Aubergine anbauen – wie geht es richtig?

Der ertragreiche Anbau von Auberginen gilt als Ritterschlag unter den Hausgärtnern. Wichtige Fragen sollten im Vorfeld geklärt sein, damit die gärtnerische Herausforderung in einer üppigen Ernte köstlicher Eierfrüchte mündet. In diesem Ratgeber können Sie alle Antworten nachlesen rund um die erfolgreiche Kultivierung im Beet und Kübel – praxisnah, kompakt und leicht verständlich.

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Im Hochsommer können Auberginen geerntet werden

Welcher Standort bietet ideale Voraussetzungen?

Der ausgeprägte Wärmebedarf von Auberginen schränkt die Standortwahl erheblich ein. Unter folgenden Rahmenbedingungen ist der Anbau von Erfolg gekrönt:

  • Sonnige Lage mit mindestens 6 Sonnenstunden pro Tag während der Blüte- und Wachstumszeit
  • Ideale Temperaturen zwischen 23 und 25 Grad Celsius
  • Regengeschützte Lage, luftumspült und mit geringer Luftfeuchtigkeit

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Als Standort kommen infrage: ein Balkon mit Südausrichtung, ein Gewächshaus oder Wintergarten mit Beschattungsmöglichkeit, ein geschütztes Gartenbeet innerhalb der Winterhärtezone 7 oder 8.

Wie sollten Boden und Substrat beschaffen sein?

Als Nachtschattengewächse zählen Auberginen zu den Starkzehrern. Entsprechend nährstoffreich sollten Gartenboden oder Kübelsubstrat sein. Eine lockere, gut durchlässige Struktur sowie eine frische Beschaffenheit sind weitere Qualitätsmerkmale für einen ertragreichen Anbau im Beet und Kübel.

Eierpflanze vorziehen – wie geht das?

Eine frühzeitige Aussaat hinter Glas ist der Schlüssel zum Erfolg im Anbau von Auberginen. Die Sommerzeit im mitteleuropäischen Klima ist für die exotischen Nachtschattengewächse zu knapp bemessen, um auch nur einen einzigen Tag der Vegetationsperiode zu verschenken. Vorziehen von Jungpflanzen mittels Aussaat von Samen ist somit sinnvoll. Die wichtigsten Eckdaten für die Anzucht fasst die folgende Übersicht zusammen:

  • Samen aussäen: zwischen Ende Januar und Ende Februar
  • Saaterde: torffreier Mix aus Sand und Gartenerde oder Kokosfaser-Substrat
  • Keimtemperatur: 25 bis 28 Grad Celsius
  • Keimzeit: 14 bis 28 Tage
  • Wichtig: Samen maximal 0,5 cm hoch mit Sand übersieben

Auberginen haben schon als Sämlinge eine Aversion gegen hohe Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zum klassischen Verfahren bei der Aussaat, wird in diesem Fall auf eine transparente Abdeckung während der Keimphase verzichtet.

Wann ist Pflanzzeit?

Steht für die Anzucht ein Gewächshaus zur Verfügung, können Sie junge Auberginen ab einer Wuchshöhe von 20 cm ins Grundbeet auspflanzen. Für den Anbau im Freiland beginnt die Pflanzzeit Mitte bis Ende Mai, wenn die nächtlichen Temperaturen nicht mehr unter 15 Grad Celsius fallen. Haben Sie für Auberginen die Kultivierung im Kübel auf dem Balkon vorgesehen, topfen Sie die Pflanzen mit einer Wuchshöhe von 25 cm ein. Bis Mitte Mai sollten die Eierpflanzen des Nachts hinter Glas verweilen.

Wann ist Blütezeit?

Der Beginn der Blütezeit hängt maßgeblich davon ab, wann die Samen ausgesät und die Jungpflanzen ausgepflanzt werden. In der Regel sprießen die ersten schönen Blüten, wenn ein Trieb 5 bis 6 Blätter trägt. Es entfalten sich violette Glockenblüten mit einem Durchmesser von bis zu 5 cm.

Wie pflanze ich eine Aubergine perfekt ein?

Im Grundbeet und Gartenbeet bereiten Sie die Erde locker und frei von Unkraut vor. Während der Bodenbearbeitung stellen Sie die im Anzuchttopf befindlichen Wurzelballen in weiches Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So verläuft die Pflanzung vorbildlich:

  • Im Abstand von 50 bis 60 cm Pflanzgruben ausheben mit dem doppelten Volumen eines Wurzelballens
  • Den Aushub gründlich vermischen mit gesiebtem Kompost und einigen Handvoll Hornspänen
  • Aubergine austopfen und mittig einpflanzen unter Verwendung der angereicherten Erde
  • Neben dem Wurzelballen einen Stützstab in den Boden schlagen

Drücken Sie die Erde gut an und gießen großzügig bemessen. Eine Mulchschicht aus Brennnesselblättern, Laub oder Stroh hält den Boden länger feucht und schön warm.

Bei Pflanzung im Kübel die Drainage nicht vergessen

Mit ihren wunderschönen Blüten und dekorativen Früchten macht die Aubergine im Kübel auf dem Balkon eine gute Figur. Die Pflanzung folgt einem ähnlichen Ablauf, wie im Beet oder Gewächshaus-Boden. Zum Schutz vor schädlicher Staunässe fügen Sie ergänzend zwischen Substrat und Bodenöffnung eine Drainage ein. Gut bewährt haben sich für diesen Zweck anorganische Materialien, wie Kieselsteine, Blähtonkugeln oder Tonscherben.

Vorteilhafte Mischkultur auf dem Balkon

Balkongärtner mit einem Faible für den Anbau von Balkon-Gemüse lassen die freie Anbaufläche im Auberginen-Kübel nicht ungenutzt. Vergesellschaftet mit Radieschen, Spinat und Zwerg-Basilikum erhöht sich nicht nur der Ernteertrag auf dem Balkon. Gedeihen diese Nachbarn auf ihrer Wurzelscheibe, profitiert die Aubergine in Form vitalen Wachstums und verbesserten Aromas.

Über welchen Zeitraum erstreckt sich die Ernte?

Eine erntereife Aubergine erstrahlt mit glänzender, fleckenfreier, vollständig durchgefärbten Schale. Unter normalen, sonnig-warmen Witterungsbedingungen beginnt die Erntezeit für frühe Sorten Anfang August. Späte Sorten können Sie beim Anbau im Gewächshaus mitunter bis weit in den Winter ernten.

Tipps

Die nahe Verwandtschaft mit Tomaten bedeutet für Auberginen eine erhöhte Anfälligkeit für die Kraut- und Braunfäule. Gießen ohne die Benetzung der Blätter und ein lufttrockener Standort im Gewächshaus oder unter einem Regendach sind die beste Vorbeugung. Überdies ist beim Anbau von Auberginen auf einen möglichst großen Abstand zu Kartoffeln zu achten.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: franciscojorgan/Shutterstock

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