Einen Feuerahorn als Bonsai ziehen

Das filigrane Laub, welches im Herbst in leuchtende Farben getaucht ist, macht den Feuerahorn zu einem attraktiven Objekt für die Kunst der Bonsaigestaltung. Diese Art lässt sich durch Schnittmaßnahmen an Blättern, Trieben und Wurzeln formen. Auch Drahttechniken sind möglich.

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Im Herbst hat der Feuerahorn seinen großen Auftritt

Schnittechniken

Feuerahorne erweisen sich als schnittverträglich, denn sie treiben nach intensiveren Eingriffen innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen zuverlässig aus. Rückschnitte sind zwischen Januar und Februar üblich, wenn der Baum keinen Saft führt und noch blattlos ist. Bei Bedarf können Sie das Gehölz mehrfach in einem Jahr bis Anfang August beschneiden. Dadurch entwickelt der Bonsai feine Verzweigungen.

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Rückschnitt

Bei den Schnitteingriffen steht die Aststellung im Vordergrund. Frische Triebe dürfen sich nicht überdecken. Sind dickere Stämme erwünscht, kürzen Sie diese ab einer Länge von mindestens 20 Zentimeter auf zwei bis drei Blattpaare ein. Möchten Sie den Zweig zum Verzweigen anregen, sollten Sie diesen ab zehn Zentimeter auf ein bis zwei Laubblattpaare zurückschneiden. Entfernen Sie dickere Exemplare, nachdem die Blätter ausgetrieben sind.

Wurzelschnitt

Wenn Sie den Bonsai im Frühjahr umtopfen, sobald die Knospen anschwellen, erfolgt der Schnitt des Wurzelballens. Dabei reduzieren Sie die Wurzeltriebe um ein Drittel. Solche Eingriffe animieren Feuerahorne zur Bildung neuer Wurzeln. Auf diese Weise lässt sich ein Wurzelansatz formen.

Drahten

Mit dieser Gestaltungsmethode sollten Sie so früh wie möglich und idealerweise direkt nach dem Austrieb starten. Je mehr die Zweige verholzen, desto größer ist die Bruchgefahr. Wenn Sie sorgfältig vorgehen, lassen sich auch ein- bis zweijährige Exemplare biegen. Geeignet sind Kupferdrähte mit einem Millimeter Durchmesser oder 1,5 Millimeter starke Aludrähte.

Regelmäßig kontrollieren

Innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen härtet das Holz aus, sodass Sie den Draht entfernen können. Spätestens zum Ende des Sommers sollten alle Stabilisierungsdrähte abgewickelt werden, denn dann setzt ein intensives Dickenwachstum ein. Spuren von eingedrückten Bonsaidrähten sind häufig zu sehen, da der Feuerahorn eine glatte Rinde besitzt. Diese Strukturen wachsen im Laufe der Zeit aus.

Hinweise zum Pflegen

Die Kombination aus stickstoffreicher Düngung und übermäßiger Bewässerung sorgt für ein vegetatives Wachstum mit erhöhter Geschwindigkeit. In der Folge entwickelt der Bonsai Triebe mit langen Abständen zwischen den einzelnen Knoten. Dieses Phänomen ist in der Anzuchtphase kein Problem. Im späteren Alter müssen Sie den Baum durch regelmäßige Rückschnitte in einer kompakten Form halten.

Tipps

Die Nährstoffversorgung erfolgt vom Blattaustrieb bis zur Herbstfärbung alle zwei Wochen. Verwenden Sie Flüssigdünger oder Düngekegel. Im Frühjahr sollten Sie so wenig wie möglich gießen.

Standort

Feuerahorne sind an Freilandbedingungen angepasst, sodass sich ein Bonsai nicht für die Zimmerkultur eignet. Das Gehölz bevorzugt einen Platz in der Sonne. An extrem heißen Tagen zeigt es sich dankbar über eine Beschattung während der Mittagszeit. Luftige Plätze mit windigen Bedingungen sind optimal.

Text: Christine Riel
Artikelbild: rivermartin/Shutterstock

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