Alpenveilchen

Alpenveilchen draussen: So gedeihen sie auch im Garten

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Winterharte Alpenveilchen bringen mit ihren Blüten Farbe in schattige Gartenbereiche. Dieser Artikel stellt geeignete Sorten vor und erklärt die wichtigsten Aspekte der Pflanzung, Pflege und Vermehrung.

Alpenveilchen im Garten
Nur wenige Alpenveilchen-Sorten können dauerhaft bei uns draußen überleben

Winterharte Alpenveilchen-Sorten

Nicht alle Alpenveilchen-Sorten sind für den Außenbereich geeignet. Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) sind nicht winterhart und vertragen Frost nicht. Für den Garten eignen sich winterharte Arten wie:

  • Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium): Blüht ab Ende August mit weißen oder rosa Blüten. Die Blätter sind dunkelgrün und sehr frostbeständig, sie erholen sich nach extremer Kälte schnell.
  • Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens): Immergrüne Sorte mit karminroten Blüten von Juli bis September. Die Blätter sind purpurfarben auf der Unterseite und silbrig gemustert auf der Oberseite.
  • Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum): Blüht im Februar und März oder schon im Dezember bei milden Temperaturen mit violetten bis karminroten Blüten. Die herzförmigen Blätter erscheinen im Herbst.

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Standortbedingungen für Alpenveilchen im Freien

Alpenveilchen gedeihen am besten an halbschattigen bis schattigen Standorten, die vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind. Besonders gut geeignet sind Plätze unter Laubgehölzen, die im Sommer Schatten spenden und im Winter, wenn die Bäume ihre Blätter verloren haben, ausreichend Licht durchlassen.

Der Boden sollte durchlässig, humusreich und kalkhaltig sein, um Staunässe zu vermeiden. Eine mäßig feuchte Erde und eine gute Drainage sind wichtig, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Während der Ruheperiode sind kühlere Temperaturen zwischen 12 °C und 15 °C ideal.

Alpenveilchen im Garten pflanzen

Die beste Zeit, um winterharte Alpenveilchen im Garten zu pflanzen, ist der Herbst, idealerweise im September oder Oktober. So haben die Pflanzen genügend Zeit, sich vor dem Wintereinbruch zu etablieren.

Pflanzschritte:

  1. Pflanzlöcher ausheben: Flache Pflanzlöcher ausheben, die etwa doppelt so breit wie die Knolle sind.
  2. Knollen einsetzen: Knollen mit der Oberseite nach oben in die Pflanzlöcher setzen. Beim Europäischen Alpenveilchen zeigen sowohl die Wurzeln als auch die Blätter und Blüten nach oben.
  3. Mit Erde bedecken: Knollen mit 2-3 cm Erde bedecken.
  4. Angießen: Frisch gepflanzte Alpenveilchen gründlich angießen.

Pflege von Alpenveilchen im Freien

Alpenveilchen sind relativ pflegeleicht, benötigen aber dennoch etwas Aufmerksamkeit, um optimal zu gedeihen.

Gießen:

Regelmäßige, aber moderate Wassergaben sind wichtig. Der Boden sollte konstant feucht, aber nicht nass sein. Ideal ist flaches Gießen, um zu vermeiden, dass Wasser direkt auf die Blüten trifft. In der Ruhephase im Sommer reduziert sich der Wasserbedarf der Pflanzen deutlich.

Düngen:

Eine zusätzliche Düngung ist meist nicht notwendig. Falls gewünscht, kann im Frühjahr etwas Kompost oder organischer Dünger verwendet werden, um das Wachstum zu unterstützen.

Verwelkte Blüten entfernen:

Verwelkte Blüten und Blätter sollten regelmäßig entfernt werden, um die Bildung neuer Blüten zu fördern und Erkrankungen vorzubeugen. Den Blütenstiel dabei sorgfältig wie eine Schraube herausdrehen, um ihn vollständig zu entfernen.

Winterschutz:

Frisch gepflanzte Alpenveilchen benötigen in den ersten Jahren einen Winterschutz. Eine Mulchschicht aus Laub oder Reisig schützt die Pflanzen vor Frost.

Vermehrung von Alpenveilchen

Alpenveilchen können durch Samen vermehrt werden. Bei optimaler Bodenwärme und einer Keimdauer von ungefähr vier Wochen sind sie ideal für die Aussaat.

Schritte zur Samenvermehrung:

  1. Bestäubung: Die Blüten von Hand bestäuben, indem Pollen von einer Blüte auf eine andere übertragen werden.
  2. Saatgut ernten: Warten, bis die Samenkapseln reif sind und sich spiralförmig aufdrehen. Die kleinen Samen ernten.
  3. Aussaat: Die Samen in Blumenerde aussäen und mit einer dünnen Erdschicht bedecken.
  4. Keimung: Das Gefäß an einen dunklen, warmen Ort stellen. Die Keimung dauert etwa vier bis sechs Wochen.
  5. Wachstum: Sobald die Sämlinge ausreichend groß sind, können sie in einzelne Töpfe oder ins Freiland umgepflanzt werden.

Bis aus den Sämlingen blühfähige Pflanzen werden, können mehrere Wochen vergehen.

Giftigkeit von Alpenveilchen

Alpenveilchen sind giftig für Menschen und Haustiere. Der Verzehr von Blättern oder Knollen kann schnell zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Besonders gefährlich sind die Knollen, die toxische Stoffe enthalten, welche bereits in geringen Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen können.

Mögliche Vergiftungssymptome:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Schwindel und Krämpfe
  • Schweißausbrüche und Fieber
  • Lähmung der Atemwege, die tödlich enden kann

Zum Schutz sollten die Pflanzen außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden. Nach der Gartenarbeit sollten Sie die Hände gründlich waschen.

Bilder: PatrikStedrak / iStockphoto