Bäume als Sichtschutz im Garten pflanzen

In der Regel kann ein Garten mit einer gewöhnlichen Sichtschutzhecke aus Kirschlorbeer oder blühenden Sträuchern vor neugierigen Blicken geschützt werden. Bei Gärten in Hanglage oder neben Hochhäusern können für die entsprechende Privatsphäre aber auch Bäume als hoher Sichtschutz notwendig sein.

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Buchen können auch als Hecke geschnitten werden

Abstände aus rechtlichen und praktischen Gründen einhalten

Die Pflanzung starkwüchsiger Baumsorten erfordert ohne Zweifel eine weitaus durchdachtere Planung als die Gestaltung eines Blumenbeets der einer niedrigen Sträucherhecke. Schließlich können Bäume schnell Größen und Höhen erreichen, die Änderungen und Pflegemaßnahmen mitunter sehr aufwändig oder teuer machen. Stellen Sie sich also im Vorfeld die Frage, wie nah Sie mit den zu pflanzenden Bäumen an die Grundstücksgrenze heranrücken dürfen und sollten. Immerhin kann für Nachbarn nicht nur die Höhe der Bäume an sich, sondern auch der verursachte Schattenwurf im Laufe der Jahre zum Problem werden. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass in die Höhe geschossene Bäume nach etlichen Jahren aufwändig entfernt werden müssen, um bei Sturmböen kein Damoklesschwert für den eigenen Dachstuhl darzustellen.

Die richtige Baumsorte auswählen

Bei der Suche nach der richtigen Baumsorte als Sichtschutz ist grundsätzlich die Frage zu klären, ob die gewünschte Blickabschirmung auch im Winter gegeben sein soll und muss. Bäume wie Ahorn, Buche, Weide und Pappel verlieren als Laubbäume im Winter ihre Blätter, sodass nur der Stamm und die Äste für eine gewisse Blickabschirmung sorgen können. Anders sieht die Sache dagegen bei Kiefern, Fichten und Tannen aus, die als Nadelbäume auch im Winter nahezu unverändert für den gewünschten Sichtschutz im Garten sorgen können. Es gilt aber auch andere Faktoren wie den üblichen Habitus der jeweiligen Baumsorte zu bedenken. So gelten Pappeln zwar im Allgemeinen als sehr rasch wachsend, bleiben dafür aber in ihrem Wuchs relativ schmal. Bei Pappeln als Sichtschutz wäre daher eine relativ dichte Pflanzung in Heckenform notwendig. Eine breitere Baumkrone bildet ein Ahornbaum, dieser verzweigt sich im unteren Stammbereich aber auch kaum. Soll der grüne Sichtschutz bis zum Boden hinab eine grüne Wand bilden, so ist eher zur Pflanzung von Fichten zu raten. Diese dürfen allerdings mit zunehmendem Alter im unteren Bereich nicht mehr ausgeschnitten werden, da sie dann nur sehr schwer neue Äste an der Basis bilden.

Bei Bäumen sind rasche Zuwächse möglich

Bäume werden nicht zuletzt deshalb gerne als hoher Sichtschutz eingesetzt, weil sie in der Regel vergleichsweise kostengünstig sind und mitunter erstaunliche Zuwächse von mehreren Metern im Jahr schaffen. Unter den richtigen Standortbedingungen wachsen u.a. die folgenden Baumsorten besonders rasch und zuverlässig:

  • Ahorn
  • Esche
  • Fichte
  • Buche
  • Weide
  • Pappel

Vorsicht Rückschnitt: professionelle Baumpflege schafft Sicherheit

In besonders exponierten Lagen und bei bestimmten Baumsorten kann ein nicht sachgemäß durchgeführter Rückschnitt mitunter die Baumkrone gegenüber angreifenden Windböen destabilisieren. Deshalb sollte der Rückschnitt an besonders stattlichen Exemplaren durch einen professionellen Baumpfleger erfolgen, insbesondere wenn es sich um Bäume an stark befahrenen Straßen oder neben Gebäuden handelt.

Tipps

Bäume können nicht nur an der Grundstücksgrenze als besonders hohe Hecke fungieren, sondern auch in der Solitärpflanzung bestimmte Sichtachsen im Garten definieren oder versperren. Ein geschickt positionierter Baum mit stattlicher Krone kann außerdem Einblicke von hohen Nachbarbalkonen auf eine Terrasse oder Rasenfläche abschirmen.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: susanna mattioda/Shutterstock

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