Fingeraralie pflanzen und pflegen

Lesen Sie hier einen kommentierten Fingeraralie-Steckbrief mit wissenswerten Hinweisen zu Wachstum, Blattschmuck, Winterhärte und Giftigkeit. Nützliche Tipps rund um die richtige Vermehrung, Pflanzung und Fingeraralie-Pflege.

fingeraralie
Die Fingeraralie ist eine hübsche Zierpflanze mit filigranen Blättern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Schefflera elegantissima
  • Synonym: Dizygotheca elegantissima
  • Familie: Araliengewächse (Araliaceae)
  • Herkunft: Neukaledonien, Australien
  • Wuchstyp: immergrüner Strauch
  • Wuchshöhe: 60 cm bis 180 cm
  • Blatt: immergrün, lanzettlich
  • Blüte: Rispe
  • Frucht: Beere
  • Giftigkeit: giftig
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Verwendung: Innenraumbegrünung, Blattschmuckpflanze

Wachstum

Die Fingeraralie ist eine schlank-elegante Blattschmuckpflanze aus der tropischen Familie der Araliengewächse (Araliaceae). Ihre botanische Zuordnung wird unter Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Aus diesem Grund ist das grazile Laubgehölz aus Neukaledonien (Australien) unter mehreren lateinischen Namen bekannt: Schefflera elegantissima, Dizygotheca elegantissima oder seltener Aralia elegantissima und Pleranda elegantissima. Zimmergärtner schätzen ihre fedrig-anmutige Leichtigkeit, die sich in diesen Eigenschaften des Wachstums manifestiert:

  • Wuchstyp: verholzende, immergrüne Pflanze als Strauch oder kleinen Baum.
  • Wuchsform: einstämmig, aufrecht, wenig verzweigt mit langen, schmalen Blättern.
  • Wuchshöhe als Zimmerpflanze: 60 cm bis 100 cm, selten bis 180 cm.
  • Wuchsbreite als Zimmerpflanze: 20 cm bis 40 cm, selten bis 60 cm.
  • Wuchshöhe am tropischen Naturstandort: 100 cm bis 400 cm.
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: pflegeleicht, wärmebedürftig, langsam wachsend, schnittverträglich, giftig, ganzjährig dekorativ, langlebig.

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Blatt

Schönster Schmuck einer Fingeraralie ist ein filigranes Laubgewand mit diesen Blatt-Eigenschaften:

  • Blattform: gestielt, fingerartig geteilt mit 6 bis 11 lanzettlich-schmalen Einzelfiedern.
  • Einzelfieder: 7 cm bis 11 cm lang, 1 cm bis 1,5 cm breit.
  • Blattrand: gewellt, gesägt oder gezähnt.
  • Blattfarbe: anfänglich kupferrot, später olivgrün, dunkelgrün bis blauschwarz.
  • Anordnung: wechselständig

Filigranes Schmuckstück für Wohnzimmer und Büro

Blüte

Als Zimmerpflanze hält die Fingeraralie ihre Blüten in der Regel unter Verschluss. Blühende Schefflera elegantissima sind mitunter in botanischen Gärten zu bewundern, weil dort ganzjährig tropisch-luftfeuchte Idealbedingungen herrschen.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile einer Fingeraralie sind giftig für Mensch und Tier. Absichtlicher oder unabsichtlicher Verzehr verursacht Vergiftungssymptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenkrämpfe. Hautkontakt mit dem toxischen Pflanzensaft kann quälende, allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder sowie Haustiere aller Art, wie Vögel, Katzen, Hunde, Hamster und Kaninchen.

Winterhärte

Die Kategorisierung als nicht winterhart oder frostempfindlich wird dem hohen Wärmebedürfnis einer Fingeraralie nicht gerecht. Tatsächlich liegt das Temperaturminimum ganzjährig bei 18° Celsius. Im Unterschied zu den meisten tropischen und subtropischen Zierpflanzen eignet sich eine Dizygotheca elegantissima primär als Zimmerpflanze und nur in Ausnahmefällen für den sommerlichen Topfgarten auf Balkon oder Terrasse.

Fingeraralie pflanzen

Pflanzfertige Fingeraralien können Sie im lokalen Fachhandel und in Online-Shops kaufen ab 4,99 Euro für eine 50 cm große Pflanze. Repräsentative Exemplare ab 100 cm Wuchshöhe schlagen mit 24,99 Euro zu Buche. Günstiger gelingt die Pflanzung nach einer Vermehrung durch Stecklinge. So vermehren und pflanzen Sie eine Dizygotheca elegantissima richtig:

Vermehrung

Gleich mehrere Hürden machen eine Vermehrung durch Aussaat zu einem schwierigen Unterfangen. Als Zimmerpflanze blüht und fruchtet die Fingeraralie äußerst selten. Geeignetes Saatgut muss importiert werden. Anspruchsvolle Rahmenbedingungen für die Keimung münden in einer hohen Ausfallquote. Aus diesem Grunde vermehren Zimmergärtner die Blattschmuckpflanze durch Stecklinge. So geht es:

  1. Bester Zeitpunkt ist im Frühsommer.
  2. Handschuhe anziehen.
  3. Kopf-Stecklinge schneiden mit einer Länge von 8 cm bis 10 cm.
  4. Die unteren Blätter entfernen, die oberen Blätter halbieren.
  5. Schnittstelle in Bewurzelungspulver tunken, beispielsweise Neudorff Wurzelaktivator.
  6. Jeden Steckling zu zwei Drittel in einen Topf mit feuchter Anzuchterde stecken und besprühen.
  7. Im beheizbaren Zimmergewächshaus bei 22° bis 28° Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit konstant leicht feucht halten.

Die Stecklingsvermehrung verläuft erfolgreich, wenn ein frischer Austrieb erscheint. Hat ein Steckling seinen Anzuchttopf vollständig durchwurzelt, können Sie ihn umtopfen und als adulte Fingeraralie pflegen.

Pflanz-Tipps

Eine pflanzfertig gekaufte oder Stecklings-vermehrte Fingeraralie sollte nicht im Anzucht- oder Kaufcontainer verweilen. Gut geeignet für ein dekoratives Erscheinungsbild sind elegante Keramiktöpfe oder schicke Kübel aus recyclebarem Kunststoff mit Bodenöffnungen als Wasserablauf. Lesen Sie hier die besten Pflanz-Tipps für Dizygotheca elegantissima alias Schefflera elegantissima:

  • Richtiger Topfdurchmesser: zwischen Wurzelballen und Topfrand passen in zwei Finger.
  • Optimale Topfhöhe: mindestens 10 cm höher, als der Wurzelballen für Drainage und Gießrand.
  • Drainage: auf den Topfboden kommt eine 5 cm hohe Schicht aus Blähton zum Schutz vor Staunässe.
  • Substrat: hochwertige, torffreie Kübelpflanzenerde, angereichert mit Kokoserde als Torfersatz und Lavagranulat.(14,00€ bei Amazon*)
  • pH-Wert: 5,5 bis 6,0.
  • Vorbereitung: Wurzeln vor der Pflanzung in Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser stellen.

Bedecken Sie auch den Boden des Untersetzers mit Blähton,(19,00€ bei Amazon*) Lavagranulat oder Splitt.(14,00€ bei Amazon*) Auf diese Weise kann angesammeltes, überschüssiges Gießwasser keine Staunässe verursachen. Stattdessen verdunstet das Wasser und sorgt lokal für eine leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit, was dem tropischen Gehölz sehr behagt.

Standort

Am richtigen Standort setzt sich die Fingeraralie ganzjährig dekorativ in Szene:

  • Helle bis halbschattige Lage ohne pralle Mittagssonne oder kalte Zugluft.
  • Luftfeucht und warm bei Temperaturen von mindestens 18° Celsius, im Sommer gerne bis 25° Celsius.

Gut aufgehoben sind Fingeraralien im Halbschatten am West- und Ostfenster mit ein wenig Sonnenschein während der Morgen- oder frühen Abendstunden.

Exkurs

Pflanzenarrangement mit Fingeraralie – Tipps

Anmutige Fingeraralien sind die geborenen Team-Player für üppige Pflanzenarrangements. Mit den richtigen Kombi-Partnern gestalten Sie im urigen Weidenkorb oder der eleganten Keramikschale ein lebendiges Spiel aus Blattformen, Farbkontrasten und Wuchshöhen. Hierzu zählen: Kroton (Codiaeum variegatum), Kolbenfaden (Aglaonema) und Blattbegonie (Begonia rex). Farbe ins Spiel kommt mit Becherprimeln (Primula obconica) und Usambaraveilchen (Saintpaulia Ionanth).

Fingeraralie pflegen

Am richtigen Standort ist eine Fingeraralie pflegeleicht. Wichtigster Pflegeaspekt ist ein hoher Wasserbedarf, gefolgt vom saisonalen Düngen und gelegentlichen Umtopfen. Ein Standortwechsel für die Überwinterung erübrigt sich ebenso, wie eine regelmäßige Schnittpflege. Lesen Sie hier die besten Pflege-Tipps:

Gießen

  • Fingeraralie zeitnah gießen, sobald sich die Substratoberfläche trocken anfühlt (Fingerprobe).
  • Als Gießwasser gesammeltes, gefiltertes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser verwenden.
  • In regelmäßigen Abständen die Blätter besprühen im kalkfreiem, zimmerwarmem Wasser.
  • Idealerweise einen Luftbefeuchter in Pflanzennähe aufstellen.

Düngen

  • Fingeraralie von März bis August düngen.
  • Alle zwei Wochen einen flüssigen Grünpflanzendünger ins Gießwasser geben.
  • Wichtig: vorher und nachher gießen mit klarem Wasser zum Schutz der Wurzeln vor Salzschäden.

Schneiden

  • Vor Schnitt-Maßnahmen bitte Handschuhe anlegen.
  • Regelmäßige Schnittpflege ist nicht erforderlich.
  • Abgestorbene Blätter mitsamt Blattstiel abschneiden.
  • Rückschnitt ungünstiger, überlanger Triebe ist ganzjährig möglich.

Überwintern

  • Dizygotheca elegantissima am gewohnten Standort überwintern.
  • Sparsamer gießen (Feuchtigkeitsmesser ins Substrat stecken).
  • Von September bis Anfang März nicht düngen.
  • Wichtig: vor kalter Zugluft schützen, bei trockener Heizungsluft regelmäßig besprühen mit kalkfreiem Wasser.

Umtopfen

  • Fingeraralie alle zwei bis drei Jahre umtopfen.
  • Bester Zeitpunkt ist am Ende der Ruheperiode Anfang März.
  • Ausgedientes Substrat abspülen, abgestorbene Wurzeln abschneiden.
  • Frisch umgetopfte Pflanze für sechs bis acht Wochen nicht düngen.

Krankheiten und Schädlinge

Fingeraralien sind anfällig für Schildläuse, Spinnmilben und Blattläuse, die mit Hausmitteln wirksam zu bekämpfen sind. Pflegefehler ahndet eine Dizygotheca elegantissima mit Abwurf der Blätter. Folgende Tabelle informiert Sie über häufige Schadbilder, gibt Hinweise zu typischen Ursachen und gibt Tipps zu effektiven Gegenmaßnahmen:

Schadbild Ursache Gegenmaßnahme
Braune, gewölbte Blattflecken Schildläuse abwischen mit Alkohol-befeuchtetem Lappen
Weiße Gespinste Spinnmilben abduschen (Topfballen in Plastiktüte packen)
Schwarze, grüne Schädlinge Blattläuse bekämpfen mit Seifen-Spiritus-Lösung
Blattabwurf Kälte, Zugluft Mindesttemperatur 18° Celsius beachten
Blattabwurf Trockenstress Wurzelballen tauchen, häufiger gießen
Schlaffe, weiche Blätter Staunässe umtopfen, sparsamer gießen
Gelbe Blattflecken Sonnenbrand vor praller Mittagssonne schützen

Beliebte Sorten

Diese schönen Fingeraralien-Sorten bewerben sich um einen Platz auf Ihrer Fensterbank:

  • Castor: kompakte Fingeraralie mit dunkelgrünen, lanzettlichen Blättern, Wuchshöhe bis 60 cm, Wuchsbreite bis 40 cm.
  • Gracillina: Fingeraralie mit hauchzarten Fiederblättern und cremeweißer Mittelrippe, Wuchshöhe bis 60 cm. Wuchsbreite bis 40 cm.
  • Neukaledonische Aralie (Schefflera veitchii syn. Dizyogotheca veitchii): kreisförmig am Blattstiel angeordnetes, filigranes Schmucklaub, dunkelgrün mit weißer Mittelrippe,
  • Gemini: Schefflera elegantissima, deren schmale, kupferrote Blätter mit zunehmendem Alter breiter werden.
  • Bianca: seltene Fingeraralien-Sorte mit olivgrünen, cremegelb umrandeten, grob gezähnten Blättern.

FAQ

Ist die Fingeraralie giftig?

Ja, alle Pflanzenteile einer Fingeraralie sind giftig für Menschen und Tiere. Der absichtliche oder unabsichtliche Verzehr größerer Blattmengen verursacht Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen. Im Familienhaushalt mit Haustieren sollte sich die Zimmerpflanze außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren befinden. Weil direkter Hautkontakt mit dem toxischen Pflanzensaft allergische Reaktionen auslösen kann, empfehlen wir für die Fingeraralie-Pflege das Tragen schützender Handschuhe.

Meine Fingeraralie verliert Blätter. Woran liegt das?

Die Fingeraralie verliert Blätter bei ungeeigneten Standortbedingungen oder Pflegefehlern. Häufigste Ursache für Blattabwurf ist kalte Zugluft, beispielsweise durch gekippte Fenster im Winter. Trocknet das Substrat aus, wirft eine Schefflera elegantissima prompt ihre Blätter ab. Kein Grund zur Sorge besteht, wenn vereinzelte Blätter eintrocknen und abfallen. Auch immergrüne Dizygotheca-Blätter haben eine begrenzte Lebenszeit und werden nach einigen Jahren ausgemustert.

Kann man eine Fingeraralie schneiden?

Die Fingeraralie wächst im Unterschied zu anderen Schefflera-Arten langsam. Während die bekannte Strahlenaralie (Schefflera arboricola) mit bis zu 30 Zentimeter Jahreszuwachs prahlt, wächst eine Schefflera elegantissima bescheidende 10 cm im Jahr. Aus diesem Grunde ist ein alljährlicher Rückschnitt nicht erforderlich. Störende, überlange Triebe können Sie bei Bedarf ganzjährig zurückschneiden. Verwenden Sie idealerweise eine desinfizierte Bypass-Schere, deren scharfe Klingen eine glatte Schnittwunde hinterlassen.

Wie kann man eine Fingeraralie vermehren?

Am einfachsten gelingt die Vermehrung durch Kopf-Stecklinge. Bester Zeitpunkt ist im Frühsommer, wenn die Fingeraralie voll im Saft steht. Geeignete Stecklinge sind 8 cm bis 10 cm lang und verfügen über mehrere Blattpaare. Zupfen Sie die unteren Blätter ab. Die oberen Laubblätter werden halbiert, um die Verdunstung zu reduzieren. Dippen Sie die Schnittstelle in Bewurzelungspulver und stecken die Triebspitzen in einen Topf mit Anzuchterde. Im feucht-warmen Mikroklima einer übergestülpten Plastiktüte bewurzeln die Stecklinge besonders schnell.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Khairil Azhar Junos/Shutterstock

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