Sauerklee: Bekämpfen will gelernt sein

Grüne Blätter, die an vierblättrige Kleeblätter erinnern, weiße bis rosafarbene Blüten im April... Hierbei könnte es sich um den Sauerklee handeln. Ob auf Rasenflächen im Garten, auf Weiden oder anderswo - von vielen Gärtnern wird er nicht gern gesehen, sondern als lästiges Unkraut betrachtet.

Sauerklee vernichten
Sauerklee sollte möglichst nicht mit Chemie bekämpft werden, um anderen Lebewesen nicht zu schaden
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Wurfgeschosse mit Vermehrungsdrang

Der Sauerklee verfügt über zwei raffinierte Überlebensstrategien. Zum einen verbreitet er sich in Windeseile mithilfe seiner Samen. Dazu ist Ihre Hilfe nicht erforderlich. Der Sauerklee bewerkstelligt das von allein.

Sobald seine Früchte nach der Reife eintrocknen, öffnen sich explosionsartig die Fruchtkammern und schießen die enthaltenen Samen hinaus. Bis zu 250 cm weit können die Samen dabei fliegen. Auf einem feuchten Boden säen sie sich selbst aus und spätestens im nächsten Frühling entstehen neue Pflänzchen.

Ein hartnäckiges Wurzelunkraut

Neben seinen Samen gelten seine Wurzeln als Geheimwaffe im Kampf ums Überleben. Mithilfe von Wurzelausläufern werden aus einer Sauerkleepflanze zwei, drei, vier, … Auch wenn die Pflanze mitsamt einigen Wurzelteilen herausgerissen wird, überleben dies die Ausläufer. Sie sind hartnäckig und schwierig zu entfernen.

Bekämpfungsmittel Nr. 1: Jäten

Bevor Sie zu harten Sachen wie Chemiekeulen greifen, sollten Sie es mit der mechanischen Bekämpfung versuchen. Der Sauerklee wird gejätet. Diese Methode erfordert Geduld und sollte frühzeitig im Jahresverlauf – idealerweise zwischen März und April – in Angriff genommen werden.

Bevor die Blüten und die Samen eine Chance zum Entstehen haben, sollten die sichtbar werdenden Blätter des Sauerklees gejätet werden. Seien Sie rigoros! Es müssen alle Wurzeln entfernt werden und zwar restlos! Wurzelreste wachsen wieder nach. Zugegeben: Es ist schwer, die Wurzeln vollständig zu erfassen und zu beseitigen. Doch wenn es gelingt, haben Sie erst einmal Ruhe.

Bekämpfungsmittel Nr. 2: Unkrautvernichter

Wenn das mechanische Bekämpfen ohne Erfolgsaussichten bleibt, ziehen die meisten Gärtner Unkrautvernichter heran. Bedenken Sie, dass Sie mit solcher Chemie die Umwelt belasten und bei falscher Anwendung auch Kulturpflanzen vernichten. Wenden Sie solche Mittel immer nur punktuell und wohldosiert an!

Weitere Mittel zum Vernichten

Weiterhin kann Sauerklee, der im Rasen wuchert, mit Bodenfolie umspannt werden. Er stirbt ab, während sich das Gras wieder erholt, nachdem die Folie entfernt wurde. Außerdem kann es helfen, den Rasenteil, wo Sauerklee wächst, auszustechen. An dieser Stelle wird nun Fertigrasen gepflanzt. Nicht zuletzt kann dem Sauerklee kurzzeitig Einhalt geboten werden, wenn der Rasen zweimal pro Woche gemäht wird.

Das Ausufern von Sauerklee vorbeugen

Vorbeugung kann folgendermaßen aussehen:

  • Rasen regelmäßig vertikutieren
  • Boden kalken (Sauerklee mag keinen Kalk)
  • Boden mit Rindenmulch abdecken
  • Rasen ausreichend und regelmäßig düngen
  • andere kräftige Pflanzen säen, die sich gegenüber dem Sauerklee durchsetzen

Tipps

Egal für welche Bekämpfungsmethode(n) Sie sich entscheiden. Denken Sie daran: Der Sauerklee ist in großen Mengen giftig und stellt auch für Tiere eine Gefahr dar.

Text: Anika Gütt

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