Lavendel winterhart

Ist Lavendel winterhart? Winterharte Sorten für den Garten

So mancher Gärtner wundert sich im Frühjahr, weshalb der angeblich winterharte Lavendel den letzten Winter nicht überlebt hat und erfroren ist. Tatsächlich kann man beim Überwintern dieser eher wenig robusten Pflanze - auch wenn in manchen Ratgebern das Gegenteil behauptet wird - ziemlich viel falsch machen. Zu den häufigsten Fehlern zählen eine falsche Sortenauswahl, ein falscher Standort, ein fehlender Winterschutz oder zu häufiges / falsches Gießen. In sehr kalten, aber sonnigen Wintern läuft der Lavendel zudem Gefahr zu vertrocknen.

Winterhart, winterfest oder frosthart?

Zunächst einmal sollten Sie beim Kauf von jungen Lavendelpflanzen ganz genau auf die angegebenen Bezeichnungen hinsichtlich Winterhärte bzw. Frosthärte achten. So mancher unkundige Mitarbeiter eines Gartencenters verwechselt zudem die Begriffe „winterhart“ und „winterfest“ und meint, diese würden dasselbe bezeichnen. Das allerdings ist falsch, denn gerade winterfeste Sorten eignen sich kaum für eine Überwinterung im Garten. Als winterfest werden auch Pflanzen bezeichnet, die lediglich für einen sehr kurzen Zeitraum Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aushalten – sie erfrieren bei längeren Frostperioden jedoch auch dann, wenn sie gut geschützt werden. Greifen Sie stattdessen lieber zu winterharten bzw. frostharten Sorten, diese sind gegenüber Stress durch Dauerfrost und schwankenden Temperaturen deutlich unempfindlicher.

Auf die Klimazone kommt es an

Allerdings sind auch die Einteilungen „winterhart“ und „frosthart“ keine Garantien dafür, dass Ihre Pflanzen den Winter unbeschadet überstehen. Schließlich bedeutet „Winter“ nicht in jedem Teil Deutschlands dasselbe. Deutschland ist in insgesamt sieben Kältezonen eingeteilt, wobei sich die Tiefsttemperaturen ziemlich unterscheiden können. Wenn also eine Lavendelpflanze in Weinbauzonen unbesorgt im Freien belassen werden kann, wird sie in manchen Teilen Bayerns oder an der Küste die tiefen bzw. stark wechselnden Temperaturen kaum überstehen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass Frosthärte und Winterhärte ebenfalls nicht dasselbe meinen. Frostharte Pflanzen überstehen selbst längere Perioden mit Tiefsttemperaturen recht gut, jedoch kaum stark schwankende Klimata.

Winterharte Sorten für den Garten

Das gilt insbesondere für den winterharten Lavendel, der zwar auch tiefere Temperaturen vertragen mag, stark schwankende jedoch nur schwer. Lavendel ist ein mediterranes Klima gewöhnt, das mehr oder weniger gleichbleibende Klimata beinhaltet als die für Teile Deutschland typischen drastischen Temperaturstürze und Wetterwechsel. Daher sollten Sie auch bei winterharten Lavendelsorten auf eine gute Isolierung achten, um die Pflanzen zu schützen. Als winterhart – und damit geeignet für ein Auspflanzen in den heimischen Garten – gelten lediglich die Sorten des Echten Lavendels. Dieser stammt aus Bergregionen zwischen 600 und 1600 Metern Höhe und ist daher robuster. Folgende Sorten haben sich in deutschen Gärten bewährt:

  • Hidcote Blue
  • Munstead
  • Miss Katherine
  • Imperial Gem

Allerdings sollte dieser Lavendel im Winter an einem geschützten, d. h. nicht zugigen Standort stehen, da die Pflanzen keinen (starken) Wind vertragen.

Welche Lavendelsorten sind nicht winterhart?

Alle anderen Lavendelsorten sind nicht winterhart, wobei allerdings der Speiklavendel sowie der Lavandin zumindest teilweise als winterfest gilt. Allerdings sollten diese Pflanzen besser in einem Kalthaus überwintern, ebenso wie der weder winterharte noch winterfeste Schopflavendel. Ebenfalls nicht für eine Überwinterung im Freien geeignet sind der Wolllavendel sowie der farnblättrige Lavendel.

Winterharten Lavendel richtig überwintern

Ab Herbst – ergo im September / Oktober – sollten Sie ausgepflanzten Lavendel nach Möglichkeit mit Reisig oder Laub abdecken. Gut geeignet sind auch spezielle isolierende Kälteschutzmatten wie beispielsweise Kokos- oder Vliesmatten. Das gilt insbesondere für die empfindlicheren jungen Pflanzen, mehrjährige Lavendel sind in dieser Hinsicht robuster. Die Abdeckung schützt die Pflanzen nicht nur vor Kälte, sondern auch vor zu viel Nässe – auch im Winter ist Staunässe für Lavendel tödlich. Daher sollten Sie nur dann gießen, wenn der Boden nicht gefroren ist und das Wasser entsprechend abfließen kann. Ist der Lavendel mit Schnee bedeckt, sollten Sie diesen auf keinen Fall entfernen – die Schneedecke schützt Pflanzen vor der Kälte.

Lavendel nicht zu spät beschneiden

Bei vielen Gartenpflanzen gehört die herbstliche Beschneidung zur Vorbereitung auf den Winter – nicht jedoch beim Lavendel. Dieser darf spätestens Anfang August das letzte Mal beschnitten werden, da die verblühten Stängel einen natürlichen Kälteschutz für den Winter bilden. Ein später Schnitt raubt der Pflanze zudem unnötig Kraft, da viele Sorten danach noch einmal zu blühen beginnen.

Vorsicht bei Frost und Sonne

Auch die Sonne kann dem eigentlich sonnenhungrigen Lavendel im Winter gefährlich werden. Insbesondere bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verdunstet die Feuchtigkeit von Blättern und Boden an sonnigen Tagen schneller, als die Pflanze das Wasser aufnehmen kann. In diesem Fall droht die Pflanze auszutrocknen, weshalb Sie sie regelmäßig auf Anzeichen dafür kontrollieren und entsprechend handeln sollten. Auch Dauerfrost mag der Lavendel nicht und braucht dann einen guten Schutz durch Pflanzenmatten – ganz besonders dann, wenn kein Schnee liegt.

Tipps & Tricks

Kübellavendel ist immer anfälliger als ausgepflanzter Lavendel, weshalb für diesen andere Regeln gelten. Wenn die Töpfe draußen stehen bleiben sollen (und eventuell nur kurzzeitig reingeholt werden), können Sie sie mit Schutzmatten umwickeln und den Lavendel selbst mit Reisig abdecken.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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