Lavendel pflanzen

Lavendel richtig pflanzen

Ein Kräutergarten ohne den stark duftenden und vielseitig verwendbaren Lavendel ist undenkbar - insbesondere in einem mediterranen Beet zusammen mit Rosmarin, Thymian, Oregano & Co. Die hübschen, üppigen blauen bis violetten Blüten sind in jedem Garten ein Hingucker. In diesem Artikel verraten wir Ihnen die besten Tipps & Tricks, wie Sie Lavendel auch in Ihrem Garten - oder auf dem Balkon - anbauen können.

Woher stammt der Lavendel?

Der aus der Familie der Lippenblütler stammende Lavendel kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo er auch heute noch wild wächst. Im hohen Mittelalter brachten reisende Mönche des Benediktinerordens das Heilkraut über die Alpen, wo es schnell eine neue Heimat in vielen Kloster- und auch Bauerngärten fand. Mittlerweile ist der sonnenhungrige Lavendel aber in fast allen Klimagebieten der Welt verbreitet.

Wie sieht Lavendel aus?

Lavendel zählt botanisch zu den Halbsträuchern. An der Basis verholzen die bis zu 60 Zentimeter lang wachsenden Triebe. Die Blätter sind graugrün, filzig behaart und am Rand nach außen eingerollt, um die Verdunstung zu verringern. Die Blüten sind meist violett, manche Sorten auch weiß, rosa oder dunkelblau. Sie stehen an der Triebspitze in so genannten Scheinähren. Zuerst sieht man den gefärbten Kelch, aus dem sich dann die intensiv duftenden Blüten entfalten.

Wofür kann ich Lavendel nutzen?

Vor allem die Blüten enthalten ätherische Öle – die für den betörenden Duft der Pflanze verantwortlich sind – Kumarine und Flavonoide. Hinzu kommen außerdem Gerb- und Bitterstoffe. Junge Triebspitzen und Blätter würzen Kräutersaucen, Fischsuppen, Eintöpfe und Lammgerichte. Sie ähneln im Geschmack dem Rosmarin. Innerlich angewendet wirkt Lavendel beruhigend und hilft bei Blähungen. Ein Tee aus den Blüten ist daher ideal bei Stresszuständen, soll aber auch bei Herz-Kreislauf-Problemen hilfreich sein. Sie können Lavendel aber auch als Badezusatz verwenden oder Kopfschmerzen mit Hilfe des betörenden Duftes des Lavendelöls vertreiben. Wenig begeistert von diesem Geruch sind auch Motten. Duftkissen mit getrockneten Lavendelblüten helfen, das Ungeziefer aus Kleiderschränken fernzuhalten. Des Weiteren spielt Lavendel eine große Rolle als Duftgeber in Parfüms und Seifen.

Woher bekomme ich Pflanzen?

Jungpflanzen sind in jedem Gartencenter oder auch in vielen Gärtnereien erhältlich. Sie können jedoch auch Samen kaufen und Ihre Lavendelpflanzen selbst heranziehen. Bedenken Sie aber, dass Lavendel sehr langsam wächst.

Ist Lavendel mehr- oder einjährig?

Lavendel ist eine mehrjährige Pflanze, die allerdings kräftig geschnitten werden muss und zudem recht kälteempfindlich ist. Vor allem in kälteren Regionen braucht Lavendel einen Winterschutz aus Reisig, manche Sorten können bei uns sogar nur im Topf gehalten werden. Dazu zählt etwa der besonders aromatische Schopf-Lavendel, der Kälte nur sehr schlecht verträgt und daher frostfrei, aber kühl und möglichst hell überwintert werden sollte.

Welchen Standort braucht Lavendel?

Ideal ist eine sonnige, vor Wind geschützte Stelle. Hier sollte möglichst von morgens bis abends die Sonne scheinen. Dies ist nicht nur wichtig, damit der Lavendel üppig gedeiht – Sie werden den Unterschied deutlich schmecken und riechen können. Nicht umsonst sind mediterrane Kräuter wie der Lavendel so besonders geschmacks- und aromaintensiv. Ein halbschattiger Standort ist eher suboptimal, da das Kraut dann nicht seine volle Intensität entwickeln kann. Vorsicht bei Bodensenken: In ihnen sammelt sich kalte Nachtluft, was der wärmeliebende Lavendel gar nicht schätzt.

Passt Lavendel in eine Kräuterspirale?

Ideal für den Anbau von Kräutern – insbesondere in einem kleinen Garten – ist die Kräuterspirale. Damit ist einfach ein in Spiral- oder Schneckenform errichteter und mit Steinen eingefasster Erdhügel. Planen Sie die Spirale möglichst großzügig, denn ist sie zu klein, bedrängen sich die Pflanzen gegenseitig und leiden unter Lichtmangel. Eine mögliche Bepflanzung könnte etwa so aussehen: Feuchtigkeitsliebende Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie können Sie am Fußende der Spiralmauer anpflanzen, Trockenheit liebende Kräuter wie Bohnenkraut, Majoran, Ysop, Pimpinelle oder Salbei weiter oben. Die Süd- und Westseite bietet dagegen ideale Bedingungen für Thymian, Rosmarin und Lavendel. Auf der Nord- und Ostseite fühlen sich vor allem Schnittlauch, Minze, Kresse, Melisse und Sauerampfer wohl.

Welche Erde bevorzugt das Kraut?

Lavendel hat als typisch mediterranes Gewächs nur einen geringen Bedarf an Feuchtigkeit und Nährstoffen. Daher sollten Sie den kleinen Strauch, der immerhin aus felsigen Regionen stammt, möglichst mager halten. Ideale Standorte sind daher ein Trockenmäuerchen oder ein sonniger Steingarten. Die Erde sollte durchlässig und leicht kalkhaltig sein.

Welchen Abstand benötigt Lavendel?

Lavendel benötigt recht viel Platz, da die Pflanze buschig wächst. Daher sollten Sie die einzelnen Jungpflanzen im Abstand von etwa 30 Zentimetern einpflanzen.

Wann kann ich Lavendelpflanzen vorziehen?

Wenn Sie Freude an der eigenen Anzucht haben, können Sie die feinen Samen im März in einem warmen Frühbeet oder in Schalen auf der Fensterbank aussäen. Die Samen keimen meist unregelmäßig und brauchen zum Aufgehen zwischen zwei bis drei Wochen. Lavendel ist ein Lichtkeimer, d. h. Sie dürfen die Samen keinesfalls mit Erde bedecken. Ab Mai können Sie die Jungpflanzen in den Garten setzen.

Wie kann ich Lavendel vermehren?

Üblicherweise wird Lavendel durch Teilung bzw. durch Stecklinge vermehrt. Für die Stecklingsvermehrung schneiden Sie im Frühjahr – noch vor der Blütezeit – einige Triebspitzen ab und stecken Sie sie in ein sandiges Substrat. Zuvor können Sie die Schnittstelle noch in Bewurzelungspulver tauchen. Halten Sie das Substrat leicht feucht, jedoch nicht nass. Wundern Sie sich nicht, dass die Stecklinge nicht zu wachsen scheinen – es dauert sehr lange, bis die jungen Pflanzen Wurzeln schlagen.

Kann ich Lavendel auch im Topf kultivieren?

Lavendel eignet sich hervorragend für die Topfkultur, braucht aber ausreichend tiefe und große Töpfe. Die Pflanze entwickelt eine sehr tiefreichende Pfahlwurzel, weshalb flache Gefäße – wie beispielsweise Schalen oder auch Balkonkästen – ungeeignet sind. Insbesondere der Schopf-Lavendel ist wie geschaffen für eine Kübelhaltung auf Balkon oder Terrasse.

Wann muss ich Lavendel umtopfen?

Lavendel braucht allerdings recht viel Platz, deshalb sollten Sie die Pflanze besser einmal zu oft als einmal zu wenig umtopfen. Am besten eignet sich für eine solche Aktion das Frühjahr, bevor die ersten neuen Triebe zu sprießen beginnen.

Kann Lavendel auch ins Gartenbeet?

Ja, Lavendel fühlt sich in Gesellschaft mit anderen (mediterranen) Kräutern, aber auch im Gemüse- oder Blumenbeet sehr wohl. Allerdings eignen sich nicht alle Sorten für das Auspflanzen ins Freie, für diesen Zweck wählen Sie am besten den Echten Lavendel.

Wann blüht Lavendel?

Je nach Sorte blüht Lavendel den gesamten Sommer hindurch: Blütezeit ist zwischen Juni und September. Schneiden Sie welke Blütenähren am besten gleich weg.

Ist Lavendel giftig?

Nein, Lavendel ist nicht giftig. Ganz im Gegenteil: Das Kraut ist bereits seit Jahrhunderten als Duft-, Würz- und Heilkraut bekannt.

Welche Pflanzenteile kann ich wie nutzen?

Vor allem die Blüten des Lavendels werden genutzt, meist getrocknet, aber auch frisch gepflückt. Sparsam dosiert, lassen sich auch die jungen Blätter als Gewürz verwenden.

Wann und wie kann ich ernten?

Junge Blättchen und Zweige können Sie jederzeit nach Bedarf schneiden. Zum Trocknen schneiden Sie die Blütentriebe, sobald sich die kleinen Blütchen geöffnet haben. Dazu werden die Blütenstiele in der Mittagssonne abgeschnitten und bei mäßiger Hitze getrocknet. Danach rebelt man die Blüten ab und bewahrt sie in einem dunklen Gefäß auf.

Kann man Lavendel als Hecke pflanzen?

Mit Lavendelsträuchern können Sie auch niedrige Hecken anpflanzen. Damit lassen sich vor allem Kräuter- und Rosenbeete wunderbar einfassen.

Gute Nachbarn / Schlechte Nachbarn

Lavendel harmoniert besonders gut mit anderen mediterranen Kräutern, aber auch mit duftenden Rosen.

Tipps & Tricks

Wenn Sie Lavendel in Töpfe einpflanzen wollen, sollten diese mindestens einen Durchmesser von 20 Zentimetern haben. Zudem sorgt ein Abflussloch im Boden dafür, dass keine Staunässe entstehen kann. Um Lavendel anbauen zu können, empfehlen sich Töpfe aus Ton oder Holz, denn diese können Feuchtigkeit speichern und die Pflanze so vor dem Austrocknen bewahren.

IJA

Text: Ines Jachomowski

Beiträge aus dem Forum

  1. Maxi
    Geranien...
    Maxi
    Zierpflanzen
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