingt und müssen verbrannt oder im Restmüll entsorgt werden. Andernfalls überleben und vermehren sich die Erreger im Kompost.

Was ist die Ursache von braunen Flecken auf Tomaten?

Braune Flecken auf Tomaten können auf einen Kalziummangel zurückzuführen sein. Oft sind aber Bakterien oder Pilze an den braunen Faulstellen schuld.

Was kann bei braunen Flecken auf Tomaten getan werden?

Am besten entfernt man sofort die Tomaten, die braune Flecken aufweisen. So verhindert man eine Ausbreitung der Krankheit. Dann muss die Ursache der Flecken genau untersucht werden, um effektive Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Lana Wolff/Shutterstock

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