Kirsche

Kirschernte: Tipps und Tricks für die perfekte Ernte

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Saftige, aromatische Kirschen frisch vom Baum – ein Genuss, auf den sich viele Gartenbesitzer freuen. Dieser Artikel liefert wertvolle Tipps zur Bestimmung des perfekten Erntezeitpunkts, schonenden Pflückmethoden sowie der optimalen Lagerung und Verarbeitung.

Kirschen ernten

Den perfekten Erntezeitpunkt bestimmen

Der optimale Zeitpunkt für die Ernte von Kirschen variiert je nach Sorte, Wetterbedingungen und gewünschtem Reifegrad. Generell gilt: Je reifer die Kirschen, desto süßer und aromatischer sind sie, jedoch sind überreife Kirschen anfälliger für Fäulnis.

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Kirschwochen als Orientierungshilfe

Die sogenannten Kirschwochen geben eine praktische Orientierung für den Erntezeitpunkt verschiedener Sorten. Diese beginnen etwa Anfang Mai mit frühen Sorten wie ‚Früheste der Mark‘ und enden Ende Juli mit späten Sorten wie ‚Lapins‘.

Reifegrad anhand von Farbe, Größe und Festigkeit erkennen

Neben den Kirschwochen gibt es weitere Anzeichen, die auf den Reifegrad hinweisen:

  • Farbe: Reife Kirschen haben eine sortentypische Färbung, die von hellrot bis schwarzrot reicht.
  • Größe und Form: Reife Kirschen sind prall und rund.
  • Festigkeit: Reife Kirschen geben auf leichten Druck nach, sind aber nicht matschig.
  • Stiel: Der Stiel löst sich leicht vom Ast.
  • Geschmack: Eine Geschmacksprobe bestätigt den Reifegrad – reife Kirschen sind süß und saftig.

Kirschen richtig pflücken

Beim Pflücken der Kirschen ist sorgfältiges Arbeiten wichtig, um die Früchte und das Fruchtholz nicht zu beschädigen.

Pflücken mit Stiel

Um die Haltbarkeit zu verlängern, sollten Kirschen samt Stiel gepflückt werden. So bleibt der Saft in der Frucht und das Risiko von Fäulnis wird minimiert. Reife Kirschen lassen sich leicht vom Ast abdrehen.

Pflücken mit Schere

Eine alternative Methode ist das Pflücken mit einer Schere. Der Stiel wird direkt unterhalb des Zweiges abgeschnitten, um Verletzungen am Fruchtholz zu vermeiden. Diese Methode eignet sich besonders für kleinere Mengen und ist schonend für die Pflanze.

Kirschen richtig lagern

Kirschen sind empfindlich und sollten möglichst schnell verzehrt oder weiterverarbeitet werden.

Lagerung im Kühlschrank

Im Kühlschrank halten sich Kirschen etwa zwei bis drei Tage, wenn sie ungewaschen in einer flachen Schale oder einer gelochten Tüte bei 1 bis 3 °C gelagert werden. Dabei sollten die Stiele an den Früchten bleiben, um Saftverlust zu vermeiden.

Haltbarmachung durch Einfrieren oder Einkochen

Um die Kirschsaison zu verlängern, können die Früchte eingefroren oder zu Kompott, Marmelade, Saft oder Likör verarbeitet werden. Vor dem Einfrieren sollten Kirschen entstielt und entkernt werden. Durch Schockfrosten bleiben sie auch nach dem Auftauen formstabil. Eingefrorene Kirschen sind etwa ein Jahr haltbar. Eingekochte Kirschen können wahlweise mit oder ohne Kern verwendet werden und halten ebenfalls etwa ein Jahr.

Kirschsorten und ihre Eigenschaften

Es gibt zahlreiche Kirschsorten, die sich in Geschmack, Größe, Farbe und Reifezeit unterscheiden.

Süßkirschen

Süßkirschen sind bekannt für ihren süßen Geschmack und das saftige Fruchtfleisch. Zu den gängigen Sorten gehören:

  • ‚Burlat‘: Frühreifend mit großen, dunkelroten Früchten.
  • ‚Kordia‘: Mittelspät reifend mit herzförmigen, großen Früchten.
  • ‚Regina‘: Spät reifend mit großen, dunkelroten Früchten.

Sauerkirschen

Sauerkirschen haben einen säuerlichen Geschmack und eignen sich gut zum Backen und Einkochen. Bekannte Sorten sind:

  • ‚Schattenmorelle‘: Mittelspät reifend mit dunkelroten Früchten.
  • ‚Morellenfeuer‘: Spät reifend, ebenfalls mit großen, dunkelroten Früchten.

Knorpelkirschen

Knorpelkirschen zeichnen sich durch festes, knackiges Fruchtfleisch aus. Bekannte Sorten sind:

  • ‚Große Prinzessin‘: Mittelspät reifend mit großen, dunkelroten Früchten.
  • ‚Hedelfinger‘: Spät reifend mit großen, dunkelroten Früchten.

Kirschbäume vor Schädlingen und Vögeln schützen

Leider sind Kirschen auch bei Schädlingen und Vögeln beliebt. Einige Maßnahmen zum Schutz sind:

  • Schutznetze anbringen: Feinmaschige Netze schützen effektiv vor der Kirschessigfliege und anderen Insekten. Die Maschenweite sollte 0,8 x 0,8 mm betragen. Das Netz sollte nach der Bestäubung gut verschlossen werden.
  • Vogelschutzmaßnahmen: Reflektierende Bänder oder grobmaschige Netze halten Vögel wie Stare, Amseln und Spatzen fern. Die Netze sollten eng anliegen, um ein Verfangen der Vögel zu verhindern.
  • Insektenfallen und Nützlinge einsetzen: Insektenfallen reduzieren Schädlinge wie die Kirschfruchtfliege. Nützliche Insekten wie Marienkäfer oder Schlupfwespen dienen zur natürlichen Schädlingsbekämpfung.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Kirschbäume effektiv zu schützen und eine erfolgreiche Ernte zu gewährleisten.