Lavendel Pflege

Lavendel richtig pflegen

Lavendel ist ein echtes Allround-Talent: Dank der recht langen Blühzeit und der üppigen, meist blauen oder violetten Blüten ist die Pflanze ein Hingucker in jedem Garten. Zugleich lassen sich Blüten und Blätter sehr vielseitig in der Küche sowie im Haushalt verwenden. Die Lavendelpflege ist relativ einfach, ist die Pflanze doch mit reichlich Sonne und einem warmen, trockenen Plätzchen leicht zufriedenzustellen. Nur Nässe und Kälte verträgt sie nicht. Bei guter Pflege kann der Lavendel zwischen 20 bis 30 Jahre alt werden.

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Wann und wie oft muss ich Lavendel gießen?

Wie pflege ich Lavendel? Diese Frage wird oft gestellt, handelt es sich doch um eine mediterrane, wärmeliebende Pflanze. Doch keine Sorge: Lavendel richtig pflegen ist eigentlich nicht schwer. Dazu gehört, dass die Pflanze – schließlich stammt sie aus den trockenen Gebieten des Mittelmeerraumes – vor Feuchtigkeit sowie vor Nässe geschützt werden sollte. Insbesondere Staunässe wirkt sich schädlich auf ihr Wachstum aus, zudem können die Wurzeln faulen und andere Pflanzenteile schimmeln. Sie müssen Gartenlavendel nur dann gießen, wenn der Boden trocken ist – wobei es der Pflanze auch nicht schadet, wenn die Erde für einen kurzen Zeitraum gelegentlich gänzlich austrocknet. Achten Sie auch darauf, der Pflanze nicht zu viel Wasser auf einmal zu verabreichen. Lavendel entwickelt sehr tief reichende Pfahlwurzeln, die sich das Wasser auch aus tieferen Erdschichten holen können. Lediglich Topflavendel sollte häufiger gegossen werden, wobei das Substrat auch hier nur feucht gehalten werden darf, keinesfalls jedoch nass. Gießen Sie am besten früh am Morgen und vermeiden Sie dabei, Blätter und Blüten ebenfalls zu benetzen.

Braucht Lavendel Dünger und wenn ja, welchen?

In so manchem Gartenratgeber ist zu lesen, dass Lavendel alle zwei Wochen gedüngt werden sollte. Dünger ist jedoch in der Lavendelpflege kaum notwendig – erst recht nicht in so kurzen Abständen – da die Pflanze aus einer Region mit traditionell nährstoffarmen Böden stammt. Daher schaden häufige Düngergaben mehr als sie nützen und fördern eher das Verkahlen der Pflanze. Im Prinzip genügt es, Lavendel einmal jährlich mit Kalidünger, Stallmist oder Kompost zu versorgen, am besten zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf einen stickstoffreichen Dünger (wie z. B. Hornspäne), denn dadurch wird vor allem das unregelmäßige Höhenwachstum der Pflanze angeregt.

Ist es sinnvoll, Lavendel zu mulchen?

Nein, von einem Mulchen mit Rindenmulch, Torf oder Sägespänen sollten Sie besser absehen. Das Mulchmaterial speichert zusätzlich Feuchtigkeit, was wiederum die Schimmelbildung beim Lavendel fördert. Außerdem wird dadurch der Boden gesäuert, was der Lavendel ebenfalls nicht verträgt. Besser geeignet ist eine Schicht aus Sand oder Kieselsteinen, die für zusätzliche Wärme sorgt und die Pflanze zudem schön trocken hält.

Was muss ich bei der Pflege von Topflavendel beachten?

Die Wurzeln des Lavendels benötigen sehr viel Platz, weshalb Sie einen möglichst tiefen und weiten Topf auswählen sollten. Je ungehinderter die Wurzeln sich ausbreiten können, desto länger gedeiht die Pflanze. Zudem gilt es, Staunässe durch eine gute Drainage zu vermeiden. Für diesen Zweck schichten Sie mehrere Zentimeter Blähton oder kleine Kieselsteine zuunterst im Topf, dann kann überflüssiges Gießwasser ungehindert abfließen. Der Topfuntersetzer darf zudem nicht mit Wasser gefüllt sein, dieses entfernen Sie am besten regelmäßig.

Welche Arten eignen sich besonders gut für die Haltung im Kübel?

Insbesondere der aparte, aber empfindliche Schopflavendel eignet sich hervorragend für eine Haltung im Kübel.

Ich habe nur einen kleinen Garten, welche Sorte eignet sich dafür gut?

Manche Lavendelsorten können recht hoch werden, manche sogar bis zu einem Meter, so dass kleine Gärten schnell überwuchert werden können. Daher eignen sich für diese klein bleibende, kompakte Lavendelsorten am besten, etwa die nur 30 bis 40 Zentimeter hoch werdende ‚Dwarf blue‘. Diese Sorte ist übrigens winterhart.

Wie oft muss ich Lavendel umtopfen?

Topflavendel sollte einmal im Jahr – am besten im Frühjahr, noch zu Beginn der Vegetationsperiode – umgetopft werden. Wenn Sie gerade eingetopfte Pflanzen beim Gärtner oder im Gartencenter gekauft haben, pflanzen Sie sie möglichst sofort in einen ausreichend großen Topf. In den üblicherweise kleinen Pflanztöpfen werden die empfindlichen Wurzeln zu sehr eingeengt, wodurch Wachstum und Gesundheit des Lavendels eine starke Beeinträchtigung erfahren.

Wie groß muss der Topf sein?

Wählen Sie einen Topf mit mindestens 10 Litern Inhalt. Der ideale Lavendeltopf darf zudem nicht flach (ergo kein Balkonkasten o. ä.), sondern sollte wegen der Pfahlwurzel möglichst tief sein.

Kann ich Lavendel auch als Zimmerpflanze halten?

Lavendel eignet sich nur bedingt als Zimmerpflanze, wie so viele mediterrane Gewächse. Zimmerlavendel richtig pflegen ist keine leichte Aufgabe, denn Sie sollten die natürlichen Lebensbedingungen so gut es geht imitieren. Dazu gehört auch, die Pflanze im Sommer möglichst auf den Balkon zu stellen und im Winter für eine kühle, aber frostfreie Überwinterung zu sorgen. Eine ganzjährige Haltung im (geheizten) Wohnzimmer wird sehr wahrscheinlich zum Absterben des Lavendels führen.

Wann und wie muss man Lavendel schneiden?

Der schnell wachsende Lavendel sollte bestenfalls zwei Mal im Jahr zurückgeschnitten werden, einmal im Frühjahr und ein zweites Mal am Ende der Blütezeit im Sommer. Schneiden Sie die Pflanze etwa um die Hälfte zurück, jedoch ohne allzu viel ins alte Holz zu schneiden – dies verträgt der Lavendel nicht und treibt an der beschnittenen Stelle nicht wieder aus.

Welche Schädlinge können beim Lavendel auftreten und welche Mittel gibt es dagegen?

Der Lavendel hat einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, wodurch Schädlinge in der Regel fern gehalten werden. Nicht ohne Grund sind Duftsäckchen mit getrockneten Lavendelblüten ein beliebtes Mittel gegen Motten im Kleiderschrank. Übrigens fressen auch Schnecken Lavendel nur äußerst ungern an.

Kann ich Lavendel auch als Lavendelbaum ziehen?

Eigentlich handelt es sich bei Lavendel um einen so genannten Halbstrauch, nicht um einen Baum. Da jedoch die älteren (unteren) Pflanzenteile mit der Zeit verholzen, lässt sich mit ein wenig Mühe ein Lavendelhochstamm heranziehen. Damit dieser seine Form behält, muss er jedoch regelmäßig beschnitten werden.

Kann ich auch vom Lavendelbaum ernten?

Natürlich können Sie ebenso von Ihrem Lavendelbaum ernten wie von jedem anderen Lavendel auch.

Kann ich Lavendel im Garten überwintern?

Für die Überwinterung im Freien eignen sich nur bestimmte, frostharte Lavendelsorten. Manche Sorten sollten dagegen ausschließlich im Topf kultiviert werden (wie etwa der beliebte Schopflavendel), da sie wiederum keinen Frost vertragen und erfrieren. Winterharte Lavendelsorten decken Sie im Winter am besten mit Reisig ab, um die Pflanzen so vor dem Austrocknen zu bewahren. Bei länger anhaltenden, sehr frostigen Temperaturen empfehlen sich zusätzliche Schutzmaßnahmen wie beispielsweise das Abdecken mit einer Kokosmatte.

Wie überwintere ich am besten Lavendel im Topf?

Topflavendel sollte niemals im Freien, sondern an einem kühlen, aber frostfreien Ort überwintern. Am besten eignen sich dazu Temperaturen um die 10 bis 12 °C – etwa ein Treppenhaus oder auch das (ungeheizte) Schlafzimmer.

Welche Sorten sind besonders unempfindlich gegenüber Frost?

Die einzige wirklich als winterhart geltende Art ist der so genannte Echte Lavendel (Lavandula angustifolia), wobei insbesondere die etablierten Sorten ‚Hidcote Blue‘ oder ‚Munstead‘ als äußerst robust gelten.

Tipps & Tricks

Trotzdem Lavendel eher wenig gegossen werden sollte, braucht die Pflanze bei sehr heißen sommerlichen Temperaturen mehr Wasser – dann können Sie sie ruhig auch täglich gießen. Sorgen Sie lediglich dafür, dass Ihr Lavendel nicht nass steht!

IJA

Text: Ines Jachomowski

Beiträge aus dem Forum

  1. Maxi
    Geranien...
    Maxi
    Zierpflanzen
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