Trompetenblume: Pflege und Sorten

Mit ihren trompetenförmigen, üppigen Blüten ist die Trompetenblume eine dekorativer Rankschmuck - und durch ihre Winterhärte eine empfehlenswerte Alternative zur tropischen Engelstrompete. Was Sie über die amerikanische Schönheit wissen sollten und wie sie am besten zu kultivieren ist, lesen Sie im Folgenden.

trompetenblume
Die Amerikanische Trompetenblume ist winterhart

Herkunft

Die Amerikanische Trompetenblume, botanisch Campsis radicans, die für unsere hiesige Gartenkultur relevanter ist als die Chinesische Trompetenblume, kommt, wie der deutsche Name schon verrät, ursprünglich aus Amerika – genauer gesagt, aus den nördlichen bis zentralen und östlichen Gebieten der USA. Damit ist auch ein wesentliches kultivierungstechnisches Unterscheidungsmerkmal zu der Engelstrompete gegeben, mit der die Trompetenblume oft verwechselt wird – sie ist nämlich im Gegensatz zu ihrer aus tropischen Gebieten stammenden Verwechslungskandidatin winterhart, zumindest sind es die meisten Sorten.

Die Chinesische Trompetenblume hat ihren Ursprung im östlichen China und in Japan und ist nicht wirklich winterhart.

Bei uns wird vielfach auch ein Hybrid aus der Amerikanischen und der Chinesischen Trompetenblume, die Große Klettertropmete (Campsis tagliabuana) kultiviert.

Wachstum

Die Trompetenblume wächst als verholzender Kletterstrauch mit Schlingranken, die sich mit Haftwurzeln an Mauern oder Rankgittern in die Höhe ziehen. Sie gehört daher zu den Selbstklimmern und braucht nicht unbedingt eine Rankhilfe. Ihr Wuchs ist ziemlich stark und je nach Standortbedingungen kann sie eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichen. Das ist aber eher selten, meist bleibt es bei der Hälfte dieser Höhe. In der Kübelkultur bleibt sie allgemein noch kleiner.

Die Große Klettertrompete wächst als lianenartiger Strauch und wird genauso groß wie die Amerikanische Trompetenblume.

Die Wuchseigenschaften in Stichworten:

  • selbstklimmender, verholzender Kletterstrauch
  • Starker Wuchs
  • Höhe etwa 5 bis 10 Meter

Blätter

Die bis zu 25 Zentimeter lang werdenden Blätter der Trompetenblume setzen gegenständig an den Ranken an und geben mit ihrer unpaarigen Fiederung ein hübsches Strukturbild ab. Sie zeigen sich in jungem Stadium in einem hellen, frischen Grün und dunkeln später etwas nach. Die Einzelblätter haben einen fein gesägten Rand und laufen am Ende spitz zu. Im Herbst wirft die Trompetenblume ihr Laub ab, nachdem es sich leuchtend gelb verfärbt hat. Im Frühjahr treibt sie ihr Laub erst spät aus, etwa ab Mitte Mai.

Blüte

Ihren großen, dekorativen Blüten verdankt die Trompetenblume natürlich ihren Namen. Sie sind in der Tat tropmetenartig geformt und sind mit eine Länge von bis zu 7 Zentimetern eine stattliche Erscheinung. Ihre röhrige Verwachsung vor dem weit aufgewölbten Trichter am Ende ist sehr lang. Die Blüten stehen an den Triebenden zu etwa zwanzigst in Büschelgruppen zusammen. Die so entstehenden, großen Blütenballen heben sich mit ihrer intensiven Färbung (je nach Sorte Scharlachrot bis Sonnengelb) attraktiv vom grünen Laub ab.

An den Staubblättern der recht gut zugänglichen Blütenöffnungen bietet die Trompetenblume nützlichen und schützenswerten Insekten wie Bienen und Hummeln ein reiches Nektarangebot.

Die Trompetenblumenblüte in Stichworten:

  • Lange Röhrenform mit weit aufgewölbter Trichteröffnung
  • Recht intensive Farben von Scharlachrot bis Gelb
  • Wertvolle Nahrungsquelle für Nutzinsekten

Blütezeit

Die Trompetenblume blüht auffällig spät – erst im August und September entwickelt sie über mehrere Wochen hinweg ihre Hauptblüte und kann bis in den Oktober hinein mit ihrer farbigen Pracht erfreuen. Bei guten Witterungsbedingungen können auch schon im Juni erste Blüten erscheinen.

Bis Sie sich nach der Pflanzung über eine erste Blüte freuen können, müssen Sie sich aber leider etwas gedulden – etwa 4 bis 5 Jahre braucht die Trompetenblume, bis sie sich für diesen Kraftakt an ihrem Standort ausreichend etabliert hat.

Zum Merken:

  • Blütezeit bei den meisten Sorten zwischen Juli und Oktober
  • Bei manchen Sorten und bei warmer Witterung auch schon ab Juni
  • Erste Blüte nach der Pflanzung erst nach etwa 4 bis 5 Jahren

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Welcher Standort ist geeignet?

Trompetenblumen bevorzugen einen sonnigen, warmen Standort. Sie sollte auch vor rupppigem Wind geschützt sein. Vorteilhaft ist es außerdem, wenn ihre Basis im Gegensatz zum oberen Pflanzenbereich keiner vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Sie können den Wurzelbereich zum Beispiel mit einem Bodendecker beschatten. Dieser sollte aber ein lockeres Wurzelwerk haben, damit er die flachen Wurzeln der Trompetenblume nicht einengt.

Am besten gedeihen Trompetenblumen in einem allgemein milderen, trockeneren Klima als in kühlen, nassen Gebieten. Im Süden Deutschlands können Sie also grundsätzlich mit besseren Gedeiherfolgen rechnen, als in den nördlichen und östlichen Landesteilen.

An den Boden stellt die Trompetenblume keine hohen Ansprüche. Er sollte mäßig nährstoffreich, ausreichend feucht, relativ lehmhaltig, aber dennoch durchlässig sein. Der ph-Wert interessiert die Trompetenblume kaum, sie kommt sowohl mit sauren, als auch mit alkalischen Böden zurecht.

Die Standortanforderung im Überblick:

  • warm und sonnig
  • windgeschützt
  • Bodenbereich schattig
  • Erde mäßig nährstoffreich, feucht, durchlässig
  • ph-Wert egal

Trompetenblume gießen

Als Flachwurzler fordert die Trompetenblume eine recht aufmerksame Gießpraxis. Achten Sie darauf, dass der Wurzelbereich nicht allzu sehr austrocknet und gießen vor allem in längeren Trockenphasen im Sommer regelmäßig. Je nach Größe der Pflanze ist der Wasserbedarf auch größer. Wenn Sie die Trompetenblume im Kübel halten, ist natürlich eine noch etwas regelmäßigere Wassergabe nötig. Staunässe sollten Sie aber tunlichst vermeiden. Warten Sie vor dem nächsten Gießen immer, bis die Topferde gut abgetrocknet ist.

Trompetenblume richtig düngen

Schon bei der Pflanzung ist es ratsam, der Trompetenblume mit reifem Kompost im Erdaushub eine Dauernährquelle zu verschaffen. Eine frische Kompostgabe jedes Jahr im Frühling tut ihr auch sehr gut. Über diese organische Düngergabe sollten Sie aber nicht hinausgehen. Verzichten Sie vor allem auf stickstoffhaltige Flüssigpräparate – sie befeuern nur das Größenwachstum zuungunsten der Blüte.

Schnitt

Da die Trompetenblume allgemein einen kräftigen Wuchs zeigt, ist ein regelmäßiger Rückschnitt bei ihrer Pflege ein wesentliches Kapitel. Zur Verjüngung und Steigerung der Vitalität entfernen Sie am besten im Frühjahr zunächst alle abgestorbenen, vertrockneten Zweige. Zur gezielten Förderung einer üppigen Blüte kürzen Sie außerdem alle langen Seitentriebe an den Haupttrieben radikal ein, sodass die Pflanze zur Bildung neuer Kurztriebe animiert wird. Achten Sie dabei darauf, dass jeweils einige Knospen erhalten bleiben.

Eine Trompetenblume verträgt auch einen radikalen Rückschnitt gut. Sie können sie komplett auf den Stock zurücksetzen – das führt in aller Regel zu einem kräftigen Neuaustrieb und fungiert als effektive, grundlegende Verjüngungskur. Auf eine Blüte müssen Sie im Folgejahr allerdings wohl verzichten.

Die Schnittregeln im Überblick:

  • stark wachsende Trompetenblume sollte regelmäßig zurückgeschnitten werden
  • Rückschnitt im Frühjahr
  • Alte Ranken entfernen, zur Blühförderung lange Seitentriebe einkürzen
  • Verjüngender Radikalrückschnitt wird gut vertragen

Winterhart

Die Amerikanische und die Große Trompetenblume sind winterhart – Sie können sie also getrost dauerhaft in Draußenkultur kultivieren. Die Winterhärte ist allerdings nicht ganz unbegrenzt. Das Verträglichkeitslimit der Amerikanischen Trompetenblume und des Hybrids liegt bei etwa -17°C – in extremen Wintern ist ein Kälteschaden also nicht ausgeschlossen. Vor allem frisch gepflanzte Jungpflanzen sollten Sie außerdem in den ersten Jahren im Winter mit Laub und Tannenzweigen im Wurzelbereich vor der Kälte schützen.

Zum Merken:

  • Amerikanische und Große Trompetenblume sind winterhart
  • Vor allem junge Exemplare bei sehr strengen Minusgraden mit Zweigen oder im Kalthaus vor Frostschäden schützen

Trompetenblume im Topf

Eine Trompetenblume können Sie auch gut im Kübel kultivieren, denn bei regelmäßigem Schnitt lässt sie sich ziemlich kompakt halten. In solitärer Stellung ist dennoch ein Spaliergerüst notwendig, an dem sich die Schlingranken halten können. Das Erdsubstrat sollten Sie humusreich zusammensetzen und eine Drainage aus grobem Sand implementieren. Gießen und Düngen mit Kompost sollten Sie bei der Kübelkultur etwas kleinschrittiger.

Umgetopft werden muss die Trompetenblume nur dann, wenn der Topf zu eng wird und die Wurzeln aus den unteren Topflöchern herauswachsen.

Auch ist die Trompetenblume im Kübel etwas frostempfindlicher. In aller Regel kann sie aber draußen überwintert werden. Sinken die Temperaturen unter -10°C, sollten Sie sie aber besser in ein Kalthaus stellen oder gut mit Gartenvlies abdecken.

Zum Merken:

  • Topfkultur gut möglich bei regelmäßigem Rückschnitt
  • Rankhilfe einbauen
  • humusreiches Substrat mit Sand-Drainage
  • regelmäßiges Gießen und Kompostgabe
  • Umtopfen nur bei Wurzelenge
  • Überwintern besser im Kalthaus

Trompetenblume vermehren

Empfehlenswerte Methoden bei der Trompetenblumenvermehrung sind vor allem:

  • Absenker
  • Ausläufernutzung

Absenker

Am besten lässt sich eine Trompetenblume mit der Absenkermethode vermehren. Dazu legen Sie im Frühjahr einen verholzten Trieb in ein Pflanzgefäß mit Erde ab und fixieren ihn mit einem Metallhaken. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. Die Anwurzelung erfolgt allmählich über die Vegetationsphase hinweg. Von der Mutterpflanze trennen sollten Sie den Absenker erst im Folgejahr und dann zunächst frostgeschützt weiterkultivieren.

Ausläufer

Eine andere Methode ist die Nutzung von Ausläufern. Ausläufer bildet die Trompetenblume bevorzugt in lockerem Grund. Hier können Sie also einfach zugreifen und die abgetrennten Jungpflanzen im Frühjahr zunächst in Töpfe einpflanzen.

Samenanzucht

Es ist natürlich auch möglich, die Trompetenblume über eigene Samen zu vermehren. Allerdings erhalten Sie dann meist ein Exemplar, das nicht besonders blühfreudig ist. Die Samen sammelt man nach der Fruchtreife von der Pflanze ab und lässt sie trocknen. Vor dem Aussäen – das kann das ganze Jahr über geschehen – sollten sie etwa 6 Stunden in Wasser eingeweicht werden. Zum Keimen im Topf mit Anzuchterde brauchen die Samen recht lange – etwa 4 Wochen.

Krankheiten und Schädlinge

Glücklicherweise sind Trompetenblumen sehr widerstandfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Gängige, aber eher harmlose Wehwehchen sind Mehltau und Blattläuse.

Mehltau

Den Echten Mehltau erkennen Sie an dem charakteristischen und namensgebenden mehligen Belag auf den Blättern. Die Beeinträchtigung der Pflanze ist aber moderat. Auch brauchen Sie keine aggressiven künstlichen Mittel zur Bekämpfung zu verwenden – Zunächst sollten Sie die erkrankten Pflanzenteile herausschneiden. Auch eine Sprühkur mit einem Milch-Wasser-Gemisch im Mengenverhältnis von 1:9 kann hilfreich sein. Bei starkem bzw. fortgeschrittenem Befall wird gegebenenfalls ein Fungizid notwendig.

Blattläuse

Diese Parasiten können Sie in der Regel gut durch Abbrausen mit Wasser in den Griff bekommen. Was auch hilft, ist statt Wasser einen Sud aus Brennnesseln zu verwenden.

Trompetenblume blüht nicht

Bei diesem Thema sei zunächst daran erinnert, dass eine frisch gepflanzte Trompetenblume 3 bis 4 Jahre braucht, bis sie genug Kraft für eine erste Blüte gesammelt hat. In dieser Zeit brauchen Sie also nicht auf die Farbenpracht zu hoffen. Wenn die Blüte bei einem etablierten Exemplar ausbleibt, kann das folgende Gründe haben:

  • Falscher Standort
  • Fehlender Rückschnitt
  • Aus Samen gezogenes Exemplar

Falscher Standort

Die Trompetenblume ist eine ausgesprochen sonne- und wärmeliebende Pflanze. Ein zu dunkler, kalter und möglicherweise noch zugiger Standort kann ihr die Blühlust durchaus verderben. Gerade junge Knospen können unter solchen Bedingungen im frühen Frühjahr auch abfrieren.

Fehlender Rückschnitt

Die Verjüngungskur im Frühjahr durch den Triebrückschnitt ist für eine gute Blüte sehr wichtig. Denn nur an den frischen Triebenden bildet die Trompetenblume Blüten – bei fehlendem Schnitt können neue Zweige aber gegebenenfalls gar nicht austreiben.

Aus Samen gezogenes Exemplar

Eine sämlingsvermehrte Trompetenblume ist generell eher blühunwillig. Daher ist auch die Vermehrung über eigene Samen nicht empfehlenswert. Manche gekaufte Exemplare können aber durchaus auch aus Samen gezogen sein – diese Methode ist die kostengünstigste. Achten Sie beim Kauf deshalb auf eine seriöse Herkunft und greifen nicht auf das billigste Angebot zurück!
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Tipp:

Wenn Sie verhindern möchten, dass sich die Trompetenblume unkontrolliert ausbreitet, schneiden Sie die Früchte vor der Reife ab. Auch wenn die Pflanze sehr schön ist, kann sie bei ihrem großen Aussamwillen auch zur Plage werden.

Sorten

Madame Galen

Die Madame Galen ist hierzulande eine der verbreitetsten Sorten der Hybrid-Trompetenblume Campsis tagliabuana, also der Großen Klettertrompete. Die Madame Galen hat einen etwas schwächeren Wuchs als die wilde Campsis radicans, wird aber trotzdem auch durchschnittlich 5 Meter hoch. Sie sollte auch mit einer Kletterhilfe versehen werden. Ihre Blüten haben eine attraktive Färbung mit gelblich-orangefarbenen Röhren und einer scharlachroten Trichteröffnung. Sie öffnen sich ab Juli und bleiben meist bis weit in den September hinein bestehen.

Flava

Die Campsis radicans Flava erfreut mit ihren schönen, sonnengelben Blüten, die zwischen Juli und September erscheinen. Sie ist sehr raschwachsend und eignet sich daher besonders für schnelle Mauerbegrünungen. Die Schlingranken werden schnell überhängend, sodass eine stabile Rankhilfe unentbehrlich ist. Wie ihre Urform braucht die Flava einen sonnigen, warmen Standort und möchte an den Wurzeln gern beschattet sein. Im Vergleich zu der Wildform ist diese Sorte mit einer durchschnittlichen Wuchshöhe von etwa 3 Metern etwas kleiner. Auch verträgt sie nicht ganz so klirrend kalte Temperaturen – maximal -10°C sollten Sie ihr zumuten.

Flamenco

Diese Sorte der Amerikanischen Trompetenblume besticht vor allem durch ihre besonders großen und zahlreichen Blüten in sattem Orangerot. Auch erscheinen die Blüten generell etwas früher als bei der wilden Campsis radicans. Pro Büschel bildet sie in etwa 10 bis 15 Blüten. In der Höhe erreicht die Campsis radicans Flamenco bei guten Bedingungen durchaus an die 10 Meter. Gegen Frost ist sie sehr robust.

Indian Summer

Die Sorte Indian Summer gehört auch zu der Hybridart der Großen Klettertrompete. Ihren Namen hat sie von dem leuchtend orangefarbenen Ton ihrer langen Blüten, die schon ab Juni erscheinen können und bis Oktober bleiben. Die Indian Summer bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und erreicht eine mäßige Höhe von etwa 4 bis 5 Metern. Da sie sehr schnell wächst, eignet sie sich gut für Mauern und Geländer, die schnell begrünt werden sollen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Mariola Anna S/Shutterstock
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