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Gartenprofis verraten: So mischen Sie Pflanzerde für Gemüse

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Die richtige Erde ist entscheidend für das Wachstum und den Ertrag von Gemüse. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Eigenschaften von Pflanzerde für Gemüse und gibt Tipps zur Auswahl, Vorbereitung und Düngung.

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Die Nährstoffansprüche variieren von Gemüse zu Gemüse

Welche Erde eignet sich am besten für Gemüse?

Um optimale Wachstumsbedingungen für Gemüsepflanzen zu schaffen, sollte die Erde bestimmte Eigenschaften besitzen. Eine gute Pflanzerde für Gemüse zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Nährstoffreich: Gemüsepflanzen benötigen ausreichend Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium für ein gesundes Wachstum.
  • Durchlässig: Die Erde sollte gut durchlässig sein, damit Wasser gut abfließen kann und keine Staunässe entsteht, was Wurzelfäule vorbeugt.
  • Locker und luftig: Eine luftige Struktur fördert die Sauerstoffzufuhr zu den Wurzeln und unterstützt deren Wachstum.
  • pH-Wert: Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 gewährleistet eine optimale Nährstoffverfügbarkeit.

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Torffreie Erde als nachhaltige Alternative

Torf wird oft als Bestandteil von Pflanzenerden verwendet, doch der Abbau verursacht Umweltschäden. Nachhaltigere Alternativen ersetzen Torf durch:

  • Kompost: Verbessert die Bodenstruktur und liefert Nährstoffe.
  • Rindenhumus: Lockert den Boden und speichert Wasser.
  • Kokosfasern: Fördern die Belüftung und sind erneuerbar.

Diese Materialien bieten ähnliche Vorteile wie Torf und sind umweltfreundlicher.

Spezialerde für verschiedene Gemüsesorten

Es gibt Spezialerden, die auf die besonderen Bedürfnisse verschiedener Gemüsesorten abgestimmt sind. Diese enthalten genau abgestimmte Nährstoffe und haben eine angepasste Struktur sowie pH-Wert.

  • Tomaten: Erden mit hohem Stickstoff- und Kaliumgehalt fördern Wachstum und Fruchtbildung.
  • Kräuter: Gut durchlässige, nährstoffreiche Erden unterstützen die Wurzelentwicklung.
  • Paprika: Erden mit einem ausgewogenen Nährstoffverhältnis und guter Wasserspeicherfähigkeit sind ideal.

Blumenerde für Gemüse?

Während Blumenerde für Gemüse genutzt werden kann, erfüllt sie oft nicht optimal die speziellen Bedürfnisse von Gemüsepflanzen. Blumenerde sollte deshalb angepasst werden:

  • Nährstoffe hinzufügen: Durch Kompost oder organischen Dünger wird der Nährstoffgehalt erhöht.
  • Torf vermeiden: Torffreie oder torfreduzierte Blumenerden sind besser für die Umwelt und milder für Gemüsepflanzen.
  • Lockerheit verbessern: Durch Sand oder Kokosfasern wird die Durchlässigkeit und Belüftung erhöht.

Die Rolle von Kompost

Kompost ist essenziell für Pflanzerde im Gemüseanbau. Er verbessert die Bodenstruktur, erhöht den Humusgehalt und fördert das Bodenleben. Als natürlicher Dünger liefert er wichtige Nährstoffe und unterstützt die Wurzeln und Pflanzen optimal:

  • Bei sandigen Böden sorgt Kompost für eine bessere Struktur.
  • Lehmböden werden durch Kompost aufgelockert und belüftet.
  • Mikroorganismen und Regenwürmer im Kompost erhöhen die Nährstoffverfügbarkeit.

Erde für Gemüsebeet vorbereiten

Bereiten Sie Ihr Beet gründlich vor, bevor die Gemüsepflanzen eingesetzt werden:

  1. Unkraut entfernen: Entfernen Sie sämtliche Unkräuter, um Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser zu vermeiden.
  2. Boden lockern: Graben Sie den Boden bis zu einer Spatentiefe um und lockern Sie ihn auf.
  3. Kompost einarbeiten: Arbeiten Sie hochwertigen, reifen Kompost in die oberste Bodenschicht ein.
  4. Zusätzliche Maßnahmen: Bei lehmigem Boden Sand zufügen, bei sandigem Boden Tonmehl untermischen.

Nährstoffbedarf von Gemüsepflanzen

Gemüsepflanzen haben unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse:

  • Starkzehrer: Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Kürbisse und Zucchini benötigen viel Dünger.
  • Mittelzehrer: Karotten, Salat und Zwiebeln kommen mit moderater Düngung aus.
  • Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen und Kräuter benötigen weniger Nährstoffe.

Angepasste Düngung je nach Zehrergruppe ist wichtig, um gesunde Pflanzen zu erhalten.

Düngung von Gemüsepflanzen

Regelmäßige Düngung deckt den Nährstoffbedarf der Gemüsepflanzen. Besonders geeignet sind:

  • Kompost: Liefert Nährstoffe und verbessert die Bodenstruktur.
  • Hornspäne: Geben über einen längeren Zeitraum Stickstoff frei.
  • Mineralische Dünger: Sollten richtig dosiert werden, um Überdüngung zu vermeiden.

Starkzehrer wie Tomaten und Kohl benötigen häufigere Düngergaben, während Schwachzehrer wie Bohnen weniger Dünger benötigen.

Pflanzerde für Hochbeete

Für Hochbeete eignet sich spezielle Hochbeeterde, die meist torfreduziert oder torffrei ist und einen hohen Anteil an Kompost und anderen organischen Materialien enthält. Durch natürliche Rotteprozesse sinkt die Erde im Hochbeet regelmäßig ab und muss jährlich nachgefüllt werden.

Pflanzerde für Gewächshäuser

In Gewächshäusern sollte die Pflanzerde eine gute Drainage bieten und gleichzeitig Feuchtigkeit halten, ohne auszutrocknen. Spezielle Gemüseerdfür diesen Zweck eignen sich hierfür genauso gut wie torffreie Erden. Eine vorgedüngte Mischung ermöglicht den Pflanzen einen guten Start.

Bilder: sanddebeautheil / Shutterstock