Clematis richtig schneiden – Ein Tutorial
Clematis begeistern mit einer überbordenden Artenvielfalt. Die furiose Auswahl erstreckt sich von frühblühenden über sommerblühenden bis hin zu zweimal blühenden Waldreben. Die Pflege könnte so einfach sein, wären für den Rückschnitt nicht unterschiedliche Termine und Schnittführungen zu beachten. Lassen Sie sich nicht länger verunsichern. Dieses Tutorial macht Sie vertraut mit allen Schnittarten zum richtigen Zeitpunkt.
- Alle Schnittarten und Termine
- 🍂 Herbst-Spezial: Schnittkalender
- Pflanzschnitt
- Erhaltungsschnitt Frühblüher
- Verjüngungsschnitt Frühblüher
- Erhaltungsschnitt Sommerblüher
- Verjüngungsschnitt Sommerblüher
- Erhaltungsschnitt zweimalige Blütezeit
- Verjüngungsschnitt zweimalige Blütezeit
- Häufig gestellte Fragen
- Gemüsebeet-Planer
Schnittarten und Termine im Überblick
Eine überbordende Vielfalt prächtiger Clematis-Arten und Sorten lässt die Schnittpflege vordergründig als kompliziertes Unterfangen erscheinen. In der Tat werden einige Waldreben selten oder wenig geschnitten, wohingegen andere einem radikalen Rückschnitt zu unterziehen sind. Ein wichtiger Anhaltspunkt für Schnittzeitpunkt und Vorgehensweise ist die Blütezeit. Die folgende Tabelle umfasst für die beliebtesten Clematis alle wichtigen Schnittarten mit empfehlenswerten Terminen.
Clematis-Blütezeit | Schnittart | bester Termin | Schnittart | bester Termin | Schnittart | bester Termin |
---|---|---|---|---|---|---|
Frühblühende Arten | Pflanzschnitt | nach der Pflanzung | Auslichtungs- und Erhaltungsschnitt | nach der Blütezeit im Mai/Juni | Verjüngungsschnitt | Anfang November bis Ende Februar |
Sommerblühende Arten | Pflanzschnitt | nach der Pflanzung/im folgenden Frühjahr | Erhaltungsschnitt | November bis Januar | Verjüngungsschnitt | November bis Januar |
Zwei Mal blühende Arten | Pflanzschnitt | nach der Pflanzung/im folgenden Frühjahr | Erhaltungsschnitt | November bis Januar sowie im Juni | Verjüngungsschnitt | in 5-Jahres-Intervallen im November/Dezember |
Erfahrenen Clematis-Gärtnern wird die Terminverschiebung bei sommer- und zweimal-blühenden Arten ins Auge fallen. Bis vor einigen Jahren galt der Februar als idealer Zeitpunkt für den Erhaltungsschnitt. Im Zuge der Klimaerwärmung plädieren versierte Experten dafür, die genannten Waldreben-Arten bereits zwischen November und Januar zu schneiden. Mildes Winterklima führt zu einem frühzeitigen Austrieb, der im Februar der Schere zum Opfer fällt.
Hintergrund
Gesetzgeber hat bei Terminwahl das letzte Wort
Pflanzschnitt – Schnittführung gilt für alle Clematis-Arten
Unabhängig vom Zeitpunkt der Pflanzung oder den später folgenden Blütezeiten sollten Sie alle Skrupel überwinden und Ihre Clematis einem kräftigen Pflanzschnitt unterziehen. Die Schnittmaßnahme bezweckt eine dichte Verzweigung am Ansatz der Jungpflanze, die durch spätere Rückschnitte lediglich im Rahmen einer radikalen Verjüngung nachgeholt werden kann. So gelingt der fachkundige Pflanzschnitt an allen Waldreben-Arten:
- Bester Zeitpunkt ist im unmittelbaren Anschluss an die Pflanzung
- Alle Triebe zurückschneiden bis auf 20 oder 30 Zentimeter über dem Boden
- Die Schnitthöhe so bemessen, dass ein Knospenpaar stehen bleibt
Sofern Sie eine blühende Clematis als Containerpflanze im Sommer in die Erde setzten, holen Sie den Pflanzschnitt im November oder Dezember bitte nach. Letzter Termin, um von den Vorzügen des Aufbauschnitts zu profitieren, ist im Februar/März nach dem Pflanzjahr. Bei frühlingsblühenden Waldreben verläuft der Schnitt zulasten der nächsten Blütezeit. Wir empfehlen Ihnen dennoch, auf die wenigen Blüten zu verzichten zugunsten einer langfristigen, reich verzweigten Clematis in Premium-Qualität.
Hintergrund
Pflanzschnitt baut auf botanisches Wachstumsgesetz
Frühblüher wenig schneiden – Anleitung Erhaltungsschnitt
Populäre Arten, wie Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) oder Berg-Waldrebe (Clematis montana) und deren Sorten sowie die meisten Wildarten legen im Frühjahr ihr Blütenkleid an. Die Knospen für das florale Festival haben die Pflanzen bereits im Vorjahr anlegt, häufig im direkten Anschluss an die Blütezeit. Ein Rückschnitt ist an früh blühenden Clematis heikel, weil er die Blütenanlagen vernichten könnte. Da die Waldreben dieser Kategorie von Natur aus viele Jahre lang vital bleiben, steht ein Schnitt ohnehin nicht auf dem regelmäßigen Pflegeprogramm. Wachsen Ihnen die Prachtexemplare über den Kopf, blühen spärlich oder verkahlen, weckt ein Erhaltungsschnitt die floralen Lebensgeister. So machen Sie es richtig:
- Bester Zeitpunkt ist während des Verblühens, spätestens bis Juni
- Zu lange, verkahlende oder beschädigte Triebe um ein Drittel oder die Hälfte zurückschneiden
- Oberhalb eines nach außen gerichteten Augenpaares schneiden
- Abgestorbene Äste am Ansatz abschneiden
Das anschließende Zeitfenster reicht aus für ein kräftiges Wachstum sowie die Knospenanlage für das nächste Jahr. Wie untenstehende Abbildung demonstriert, schneiden Sie idealerweise nicht alle Triebe gleich stark zurück, sondern beschränken den Umfang auf das unbedingt Notwendige.
Frühblüher verjüngen – wann und wie Sie es richtig machen
Ihre natürliche Vitalität bewahrt eine frühblühende Clematis nicht vor floralen Alterserscheinungen. Wenn die Äste vergreisen, von unten her verkahlen und jede einzelne Blüte eine Sensation ist, kommen Sie an einem Verjüngungsschnitt nicht mehr vorbei. So gelingt die Revitalisierung mit Schere und Säge:
- Bester Zeitpunkt ist zwischen November und Januar
- Alternativ-Termin im Februar bis 1. März
- Zu Beginn das Totholz auslichten
- Verbliebene Triebe zurückschneiden auf eine Länge von 30 bis 60 Zentimetern
- Schere oder Säge oberhalb von Knospen oder schlafenden Augen ansetzen
Den Verjüngungsschnitt runden Sie sinnvoll ab mit einer großzügigen Portion Kompost und Hornspänen. Verabreichen Sie 3 Liter reifen Laubkompost mit 100 Gramm Hornspänen je Quadratmeter Wurzelscheibe und gießen reichlich bemessen nach. Alternativ bringen Sie das Wachstum in Schwung mit einem Clematis-Spezialdünger, wie Kölle’s Beste oder Cuxin DCM.
Exkurs
Dekorative Unterpflanzung täuscht über kahle Strauchbasis hinweg
Selten zu schneidende Clematis-Arten, wie Clematis montana und andere Frühblüher neigen zu einer kahlen Strauchbasis. Indem Sie die Wurzelscheibe mit konkurrenzschwachen Stauden bepflanzen, nehmen Sie die Lücke aus dem Blickfeld. Geeignet als Unterpflanzung sind Blaukissen, Tagetes, Elfenblumen und Purpurglöckchen. Weil alle Waldreben sich einen schattigen Sockel und eine sonnige Krone wünschen, profitieren ebenfalls alljährlich geschnittene Arten und Sorten vom floralen, schattenspendenden Fußvolk.
Sommerblüher kräftig schneiden – Anleitung Erhaltungsschnitt
Am halbschattigen Standort blühen die Italienische Waldrebe (Clematis viticella), die Gold-Waldrebe (Clematis tangutica), die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) und ihre atemberaubenden Hybriden, wie ‚Jackmanii‘, unermüdlich von Juni bis Oktober. Wie für sommerblühende Sträucher charakteristisch, erscheinen Knospen und Blüten am diesjährigen Holz. Im Anschluss an den Pflanzschnitt folgt die Schnittpflege besonderen Regeln, die diesem Wachstum Rechnung tragen. So machen Sie es richtig:
- Bester Zeitpunkt ist zwischen November und Januar
- Alle Triebe rigoros auf 10 bis 30 Zentimeter zurückschneiden
- Abgeschnittene Äste vorsichtig aus der Rankhilfe herausziehen
Untenstehende Abbildung verdeutlicht den kräftigen Rückschnitt an sommerblühenden Waldreben. Ziel der Schnittführung ist das Wachstum von diesjährigen Langtrieben. Je länger ein neuer Trieb im Sommer gedeiht, desto mehr Blüten wird er tragen. Kombinieren Sie den Erhaltungsschnitt mit einer Nährstoffversorgung im Februar/März, um das Ergebnis zu optimieren.
Exkurs
Stauden-Clematis wie Sommerblüher schneiden
Einige der prachtvollsten Clematisarten klettern und verholzen nicht. Clematis integrifolia und daraus hervorgegangene Sorten erblühen zwischen Juni und September an den diesjährigen, straff aufrechten, unverholzten Trieben. Im Winter frieren die Pflanzen zurück, wie der Gärtner es von krautigen Stauden kennt. Ein Rückschnitt bis auf 20 Zentimeter zwischen November und Januar schafft Platz für den frischen Austrieb im zeitigen Frühjahr. Folglich sind Stauden-Clematis bezüglich der Schnittpflege zu behandeln, wie ihre kletternden, verholzenden Artgenossen mit sommerlicher Blütezeit.
Vergreiste sommerblühende Clematis verjüngen – so geht es
An sommerblühenden Clematis haben Gärtner nur selten über Vergreisung und Verkahlung zu klagen. Der kräftige Erhaltungsschnitt wirkt ähnlich einer kontinuierlichen Verjüngung. Sofern Sie einige Jahre die Schnittpflege versäumt oder eine ungeschnittene Clematis geerbt haben, drehen Sie mit dieser Schnittführung die Zeit zurück:
- Im November/Dezember den gesamten Kletterstrauch kürzen auf 20 Zentimeter
- Folge: die Triebstücke trocknen sukzessive zurück
- Ergebnis: frischer Austrieb aus dem Wurzelstock
Schneiden Sie die überalterten Äste nicht bodeneben ab, weil sie ansonsten bis zu den Wurzeln eintrocknen und nicht mehr austreiben.
Tipp
Wenn eine sommerblühende Clematis bereits im Juli ihre Blütezeit beendet, ist dies kein Hinweis auf eine Vergreisung. Unter dem Einfluss vieler Sonnenstunden und hoher Temperaturen hat sich die Waldrebe schlichtweg verausgabt. Schneiden Sie die Kletterkünstlerin Anfang August nochmals zurück, treibt sie sogleich wieder aus und erstrahlt Mitte September mit neuen Blüten.
Zweimal blühende Waldreben am besten zweimal schneiden
Eine Herausforderung an die Schnittführung stellen Waldreben dar, die zweimal im Jahr erblühen. Paradebeispiel für die florale Meisterleistung sind die opulenten Hybriden mit gefüllten Blüten. Den ersten Blühtermin von Mai bis Juni absolvieren die Klettersträucher mit Kurztrieben, die dem vorjährigen Holz entsprießen. Der zweite Blütenflor von August bis September entfaltet sich an den diesjährigen Langtrieben und erscheint als ungefüllte Blüten. So bewältigen Sie den Erhaltungsschnitt mit Bravour:
- Bester Zeitpunkt für den ersten Schnitt ist zwischen November und Januar
- Kletterranken um ein Drittel oder ein Viertel einkürzen
- Schwachwüchsige Clematis um die Hälfte zurückschneiden
- Bester Zeitpunkt für den zweiten Schnitt ist im Juni
- Verwelkte Blüten abschneiden bis zum nächsten Blattpaar
Im Fokus der Schnittpflege stehen die einjährigen Triebe mit ihren kurzen, seitlichen Verzweigungen. An dieser Stelle präsentieren sich die üppig gefüllten Clematisblüten im Frühsommer. Je weniger vom wertvollen Blütenholz erhalten bleibt, desto prächtiger das Erscheinungsbild. Die Spätsommerblüte profitiert davon, wenn die verwelkten Blüten ausgeputzt werden. Die Waldrebe investiert keine Energie in das Wachstum von Samenständen sondern lenkt die Kräfte in neue Blüten.
Hintergrund
Triebarten zu unterscheiden, heißt das Schnittergebnis zu optimieren
Zweimal blühende Clematis regelmäßig verjüngen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Moderates Schneiden an zweimal blühenden Clematis resultiert zwangsläufig in einer vorzeitigen Vergreisung. Es bildet sich ein undurchdringliches Gewirr als alten, jungen und abgestorbenen Trieben, das nach der ordnenden Hand des Gärtners ruft. Mit Schere und Säge gebieten Sie dem Alterungsprozess Einhalt, indem Sie in 5-Jahres-Intervallen einen Verjüngungsschnitt vornehmen. So gehen Sie Schritt für Schritt sachkundig vor:
- Sämtliche Triebe zurückschneiden auf eine Höhe von 30 bis 50 Zentimetern
- Idealerweise als Ansatzpunkt für Schere oder Säge ein Paar schlafende Augen wählen
- Totholz nicht bodeneben kappen, sondern auf 20 Zentimeter einkürzen
Es ist kein Grund zur Beunruhigung, wenn postwendend alle Triebe zurücktrocknen. Setzen Sie unbeirrt die Nährstoff- und Wasserversorgung fort, selbst wenn anschließend keine Bodentriebe mehr zu sehen sind. Unter normalen Rahmenbedingungen dürfen Sie sich im nächsten, spätestens im übernächsten Frühjahr über einen vitalen Austrieb und eine verjüngte Clematis freuen.
Exkurs
Perfekte Schnittführung setzt in Knospennähe an
Clematis gedeihen mit gegenständigen Knospen. Das erfordert im Rahmen der Schnittpflege besondere Schnitt-Technik. Ein vitaler Austrieb ist darauf angewiesen, dass Sie in kurzer Distanz zu zwei einander gegenüberliegenden Augen schneiden. Setzen Sie die Schere idealerweise 3 bis 5 Millimeter oberhalb eines Knospenpaares an. Schneiden Sie zu weit entfernt, behindert der Triebstummel den Austrieb. Schneiden Sie zu nah oder in die Knospen hinein, trocknen diese ein und sterben ab. Halten Sie die Schere leicht schräg vom Knospenpaar weg, damit Regen- und Gießwasser schnell abläuft.
Häufig gestellte Fragen
Sind alle Clematis winterhart?
Bis auf wenige Ausnahmen sind Clematis-Arten und Sorten gut winterhart. Leichter Winterschutz ist empfehlenswert bei Clematis florida, Clematis texensis sowie immergrünen Arten, wie Clematis armandii. Problematischer als strenger Frost erweist sich im Beet eine lang anhaltende Winternässe. Es ist daher ratsam, die Wurzelscheibe mit Nadelreisig zu bedecken, um Hagel, Schnee und Dauerregen abzufangen. Im Kübel ist die Frosthärte von Waldreben eingeschränkt aufgrund der exponierten Position ihrer Wurzelballen. Umhüllen Sie die Gefäße vor Wintereinbruch mit Vlies, Jute oder Noppenfolie und schieben einen Holzblock unter den Topfboden.
Sind Waldreben giftig?
Waldreben bergen ein giftiges Geheimnis. Die prachtvollen Blütenpflanzen sind leider durchströmt von giftigem Protoanemonin und anderen Toxinen. Ein kurzer Hautkontakt reicht aus, um den betroffenen Gärtner mit allergischen Reaktionen zu quälen. Der Verzehr von Blüten, Früchten oder Blättern verursacht Übelkeit und Erbrechen. Tiere sind ebenfalls nicht vor den Giftstoffen gefeit. Wählen Sie den Standort für Clematis daher bitte außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren. Tragen Sie bei Pflege- und Schnittarbeiten Schutzkleidung. Das Schnittgut entsorgen Sie vorsichtshalber in der Biotonne und nicht auf dem Kompost.
Wie kann ich am laublosen Clematistrieb erkennen, ob er noch lebt?
Wenn Clematis sich in ihrer Winterruhe befinden, tragen sie keine Blätter und erscheinen leblos. Damit Sie lebendes Holz von Totholz unterscheiden können, führen Sie den Vitalitätstest durch. Zu diesem Zweck schneiden Sie ein Triebstück ab und vergewissern sich am Querschnitt, ob das Innere noch grün und saftig ist. Kommt hingegen braunes, trockenes Gewebe zum Vorschein, können Sie den Ast auslichten.
Wann ist die beste Pflanzzeit für Clematis?
Erfahrene Clematis-Experten, wie Deutschlands führender Clematiszüchter, Friedrich Manfred Westphal, plädieren für den Spätsommer und Frühherbst als beste Pflanzzeit. Während der Monate August, September und Oktober finden junge Waldreben die idealen Rahmenbedingungen vor. Bei einer Bodentemperatur von 14 bis 20 Grad Celsius verwurzeln die Pflanzen zügig und starten im Frühjahr in ihre erste Gartensaison mit einem vitalen Wachstumsvorsprung.
Die Blätter meiner immergrünen Clematis sind im Winter braun geworden. Soll ich das Laub entfernen oder die gesamte Pflanze zurückschneiden?
Immergrüne Clematis reagieren auf pralle Wintersonne und strengen Frost mit braunen, welken Blättern. Entfernen Sie das erfrorene Laub und stärken Sie die Waldrebe mit Dünger, damit sie frische Blätter austreibt. Wenn Sie die Pflanze jetzt zurückschneiden, fällt die diesjährige Blüte aus. Immergrüne Arten machen es, wie Clematis montana, Clematis alpina oder auch Rhododendren und Forsythien; sie legen die Knospen für die nächste Blütezeit bereits im Sommer des Vorjahres an.
Clematis mit Clematiswelke – was kann ich tun?
Gegen die Clematiswelke stehen Gärtner bislang auf verlorenem Posten. Ausgelöst wird die fatale Krankheit durch einen Pilzerreger, der sich bislang gegenüber Bekämpfungsmitteln als resistent erwiesen hat. Für diese Notsituation ist das Knospenpaar als eiserne Reserve gedacht, das Sie bei der Pflanzung in die Erde setzten. Schneiden Sie die betroffene Waldrebe bis kurz über dem Boden zurück und verabreichen einen guten Dünger. Die Abwehrkräfte der Pflanze entscheiden darüber, ob ein erneuter Austrieb in Gang kommt. Achten Sie während der Wartezeit auf eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung. Wenn Sie sich zukünftig mit Clematiswelke nicht herumplagen möchten, pflanzen Sie die Italienischen Waldrebe (Clematis viticella) und daraus hervorgegangenen Sorten, die von der Krankheit weitgehend verschont bleiben.
Meine Waldrebe entstammt der neuen Envipo-Zuchtlinie. Was ist beim Rückschnitt zu beachten?
Die magischen Neuheiten im Reich der Waldreben begeistern mit riesigen, üppig gefüllten Blüten. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. Für die Schnittpflege resultieren daraus die Regeln für sommerblühende Arten und Sorten. Schneiden Sie zwischen November und Dezember alle Triebe kräftig zurück bis auf 30 Zentimeter. Knospen für das nächstjährige Blütenschauspiel erscheinen erst am frischen Austrieb, sodass Sie mit einem winterlichen Termin nichts falsch machen können.
Die 3 häufigsten Schnittfehler
Die Schnittpflege von Clematis erscheint auf den ersten Blick kompliziert. Lassen Sie sich von unterschiedlichen Schnittführungen und Zeitpunkten nicht daran hindern, die hochkarätige Blütenschönheit in ihre Gartengestaltung zu integrieren. Handeln Sie nach dem Motto „Übung macht den Meister“. Dank einer gutmütigen Schnittverträglichkeit lassen sich die meisten Schnittfehler innerhalb kurzer Zeit aus der Welt schaffen. Die folgende Tabelle möchte Sie vor den drei häufigsten Irrtümern bewahren:
Schnittart | Schadbild | Vorbeugung/Korrektur |
---|---|---|
Frühblühende Arten im Spätwinter geschnitten | Totalausfall der diesjährigen Blütezeit | Frühlingsblüher im Mai/Juni schneiden |
Sommerblühende Arten nie geschnitten | wenige Blüten, vorzeitige Vergreisung | Sommerblüher jedes Jahr kräftig zurückschneiden |
kein Pflanzschnitt | spärliche Verzweigung an der Strauchbasis | nach der Pflanzung alle Triebe auf 20-30 cm einkürzen |
Tipp
Bei veredelten Clematis-Sorten kann mitunter die Wildunterlage durchtreiben. Aus der Wurzelscheibe sprießen straff aufrechte Wildtriebe, die dem Edelteil die Wasser- und Nährstoffversorgung streitig machen. Sie können die starkwüchsigen Wasserschosser identifizieren an einer anderen Laubform sowie an großen markant größeren Blattabständen, Internodien genannt. Entfernen Sie Wildtriebe möglichst schnell, damit sie die edle Clematis nicht überwuchern.