Kroton pflanzen, pflegen und vermehren

Lesen Sie hier im kommentierten Kroton-Steckbrief Hinweise zu Blattzeichnungen und Wuchshöhe. So pflegen Sie einen Wunderstrauch richtig. Sorten-Tipps für die schöne Zimmerpflanze mit bunten Blättern.

kroton
Der Wunderstrauch begeistert mit seinen bunten Blättern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Codiaeum variegatum
  • Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
  • Synonyme: Croton, Wunderstrauch
  • Herkunft: Südostasien
  • Wuchstyp: Strauch
  • Wuchshöhe: 100 cm bis 300 cm
  • Blatt: immergrün, formenreich
  • Blattfarbe: bunt
  • Blüte: weiß, unscheinbar
  • Giftigkeit: giftig
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Verwendung: Zimmerpflanze, Sommer-Balkon

Wuchshöhe

Einem Kroton im Gartencenter ist nicht anzusehen, welche Wuchskraft in ihm steckt. In den Handel kommt die beliebte Blattschmuckpflanze mit bescheidenen 30 bis 40 Zentimetern. Im Laufe der Zeit nimmt das Wachstum raumgreifende Dimensionen an mit einer straff-aufrechten Wuchshöhe von 150 bis 200 Zentimetern. In seinen tropischen Heimatregionen und unter Idealbedingungen eines botanischen Gartens reckt sich ein Wunderstrauch bis 300 Zentimeter in die Höhe.

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Blatt

Schönster Schmuck einer Kroton-Pflanze sind ornamentale Blätter mit kunstvollen Blattzeichnungen in lodernden Farben. Folgende Liste gibt einen Einblick in die facettenreichen Blatteigenschaften:

  • Blattgliederung: Blattstiel und Blattspreite.
  • Blattformen: schmal-lanzettlich bis schwertförmig, rundlich-oval bis eiförmig, ganzrandig bis gelappt oder tief eingeschnitten.
  • Größenordnungen: 5 cm bis 30 cm lang, 0,5 cm bis 8 cm breit.
  • Blattzeichnungen: markant geadert, apart gefleckt und gepunktet oder kunstvoll marmoriert.
  • Blattfarben: grün-gelb, orange, rot oder purpurrosa in mannigfaltigen Farbkompositionen.
  • Textur: glatt, dünn-ledrig

Bewundern Sie im folgenden Video ein repräsentatives Beispiel für die wunderschön geformten und malerisch gefärbten Schmuckblätter einer Croton-Pflanze:

Kroton - Der Wunderstrauch mit Baum-Optik fürs Wohnzimmer

Giftigkeit

Codiaeum variegatum ist eine giftige Schönheit, denn alle Pflanzenteile sind durchströmt von einem farblosen, toxischen Milchsaft. Schon einfacher Hautkontakt kann lästige bis schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen verursachen. Absichtlicher oder unabsichtlicher Verzehr wird bestraft mit Übelkeit, Erbrechen und anderen quälenden Vergiftungserscheinungen. Für den Familienhaushalt oder als Zimmergenosse von Haustieren ist der Wunderstrauch nicht zu empfehlen.

Winterhärte

Die zentralen Habitate der Kroton-Pflanze erstrecken sich über Malaysia, den Philippinen und dem Sunda-Archipel in Indonesien. Dort herrscht ganzjährig ein feucht-warmes Regenwaldklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur um 20° Celsius. Im Tropengürtel unseres Planeten ist der Wunderstrauch in Parkanlagen und Gärten ein gewohntes Bild. Weil es einem Croton ab 15° Celsius draußen zu kalt ist, dient die Regenwaldschönheit in unseren Breiten als Zimmerpflanze.

Kroton pflanzen

Ihren ersten Kroton-Wunderstrauch kaufen die meisten Zimmergärtner im Gartencenter. Eine Mutterpflanze reicht aus für die Vermehrung weiterer Exemplare, die behagliches Dschungel-Feeling verbreiten in Wohnräumen, Wintergärten und Büros. Folgende Abschnitte erklären kompakt und nachvollziehbar, wie Sie eine Croton-Pflanze erfolgreich vermehren und richtig pflanzen:

Vermehren

Die vegetative Vermehrung garantiert, dass die prächtigen Eigenschaften der Mutterpflanze auf die Nachkommenschaft übergehen. Am einfachsten können Sie einen Kroton durch Kopfstecklinge vermehren. So machen Sie es richtig:

  1. Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr von Januar bis März.
  2. Handschuhe anziehen zum Schutz vor dem giftigen Milchsaft.
  3. Mit desinfizierter Schere 10 cm bis 15 cm lange Kopfstecklinge schneiden.
  4. Stecklinge ausbluten lassen in einer Schale mit lauwarmem Wasser.
  5. Mischung aus Kokoserde und Sand in Anzuchttöpfe (8,00€ bei Amazon*) füllen.
  6. Je Topf einen Kopfsteckling pflanzen, angießen und besprühen mit kalkarmem Wasser.
  7. Stecklinge im beheizbaren Vermehrungskasten bei 25° bis 30° Celsius bewurzeln lassen.

Am hellen, luftfeuchten Standort sprießen nach sechs Wochen die ersten Wurzeln. Nach fünf bis sechs Monaten hat ein junger Kroton seinen Anzuchttopf vollständig durchwurzelt. Jetzt können Sie Ihren Zögling umtopfen und wie einen adulten Wunderstrauch pflegen.

Im Kübel pflanzen

Pflanzen Sie einen Kroton in torfreduzierte Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis. Verwenden Sie einen Kübel mit Bodenlöchern, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann. Bei der richtigen Topfgröße passen zwischen Erdballen und Gefäßwand zwei bis drei Finger. Zum Schutz gegen Staunässe bedecken Sie den Topfboden mit Tonscherben, Blähton oder Splitt.(118,00€ bei Amazon*) Idealerweise legen Sie ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies über die Drainage, bevor Sie das Substrat einfüllen.

Zwei Kriterien bestimmen über die richtige Pflanztiefe: Zwischen Topfrand und Wurzelscheibe besteht ein Abstand von 3 cm bis 5 cm als Gießrand. Die vorherige Pflanztiefe im Anzuchttopf oder Kauf-Container bleibt weitgehend unverändert. Gießen Sie den frisch gepflanzten Wunderstrauch durchdringend an. Im Untersetzer angesammeltes Gießwasser schütten Sie nach 10 Minuten weg.

Standort

Der richtige Standort ist entscheidend, damit die schön geformten Kroton-Blätter ihre glühenden Herbstfarben gewahren. Folgende Übersicht informiert Sie über alle wichtigen Rahmenbedingungen für einen sehenswerten Wunderstrauch:

  • Licht: ganzjährig hell bis sonnig mit Beschattung gegen pralle Mittagssonne im Sommer.
  • Temperatur: mindestens 15° Celsius zu jeder Jahreszeit.
  • Luftfeuchtigkeit: idealerweise auf Regenwald-Niveau, mindestens jedoch 60 %.
  • Ausschluss-Kriterien: Zugluft, Schatten, aufsteigende Bodenkälte (Steinfußboden).

Exkurs

Dekorativer Lufterfrischer für Wohn- und Arbeitsräume

Ein Kroton leistet mit seinem schmucken Laub einen wertvollen Beitrag zur erfrischend-gesunden Raumluft. Unermüdlich filtern die prachtvollen Blätter Schadstoffe aus der Luft. Tagsüber bauen dort befindliche Enzyme die schädlichen Gase sogleich ab. Nachts werden Schadstoffe, wie Zigarettenrauch, Formaldehyd, Kohlendioxid und Benzol in die Wurzeln transportiert. Dort nehmen emsige Mikroorganismen die Umweltgifte als willkommene Nahrungsquelle in Empfang, die sie zerlegen und unschädlich machen.

Kroton pflegen

Der Wunderstrauch ist eine dankbare und pflegeleichte Zimmerpflanze. Abgesehen von leichten Modifikationen darf die Pflege ganzjährig gerne ihren gewohnten Gang nehmen. So pflegen Sie einen Kroton richtig:

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Tragende Säule im Pflegeprogramm ist eine kontinuierliche Feuchtigkeit in der Erde und in der Luft. Gießen Sie die Croton-Pflanze reichlich und regelmäßig, ohne dass sich Staunässe bildet. Am besten ermitteln Sie den Gießbedarf mit dem Zeigefinger. Stecken Sie den Finger ins Substrat. Ertasten Sie ab 2 Zentimeter Tiefe keine Feuchtigkeit, möchte der Wunderstrauch gegossen werden. Im Winterhalbjahr gießen Sie sparsamer, als im Frühling und Sommer. Als Gießwasser verwenden Sie bitte zimmerwarmes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser.

Die lokale Luftfeuchtigkeit katapultieren Sie auf Regenwald-Niveau, indem Sie die Blätter zwei bis drei Mal pro Woche besprühen. Füllen Sie den Untersetzer mit Blähton (19,00€ bei Amazon*) und Wasser. Jedes halbe Jahr gönnen Sie Ihrem Wunderstrauch eine pflegende Wasserdusche. Zuvor bedecken Sie das Topfsubstrat mit Folie. Die Brause ist zugleich eine effektive Vorbeugung gegen Spinnmilben, Blattläuse und andere lästige Schädlinge.

Düngen

Während der Wachstumsphase verabreichen Sie alle 14 Tage einen Flüssigdünger für Grünpflanzen. Im Herbst und Winter stellt ein Kroton das Wachstum ein und benötigt keine ergänzende Nährstoffversorgung.

Schneiden

Eine regelmäßige Schnittpflege ist nicht nötig. Seine straff aufrechte Silhouette entwickelt ein Kroton ohne Form- und Erhaltungsschnitt. Gelegentlich zieht der Wunderstrauch eines seiner schön gefärbten Blätter sukzessive ein. Lassen Sie diesem morbiden Verblassen freie Hand, denn wertvolle Nährstoffe werden vom Blatt in die Wurzeln verlagert. Wenn das betroffene Blatt vollständig abgestorben ist, schneiden Sie die eingetrockneten Pflanzenteile am Blattstiel ab.

Umtopfen

Das Wachstum bleibt in Schwung, wenn Sie einen Kroton alle zwei Jahre umtopfen. Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr, kurz vor Beginn des frischen Austriebs. Verwenden Sie einen Kübel, der um 20 bis 30 Prozent größer ist, als der vorherige Topf. Mehr Platzkapazität für die Wurzeln beschleunigt die Wuchsgeschwindigkeit. Fernerhin kann erweitertes Substratvolumen mehr Wasser aufnehmen, sodass sich nicht so schnell Staunässe bildet.

Probleme lösen

Wenn ein Kroton schwächelt, sind Standortprobleme, Pflegefehler oder Schädlinge die Ursache. Folgende Tabelle informiert über typische Schadbilder und gibt Tipps für wirksame Gegenmaßnahmen:

Schadbild Ursache Gegenmaßnahme Wie genau?
Kroton verliert Blätter Staunässe umtopfen nasse Erde entfernen, in trockenes Substrat pflanzen, eine Woche nicht gießen
Farben verblassen Lichtmangel Standortwechsel sonnig aufstellen mit Schutz vor Mittagssonne
Croton lässt Blätter hängen Trockenstress reichlicher gießen, regelmäßig besprühen Erdballen leicht feucht halten, 2mal wöchentlich besprühen
Gespinste, Sprenkel, eingerollte Blätter Spinnmilben duschen, besprühen mit lauwarmem Wasser abduschen, täglich besprühen
Wunderstrauch wächst nicht mehr Wachstumsdepression, Platzmangel umtopfen umsetzen in einen 20 % größeren Kübel

Beliebte Sorten

Folgende Auslese stellt Ihnen schöne Kroton-Sorten vor mit farbenprächtigen Schmuckblättern für exotisches Dschungel-Feeling in Wohnräumen:

  • Codiaeum variegatum ‚Petra‘: majestätischer Wunderstrauch, ornamentale, bunte Blätter, Wuchshöhe bis 3 m.
  • Aucubifolium (Codiaeum variegatum var. pictum): Premium-Sorte mit elliptischen Blättern und grün-gelb-gepunkteter Blattzeichnung.
  • Bruxellense (Codiaeum variegatum var. pictum): prahlt mit breit-schwertförmigen, bronzefarbenen, später roten Blättern.
  • Fascination (Codiaeum variegatum var. pictum): begeistert mit lanzettlichen Blättern und prächtig panaschierter Blattzeichnung in Grün, Rot und Orange.

FAQ

Welche Zimmerpflanze hat bunte Blätter?

Stellen Sie einem Gärtnermeister diese Frage, lautet die prompte Antwort: Codiaeum variegatum; auf Deutsch Kroton oder Wunderstrauch. Die farbenprächtige Blattschmuckpflanze aus Südostasien ist als Zimmerpflanze ein dekorativer Volltreffer. Es gibt mannigfaltige Blattformen zu bewundern von schmal-lanzettlich bis breit-oval. Atemberaubende Farbkompositionen in warmen Herbstfarben runden das furiose Erscheinungsbild eindrucksvoll ab.

Mein Kroton verliert von unten her die Blätter. Was tun?

Das beschriebene Schadbild deutet auf einen zu kalten Boden hin. Steht ein Kroton im Kübel auf Steinfußboden, leidet die Zimmerpflanze im Winter unter kalten Füßen. Auch Zugluft kann den Abwurf der unteren Blätter verursachen. Stellen Sie den Topf auf eine isolierende Unterlage, wie Holz oder Styropor. Vermeiden Sie gekippte Fenster im unmittelbaren Umfeld des Wunderstrauchs, insbesondere während der kalten Jahreszeit.

Eignet sich der Wunderstrauch für die Hydrokultur?

Die reine Art Codiaeum variegatum sowie alle Sorten der Varietät Codiaeum variegatum var. pictum sind geeignet für die Hydrokultur. Zimmergärtner wissen zu schätzen, dass ein Kroton in Blähtonsubstrat im Sommer nur ein Mal pro Woche zu gießen ist, im Winterhalbjahr noch seltener. Am besten, Sie kaufen sogleich eine Jungpflanze in Hydrokultur. Die Umstellung der Wurzeln von Erde auf anorganisches Substrat ist für die tropische Croton-Pflanze ein wenig heikel.

Am sonnigen Standort vergrünen die bunten Kroton-Blätter. Was tun?

Buntblättrige Croton-Pflanzen sind Zuchtformen der Varietät Codiaeum variegatum var. pictum. Wenn statt der bunten Blätter grünes Laub austreibt, will sich die Wildart im Wachstum durchsetzen. Diesem unerwünschten Prozess können Sie Einhalt gebieten. Schneiden Sie konsequent alle grünen Blätter ab. Auf Dauer gewinnen die Pictum-Eigenschaften wieder die Oberhand.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: MaLija/Shutterstock

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