Liebenswerte Monster – fleischfressende Pflanzen für zu Hause

Viele Menschen bezeichnen diese faszinierenden Gewächse ja sogar als unheimliche Zimmergenossen, in einigen Artikeln haben wir im Gartenjournal bereits über diese exotischen Pflanzenarten berichtet. Für Fliegen und viele andere Insekten ist so ein Sitzplatz in der Nähe von Sumpfkrug, Taublatt, Fettkraut und natürlich der Venusfliegenfalle jedenfalls der denkbar ungünstigste Ort.

Fleischfressende Pflanzen Zierpflanzen
Fleischfressende Pflanzen wie die Venusfalle sind faszinierend

Sind erst die hochsensiblen Blattinnenseiten und Fühlborsten stimuliert, werden die Pflanzen in der Regel nicht lange fackeln und klappen zu. Die Falle füllt sich ziemlich rasch mit einem schnell wirkenden Verdauungssekret, das die eingeschlossenen Opfer nach und nach zu Flüssigdünger umwandeln wird.

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Schaut man sich dieses Naturschauspiel zum ersten Mal an, ohne dass einem diese außergewöhnliche Pflanzenspezies vorher bekannt war, sieht man die bis dahin klar gezogene Abgrenzung zwischen der Pflanzen- und Tierwelt verwischt. Dennoch haben nur die wenigsten Menschen dazu Gelegenheit, das zerstörerische Treiben dieser bizarren Gewächse in freier Wildbahn beobachten zu können. Es mag das exotisch anmutende Äußere der Pflanzen, die Neugier oder auch ein durchaus prickelnder Gruseleffekt sein, dass sich immer mehr Menschen diese kleinen grünen Monster zum Bestaunen auf die heimische Fensterbank holen – manche sogar als Haustierersatz. Bei guter Pflege, viel Licht und einer möglichst hohen Luftfeuchtigkeit, bieten sich im heimischen Wohnzimmer durchaus gute Chancen, die raffinierten Insektenfänger aus der botanischen Gattung der Karnivoren erfolgreich zu züchten.

Pflege der grünen Fleischfresser

Für kleinere Pflanzen eignen sich am besten Glasgefäße mit einem etwas größeren Bauch, die ähnlich einem Treibhaus funktionieren. Größere Exemplare zieht man daher auch am Sichersten in einem Minigewächshaus auf der Fensterbank, aber NIEMALS direkt über dem Heizkörper platziert, auf. Etwas eleganter geht es mit einem beleuchteten Terrarium. Licht ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren dieser Exoten, da sich ansonsten unverhältnismäßig lange und optisch nicht besonders schöne Triebe ausbilden könnten. Weiterhin darf zum Gießen nur vollständig kalkfreies Wasser benutzt werden. Optimal, wenn es aus der Regentonne kommt, oder gefiltertes Leitungswasser verwendet wird. Düngen ist total tabu! Beim Kauf des Substrats wäre ein ungedüngtes Gemisch aus Quarzsand (14,90€ bei Amazon*) und Torf optimal, da die Fleischfresser es am Liebsten leicht sauer, nährstoffARM, dafür aber gleichmäßig und ausreichend feucht mögen. Eine Besonderheit gilt noch für den Winter, denn während dieser Zeit reichen ihnen Temperaturen zwischen fünf und fünfzehn Grad, allerdings ebenfalls bei guter Helligkeit, völlig aus. Bleibt die Frage: Wo gibt es diese Pflanzen?

Fleischfressende Pflanzen von Fangblatt

Eine recht attraktive Auswahl an diesen exotischen Raritäten fanden wir im Onlineshop von Fangblatt. Auch wenn bei einigen Arten nur noch wenige Exemplare vorhanden oder sogar gerade ausverkauft sind, stammen die farbenprächtigen Angebote von einem erfahrenen Züchter mit 20-jähriger Erfahrung. Neben verschiedenen Starter-Sets von „Kleiner Hunger“ bis zu „Vielfraß“ und „Nimmersatt“ fanden wir bei Redaktionsschluss der November-News unter anderem die folgenden Sorten:

  • Sarracenia Alanta: grüne bzw. rötliche bis ins Schwarze gehende Fangblätter, die 30 cm hoch werden im blühfähigen 9er-Rundtopf für 24,00 Euro;
  • Sarracenia Flava: leicht kultivierbar für Anfänger mit hellgrünen bzw. hellgelben Schläuchen; winterhart, robust und später bis zu 50 cm hoch für 14,99 Euro/9er-Vierkanttopf;
  • Sarracenia Minor: winterharte Schlauchpflanze mit ganz eigener Fangtechnik und grün leuchtenden Fangblättern und grün/weißen Blüten im 9er-Vierkanttopf für 49,99 Euro;
  • Drosera Binata: wird bis 40 cm hoch und ist für Moorbeete geeignet; in zwei Größen im 9er- bzw. 12er-Rundtopf für 4,99 Euro (Größe M) oder 14,99 Euro (Größe L);
  • Heliamphora („Der Sumpfkrug“): die Diva unter den Karnivoren mit der typisch nickenden, kleinen Klappe, die im Sommer auch ins Freiland kann; Preis für den 7 bis 10 cm hohen 9er-Rundtopf: 15,99 Euro.
Text: Fred Lübke

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