Klebrige Blätter an der Zimmerpflanze- das sind die Ursachen

Weisen die Blätter Ihrer Zimmerpflanze plötzlich einen klebrigen Belag auf, sind meist Schädlinge Schuld. Lesen Sie hier, welche Schädlingsarten infrage kommen und mit welchen Maßnahmen Sie gegen die Symptome vorgehen.

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Seifenlösung oder Wasser mit Neem- oder Rapsöl säubern die Blätter und vertreiben die Schädlinge

Ursachen für klebrige Blätter

Während vertrocknete Pflanzenteile oder verfärbte Blätter meistens Folge eines Pflegefehlers sind, deutet ein klebriger Belag auf den Blättern in den meisten Fällen auf einen Schädlingsbefall hin. Vor allem Läuse verursachen den glänzenden bis weiß-bräunlichen Film. Aufgrund seiner Optik beziehungsweise seiner klebrigen Konsistenz bezeichnet man das Symptom häufig als Mehl- oder Honigtau.
Dennoch kann ein Pflegefehler ein übergeordnetes Problem sein. Zum einen fühlen sich die Läuse bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen wohl. Heizungsluft und ein Standort in der prallen Sonne begünstigen das Auftreten der Schädlinge. Ebenso fördert eine intensive Wassergabe die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung. Darüber hinaus nisten sich die Schädlinge vor allem auf Pflanzen ein, die ohnehin geschwächt sind. Pflegefehler schaden der Vitalität der Zimmerpflanze.

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Mehl- bzw. Honigtau- Definition

Bei Mehl- oder Honigtau handelt es sich um die Ausscheidungen von Blatt- oder Schildläusen. Zunächst saugen sie den Saft aus den Blättern und hinterlassen anschließend besagte Symptomatik. Im Gegensatz zu dem klebrigen Honigtau können Sie Mehltau mit dem Finger abwischen.
Bestimmt ärgern Sie sich im Sommer auch über verklebte Autoscheiben oder klebrige Gehweg. Vor allem unter Linden tritt dieses Phänomen auf. Auch hierbei handelt es sich um Honigtau.

Hinweis: Honigtau auf Zimmerpflanzen ist unerwünscht und kann der Pflanze massiv schaden. Zum Beispiel ruft er den Russtaupilz auf den Plan. Andererseits spielt Honigtau eine wichtige Rolle für das Ökosystem. Selbst in Ihrer Ernährung taucht die klebrige Substanz auf, ohne dass Sie sich dessen bewusst sind. Für viele Insektenarten dient er als wertvolle Nahrungsquelle. Bienen sammeln die Substanz von den Blättern und stellen den intensiv herb schmeckenden Waldhonig daraus her.

Folgeerscheinungen

Wie bereits erwähnt kann eine Infektion mit dem Schwärze- oder Russtaupilz die Folge von Honigtau sein. Darüber hinaus lockt die klebrige Flüssigkeit Ameisen an. Da sie sich von dem Honigtau ernähren, gehen sie eine Symbiose mit Blattläusen ein. Als Gegenleistung schützen sie die Schädlinge vor Fressfeinden.

Behandlungsmaßnahmen

Um Honigtau dauerhaft los zu werden, müssen Sie die Ursache seiner Entstehung, sprich die Blattläuse behandeln. Folgende Methoden haben sich dabei bewährt:

  • bei einem geringen Befall: Pflanze abduschen
  • Spritzmittel aus Neem- oder Rapsöl und Wasser herstellen
  • Schmierseife (21,00€ bei Amazon*) in Wasser lösen und auf die Blätter sprühen
  • Nützlinge wie Florfliegen oder Schlupfwespen (33,00€ bei Amazon*) auf der Pflanze aussetzen
  • Brennnesselsud herstellen
  • befallene Pflanzenteile entfernen

Hinweis: Im Handel werden chemische Mittel gegen Schild- und Blattläuse angeboten. Selbstverständlich ist diese Behandlungsform sehr erfolgsversprechend und einfach, dennoch ist von Fungiziden dringend abzuraten. Zum einen schaden Sie damit der Zimmerpflanze, zum anderen gefährden Sie auch Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: PHILIPIMAGE/Shutterstock

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