Clematis

Clematis schneiden: Wann & wie? So geht’s richtig!

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Clematis, bekannt für ihre üppige Blütenpracht, benötigt einen regelmäßigen Rückschnitt, um ihre Schönheit und Gesundheit zu erhalten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden zur Pflege verschiedener Clematis-Sorten, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Schnittbedürfnisse und Blühzeiten.

Clematis zurückschneiden oder nicht

Die drei Schnittgruppen der Clematis: Ein Wegweiser zur optimalen Pflege

Clematis lassen sich in drei Schnittgruppen einteilen, die Ihnen helfen, die individuellen Bedürfnisse Ihrer Pflanze zu verstehen und sie optimal zu pflegen. Diese Einteilung orientiert sich am Blühzeitpunkt und gibt Aufschluss darüber, wann und wie stark zurückgeschnitten werden sollte.

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Schnittgruppe 1: Sanfter Rückschnitt für Frühjahrsblüher

Zu dieser Gruppe gehören die frühen Blüher, die ihre Blüten am Holz des Vorjahres tragen. Ein regelmäßiger Schnitt ist hier nicht erforderlich. Um die Pflanze zu verjüngen oder in Form zu halten, können Sie nach der Blüte im späten Frühjahr behutsam einzelne Triebe einkürzen. Typische Vertreter dieser Gruppe sind die Clematis alpina und Clematis macropetala.

Schnittgruppe 2: Ausgewogener Schnitt für zweimal Blühende

Diese Clematis-Sorten erfreuen uns mit zwei Blühphasen – im Frühjahr an den alten Trieben und im Sommer an den neuen Trieben. Ein leichter Rückschnitt im späten Winter oder frühen Frühjahr sowie ein weiterer Schnitt nach der ersten Blüte fördern eine harmonische Blüte. Insbesondere großblumige Hybriden werden auf ein Drittel bis zur Hälfte zurückgeschnitten, um sowohl die Frühjahrs- als auch die Sommerblüte zu begünstigen.

Schnittgruppe 3: Kräftiger Rückschnitt für Sommerblüher

Diese Gruppe umfasst Sorten, die ausschließlich an den neuen Trieben des Jahres blühen. Ein kräftiger Rückschnitt im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr regt einen starken Neuaustrieb und damit eine reiche Blüte im Sommer an. Typische Vertreter sind die Clematis viticella und ihre Hybriden. Diese werden nahe am Boden, auf eine Höhe von 10 bis 20 cm, zurückgeschnitten.

Der Pflanzschnitt: Eine gute Basis für alle Clematis-Sorten

Unabhängig von der Schnittgruppe empfiehlt sich bei neu gepflanzten Clematis ein sogenannter Pflanzschnitt. Dieser fördert das Einwurzeln und schafft eine optimale Grundlage für die Verzweigung und das kräftige Wachstum der Pflanze.

  • Reduzierung der Höhe: Kürzen Sie neu gepflanzte Clematis großzügig auf eine Höhe von 30 bis 50 cm zurück.
  • Entfernung von Knospen und Blüten: Opfern Sie vorhandene Knospen oder Blüten, damit die Pflanze ihre Energie in die Entwicklung eines starken Wurzelwerks und robuster Triebe investieren kann.
  • Ziel des Pflanzschnitts: Ein gut verzweigtes Wurzelwerk ist die Grundlage für eine gesunde, stark blühende Clematis.

Clematis schneiden: Zeitpunkt und Vorgehensweise

Ein fachgerechter Schnitt ist entscheidend für eine üppige Blüte und gesundes Wachstum. Wann und wie Sie Ihre Clematis schneiden, hängt von ihrer Zugehörigkeit zu einer der drei Schnittgruppen ab.

  • Schnittgruppe 1: Ein Auslichten oder Verjüngen nach der Blüte im Mai oder Juni ist ausreichend. Entfernen Sie bei Bedarf verholzte Haupttriebe nahe dem Boden oder dünne Seitentriebe.
  • Schnittgruppe 2: Kürzen Sie die Triebe im Spätherbst oder frühen Frühjahr um etwa ein Drittel bis zur Hälfte. Nach der ersten Blüte im Sommer schneiden Sie verblühte Teile direkt unter dem ersten Blattpaar ab.
  • Schnittgruppe 3: Schneiden Sie die Pflanze im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr bis auf etwa 30 Zentimeter über dem Boden zurück.

Verwenden Sie für den Rückschnitt aller Clematis-Gruppen ein scharfes und sauberes Schneidwerkzeug, um Krankheiten vorzubeugen. Desinfizieren Sie die Werkzeuge zwischen den Schnitten verschiedener Pflanzen, um die Übertragung möglicher Krankheitserreger zu vermeiden.

Abweichungen von der Schnittgruppe: Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, von den Standard-Empfehlungen der Schnittgruppen abzuweichen, um die Gesundheit und das Erscheinungsbild Ihrer Clematis zu optimieren oder spezielle Gestaltungsziele zu erreichen.

  • Standortanpassung: Lassen Sie Ihre Clematis zunächst in die Höhe wachsen, wenn sie ein Gehölz beranken soll.
  • Verjüngungsschnitt: Bei Clematis, die Rankgitter oder Obelisken beranken, empfiehlt sich alle vier bis fünf Jahre ein stärkerer Rückschnitt.
  • Blütenaspekt: Gestalten Sie die Blütezeit und Blütenfülle durch kreative Anpassungen des Schnittzeitpunkts und der Schnitthöhe.
  • Kombination mit anderen Pflanzen: Passen Sie die Blütezeit Ihrer Clematis durch einen gezielten Schnitt an die Blütezeiten von Begleitpflanzen an.

Mit diesen individuellen Schnittmaßnahmen fördern Sie die Gesundheit und das Erscheinungsbild Ihrer Clematis und erreichen gleichzeitig Ihre persönlichen Gartengestaltungsziele.

Bilder: mamado / iStockphoto