Sortenvielfalt bei den Kirschbäumen

Bei der Auswahl der Sorte sollte man sich nicht allein nach den Fruchteigenschaften, Aussehen, Geschmack, Form, Größe und Reifezeit richten. Vielmehr sollten die standörtlichen Gegebenheiten und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge die Wahl bestimmen.

Kirschbaumsorten
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Die Süßkirsche (prunus avium) und die Sauerkirsche (prunus cerasus) gehören beide der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse an. Die Arten der Süßkirsche sind Knorpel-Kirsche und Herz-Kirsche. Die Sauerkirsche gibt es als Strauchweichsel und als Baumweichsel. Die Süßkirschen haben glatte, glänzende Haut und festes, oft helles Fruchtfleisch. Die Früchte der Sauerkirschen sind weich und saftig mit dunkelrotem Fruchtfleisch.

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Die Kirschbäume bringen nur dann reichlich Frucht, wenn möglich zahlreiche Blüten befruchtet werden. Die selbstunfruchtbaren Sorten fruchten nur dann, wenn sie von einer fremden Sorte der gleichen Art befruchtet werden. Auch bei den selbstbefruchtenden Sorten wirkt sich eine geeignete Befruchtersorte in der Nachbarschaft positiv auf den Ertrag aus.

Süßkirschensorten

Eine der ältesten Knorpelkirschsorten ist die Große Schwarze Knorpelkirsche, die aus Frankreich stammt und heutzutage weit verbreitet ist. Ihre Beliebtheit verdankt sie der Süße ihrer Früchte und ihren regelmäßig hohen Erträgen. Es handelt sich dabei allerdings um einen stark wachsenden Kirschbaum, der eine geeignete Befruchtersorte braucht. Es ist eine mittelspäte bis späte Sorte.

Die sehr frühe und deshalb von dem Kirschfruchtfliegenbefall weitgehend verschonte Sorte ist Kassins Frühe Herzkirsche – eine gesunde, robuste, aus Werder stammende Kirschsorte. Sie braucht ebenfalls einen Befruchtungspartner, wächst mittelstark bis stark und liefert konstant gute Erträge. Weitere bekannte Süßkirschsorten sind:

  • Büttners Rote Knorpelkirsche (bereits aus dem Jahr 1795 stammende, großfruchtige Sorte mit leuchtend gelber Haut),
  • Burlat (frühreife Sorte mit sehr hohen Erträgen, deshalb häufig im gewerbsmäßigen Anbau verwendet),
  • Hedelfinger Riesenkirsche (anpassungsfähige Sorte für warme und kalte Lagen),
  • Lapins (kompakt wachsende, selbstfruchtbare Sorte für kleine Gärten).

Sauerkirschsorten

Die wohl bekannteste, am meisten angebaute, sehr alte Sauerkirschsorte ist die Schattenmorelle, nicht zuletzt weil sie hohe Erträge bei recht geringer Pflege liefert. Ihre Frucht wird für die Herstellung von Marmeladen und für den Kuchenbelag verwendet. Sie hat den charakteristischen saueren Geschmack und ist sehr saftig.

Die Schattenmorelle, die auch an nicht besonders warmen Standorten gedeiht, ist ein schwachwüchsiger Baum bzw. Strauch für kleine Hausgärten. Wie die meisten Sauerkirschsorten, ist sie selbstbefruchtend und eignet sich als Befruchter für andere Kirschsorten, die zu gleicher Zeit blühen. Die Sorte Köröser Weichsel – ein starkwüchsiger Baum – ist ebenfalls für ihre geringen Standortansprüche bekannt. Weitere Sauerkirschsorten sind:

  • Ludwigs Frühe (anpassungsfähige Sorte, süßsäuerlich)
  • Fanal (hat große Früchte, wächst auch auf leichten und schweren Böden)
  • Morellenfeuer (mildsauer, aromatisch, späte Sorte)
  • Werdersche Glaskirsche (helles, wenig saueres Fruchtfleisch, frühe Sorte, anspruchslos)

Tipps & Tricks

Wer keinen Platz für mehrere Kirschbäume hat, kann es auch mit einem “Familienbaum” versuchen. Diese werden im Online-Handel angeboten und beinhalten drei verschiedene Kirschsorten an einem Baum.

Text: Burkhard

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