Schopflavendel: Pflegen und Schneiden

Der Schopflavendel ist eine besonders blütenprächtige Lavendelart und daher besonders bei den Ästheten unter den Hobbygärtnern beliebt. Aber auch mit dem so charakteristischen Duft ist er alles andere als geizig, was ihn auch für kreative Aroma-DIY-Projekte prädestiniert.

schopflavendel
Der Schopflavendel ist nicht nur bei Bienen sehr beliebt

Herkunft

Der Schopflavendel, botanisch Lavandula stoechas, kommt wie auch der bekanntere Echte Lavendel aus mediterranen Gefilden. Sein Verbreitungsgebiet dehnt sich allerdings auch noch weiter nach Süden aus, nämlich bis ins nördliche Afrika auf die Kanarischen Inseln und Madeira. Sein originäres Habitat ist also ein noch etwas wärmeres als das des Echten Lavendels. Für die Kultivierung in Mitteleuropa bedeutet das, dass er nicht dauerhaft ins Freiland gepflanzt werden kann. Im Gegensatz zum Echten Lavendel ist er nämlich nicht frosthart.

Seine ursprünglich bevorzugten Landschaftszonen sind trockene, kalkarme Strauchheiden und lichte Kiefernhaine.

Was man über die Herkunft des Schopflavendels wissen muss:

  • natürliches Verbreitungsgebiet im mediterranen bis nordafrikanischen Raum
  • ist dadurch nicht frosthart
  • bevorzugt kalkarme, trockene, lichte Habitate

Wachstum

Der Schopflavendel wächst als immergrüner Halbstrauch mit besonders stark verzweigten Trieben, wodurch er einen sehr buschigen Habitus entwickelt. In seiner natürlichen Umgebung kann er eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen. Hierzulande in der Topfkultur wird er eher nur 30-50 cm hoch. Die Triebe sind dicht mit Laub besetzt und verleihen dem Schopflavendel eine sehr kompakte Erscheinung.

Blätter

Die Blätter des Schopflavendels haben ähnlich wie beim Echten Lavendel eine nadelartige, lanzettliche Form und erreichen eine Länge von bis zu 4 Zentimetern. Beim Austrieb sind sie noch von einer silbrig-grünen Farbe, später dunkeln sie in ein tanniges Grün ab. Abgesehen von den Blüten geben auch die Laubblätter einen würzig-aromatischen Duft ab, der an Kiefernnadeln erinnert.

Blüte

Die Blüte ist Namensgeber für den Schopflavendel. Ihr besonderes Merkmal sind nämlich die hellvioletten Hochblätter, die schopfartig über den traubigen Rispen stehen. Sie geben dem Strauch im Ganzen einen fröhlich aufgelockerten Akzent, nicht zuletzt wegen des Farbkontrastes zwischen den dunklen, malvenfarbenen Blütenrispen, den hellen Hochblättern und den bräunlichen, filzigen Tragblättern.

Besonders reizvoll ist auch der Duft der Blüten, der besonders kräftig und kampferähnlich würzig ausfällt. Damit zieht er nicht nur zahlreiche, nützliche Garteninsekten an, sondern lädt auch zu Experimenten für aromatische, selbstgemachte Kosmetika oder Feinkost ein.

Die Charakteristika der Schopflavendelblüte:

  • Rispige Scheinähre in dunkler Malvenfarbe mit hellvioletten Hochblättern
  • Sehr aromatischer, würziger Duft
  • Bienenweide

Blütezeit

Die Blütezeit ist leicht sortenabhängig. Die frühesten Sorten öffnen ihre Blüten Ende Mai, die spätesten erst im September.

Standort

Die Anforderungen des Schopflavendels an seinen Standort unterscheidet sich nicht wesentlich von denen des Echten Lavendels. Warm und trocken möchte er es haben, bei möglichst viel Sonnenlicht. Je mehr Sonne, Wärme und Trockenheit er erfährt, desto intensiver wird er sich auf die Produktion der duftenden ätherischen Öle konzentrieren. Achten Sie also besonders auf die Erfüllung seiner originären Standortbedingungen, wenn Sie viele Bienen anlocken und gegebenenfalls etwas Feines aus den Blüten machen möchten.

Zum Merken:

  • Schopflavendel mag es warm und trocken
  • braucht viel Sonnenlicht
  • Je trockener, wärmer und heller, desto höhere Konzentration ätherischer Öle

Erde

Worin der Schopflavendel sich wesentlich vom Echten Lavendel unterscheidet, ist sein bevorzugter ph-Wert. Im Gegensatz zu seinem Artgenossen benötigt er nämlich einen kalkarmen Pflanzgrund. Die Erde sollte also durchaus sauer sein. Dennoch gedeiht er am besten in durchlässiger, magerer, heideartiger Erde, die einen guten Sandanteil hat. Es empfiehlt sich, spezielle Kakteen- oder Kräutererde zu nehmen und sie entsprechend mit Sand oder auch Tongranulat aufzulockern.

Zum Merken:

  • Trockene, durchlässige, kalkarme (!) Erde
  • Am besten Gemisch aus Kakteen- oder Kräutererde und Sand

Gießen

Wie der Echte Lavendel braucht der Schopflavendel nicht viel Wasser. Er ist von Natur aus an lange Trockenheiten und große Hitze angepasst. Gießen Sie ihn also nur mäßig, sodass die Erde nie tropfnass bleibt. Als Gießwasser sollten Sie möglichst weiches, abgestandenes Wasser, idealerweise Regenwasser nutzen.

Düngen

Auch in puncto Nährstoffe ist der Schopflavendel genügsam. Er liebt ein mageres Substrat und braucht auch im Grunde gar nicht gedüngt zu werden. Eventuell können Sie ihm nach dem Auswintern ein wenig niedrig dosierten, kaliumbetonten Dünger geben oder Düngestäbchen einsetzen, um einen kräftigen Austrieb zu fördern.

Im Topf

Als nicht winterharte Art muss der Schopflavendel – zumindest über den Winter hinweg – im Topf kultiviert werden. Grundsätzlich können Sie ihn im Sommer, nachdem die Eisheiligen vorüber sind, aber auch nach draußen verpflanzen – sofern Sie ihm einen passenden Platz und Pflanzgrund bieten können. Spätestens wenn sich der erste Frost ankündigt, müssen Sie ihn aber wieder in den Topf umziehen.

Als Pflanzgefäß eignet sich für den Schopflavendel am besten ein Terracottatopf, da er saugfähig ist und einen trockenen Erdballen fördert. Außerdem unterstreicht das Material den mediterranen Charakter der Pflanze.

Im Topf müssen Sie besonders auf eine gute Durchlässigkeit des Substrats achten: Arbeiten Sie also möglichst eine grobe Drainageschicht aus Blähton in den unteren Teil der sandigen Erdmischung ein.

Umtopfen sollten Sie den Schopflavendel im zeitigen Frühjahr, wenn Sie ihn aus dem Winterquartier holen. Dabei können Sie die Wurzeln gegebenenfalls etwas auslichten, um das Wachstum zu fördern.

Die Regeln für die Topfkultur im Überblick:

  • Über den Winter hinweg Topfkultur Pflicht
  • Im Sommer nach dem letzten Frostrisiko lässt sich Schopflavendel auch auspflanzen
  • Am besten Pflanzgefäß aus Terracotta nehmen
  • Gute Drainageschicht ins Substrat einarbeiten
  • Umtopfen im Frühjahr beim Auswintern

Überwintern

Wie alle nicht frostharten Kulturpflanzen braucht der Schopflavendel eine gesonderte Überwinterungsphase. Angesichtes seiner nordhemisphärischen Herkunft muss er währenddessen zwar vor Minusgraden geschützt sein, braucht aber dennoch gegenüber der Sommerphase eine Temperaturabsenkung. Denn die Jahreszeit Winter ist ihm natürlich nicht unbekannt. Die ideale Überwinterungstemperatur liegt für ihn bei etwa 5 bis 10°C. Hell sollte er es dennoch haben. Ein geeigneter Überwinterungsplatz ist etwa ein Kalthaus, ein Fensterplatz im unbeheizten Treppenhaus oder auf einem Dachboden unter einem Dachfenster.

Gegossen wird der Schopflavendel im Überwinterungsquartier nur sehr sparsam. Schon im Sommer braucht er ja wenig Wasser, im Winter sollte die Gießmenge so weit reduziert werden, dass der Topfballen nicht vollständig austrocknet.

Überwinterung im Überblick:

  • Kühl und hell stellen (5-10°C)
  • Idealer Ort: Kalthaus, unbeheiztes Treppenhaus am Fenster
  • Nur sehr wenig gießen

Winterhart

Es gibt innerhalb der Art Lavandula stoechas auch bedingt winterharte Sorten, die auch dauerhaft ins Freie gepflanzt werden können. Das ist allerdings trotzdem nur in eher milden Regionen zu empfehlen, in denen die Wintertemperaturen selten weit unter den Gefrierpunkt sinken. Sollte es dennoch vereinzelt zu Phasen mit kritischen Minusgraden kommen, lässt sich eine solche Schopflavendelsorte aber auch durch Abdeckung mit Tannenzweigen oder Jute schützen.

Schneiden

Einen Rückschnitt sollten Sie beim Schopflavendel einmal nach der ersten Blüte vornehmen. Undzwar aus zweierlei Gründen: zum einen induziert die Stutzung eine zweite Blüte, über die Sie und Garteninsekten sich freuen können. Zum anderen wird der Strauch durch den regelmäßigen Schnitt schön kompakt und dicht gehalten, was seinem typischen Habitus entspricht und für einen gepflegten Eindruck sorgt. Außerdem dient der Rückschnitt freilich auch der Vermeidung von übermäßiger Verholzung und unschöner Verkahlung.

Um die Kompaktheit noch intensiver zu unterstützen und auch zur Verjüngung können Sie den Schopflavendel auch nach dem Auswintern einmal etwas zurückschneiden. Im Februar oder März, wenn Sie beginnen, ihn wieder an wärmere Temperaturen zu gewöhnen, tut ihm ein präziser Stutzungsschnitt gut. Dadurch wird er auch zu einem vitalen Neuaustrieb angeregt.

Schnittregeln im Überblick:

  • regelmäßiger Rückschnitt hält den Strauch schön kompakt und beugt Verholzung und Verkahlung vor
  • ein verjüngender, austriebsfördernder Rückschnitt nach dem Auswintern
  • ein Rückschnitt nach der ersten Blüte zur Induktion einer zweiten

Vermehren

Stecklinge

Vermehren können Sie den Schopfavendel am einfachsten über Stecklinge. Schneiden Sie dazu etwa 10 cm lange, junge Triebe, befreien sie vom unteren Blattgrün und stecken sie in Pflanzgefäße mit Anzuchterde. Sie können sie mit Folie überziehen, um ihnen ein gleichmäßiges, geschütztes Anwuchsklima zu gewährleisten. Die Pflanzgefäße müssen hell und warm stehen.

Samenanzucht

Auch die Samenanzucht verspricht beim Schopflavendel eine recht hohe Gelingrate. Sie können die Samen außerdem gut selber ernten und über den Winter einlagern. Ab Ende Februar, zum Zeitpunkt der Auswinterung der Mutterpflanze, legen Sie die Samen in Anzuchtschalen mit Anzuchterde und bedecken sie, wenn, dann nur ganz leicht, da es sich hier um Lichtkeimer handelt. Stellen Sie die Schalen an einen hellen, warmen Ort und halten das Substrat vorsichtig feucht. In der Regel keimen die Samen schon nach einer oder zwei Wochen.

Krankheiten

Aufgrund seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen ist der Schopflavendel erfreulich resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Was ihm am ehesten schaden kann, ist zu viel Nässe. Sie kann die Wurzeln faulen lassen und zur Schimmelbildung führen. Gegebenenfalls nistet sich dann auch ein Pilz ein, was allerdings seltenst der Fall ist. In dem Fall entfernen Sie möglichst früh alle erkrankten Pflanzenteile und setzen ein Fungizid ein.

Essbar

Grundsätzlich ist Lavendel natürlich essbar. Er enthält keinerlei Giftstoffe und ist durch seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen auch noch besonders wertvoll.

Auf welche Weise er genießbar wird, ist allerdings eine andere Frage. Denn seine eher zähe, kratzige Pflanzenstruktur und der sehr intensive, fast strenge Duft von Blättern und Blüten machen ihn nicht an sich zu einem roh vernaschbaren Leckerbissen. Aber: Er eignet sich hervorragend zu Aromatisieren von Feinspeisen. Mitgegessen werden die Pflanzenteile dabei eher nicht, möglich ist es aber.

Aromatisieren – Süßes und Herzhaftes!

Durch seine trocken-ätherische Würze eignet sich der Schopflavendel zum Aromatisieren sowohl von Süßspeisen, als auch von Herzhaftem. Toll für eine blumige Note in Kuchen und Co. ist etwa Lavendelzucker, Lavendelsalz hingegen sorgt in Schmorfleischgerichten für eine sehr interessante Note. Empfehlenswert ist es auch, beim Einkochen selbstgemachter Marmeladen, etwa von Aprikosen oder Pfirsichen, jedem Glas eine Lavendelblüte hinzuzufügen.

Öl für Feinschmecker

Nicht zuletzt lässt sich auch Öl wunderbar mit Blüten und frischen Trieben des Schopflavendels verfeinern. Es verleiht insbesondere Wildkräutersalaten eine duftige Note.

Schmackhafter Heiltee

Getrocknete Blüten lassen sich auch zu einem aromatisch-blumigen und heilsamen Tee aufgießen, der verdauungsfördernd und entspannend wirkt.

Tipp

Wenn Sie Ihren Schopflavendel im Sommer auspflanzen möchten, wählen Sie am besten einen nach Süden gerichteten Hang aus. Durch die leicht ins Vertikale gehende Lage kann die Südpflanze noch mehr Sonnenlicht tanken. Steine in unmittelbarer Beetumgebung liefern dem Strauch außerdem auch nach Sonnenuntergang noch eine wohlige Strahlungswärme.

Sorten

Butterfly Garden

Diese Sorte ist durch Bütenrispen in klarem, rötlichem Lila und besonders langen Hochblättern in lichtem Violett gekennzeichnet. Die Hochblätter sind so lang, dass sie zum Überhängen neigen und dadurch einen schwungvollen Schopf bilden. Die Blüten der Lavandula stoechas Butterfly Garden erscheinen im Juli und können bei sorgfältigem Zurückschneiden der verblühten Stände bis in den Oktober nachgebildet werden. Sie verströmen einen angenehmen Duft und sind eine wertvolle Nährquelle für Bienen und andere Insekten.

Mit einer Höhe von 40 bis 80 Zentimetern und einer Breite von nur 20 bis 30 Zentimetern zeigt die Sorte einen sehr straffen, schlanken Wuchs.

Besonders bei der Lavandula stoechas Butterfly Garden ist ihre nennenswerte Frosthärte. In generell eher milden Landesregionen kann sie also durchaus auch dauerhaft im Freiland kultiviert werden.

Madrid

Die Sortenreihe Lavandula stoechas Madrid gibt es mit verschiedenen Blütenfarben, was innerhalb der Schopflavendelart durchaus besonders ist. Denn hier geht das Farbsektrum über das typisch dunkle, dumpfe Lila hinaus. Mit Untersorten wie Madrid Pink, Madrid White oder Madrid Sky Blue zieht mehr kühle Frische in das Erscheinungsbild des Schopflavendels ein: Madrid Pink zeigt Rispen in etwas klarerem Lila und Hochblätter in lichtem Rosé, Madrid White eine komplett Weiße Blüte. Die Madrid Sky Blue kommt mit ihren nachthimmelblauen Rispen und den kontrastiven, frischweißen Hochblättern besonders dekorativ und reizvoll daher.

Die Lavandula stoechas Madrid beginnen etwa ab Juni mit der Blütenöffnung, durch kontinuierliches Ausputzen der verblühten Rispen fördern Sie ihre Neubildung.

Alle Spanischen Schopflavendelsorten haben typisch silbergrünes Laub und werden etwa 40-60 cm hoch bei buschigem, etwa 90 cm breitem Wuchs.

Kew Red

Sehr attraktiv und farbintensiv ist auch die Lavandula stoechas Kew Red. Wie ihr Name schon verrät, geht ihre Blütenfarbe ins Rötliche. Die Rispe zeigt sich in sattem, samtigem Magenta, wovon sich die Hochblätter in zartem Weißrosa abheben. Dazu verströmt das hübsche Gebilde auch noch einen starken, sehr verführerischen Duft. Die erquickliche Blütenpracht präsentiert sich ab Juli und ebbt im August leider schon wieder ab. Von der Wuchshöhe ist die Kew Red mit etwa 40 bis 50 Zentimetern eher etwas kleiner und mit einer schmalen Breite von 30-40 Zentimetern auch deutlich schlanker als viele ihrer Artgenossen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Esin Deniz/Shutterstock
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