Kirschbaumblüte fördern, Ertrag sichern

Ende April öffnen sich unter den ersten warmen Sonnenstrahlen die Knospen der Kirschbäume und verwandeln die Obstgärten in blühende und duftende Landschaften. Je zahlreicher die Blüte, umso größer die Aussicht auf einen reichen Ertrag.

Kirschbaumblüte

Förderung der Blütenbildung

Die Kirschblüten sind nicht um ihrer selbst willen da, ihre Aufgabe besteht vor allem darin, Früchte und Samen hervorzubringen. Natürlich werden manche Kirschsorten ausschließlich wegen ihrer spektakulären Blüte im Frühjahr kultiviert. In den meisten Gärten jedoch werden die Süß- und Sauerkirschbäume gepflanzt, um von ihnen Früchte zu ernten.

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Bei einem jungen Kirschbaum ist die Blütenbildung geringer als die Triebbildung. Schließlich soll sich zunächst ein kräftiges Kronengerüst entwickeln, bevor der Baum Früchte zu tragen beginnt. Die Blütenbildung wird von vielerlei Faktoren beeinflusst: Nährstoffversorgung, Kronenaufbau, Standort- und Wetterbedingungen.

Der regelmäßige Schnitt fördert die Blühfreudigkeit. Dabei ist es wichtig, zwischen Blatt- und Blütenknospen zu unterscheiden. Eine Blütenknospe ist dicker als eine Trieb- bzw. Blattknospe. Endet der beschnittene Zweig mit einer Blütenknospe, wächst der Trieb an dieser Stelle nicht mehr weiter. Deshalb sollte immer auf eine Blattknospe, aus der sich ein neuer Trieb entwickeln kann, geschnitten werden.

Blütezeit

Die Süßkirsche beginnt bereits Mitte April zu blühen. Die empfindliche Blüte kann durch den späten Frost gefährdet werden. Nasses Wetter zur Blütezeit beeinträchtigt den Fruchtansatz. Die Sauerkirsche ist aufgrund ihrer verhältnismäßig späten Blütezeit vom Ende April bis Anfang Mai vor Spätfrösten besser geschützt. Zum Ende der Blütezeit sollte man die Kirschbäume mit Netzen vor den Vögeln schützen, die die Früchte sonst innerhalb weniger Tage bereits im halbreifen Zustand abfressen.

Bestäubung

Damit die Blüte zur Frucht wird, muss diese bestäubt und ihre im Fruchtknoten befindlichen Samenanlagen befruchtet werden. Die meisten Süßkirschensorten sind nicht selbstfruchtbar und brauchen eine Befruchtersorte, die zur selben Zeit blühen muss. Unter den Sauerkirschen gibt es viele selbstfruchtbare Sorten, bei denen bereits Bestäubung der Narbe mit Pollen des gleichen Baumes zur Befruchtung führt.

Tipps & Tricks

Die Natur legt offenbar Wert auf Vermeidung der Selbstbefruchtung, denn bei zahlreichen, an sich selbstfruchtbaren Sorten werden männliche und weibliche Organe in einer Blüte zu verschiedenen Zeiten reif.

Text: Burkhard

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