Alpenveilchen

Alpenveilchen Krankheiten: Erkennen, vorbeugen und bekämpfen

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Alpenveilchen sind anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Probleme, ihre Symptome und gibt Tipps zur effektiven Bekämpfung und Vorbeugung.

Alpenveilchen Schädlinge
Alpenveilchen werden häufiger von Krankheiten befallen, wenn sie zu viel gegossen werden

Grauschimmel: Häufige Pilzerkrankung bei Alpenveilchen

Grauschimmel, auch bekannt als Botrytis cinerea, ist eine weitverbreitete Pilzerkrankung, die Alpenveilchen schwer schädigen kann. Charakteristisch für diese Krankheit sind graue, schimmelähnliche Beläge auf den Blättern, die sich später über die gesamte Pflanze ausbreiten können.

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Ursachen für Grauschimmel

Hauptursachen für Grauschimmel sind:

  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Ein dauerhaft feuchtes Klima begünstigt die Verbreitung der Pilzsporen.
  • Zu warme Standorte: Temperaturen über 20 °C fördern das Wachstum des Pilzes.
  • Feuchte Erde und Staunässe: Zu häufiges Gießen oder Staunässe führen zu optimalen Bedingungen für die Ausbreitung des Pilzes.

Bekämpfung von Grauschimmel

Zur Bekämpfung von Grauschimmel sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Befallene Teile entfernen: Schneiden Sie alle befallenen Blätter und Triebe ab und entsorgen Sie diese sicher.
  • Standort anpassen: Stellen Sie die Pflanze an einen kühleren und gut belüfteten Ort, um das feuchte Klima zu reduzieren.
  • Umtopfen: Verpflanzen Sie das Alpenveilchen in frische, gut durchlässige Erde, um mögliche Pilzrückstände zu entfernen.
  • Gießverhalten ändern: Gießen Sie die Pflanze mäßig und vermeiden Sie, dass die Blätter nass werden.

Durch diese Maßnahmen können Sie die Ausbreitung des Grauschimmels eindämmen und Ihre Alpenveilchen wieder gesund pflegen.

Knollenfäule: Gefahr für die Alpenveilchenknolle

Die Knollenfäule stellt eine ernsthafte Bedrohung für Alpenveilchen dar und führt oft zum Absterben der Pflanze. Diese Krankheit wird durch Pilze verursacht, die besonders in feuchten Bedingungen gedeihen.

Ursachen für Knollenfäule

Knollenfäule entsteht hauptsächlich durch:

  • Zu feuchte Erde: Übermäßiges Gießen oder Staunässe begünstigen die Bildung von Pilzsporen.
  • Verwelkte Pflanzenteile: Nicht entfernte, abgestorbene Blüten und Blätter können Pilzbefall fördern.

Vorbeugung von Knollenfäule

Zur Vorbeugung der Knollenfäule sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Richtiges Gießen: Gießen Sie die Pflanze vorzugsweise von unten und entfernen Sie überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer nach dem Gießen.
  • Pflanzenteile entfernen: Entfernen Sie verwelkte Blüten und Blätter regelmäßig, um eine Anfälligkeit für Pilzbefall zu reduzieren.
  • Gute Belüftung: Stellen Sie sicher, dass die Alpenveilchen an einem gut belüfteten Standort stehen, um die Feuchtigkeit zu regulieren.

Durch diese Vorsorgemaßnahmen können Sie das Risiko einer Knollenfäule erheblich verringern und Ihre Alpenveilchen gesund halten.

Cyclamenwelke: Welkekrankheit bei Alpenveilchen

Die Cyclamenwelke ist eine ernsthafte Erkrankung bei Alpenveilchen, die durch Pilze verursacht wird und zu erheblichen Schäden an den Pflanzen führt. Erkennbar ist diese Krankheit an Welke- und Vergilbungssymptomen sowie an bräunlichen oder rötlichen Nekrosen in der Knolle.

Ursachen für Cyclamenwelke

Zu den Ursachen der Cyclamenwelke gehören:

  • Schlechte Substratqualität: Ein minderwertiges oder erschöpftes Substrat kann die Pflanzen schwächen und anfälliger für Krankheiten machen.
  • Niedriger Boden-pH: Ein zu saurer Boden kann das Pilzwachstum fördern und die Gesundheit der Alpenveilchen beeinträchtigen.
  • Stress: Verschiedene Stressfaktoren wie Standortwechsel, Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen können die Widerstandskraft der Pflanzen herabsetzen.

Vorbeugung von Cyclamenwelke

Vorbeugende Maßnahmen helfen, Ihre Pflanzen zu schützen:

  • Hochwertiges Substrat verwenden: Verwenden Sie ein gut durchlässiges und qualitativ hochwertiges Substrat.
  • Richtiger Standort: Sorgen Sie für einen Standort mit konstanter, moderater Feuchtigkeit und einer Temperatur von 12 bis 15 °C.
  • Ausgewogene Nährstoffversorgung: Düngen Sie die Alpenveilchen regelmäßig, vermeiden Sie jedoch Überdüngung.
  • Regelmäßige Kontrolle: Untersuchen Sie die Pflanzen regelmäßig auf erste Anzeichen der Krankheit.

Durch diese Maßnahmen können Sie das Risiko eines Befalls mit Cyclamenwelke stark reduzieren.

Thripse: Schädlinge mit Vorliebe für Alpenveilchen

Thripse sind winzige, längliche Insekten von etwa 1 bis 3 Millimetern, die sich bevorzugt an Alpenveilchen aufhalten und diese durch ihre Saugtätigkeit erheblich schädigen.

Erkennen von Thripsen

Achten Sie auf folgende Anzeichen eines Befalls:

  • Silbrig-weiße Flecken auf den Blättern
  • Braune Flecken auf den Blüten
  • Verkorkte Stellen auf der Blattunterseite
  • Verkrüppelte junge Blätter und Wachstumsstörungen

Beobachten Sie die Blattunterseiten genau oder nutzen Sie eine Lupe, um die hellgrünen Larven zu erkennen.

Bekämpfung von Thripsen

Naturnahe Maßnahmen zur Bekämpfung von Thripsen umfassen:

  • Pflanze abduschen: Brausen Sie die Blätter gründlich mit kaltem Wasser ab.
  • Schmierseifenlösung: Mischen Sie einen Esslöffel Schmierseife mit einem Liter Wasser und sprühen Sie diese Lösung auf die Pflanze, besonders auf die Blattunterseiten.
  • Befallene Pflanzenteile entfernen und entsorgen: Drehen Sie befallene Blätter und Blüten vorsichtig ab.

Durch diese Maßnahmen können Sie die Thripsenpopulation effektiv reduzieren und die Gesundheit Ihrer Alpenveilchen wiederherstellen.

Dickmaulrüssler: Nachtaktive Schädlinge

Dickmaulrüssler sind nachtaktive Käfer, die sowohl an den Blättern als auch an den Wurzeln von Alpenveilchen Schäden verursachen. Besonders aktiv ist der Gefurchte Dickmaulrüssler. Während die erwachsenen Käfer an den Blättern knabbern, richten die Larven an den Wurzeln großen Schaden an.

Erkennen von Dickmaulrüsslern

Ein Befall lässt sich an typischen Fraßspuren erkennen:

  • Buchtenfraß an den Blättern: Die Blattränder weisen halbkreisförmige oder u-förmige Ausbuchtungen auf.
  • Angefressene Knospen und Triebe: Vor allem junge Triebe sind betroffen.
  • Schäden an den Wurzeln: Die Larven fressen unterirdisch an den Wurzeln, was zu deutlichen Schwächeerscheinungen führt.

Bekämpfung von Dickmaulrüsslern

Effektive Maßnahmen zur Bekämpfung umfassen:

  • Absammeln der Käfer: Gehen Sie in der Dämmerung oder nachts mit einer Taschenlampe auf die Suche und sammeln Sie die Käfer ab.
  • Schlupfwinkel nutzen: Stellen Sie mit Holzwolle oder Heu gefüllte Blumentöpfe als Verstecke auf. Kontrollieren Sie diese morgens und sammeln Sie die Käfer ab.
  • Umtopfen: Überprüfen Sie die Erde gründlich und spülen Sie die Wurzeln, bevor Sie die Pflanze in frische Erde setzen.

Präventive Maßnahmen wie das Vermeiden von torfhaltiger und humusreicher Erde und das Achten auf Fraßspuren bei neuen Pflanzen können ebenfalls helfen.

Cyclamenmilben: Winzige Schädlinge mit großer Wirkung

Cyclamenmilben (Phytonemus pallidus) sind winzige Spinnentiere, die Alpenveilchen massiv schädigen können. Diese Schädlinge befallen bevorzugt junge, weiche Pflanzenteile und verursachen erhebliche Wachstumsstörungen.

Erkennen von Cyclamenmilben

Ein Befall äußert sich durch folgende Symptome:

  • Verkümmerte Triebspitzen: Verkürzte Triebspitzen, die nicht mehr richtig wachsen.
  • Verformte Blätter: Die Blätter sind oft kleiner, eingerollt oder verkrüppelt.
  • Deformierte Blüten: Betroffene Blüten zeigen Flecken und Missbildungen.

Bekämpfung von Cyclamenmilben

Zur Bekämpfung von Cyclamenmilben können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Pflanzenhygiene: Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sorgfältig und entsorgen Sie diese sicher. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit anpassen: Halten Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig (unter 60%) und vermeiden Sie Temperaturen über 25 °C.
  • Biologische Bekämpfung: Setzen Sie Raubmilben der Gattung Amblyseius, wie Amblyseius cucumeris, ein. Diese natürlichen Feinde der Cyclamenmilben können auf den Pflanzen verteilt werden.
  • Chemische Maßnahmen: Verwenden Sie im Fachhandel erhältliche spezielle Akarizide und befolgen Sie die Anwendungshinweise genau.

Durch diese Maßnahmen können Sie die Cyclamenmilben effektiv bekämpfen und die Gesundheit Ihrer Alpenveilchen wiederherstellen.

Gelbe Blätter: Ein Zeichen falscher Pflege

Gelbe Blätter bei Alpenveilchen sind häufig ein Indikator für Pflegefehler, insbesondere beim Gießen und beim Standort.

Ursachen für gelbe Blätter

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Übermäßiges Gießen: Zu viel Wasser kann zu faulenden Wurzeln führen, wodurch die Aufnahme von Nährstoffen behindert wird und die Blätter gelb werden.
  • Zu wenig Wasser: Trockenheit führt schnell dazu, dass die Blätter austrocknen und gelb werden. Lassen Sie die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
  • Falscher Standort: Alpenveilchen bevorzugen helle Plätze, jedoch ohne direktes Sonnenlicht. Ideal sind Temperaturen zwischen 12 und 15 °C.
  • Nährstoffmangel: Eine unzureichende Nährstoffversorgung kann ebenfalls zu gelben Blättern führen. Regelmäßiges Düngen während der Wachstums- und Blütezeit ist wichtig.
  • Zugluft und Temperaturschwankungen: Verhindern Sie plötzliche Temperaturwechsel und Zugluft.

Maßnahmen gegen gelbe Blätter

Um gelbe Blätter zu vermeiden oder zu bekämpfen, sollten Sie die folgenden Pflegehinweise beachten:

  • Richtig gießen: Gießen Sie die Pflanze gleichmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe. Gießen Sie idealerweise über den Untersetzer und entfernen Sie überschüssiges Wasser.
  • Standort anpassen: Stellen Sie die Pflanze an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Platz und sorgen Sie für konstante Temperaturen.
  • Düngen: Düngen Sie die Alpenveilchen regelmäßig mit einem Flüssigdünger, besonders während der Vegetationsperiode. Vermeiden Sie Überdüngung.
  • Blätter regelmäßig kontrollieren: Überprüfen Sie die Blätter regelmäßig auf Vergilbung und entfernen Sie diese, um die Pflanze gesund zu halten.

Durch diese Maßnahmen können Sie die Gesundheit Ihrer Alpenveilchen fördern und gelben Blättern effektiv vorbeugen.

Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen

Um Alpenveilchen gesund zu halten und Schädlingsbefall sowie Krankheiten vorzubeugen, sind eine sorgfältige Pflege und die Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen entscheidend.

Standort und Temperatur

Stellen Sie Ihre Alpenveilchen an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Platz. Ideal sind Temperaturen zwischen 12 und 15 °C. Vermeiden Sie Zugluft sowie trockene Heizungsluft.

Gießen und Düngen

  • Gießen: Gießen Sie Ihre Alpenveilchen regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe. Der Wurzelballen sollte immer leicht feucht, aber nie durchnässt sein. Gießen Sie am besten von unten und entfernen Sie überschüssiges Wasser nach etwa 30 Minuten.
  • Düngen: Während der Blütezeit sollten Sie alle zwei Wochen einen flüssigen Blühpflanzendünger verabreichen. In der Ruhezeit ist keine Düngung notwendig.

Substrat und Umtopfen

Pflanzen Sie Ihre Alpenveilchen in gut durchlässiges, nährstoffreiches Substrat. Mischen Sie die Blumenerde mit etwas Sand oder Perlit, um die Drainage zu verbessern. Umtopfen sollten Sie alle zwei Jahre im September vor Beginn der Blütezeit. Achten Sie darauf, dass die Knolle etwa zu einem Drittel aus der Erde herausragt.

Hygiene und Pflanzenschutz

  • Entfernen verwelkter Pflanzenteile: Schneiden Sie verbleichte Blüten und gelbe Blätter regelmäßig ab.
  • Belüftung: Sorgen Sie für gute Luftzirkulation rund um die Pflanzen.
  • Kontrollieren auf Schädlinge und Krankheiten: Untersuchen Sie Ihre Alpenveilchen regelmäßig auf Anzeichen von Schädlingen wie Thripsen, Dickmaulrüsslern und Cyclamenmilben sowie auf Symptome von Krankheiten wie Grauschimmel und Knollenfäule.

Durch sorgfältige Pflege und Beachtung dieser Tipps können Sie das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall deutlich reduzieren und die Gesundheit Ihrer Alpenveilchen langfristig sichern.

Bilder: CasarsaGuru / iStockphoto