Himmelsbambus (Nandina): Winterhärte, Giftigkeit und Anbau

Himmelsbambus hat Kultstatus in der angesagten Gartengestaltung. Für die einen ist Heiliger Bambus ein farbenfroher Boschafter asiatischer Gartenkunst, für andere einfach ein wunderschöner Zierstrauch. Ob der florale Trendsetter das Gartenbild stilvoll ergänzt, ist keine Frage der Sichtweise, sondern von Standort, Pflanzung und Pflege. Ein Check-up für Hobbygärtner. Lesen Sie hier einen aussagekräftigen Steckbrief zum Himmelsbambus. Anfängertaugliche Anleitungen erklären die richtige Kultivierung von Nandina im Kübel und Gartenbeet.

himmelsbambus
Der Himmelsbambus ist in allen Pflanzenteilen giftig

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Nandina domestica
  • Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
  • Wuchstyp: immergrüner Strauch
  • Winterhärte: winterhart
  • Blüte: weiße Rispen
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Blatt: gefiedert
  • Frucht: rote Beere
  • Giftigkeit: giftig
  • Wuchshöhe: 100 bis 200 cm
  • Wurzel: Herzwurzler ohne Ausläufer
  • Verwendung: Zierstrauch, Hecke, Kübelpflanze

Winterhärte

Grundsätzlich wird Himmelsbambus eine zuverlässige Winterhärte von – 18° Celsius attestiert. Abhängig von Standort, Kultivierung und Sortenwahl sinkt der Grad der Winterhärte eines Nandina domestica, auch bekannt als Heiliger Bambus, deutlich. Wie winterhart der immergrüne Zierstrauch in Ihrem Garten tatsächlich ist, hängt von diesen wichtigen Faktoren ab:

  • Winterhart: Ursprungsart ausgepflanzt am windgeschützten, halbschattigen Standort in frischer, leicht saurer Erde
  • Bedingt winterhart bis – 10° C.: Sorte ausgepflanzt am geschützten, feuchten, nährstoffreichen Standort mit Winterschutz
  • Eingeschränkt winterhart bis – 5° C.: Himmelsbambus im Kübel mit Winterschutz

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Giftigkeit

Himmelsbambus ist in allen Teilen giftig. Hierzu zählen auch die roten, kugeligen Beerenfrüchte, die den Strauch im Herbst und Winter zieren. Als Gestaltungselement für den Familiengarten ist Heiliger Bambus nicht zu empfehlen.

Wer auf den asiatischen Zierstrauch dennoch nicht verzichten mag, pflanzt ein männliches Exemplar der Ursprungsart. Die männliche Nandina-Version trägt als Befruchter lediglich weiße Blütenrispen mit Staubblättern und steht im Herbst ohne die verführerischen giftigen Früchte da. Ist weit und breit kein männlicher Himmelsbambus in Sicht, können Sie einen weiblichen Strauch pflanzen, der mangels Bestäubung seiner Blüten keine toxischen Beeren trägt. Doch Vorsicht: Moderne Sorten fruchten immer, denn sie gedeihen als zwittrige Hybriden mit männlichen und weiblichen Blüten.

Wuchshöhe

Bezüglich seiner Höhe stellt Himmelsbambus einmal mehr seine Flexibilität unter Beweis. Ganz freiwillig reckt sich ein Nandina domestica freilich nicht in unterschiedlichen Größen gen Himmel. Vielmehr hatten kompetente Züchter ihre Hände im Spiel. Das Resultat sind variable Wuchshöhen mit diesen Eckdaten:

  • Ursprungsart: 150 bis 200 cm
  • Hybriden-Sorten höherer Kategorie: 100 bis 130 cm
  • Hybriden-Sorten mittlerer Kategorie: 80 bis 120 cm
  • Zwerg-Sorten: 40 bis 70 cm

Seine florale Pracht entfaltet Himmelsbambus unabhängig von seiner Höhe. Folgendes Video lädt ein zu einem Streifzug durch die dekorativen Finessen, die Nandina jeglicher Größenordnung zieren. Die englischen Kommentare sind dabei von nachrangiger Bedeutung. Einfach den Ton abschalten und die Schönheit des Himmelsbambus genießen:

Ein Blick auf des Himmelsbambus dekorative Komponenten

Verwendung

Aus den Tempelgärten Japans fand Himmelsbambus den Weg nach Europa. Apart gefiederte Blätter in alternierenden Farben, weiße Blütenrispen und leuchtend rote Schmuckbeeren inspirieren kreative Hobbygärtner zu ideenreichen Verwendungsmöglichkeiten im Garten und auf dem Balkon. Folgende Tabelle gibt einen Einblick:

Zierstrauch Hecke Kübelpflanze
Solitär Einfriedung Sichtschutz Balkon
Hausbaum-Ersatz Sichtschutz Mülltonne Zen-Garten Terrasse
Japangarten Kulissenpflanze im Staudenbeet Topfgarten

Im kleinen Garten setzt Himmelsbambus als Solitär dekorative Akzente. Auf dem Vormarsch ist der Strauch als Hausbaum-Ersatz für den kleinen Vorgarten. Als authentische Gestaltungskomponente darf Heiliger Bambus im japanischen Garten nicht fehlen. Mit seinen hübschen Fiederblättern kaschiert Himmelsbambus als blickdichte Hecke den Stellplatz von Mülltonnen oder Fahrrädern. Den Sichtschutzfaktor von Nandine im Kübel wissen Balkongärtner zu schätzen. Den Tempelgärten Asiens nachempfunden, verleiht Himmelsbambus Ihrem Zen-Garten den letzten Schliff und verströmt im Topfgarten japanisches Flair.

Exkurs

Himmelsbambus ist kein Bambus

Lassen Sie sich durch die deutsche Bezeichnung für Nandina nicht in die Irre führen. Himmelsbambus ist ein Strauch, dessen Wurzeln sich brav an die Regeln halten. Echter Bambus (Bambusoideae) ist eine artenreiche Unterfamilie der Süßgräser mit invasiven Rhizomen, die nur durch eine Wurzelsperre zu bändigen sind.

Himmelsbambus pflanzen – Anleitung für Kübel und Beet

Richtig gepflanzt, ist Himmelsbambus eine Zierde für Garten, Balkon, Terrasse und Wintergarten. Lichtverhältnisse, Windexposition, Substratqualität, Bodenbeschaffenheit und Pflanztechnik sind die tragenden Säulen für ein zauberhaftes Szenario zu jeder Jahreszeit. Folgende Anleitungen erklären, wie Sie Himmelsbambus im Kübel und Beet sachkundig pflanzen:

Pflanzen im Kübel – Anleitung

Das ideale Kübelsubstrat ist leicht saure Moorbeeterde mit einem Drittel Komposterde, 100 Gramm Hornspänen (89,00€ bei Amazon*) und zwei Handvoll Lavagranulat. Der richtige Kübel für Himmelsbambus ist im Durchmesser 20 Zentimeter größer, als der Wurzelballen und hat einen Wasserablauf im Topfboden. So pflanzen Sie Himmelsbambus im Kübel richtig:

  1. Wurzelballen in einen Eimer mit Regenwasser stellen (Container noch nicht abziehen)
  2. Auf dem Kübelboden eine 5 bis 10 cm hohe Drainage anlegen aus Splitt,(10,00€ bei Amazon*) Blähton (19,00€ bei Amazon*) oder Lavagranulat
  3. Ein wasser- und luftdurchlässiges Vlies über die Drainage legen
  4. Substrat einfüllen bis auf halbe Höhe
  5. Mulde formen, den wassergetränkten, ausgetopften Wurzelballen einsetzen
  6. Mit einer Hand den Strauch gerade halten, mit der anderen Hand Substrat einfüllen und andrücken
  7. Aufstellen am halbschattigen, windgeschützten Standort

Gegossen wird Himmelsbambus mit Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser, bis sich der Untersetzer füllt.

Pflanzen im Beet – Wurzelsperre überflüssig

Beste Pflanzzeit ist im Frühling, damit Himmelsbambus bis zum ersten Frost gut verwurzelt ist. Auf eine Wurzelsperre können Sie verzichten, denn der Strauch hat keine Ambitionen, sich unkontrolliert im Garten auszubreiten. Nicht verzichten sollten Sie auf ein ausgiebiges Wasserbad des Wurzelballens. So pflanzen Sie Nandina domestica richtig:

  1. Standort: halbschattig, geschützt, frisch-feucht, nährstoffreich, locker-durchlässig, pH-Wert 5 bis 6
  2. Pflanzgrube ausheben (zweimal größer, als der Wurzelballen)
  3. Aushub zur Hälfte mischen mit Moorbeeterde sowie mehreren Handvoll Hornspäne
  4. Wassergetränkten Strauch austopfen, einpflanzen, Erde andrücken
  5. Gießrand formen und einschlämmen mit Regenwasser

Himmelsbambus pflegen – Tipps für Kübel und Beet

Die Gelassenheit japanischer Tempelgärten spiegelt sich wider in einer unkomplizierten Pflege auf anfängertauglichem Niveau. Gut zu wissen, dass Ihnen beim Düngen, Gießen oder Unkrautjäten keine Wurzelsperre in die Quere kommt. Die Schnittpflege steht nur selten auf dem Pflegeprogramm. Sinnvoll ist ein Winterschutz. So pflegen Sie Himmelsbambus im Kübel und Beet vorbildlich:

Düngen

Düngen Sie Himmelsbambus im Kübel von Mai bis August alle zwei Wochen mit flüssigem Rhododendrondünger. Im Beet bringt Kompost, idealerweise Laubkompost, das Wachstum in Schwung. Verteilen Sie Anfang Mai und Mitte Juni reife Komposterde auf der Wurzelscheibe, harken den Dünger ein und gießen nach mit weichem Wasser. Anfang September endet die Nährstoffversorgung, damit die Zweige vor Winterbeginn ausreifen. Mit unverholzten Triebspitzen ist ein Himmelsbambus angreifbar für Frostschäden.

Schneiden

Die Schnittpflege beschränkt sich auf gelegentliches Auslichten im zeitigen Frühjahr. Schneiden Sie abgestorbene Zweige am Ansatz ab. Bei dieser Gelegenheit schneiden Sie zu lange, aus der Form ragende Triebe zurück. Ein umfangreicher Formschnitt ist nicht erforderlich. Die elegante, straff aufrechte Gestalt entfaltet sich ohne Schnitt am schönsten.

Unerwünschtes Wachstum der giftigen Beerenfrüchte ist der einzige Anlass für einen jährlichen Rückschnitt. Schneiden Sie im Juli alle verwelkten Blütenrispen ab, können sich die leuchtend roten Früchte nicht bilden.

Gießen

Himmelsbambus ist ein durstiger Zierstrauch. Halten Sie die Erde im Beet und Kübel konstant leicht feucht. Gießen Sie an heißen Sommertagen in den frühen Morgenstunden und bei Bedarf nochmals nach Sonnenuntergang. Im Winter setzt sich die Wasserversorgung fort. Bei Kahlfrost droht Trockenstress. Über die immergrünen Fiederblätter verdunstet der Strauch weiterhin Feuchtigkeit, die seine Wurzeln aus dem gefrorenen Boden nur spärlich liefern können.

Überwintern

Im Winter kann sich Himmelsbambus nicht auf einen Heimvorteil berufen, wie heimische, immergrüne Laubsträucher. Ungeachtet einer attestierten Winterhärte von bis zu – 18° Celsius empfehlen wir für Beet und Kübel folgenden Winterschutz:

  • Im Beet: Wurzelscheibe mulchen mit Laub und Reisig, Strauchkrone umhüllen mit atmungsaktivem Wintervlies
  • Im Kübel: Topf vor die Hauswand stellen auf einen Holzblock, ummanteln mit Noppenfolie, Substrat mulchen mit Rindenmulch, Laub oder Stroh, Zweige schützen mit einer Haube aus lichtdurchlässigem Vlies

Im Bestfall überwintern Sie Himmelsbambus im Kübel frostfrei unter Glas, wie es für alle immergrünen Topfpflanzen aus fernen Ländern vorteilhaft ist. Reservieren Sie ab November im hellen, kühlen Winterquartier mit Temperaturen um 5° Celsius einen Platz für das wertvolle, asiatische Gehölz.

Beliebte Sorten

Als einzige Art der Gattung Nandina dient Himmelsbambus als Vorlage für die Züchtung facettenreicher Sorten für Beet und Balkon:

  • Nandina domestica: Himmelsbambus Ursprungsart, bis 2 m hoch, weiße Blüten ab Juni, immergrün, rote Herbstfärbung.
  • Nandina domestica ‚Obsessed‘: 50 bis 70 cm hoch, roter Austrieb, immergrün, weiße Blüten, rote Beeren, schöne Kübelpflanze.
  • Himmelsbambus ‚Firepower‘: 45 bis 75 cm groß, bedingt winterhart, immergrün, rosarotes Herbstlaub, keine Ausläufer.
  • Himmelsbambus ‚Magical Lemon and Lime‘: 70 bis 100 cm, zweifarbiges Laub, weiße Blüten ab Juli, gut winterhart.
  • Himmelsbambus ‚Sienna Sunrise‘: 90 bis 120 cm, grüne, gefiederte Blätter mit roten Spitzen, Frühblüher ab April.

FAQ

Was tun bei Frostschaden am Himmelsbambus?

Anfällig für Frostschaden sind halbreife, unverholzte Triebspitzen. Schneiden Sie betroffene Zweige zurück bis ins gesunde Holz. Mit Beginn der neuen Wachstumsperiode wird Ihr Himmelsbambus sich regenerieren und neu austreiben. Vorbeugend düngen Sie den Strauch fortan Anfang/Mitte August zum letzten Mal für die Saison, damit krautige Triebspitzen rechtzeitig ausreifen und verholzen.

Himmelsbambus verliert Blätter. Woran liegt’s?

Blattabwurf am Himmelsbambus ist ein Symptom für verschiedene Ursachen. Am häufigsten leidet der Strauch unter Trockenstress. Im Kübel lässt Staunässe die immergrünen Blätter fallen. Bei klirrender Winterkälte wirft Heiliger Bambus zum Eigenschutz seine immergrünen Fiederblätter ab. Als Kübelpflanze zeigt der Zierstrauch seinen Unmut über ein zu dunkles oder warmes Winterquartier, indem er sich seiner Blätter entledigt.

Sind Himmelsbambus-Früchte giftig für Hunde?

Ein Himmelsbambus ist in allen Teilen giftig, einschließlich der leuchtend roten Beeren, die den Strauch im Herbst und Winter zieren. Hauptbestandteil ist Isochinolinalkaloid, das nach einem Verzehr in größeren Mengen Übelkeit und Erbrechen verursacht. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einem männlichen Himmelsbambus, der niemals Früchte trägt. Alternativ empfehlen wir die Kultivierung eines weiblichen Nandina, ohne einen männlichen Himmelsbambus in der unmittelbaren Nähe. Somit erfolgt keine Bestäubung und es bilden sich keine Früchte, die Ihren Hund zum Naschen verleiten.

Kann ich Himmelsbambus am sonnigen Standort pflanzen?

Ein sonniger Standort ist möglich, sofern die immergrünen Blätter vor praller Sonne und brütender Hitze geschützt sind. Allerdings muss der durstige Strauch dann häufiger gegossen werden, als am halbschattigen Platz.

Ist Himmelsbambus zur Bestäubung immer auf andere Pflanzen angewiesen?

Nein, Baumschulen und Gartencenter bieten viele zwittrige Nandina-Sorten an mit männlichen und weiblichen Blüten am gleichen Strauch. Hierzu zählt Nandina domestica ‚Richmond‘, ein mittelgroßer Zierstrauch mit rotem Austrieb, grünen Sommerblättern und scharlachroter Herbstfärbung.

Sind die Beeren essbar, die Himmelsbambus im Herbst zieren?

Nein, die leuchtend roten Beeren am Himmelsbambus sind giftig und ausschließlich als Zierde geeignet.

Sollte man Himmelsbambus mit Wurzelsperre pflanzen?

Himmelsbambus ist ein Strauch aus der Familie der Berberitzen und bildet keine Ausläufer, wie Sie es von echtem Bambus kennen. Eine Wurzelsperre ist nicht erforderlich.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Kuki Ladron de Guevara/Shutterstock

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