Kirschbäume regelmäßig auslichten

Ein gesunder, ertragsstarker Kirschbaum zeichnet sich durch einen gut entwickelten Kronenbau aus. Bevor der Kirschbaum zu tragen beginnt, muss durch den sachgerecht ausgeführten Auslichtungsschnitt über mehrere Jahre ein lebensfähiges Kronengerüst aufgebaut werden.

Kirschbaum auslichten

Auslichtungsschnitt als wichtige Kronengestaltungsmaßnahme

Unter Auslichtungsschnitt versteht man eine der Kronengestaltung dienende Schnittmaßnahme. Beim Auslichten werden ältere, starke Zweige und Äste, die sich als überflüssig oder störend für den Aufbau der Krone erwiesen haben, abgestorben oder erkrankt sind, entfernt. Im Ergebnis sollen die übrig gebliebenen Zweige mehr Luft und Licht bekommen und das Kronengerüst eine bessere Struktur erkennen lassen.

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Beim Auslichten handelt es sich keinesfalls um die “Schönheitspflege”, vielmehr wird durch das regelmäßige Greifen zur Baumschere bzw. Säge im erheblichen Maße zur Gesundheit, Blüh- und Ertragsfreudigkeit des Kirschbaums beigetragen. Denn eine dichte, ungenügend durchlüftete und belichtete Krone stellt immer eine Brutstätte für zahlreiche Krankheiten und Schädlinge dar. Auch die Fruchtqualität lässt bei fehlendem Auslichtungsschnitt nach.

Unterschiede im Wuchs von Süß- und Sauerkirschen

Da die Süßkirschbäume einen anderen Wuchscharakter haben, als die Sauerkirschbäume, fallen die Schnittmaßnahmen dieser beiden Kirschbaumarten unterschiedlich aus. Während die Süßkirsche von Natur aus stark und aufstrebend wächst, verzweigt sich die Sauerkirsche gern und bildet starke Langtriebe. Zudem ist es bei den meisten Sauerkirschsorten erforderlich, das abgetragene Fruchtholz regelmäßig zu beseitigen, da diese Kirschen ausschließlich am einjährigen Trieb fruchten.

Praktische Ausführung

Ein Auslichtungsschnitt kann problemlos in Eigenregie durchgeführt werden, wenn man einige Hinweise beachtet:

  • das Auslichten möglichst bereits im Spätsommer, d. h. Ende August, Anfang September vornehmen,
  • der Mittelast und starke, aufrecht wachsende Holztriebe sind zu erhalten,
  • zu dicht stehende Äste sind nicht nur abzuschneiden, sondern bis zur Ansatzstelle wegzunehmen,
  • sich gegenseitig störende, nach innen gerichtete Triebe sind an der Basis zu entfernen,
  • die Wasserschosse an verkahlten Astteilen sind bis auf einige wenige, die ihrer Ernährung dienen, zu beseitigen.

Tipps & Tricks

Häufig liest man in den Gartenratgebern von einem “Schnitt auf Auslage”. Dabei handelt es sich um ein Abschneiden des aufrecht wachsenden Triebes in Höhe der untersten, nach außen stehenden Knospe.

Text: Burkhard

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