Primeln

Die Becherprimel pflanzen & pflegen: Tipps & Tricks

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Lesen Sie hier einen kommentierten Becherprimel-Steckbrief mit Erläuterungen zu Blütenpracht, Blatt und Winterhärte. So pflanzen Sie Primula obconica richtig. Lesenswerte Tipps rund um die perfekte Becherprimel-Pflege.

becherprimel
Die Becherprimel stammt ursprünglich aus China
AUF EINEN BLICK
Wie pflege ich eine Becherprimel richtig?
Die Becherprimel (Primula obconica) ist eine mehrjährige, nicht winterharte Zimmerpflanze mit üppigen Blüten in verschiedenen Farben. Sie bevorzugt nährstoffreiche, lockere Blumenerde, konstante Temperaturen um 15° bis 18° C sowie helle bis halbschattige Standorte, ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Primula obconica
  • Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
  • Herkunft: Zentral- und Süd-China
  • Wuchstyp: Staude
  • Wuchshöhe: 10 cm bis 30 cm
  • Blatt: immergrün
  • Blüte: Dolde, fünfzählig
  • Blütezeit: Januar bis Juni
  • Frucht: Kapsel
  • Giftigkeit: giftig
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Verwendung: Zimmerbegrünung, Sommer-Balkon

Wachstum

Die Becherprimel (Primula obconica) ist eine ausdauernde, krautige Blühpflanze, die sich hierzulande einer hohen Wertschätzung als opulente Topfblume erfreut. Mit ihrer üppigen, nostalgischen Blütenpracht zählen Becherprimeln seit mehr als 100 Jahren zu den schönsten Zimmerpflanzen. Im Unterschied zu ihren zahlreichen Artgenossen begeistert die asiatische Primel-Art mit einem unermüdlichen Blütezeit-Marathon vom Spätwinter bis zum Sommer. Weitere wissenswerte Eigenschaften des Wachstums lesen Sie hier:

  • Wuchsform: immergrüne, grundständige Blattrosette, aufrechte Blütenstandsschäfte mit kugeligen, blütenreichen Dolden.
  • Wuchshöhe: 10 cm bis 30 cm.
  • Besonderheit: alle Pflanzenteile sind flaumig-zart behaart.
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: pflegeleicht, frostempfindlich, giftig, pompöse Blütenfülle, monatelange Blütezeit, mehrjährig.

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Video: Blütenpracht für die Fensterbank - Becherprimel aus der Nähe bewundern

Blüte

Schön früh im Jahr macht die Becherprimel ihrem lateinischen Namen „Primula“ für „die Erste“ alle Ehre und zündet ihr farbenfrohes Blütenfeuerwerk. Es entfalten sich sehenswerte Blüten mit diesen Merkmalen:

  • Blütenstand: kugelige Dolde mit bis zu 15 Einzelblüten auf bis zu 25 mm langen, behaarten Stielen.
  • Einzelblüte: fünfzählig, becherförmig (daher der Name Becherprimel), zart behaart.
  • Blütenfarben: weiß, gelb, rosa, rot, blau, violett, lavendel- oder lachsfarben in mannigfaltigen Nuancen.
  • Blütenökologie: zwittrig mit unterschiedlich langen Griffeln.

Wenn eine Becherprimel draußen übersommert, kümmern sich Bienen, Hummeln und Schmetterlinge um die Bestäubung. Aus den befruchteten Blüten werden Kapselfrüchte mit bis zu 100 Samen. Primula obconica Samen sind Lichtkeimer.

Blatt

Dekorativer Pluspunkt vor, während und nach der üppigen Blütezeit ist eine sehenswerte Rosette mit diesen Blatt-Merkmalen:

  • Blattform: eiförmig-rundlich bis länglich an 1,5 cm bis 14 cm langen, behaarten Stielen.
  • Blattrand: glatt, geschweift, leicht gebuchtet.
  • Blattfarbe: immergrün, dunkelgrün.
  • Blattgröße: 3 cm bis 14 cm lang, 2,5 cm bis 11 cm breit.
  • Textur: fleischig-kräftig, Unterseite unbehaart, Oberseite fein behaart

Winterhärte

Die Becher-Primel (Primula obconica ) ist nicht winterhart. Das Temperaturminimum beträgt um 10° Celsius. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die asiatische Blütenschönheit von frostharten, europäischen Primel-Arten, wie der Echten Schlüsselblume (Primula veris) oder der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior).

Exkurs

Giftig für Mensch und Tier

Den wenig schmeichelhaften Trivialnamen Gift-Primel hat die Becherprimel ihren behaarten Stielen, Blättern und Blüten zu verdanken. In den zarten Drüsenhaaren ist das giftige Sekret Primin enthalten. Schon leichter Hautkontakt kann eine hartnäckige und quälende Allergie auslösen. Knabbern Vögel, Katzen oder kleine Hunde an Becherprimeln, drohen ernsthafte bis tödliche Vergiftungen. Für den Familienhaushalt mit Kindern und Haustieren gibt es die Primel ohne Primin in zahlreichen, schönen Sorten, beispielsweise aus der „Touch me“-Serie.

Becherprimel pflanzen

Blühende Becherprimeln können Sie ab Januar im Fachhandel kaufen für einen Preis um 2,99 Euro. Einfach und günstig gelingt die Pflanzung im Anschluss an die Aussaat auf der Fensterbank, im Wintergarten oder geheizten Treibhaus. Wo und wie Sie Primula obconica richtig pflanzen, erfahren Sie hier:

Aussaat

Reife Kapselfrüchte einer Becherprimel enthalten zahlreiche, keimfreudige Samen. Mithilfe selbst geernteter Samen ziehen Sie eine ganze Schar prächtiger Topfblumen zum Nulltarif. Folgende Anleitung erklärt alles Wichtige rund um die Samenernte und Aussaat:

  1. Handschuhe anziehen.
  2. Braune Kapselfrüchte abschneiden, um die Samen zu entnehmen.
  3. Samen bis Februar trocken und dunkel aufbewahren im Schraubglas.
  4. Anfang Februar eine Saatschale befüllen mit Saaterde und anfeuchten.
  5. Samen dünn ausstreuen.
  6. Lichtkeimer andrücken mit einem Holzbrettchen, nicht übersieben.
  7. Saatschale abdecken mit einer transparenten Haube.
  8. Am hellen Standort bei 12° bis 15° Celsius täglich lüften und konstant feucht halten.
  9. Im Anschluss an die Keimung (2 bis 3 Wochen) die Abdeckung entfernen.
  10. Sämlinge in Einzeltöpfe pikieren nach etwa 6 bis 8 Wochen.

Bitte beachten: Im Unterschied zu europäischen Primel-Arten sind Becherprimel-Samen keine Kühlkeimer, sondern Normalkeimer.

Substrat

Am liebsten streckt die Becherprimel ihre Wurzeln in nährstoffreicher, locker-durchlässiger Blumenerde aus. Empfehlenswert ist die Zugabe von Blähton oder Lavagranulat, damit die Erde bei häufigem Gießen nicht verdichtet. Naturnahe Zimmergärtner greifen zu einer Pflanzenerde ohne Torfzusatz.

Pflanz-Anleitung

So pflanzen Sie eine Becherprimel richtig:

  1. Wurzelballen im Anzucht- oder Kaufcontainer in weiches, zimmerwarmes Wasser stellen.
  2. Topfboden mit Blähton oder Tonscherben bedecken als Drainage gegen Staunässe.
  3. Substrat bis auf halbe Topfhöhe einfüllen und darin eine Mulde formen.
  4. Ausgetopfte, wassergetränkte Becherprimel mittig in die Mulde setzen.
  5. Restliches Substrat rund um den Wurzelballen einfüllen.
  6. Erde andrücken und durchdringend angießen im kalkfreiem Gießwasser.

Weil eine Becherprimel häufig gegossen wird, ist ein fingerbreiter Gießrand zu empfehlen.

Standort

Diese Standortbedingungen dankt die Becherprimel mit einer üppigen Blütenpracht:

  • Am hellen bis halbschattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • Idealerweise bei konstanten Temperaturen um 15° bis 18° Celsius für eine lange Blütezeit.
  • Von Mai bis September vorzugsweise draußen im geschützten Halbschatten.

Klettert das Thermometer über die 18°-Marke, lässt regelmäßiges Besprühen mit kalkfreiem Wasser die Becher-Primel länger blühen.

Becherprimel pflegen

Becherprimeln sind einfach zu pflegen. Wichtig ist eine ausgewogene Wasserversorgung, denn die Primel verzeiht weder Trockenheit noch Staunässe. Die Blütezeit bestimmt über die richtige Nährstoffversorgung. Eine winterliche Ruhephase ist vorteilhaft für die opulente Blütenpracht. Richtiges Schneiden, Umtopfen und Übersommern stellt die Weichen für eine zweite Blütezeit. Die besten Pflege-Tipps für Primula obconica lesen Sie hier:

Handschuhe nicht vergessen

Bevor Sie bei Pflegearbeiten auf Tuchfühlung mit zart behaarten Becherprimeln gehen, schützen Sie sich bitte mit Handschuhen vor der gefürchteten Primeldermatitis.

Gießen

  • Die Becher-Primel wird regelmäßig gegossen und besprüht mit kalkfreiem Wasser.
  • Das Substrat darf weder austrocknen, noch vernässen.
  • Als Gießwasser eignen sich gesammeltes, gefiltertes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser.

Düngen

  • Wenn Becherprimeln blühen: alle zwei Wochen düngen mit einem Phosphor-reichen Flüssigdünger (9,00€ bei Amazon*).
  • Wenn Primula obconica nicht blüht: alle sechs bis acht Wochen düngen in halber Konzentration.

Überwintern

  • Becher-Primel ab Temperaturen um 10° Celsius einräumen.
  • Topfpflanze hell und kühl überwintern bei 15° bis 18° Celsius.
  • Sparsamer gießen, ohne den Wurzelballen austrocknen zu lassen.
  • Bis zum Beginn der Blütezeit ein bis zwei Mal düngen.
  • Bei Temperaturen unterhalb von 18° Celsius nicht besprühen.

Übersommern

Obschon die Becher-Primel mehrjährig gedeiht, wird die schöne Topfblume zumeist einjährig kultiviert. Mit einer einfachen Maßnahme können Sie dem floralen Schmuckstück eine weitere Blütezeit entlocken. So gelingt es:

  • Becherprimel nach der Blütezeit umtopfen.
  • Idealerweise auf Balkon oder Terrasse aufstellen.
  • Alternativ die Primel auspflanzen an einen halbschattigen Standort im Garten.
  • Im Frühherbst ausgraben, eintopfen und einräumen ins empfohlene Winterquartier.

Schneiden

  • Verwelkte Blüten zeitnah ausputzen für eine extra lange Blütezeit.
  • Alternativ Stängel mit verblühten Dolden am Ansatz abschneiden mit desinfizierter Schere.

Krankheiten, Schädlinge, Pflegefehler

Mit ihren giftigen Drüsenhaaren hält sich die Becher-Primel Schädlinge und Krankheiten vom Leib. Nicht gefeit ist die chinesische Primel gegen Versäumnisse in der Pflege. Folgende Tabelle informiert Sie über häufige Schadbilder, nennt typische Ursachen und gibt Tipps für wirksame Gegenmaßnahmen:

Schadbild Ursache Gegenmaßnahme
Gelbe Blätter hartes Gießwasser umtopfen, gießen mit kalkfreiem Wasser
Braune, schlaffe Blätter Staunässe umtopfen, fortan sparsamer gießen
Grauer Pilzrasen Grauschimmel (Botrytis cinerea) Quarantäne, Befallenes abschneiden, bestäuben mit Gesteinsmehl
Grüne, schwarze Schädlinge Blattläuse (Aphidoidea) bekämpfen mit Seifen-Spiritus-Lösung
Kümmerliche Blüten zu warmer Standort bei 15° bis 18° Celsius aufstellen

Beliebte Sorten

Diese schönen Becherprimel-Sorten zieren Fensterbank und Sommer-Balkon mit farbenfroher Blütenpracht:

  • Touch me Blue: prächtige, blaublütige Becher-Primel ohne Primin, ideal für die Verwendung als Zimmerpflanze im Familienhaushalt.
  • Touch me Red: rot blühende Primula obconica ohne Primin, harmoniert farbenprächtig mit Touch me Blue.
  • Sweet Kisses: Becherprimel Sorten-Familie mit romantisch gerüschten Blüten in facettenreichen Farben.
  • Twilly Salmon Spring: Rarität mit lachsrosa-weißen Blüten, die bei Hautkontakt keinen lästigen Juckreiz verursachen.
  • Galaxy: prahlt ab Februar mit violettroten, weiß umrandeten Blüten über dunkelgrünen Blättern.

FAQ

Ist die Becherprimel giftig?

Alle oberirdischen Pflanzenteile einer Becherprimel sind zart behaart. In diesen Drüsenhaaren befindet sich Primin. Diese giftige Substanz verursacht bei Hautkontakt lästigen Juckreiz bis hin zu hartnäckigen allergischen Reaktionen. Für Vögel, Katzen, kleine Hunde und andere Haustiere ist der Verzehr einer Gift-Primel besonders gefährlich. Es drohen Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe oder schlimmstenfalls Kreislaufkollaps und Herzstillstand. Mit dem Kauf einer Primel ohne Primin gehen Sie diesem Risiko zuverlässig aus dem Weg.

Sind Becherprimeln winterhart?

Becherprimeln sind nicht winterhart. Das Temperaturminimum liegt bei 5° bis 10° Celsius. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die chinesische Primel-Art von ihren winterharten, mitteleuropäischen Artgenossen, wie den bekannten Schlüsselblumen (Primula veris) und Aurikelchen (Primula auricula).

Wann darf eine Becherprimel nach draußen?

Die Becherprimel ist frostempfindlich. Ein längerer Aufenthalt bei Temperaturen unter 10° Celsius bringt die chinesische Primel-Art zuverlässig zur Strecke. Aus diesem Grunde sollten Sie eine Primula obconica erst nach den Eisheiligen Mitte Mai nach draußen stellen.

Gedeiht die Becherprimel mehrjährig?

In ihren asiatischen Heimatregionen gedeiht die Becherprimel mehrjährig. Weil Primula obconica hierzulande nicht winterhart ist, wird die hübsche Topfblume zumeist nach einer Blütezeit entsorgt. Vorteilhaft für eine mehrjährige Kultivierung im mitteleuropäischen Klima ist ein wiederholter Standortwechsel nach der Blütezeit. Von Mai bis September sollte die Becherprimel draußen verweilen. Ab Oktober ist ein helles, kühles Winterquartier mit 10° bis 15° Celsius zu empfehlen für einen kräftigen Blühimpuls.

Bilder: Nazile Keskin / Shutterstock