Klee im Rasen bekämpfen

Klee gehört zu den häufigsten Unkräutern im Rasen. Ihre Wuchsiegenschaften sind nämlich ideal an Grasflächen angepasst und machen Gartenbesitzern dadurch das Leben schwer. Zumindest dann, wenn ein einwandfreier Spielrasen gewünscht ist. Um Klee den Garaus zu machen, gibt es zahlreiche verschiedene Methoden.

Rasen mit Klee
Klee im Rasen hat sowohl Vor- als auch Nachteile

Das Wichtigste in Kürze

  • Klee im Rasen kann ausgestochen oder mit einem Vertikutierer bekämpft werden
  • Klee liebt sauren Boden; mit Kalk kann Klee bekämpft und vorgebeugt werden
  • Kompost und Rasendünger stärken den Rasen und helfen ihm, den Klee zu überwachsen

Klee im Rasen richtig und dauerhaft entfernen

Gartenkalk als Verungünstigung der Wuchsbedingungen von Klee auszubringen, reicht natürlich nicht. Langfristig müssen andere, zugkräftigere Maßnahmen herhalten. Das Projekt kleefreier Rasen sollte folgende Kategorien an Maßnahmen abdecken:

  • Mechanische Maßnahmen
  • Düngemaßnahmen
  • Vorbeugung

Wer den Klee im Rasen komplett ohne Chemie loswerden will, ist vor allem auf die mechanischen Maßnahmen angewiesen. Diese sind allerdings auch erst einmal am effektivsten.

Mechanische Maßnahmen

Um etablierten Kleenestern im Rasen zu Leibe zu rücken, sind mechanische Maßnahmen die wohl effektivsten Vorgehensweisen. Das dichte Wurzelwerk vor allem des Weißklees lässt lässt sich so am besten und nachhaltigsten entfernen. Dazu ist natürlich physischer Aufwand nötig. Mechanische Entfernungsmaßnahmen können folgende sein:

Gezieltes, einzelnes Aus- und Abstechen

Wenn sich Kleenester noch relativ einzeln stehend im Rasen angesiedelt haben, ist diese Methode am effektivsten, wenn auch etwas mühsam. Bewaffnen Sie sich mit einem Spaten und ziehen gegen die Kleenester ins Feld. Die Klee-Inseln stechen Sie rundum ein und tragen sie flach ab. Tief graben müssen Sie wegen des flachen Wurzelwerks glücklicherweise nicht. Die Klee-Soden können auf dem Kompost entsorgt werden. Das Abstechen führen Sie am besten im Herbst durch, wenn der Klee aus der Haupt-Vegetationsphase heraus, der Boden aber noch nicht kalt ist.

Die entstandenen Löcher sollten am besten mit Muttererde aufgefüllt werden. Dann können Sie Grassamen einstreuen. Bedecken Sie diese mit Humuserde, halten sie feucht und düngen, sobald sich Keimlinge zeigen.

Rasen vertikutieren

Den ganzen Rasen oder die kleereichen Stellen zu vertikutieren, ist dann sinnvoll, wenn sich der Klee im Rasen schon stark zu einem mehr oder weniger geschlossenen Teppich ausgebreitet hat. Wer schon einmal mit einem Hand-Vertikutierer seinen Rasen bearbeitet hat, kann sich sicher noch allzu gut an seine Schweißtropfen und schmerzenden Glieder erinnern. Wer sich etwas schonen möchte, kann aber auch auf eine elektrische Vertikutier-Maschine zurückgreifen.

Wichtig beim Vertikutieren der Kleeinseln ist es, Bahnen kreuzweise abzufahren. So werden die meisten Kleepflanzen herausgezogen.

Auch nach dem Vertikutieren muss der Rasen grasfördernd gepflegt werden. Im Grunde gehen Sie dabei genauso vor wie bei den Ausstechlöchern.

Exkurs

Warum wächst Klee im Rasen?

Die Hauptursache für Klee im Rasen ist eine Mangelerscheinung. Wenn es dem Rasen an Nährstoffen fehlt, wird er schwach und macht Platz für Moos und Klee. Häufig fehlt es dem Rasen an Stickstoff; da Klee selbst Stickstoff bildet, macht der Mangel ihm nichts aus. Auf nährstoffarmem Boden wachsen vor allem Hornklee und Weißklee. Häufig ist Klee aber auch ein Hinweis auf einen zu sauren Boden. Vor allem Sauerklee wächst bei einem niedrigen pH-Wert des Bodens.

Kalk gegen Klee im Rasen

Klee im Rasen kann ein Hinweis auf einen sauren Boden sein. In diesem Fall hilft Kalk bestens, denn Kalk hebt den pH-Wert und nimmt dem säureliebenden Klee somit die Grundlage. Allerdings hilft Kalk nur gegen Weiß- und Sauerklee – andere Kleearten wie etwa der Hornklee sind hingegen kalkliebend und gedeihen somit mithilfe von Kalk noch besser. Um zu entscheiden, ob die Anwendung von Kalk sinnvoll ist oder nicht, sollten Sie also zunächst untersuchen, welche Kleesorte bei Ihnen im Rasen wächst. Weiter unten im Text stellen wir Ihnen die häufigsten Arten vor.

Klee im Rasen mit Folie abdecken

Sie können, wenn Sie einigermaßen klar abgegrenzte Klee-Inseln im Rasen haben, die Stellen auch unter Folie eingehen lassen. Dadurch ersparen Sie sich schweißtreibendes Vertikutieren und Abstechen, müssen andererseits aber auch mehr Geduld mitbringen. Unter einer schwarzen Mulchfolie, die an den Rändern mit Steinen beschwert wird, kann Klee nach etwa 2 Monaten durch den Lichtmangel und möglicherweise Verbrennung eingehen. Wenn es soweit ist, entfernen Sie die Folie und die Wurzelreste, lockern den Boden und säen frische Grassamen ein.

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Folie tötet Unkraut aller Art und beugt gezielt vor

Düngemaßnahmen

Nachdem der Klee auf die ein oder andere Weise entfernt worden ist, muss der Rasen gestärkt werden. So beugen Sie auch der Neubildung von Klee vor.

Mineralisch-organische Dünger

Was Gräser brauchen, ist vor allem das Trio der Makro-Pflanzennährsoffe: Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese finden sich in allen “NKP”-Universaldüngern. Wer aber keine rein mineralischen Dünger wie Blaukorn benutzen möchte, sondern aus Rücksicht auf das Grundwasser schonendere Methode vorzieht, kann auch auf mineralisch-organische Langzeitdünger zurückgreifen. Hochwertige Zusammensetzungen und gute Erfahrungswerte haben etwa Präparate von Wolf, Cuxin oder Compo.

Exkurs

Eisendünger gegen Klee?

Manch ein Gartenbesitzer ist geneigt, einen schwachen, gelblichen Rasen mit Eisendünger auf Trab zu bringen. An sich erst einmal eine logische Überlegung, denn Eisen brauchen Pflanzen für den Nährstofftransport und vor allem für die Bildung von Chlorophyll, dem Stoff, der für sattes Blattgrün sorgt. Außerdem wird Eisendünger vielfach gegen Moos empfohlen, weil Moose gegen Eisen empfindlich sind. Klee hingegen nicht, trotzdem könnte zur Rasenstärkung nach einer großflächigen Klee-Entfernungsmaßnahme überlegenswert sein:

Dazu ist aber zu klären, ob der Rasen wirklich an Eisenmangel leidet oder nur aufgrund der Schwächung durch den Klee so schwächlich und wenig grün aussieht.

Wenn Sie wissen oder per professioneller Bodenanalyse erfahren, dass Sie einen sauren Boden haben und den Rasen häufig mit kalkigem Leitungswasser besprengen, kann es zu einem Eisenmangel kommen. Denn die im Boden befindlichen Eisenmoleküle werden dann durch die Anhebung des ph-Werts an Bodenteilchen gebunden und sind für Pflanzen nicht mehr verfügbar.

Ist der Boden generell kalkhaltig, kann Eisendünger hingegen überhaupt nichts auswirken. Denn hier verhindert der hohe ph-Wert generell die Aufnahmekapazität der Pflanzen von Eisen. In diesem Fall ist eine Bodenaufwertung mit Humus am besten.

Einige Eisendünger-Präparate enthalten übrigens das giftige Eisen-II-Sulfat, weswegen Sie beim Ausbringen Schutzkleidung tragen und nach der Maßnahme einige Tage keine Kinder und Haustiere auf den Rasen lassen sollten.

Biologische Dünger

Natürlich können Sie bei der Rasenstärkung auch vollständig ökologisch vorgehen. Wirksame, rein biologische Dünger für den Rasen sind vor allem:

  • Guter, reifer Kompost
  • Pferde- oder Rinderdung
  • Hornspäne und Hornmehl
  • Pflanzenjauche

Diese natürlichen Nährstofflieferanten sind idealerweise je nach Jahreszeit und Bodenbeschaffenheit auszuwählen. Denn ihre Zusammensetzung ist natürlich nicht auf das Milligramm genau abgewogen. So enthält Pferdedung im Vergleich zu Rinderdung mehr Kalium, Rinderdung mehr Stickstoff. Pferdedung birgt aufgrund der recht unverdauten Beschaffenheit außerdem das Risiko, Samen zu enthalten, die wiederum Unkraut sprießen lassen.

Hornspäne und Hornmehl enthalten von den Makro-Nährstoffen nur Stickstoff, sind also besonders dann anzuraten, wenn der Rasen sattes Wachstum nötig hat. Und das hat er allemal, wenn er lange von Klee bedrängt und ausgedünnt worden ist. Nach dem Entfernen von Klee im Rasen lohnt sich also eine Gabe dieses Langzeitdüngers, der aus den Hufen und Hörnen von Schlachtvieh gewonnen und im Fachhandel erwerbbar ist.

Beinwell- oder Brennnesseljauche liefern vor allem Kalium und sind allgemein als Herbstkur vor dem Winter zu empfehlen. Weil es sowieso günstig ist, Klee im Rasen im Herbst zu entfernen, ist diese Düngemaßnahme auch dann zu empfehlen.

Kompost gilt als bester organischer Universaldünger überhaupt – die Nährstoffzusammensetzung schwankt allerdings natürlich stark, denn jeder Komposthaufen ist mit den zugefügten Pflanzen- und gegebenenfalls Küchenabfällen ein Individuum. Schaden kann eine Kompostdüngung dem Rasen allerdings nicht und auch Gestank muss hier nicht in Kauf genommen werden.

Rasen Kompost düngen

Kompost stärkt den Rasen und hilft so auch im Kampf gegen Klee

Tipps

Zur Rasenstärkung unmittelbar nach der Klee-Entfernung ungeeignet, aber auf lange Sicht sinnvoll ist die Kräftigung und Homogenisierung des Rasens durch Grasschnittmulch. Mähen Sie dazu den Rasen ziemlich häufig, also in der warmen Saison etwa einmal pro Woche mit dem Handmäher, einem Elektromäher ohne Korb oder einem Mäh-Roboter und lassen das Schnittgut liegen. Die kurzen Halmabschnitte zwischen den Graspflanzen decken die Grasnarbe ab, zersetzen sich langsam und geben dadurch die verlorenen Nährstoffe an den Rasen zurück. Gleichzeitig sparen Sie sich aufwändiges und teilweise kostenpflichtiges Entsorgen von Rasenschnitt.

Vorbeugung

Das letzte Glied in der Kette einer wirksamen, langfristigen Bekämpfung von Klee im Rasen ist die Vorbeugung. Vorbeugende Maßnahmen beziehen sich hier einerseits auf die Pflege des Rasens nach einer umfassenden Klee-Entfernung – denn nach der Klee-Bekämpfung ist vor der Klee-Bekämpfung – und andererseits auf neu anzulegende Gärten.

In hochwertiges Rasensaatgut investieren

In beiden Fällen, also sowohl beim Anlegen eines neuen Gartens, als auch bei der Auffüllung von Kleeentfernungslöchern, ist die beste aller Vorbeugungsmaßnahmen erst einmal die Auswahl des Rasen-Saatguts.

Wählen Sie möglichst keine Billigware, denn hierin sind hauptsächlich Samen von günstigen Futtergräser enthalten, die nur schnell viel Grünmasse, aber keine solide Grasnarbe bilden. Saatmischungen mit hochwertigen Gräsersorten hingegen bilden dichtere Wurzelteppiche aus, die auf lange Sicht viel widerstandsfähiger gegen durchkommende Unkräuter und Moos sind. Es lohnt sich also, hier zu Beginn etwas mehr Geld zu investieren, um später jahrelang weniger Ärger zu haben. Empfehlenswerte Hersteller sind etwa Compo oder Wolf.

Regelmäßige, sorgfältige Pflege

Andererseits ist natürlich eine allgemeine, sorgfältige Pflege des Rasens vorbeugend gegen Kleewuchs wirksam. Seien Sie stets aufmerksam und eliminieren hervorkommendes Unkraut möglichst frühzeitig, wenn es noch nicht zu einem zähen Teppich ausgeweitet ist. Auch Klee können Sie in jungem Zustand auch noch einfach auszupfen. Regelmäßige, jahreszeitengerechte Düngung fördert außerdem den Rasen zuungunsten von Klee und anderem Unkraut. Generell empfiehlt sich im Frühjahr eine Langzeitdüngergabe und im Herbst eine zusätzliche Kaliumgabe z.B. in Form von Pflanzenjauche. Genauere Ausführungen zum Thema Rasendüngung finden Sie hier.

Kleearten im Überblick

Die Pflanzengattung Klee gehört zu der Familie der Hülsenfrüchtler und umfasst insgesamt 245 Arten. Davon sind aber natürlich längst nicht alle für unsere hiesige Gartenkultur relevant. Deshalb hier ein kleiner Überblick über die Arten, die bei uns gern im Rasen wachsen:

ArtWeißkleeHofpenkleeWiesenkleeFaden-KleeBraun-Klee
AlternativnamenWeißer KleeGelb-Klee, Zetterklee oder Hopfen-LuzerneRot-Kle, Roter KleeKleiner KleeAlterAlpen-Braun-Klee oder einfach Brauner Klee
BlütenWeiße Kugelblüten von 1,5 bis 2,4 cm DurchmesserGelbe, kleine, kugelige TraubenblütenständeGroße, rote KugelblütenGelbe, seitenständige, kugelige bis halbkugelige TraubenblütenständeGelbe, beim Verwelken braune Kugelblütenstände
BlätterDreiteilig gefingerte Spreite, Rand fein gesägt, tiefgrün mit hellgrün-gelblichem BogenmusterDreiteilig gefiedert, homogen mittelgrün, Seitenblätter lanzettlich-spitzDreiteilig gefingtert, Einzelblätter 18-60 mm lang, dunkelgrün mit hellem Bogenmuster, eiförmig-lanzettliche NebenblätterDreiteilig gefiedert, Einzelblätter verkehrt eiförmig, Oberseite deutlich geädert, helleres GrünDreiteilig gefiedert, Einzelblätter groß (bis zu 2 cm lang)
Wuchshöhe5 bis 20 cm10 bis 50 cm15 bis 80 cm20 bis 40 cm10 bis 20 cm

Eine Art, die auch oft im Gartenrasen vorkommt und oft fälschlicherweise für eine Art der Klee-Gattung gehalten wird, ist Sauerklee. Sauerklee-Arten bilden allerdings eine eigene Gattung und sogar eine eigene Familie. Typische Merkmale von Sauerklee im Rasen sind dunkle, braunrötliche Blätter und zarte, fünfzählige, meist purpurfarbene Tellerblütchen.

Exkurs

Klee als Zeigerpflanze und Kombination mit anderen Unkräutern

Wer seinen Rasen kleefrei halten will, hat meist auch mit anderen unerwünschten Pflanzen zu kämpfen: Klee plus Löwenzahn, Klee plus Gänseblümchen und Klee plus Moos sind nur allzu vertraute Kombis. Um Klee plus Unkraut effektiv auszumerzen, ist es auch sinnvoll zu wissen, inwiefern manche Kleearten als Zeigerpflanzen fungieren. Bestimmt Kleearten geben durchaus Aufschluss über den ph-Wert des Bodens. Vor allem Sauerklee deutet etwa auf Kalkarmut im Boden hin. Nicht zuletzt deswegen ist es bei der Kleebekämpfung empfehlenswert, Gartenkalk auszustreuen.

Glück und Pech von Klee im Rasen

Das mit dem Klee ist so eine Sache: denjenigen, die sich einen homogenen Rasen zum ungestörten Barfußlaufen wünschen, ist er ein Dorn im Auge. Anderen wiederum ist Klee auch willkommen. Die Pflanzen haben schließlich auch einige Vorteile. Hier ein kleiner Überblick über die negativen, aber auch die positiven Seiten des Glückskrauts:

Nachteile

  • Golfrasen-Killer: Klee durchbricht mit seinem dichten, teppichartigen Wurzelwerk die Grasnarbe. Nicht nur, dass die Klee-Inseln das Rasenbild optisch stören können – sie verdrängen auf Dauer auch die Graspflanzen, indem sie ihnen mit Wurzeln und Blattwerk Licht und Luft nehmen.
  • Barfußlaufen adé: Dass man auf einem mit Klee durchsetzten Rasen gar nicht mehr barfuß laufen kann, ist natürlich nicht gesagt. Bei zu viel Klee muss man im Sommer zur Blütezeit allerdings sehr aufpassen. Denn die Kleeblüten ziehen Hummeln und Bienen stark an, sodass es beim ausgelassenen, barfüßigen Herumtoben im Garten zu schmerzhaften Stichen in den Füßen kommen kann. Gerade sorglose Kinder sind hier besonders gefährdet.
  • Effektive Überlebensstrategien: Leider ist Klee ziemlich clever im Überleben. So ist er etwa so gut wie resistent gegen Schnittmaßnahmen – ständiges Rasenmähen kann ihm gar nichts anhaben. Denn er duckt sich eng an den Boden zwischen den Gräsern, sodass die Messer von Elekrtomäher, Mäh-Roboter und Co. ihn gar nicht erfassen können. Gleichzeitig hat er durch kurze, seitliche Wurzelausläufer ein effektives Verbreitungssystem und düngt sich durch eine Symbiose mit Knöllchenbakterien quasi selbst.

Vorteile

  • Wertvolle Nahrungspflanze: Als Futterpflanze in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist Klee allseits bekannt. Durch seinen hohen Eiweißgehalt ist er für viele Vieharten äußerst nahrhaft. Aber nicht nur für Tiere, sondern auch für uns Menschen ist Klee essbar und auch sehr gesund: Roter Wiesenklee etwa enthält sekundäre Pflanzenstoffe wie Isoflavone, außerdem ätherische Öle, Gerbstoff und Proteine. Seine jungen Blätter und dekorativen Blüten können roh in Wildsalaten verzehrt werden, In der Hausapotheke hilft Wiesenklee bei Wechseljahrbeschwerden, bei der Blutreinigung oder bei Rheuma.
  • Bienenweide: Dass Kleeblüten Bienen und Hummeln anziehen, ist zwar fürs Barfußlaufen schlecht, für die Biodiversität und Förderung der Blütenbestäubung im Garten aber gut. Wer die nützlichen Summinsekten im Garten fördern will, sollte vielleicht zumindest im Bienenweiden-Beet dem Klee nicht den Kampf ansagen.
  • Gründünung: Wegen seiner Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden, ist Klee auch eine hervorragende Gründung-Pflanze. Wer ein wenig Gemüseanbau in seinem Garten betreibt, kann bei der Zwischenfrucht seiner Anbauflächen auf Klee setzen. Auch in dieser Hinsicht ist der Rote Wiesenklee der beste Kandidat.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Klee-Entfernung notwendig?

Wer auf lange Sicht einen Rasen behalten möchte, der hauptsächlich aus Graspflanzen besteht, ist die Entfernung von Klee durchaus notwendig. Denn wenn ein Rasen sich selbst überlassen wird, nehmen Klee und andere Unkräuter auf Dauer Überhand. Klee dünnt durch sein dichtes, Ausläufer bildendes Wurzelwerk die Grasnarbe aus und nimmt den Graspflanzen durch sein Laub Licht weg. Außerdem kann Klee Stickstoff aus der Luft bilden und düngt sich dadurch quasi selber. Dem hat das Gras keine Kraft entgegenzusetzen, wenn es nicht gesondert gedüngt wird.

Ein frühzeitiges und kontinuierliches Vorgehen gegen den Klee im Rasen ist dabei das A und O. Wenn der Klee im Rasen sich über Jahre etabliert hat, ist die Entfernung zum einen deutlich mühseliger und zum anderen der Rasen sehr geschwächt. Sie müssen dann nicht nur mit mehr Aufwand bei der Entfernung rechnen, sondern auch mehr Zeit, Geld und Mühe in den Wiederaufbau des Rasens investieren.

Wie lässt sich Klee im Rasen biologisch entfernen?

Klee im Rasen ohne Gift wie chemische Pflanzenschutzmittel oder Herbizide einzudämmen, ist nur empfehlenswert. Erstens ist vom Einsatz chemischer Mittel im Garten um des biologischen Gleichgewichts sowieso abzuraten, zweitens wirken Herbizide nicht besonders gut gegen Klee. Biologisch kann man dem Klee am besten mechanisch zu Leibe rücken, indem man ihn absticht, die Stellen vertikutiert oder ihn unter Mulchfolie eingehen lässt. Eine anschließende Stärkung des Rasens durch biologischen Dünger wie Kompost, stickstoff- und kaliumhaltige Beinwell- oder Brennnesseljauche, Pferdedung oder Hornmehl vervollständigt die Maßnahme.

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Brennnesseljauche ist ein hervorragender Dünger

Eignen sich Unkrautvernichter für die Klee-Bekämpfung?

Herkömmliche Herbizide sind für die Klee-Bekämpfung eher nicht zu empfehlen. Es gibt zwar speziell auf Rasen ausgerichtete Herbizide, die Unkräuter angreifen, Gräser aber unbeschadet lassen. Allerdings können sie das Klee-Problem im wahrsten Sinne des Wortes nicht bei der Wurzel packen, wenn nicht die Ursachen ausgeschaltet werden, also der Boden nicht grasfreundlicher bearbeitet wird. Wenn der Rasen parallel gut gedüngt wird, am besten in Abstimmung mit der individuellen Bodenbeschaffenheit vor Ort (Bodenanalyse ist ratsam), können Rasenherbizide eingesetzt werden.

Gibt es Hausmittel gegen Klee im Rasen?

Gefühlt ist ja gegen fast alle Alltagsproblemchen ein Kraut – ähm, ein Hausmittel gewachsen. Und in Zeiten des Internets werden solche auch fleißig propagiert und verbreitet, sodass man den Überblick über Hilfreiches und Gerüchte verlieren kann. Gegen Klee und andere Unkräuter wird zuweilen empfohlen, kochendes Wasser, Essig oder Salz auszubringen. Kochendes Wasser ist hier vielleicht noch die empfehlenswerteste Methode, denn zumindest greift sie nicht in den stofflichen Haushalt des Bodens ein. Die Wirkung ist äußerst begrenzt, wirklich beeinträchtigt wird Weiß-Klee dadurch nicht.

Essig oder gar Salz in den Boden zu bringen, sollten Sie tunlichst unterlassen. Gerade regelmäßige Anwendungen können das Bodenleben empfindlich schädigen. Salz entzieht den Pflanzen durch Osmose Wasser und lässt sie auf Dauer eingehen. Auch wenn das beim Klee gewünscht ist – es braucht eine so hohe Dosis Salz, dass auch die umliegenden Pflanzen austrocknen.

Bei Essig sieht das ähnlich aus. Um wirklich eine Wirkung zu erzielen, muss mehrmals eine konzentrierte Essigsäurelösung ausgebracht werden. Dadurch übersäuert der Boden auf Dauer, wodurch Pflanzen und Mikroorganismen geschädigt werden.

Bei all diesen Hausmitteln gilt außerdem: Sie sind nicht als Pflanzenschutzmittel zugelassen und dürfen eigentlich nicht ausgebracht werden. Es hat sogar schon Gerichtsverhandlungen wegen der Nutzung von Essig- und Salzlösungen gegen Unkraut gegeben.

Text: Caroline Strauss
Artikelbilder: Eag1eEyes/Shutterstock, waldenstroem/Shutterstock

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