Wühlmaus erfolgreich vertreiben

Wühlmäuse sind ungebetene Gäste im Garten, denn sie lieben unser Gemüse genauso wie wir. Außerdem fressen sie unbemerkt Baum- und Graswurzeln an, was jene zum Absterben bringen kann. Erfahren Sie im Folgenden, wie Sie Wühlmäuse effektiv aus Ihrem Garten vertreiben.

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Wühlmäuse lassen sich mit einer Kombination aus Hausmitteln gut vertreiben

Anzeichen für Wühlmäuse im Garten

Wühlmäuse werden oft erst an ihrem Schadbild erkannt, denn zu Gesicht bekommt man die kleinen Nager selten. Aber ihr Werken wird schnell sichtbar:

  • Ohne ersichtlichen Grund abgestorbene Pflanzen
  • Mehrere kleine Hügel im Rasen

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Exkurs

Wühlmaus versus Maulwurf

Im Gegenteil zu Maulwürfen sind Wühlmäuse reine Pflanzenfresser, was sie zu einem gefürchteten Gartenschädling macht. Maulwürfe hingegen sind im Prinzip nützlich, denn sie fressen Schädlinge und meiden unser Obst und Gemüse. Allerdings zerstören Maulwürfe mit ihren großen, zahlreichen Hügeln den Rasen, wohingegen Wühlmäuse eher weniger offensiv wühlen.

Wühlmaus mit Hausmitteln vertreiben

Wer Wühlmäuse mit Hausmitteln vertreiben will, muss konsequent und konstant am Ball bleiben. Wie die meisten Tiere – und Menschen – mögen Wühlmäuse ihr Zuhause und werden es nur dann verlassen, wenn sie einen oder mehrere triftige Gründe dafür haben. Wühlmäuse haben einen feinen Geruchssinn und sehr gute Ohren, weswegen sie mit starken Gerüchen und andauerndem Lärm gut vertrieben werden können.

Wühlmaus mit Pflanzen vertreiben

Wühlmäuse lieben Pflanzen, aber nicht alle! Einige Pflanzen strömen einen für Wühlmäuse unangenehmen Geruch aus, sodass sie darum einen Bogen machen. Wühlmausfeindliche Pflanzen an mehreren Punkten in den Garten zu pflanzen, kann die Tiere davon abhalten, einzufallen oder dazu beitragen, sie zur Umkehr zu bewegen.

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Tagetes und Knoblauch mögen Wühlmäuse gar nicht

Diese Pflanzen mögen Wühlmäuse nicht:

Tipps

Pflanzen allein genügen nicht, um eine Wühlmaus zum Umziehen zu bewegen. Vorbeugend oder begleitend können sie aber durchaus wirkungsvoll sein.

Wühlmaus mit Gestank loswerden

Keiner mag es, wenn es dauerhaft stinkt. Mit unangenehmem Gestank von ein paar simplen Hausmitteln können Sie Wühlmäuse vergrämen.

Vor diesen Gerüchen nehmen Wühlmäuse reißaus:

  • Alte Fischköpfe
  • Knoblauch
  • Holundertee
  • Brennnesseljauche – dieses Hausmittel ist noch dazu ein super Dünger für Ihre Pflanzen
  • Essig
  • Buttersäue, alternativ Buttermilch (besser für Sie und die Umwelt)

Geben Sie Ihre selbstgemachten „Duftbomben“ in die Eingänge des Wühlmausbaus und erneuern Sie sie alle paar Tage, damit der Gestank nicht nachlässt. Besonders effektiv sind Kombinationen aus den unten genannten Mitteln.

Wühlmaus mit „Lärm“ vertreiben

Um Wühlmäuse mit Lärm zu vertreiben, müssen Sie nicht Tag und Nacht das Radio laufen lassen. Stattdessen können Sie auf Geräusche zurückgreifen, die für Sie selbst nicht hörbar sind: Ultraschall oder kaum hörbare Vibrationen.

Ultraschall gegen Wühlmäuse

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Ultraschallgeräte senden für Wühlmäuse sehr unangenehme Klänge aus


Ultraschallgeräte erhalten Sie bereits ab 20€ im Fach-oder Onlinehandel. Stellen Sie mehrere Geräte in Wühlmaushaufennähe auf. Wichtig ist, dass der Stab des Geräts im Gang der Wühlmaus steckt. Der große Nachteil von Ultraschallgeräten ist, dass sie auch für andere Säugetiere wie Eichhörnchen oder Fledermäuse äußerst unangenehm sind. Zählen Sie also zu den Glücklichen, die Fledermäuse bei sich beherbergen dürfen, sollten Sie von dieser Methode absehen. Haben Sie Haustiere, kaufen Sie ein haustierfreundliches Gerät, dessen Wellen für ihre Lieben nicht hörbar sind.

Wühlmaus-Scheuche

Eine andere, fledermausfreundliche Variante ist eine Wühlmausscheuche. Hierbei werden Töne mithilfe des Windes erzeugt und in die Erde und den Wühlmausbau geleitet. Wühlmausscheuchen können Sie im Handel kaufen oder einfach selber bauen.
Hier eine Anleitung für ein dekoratives Windrad, dessen Schwingungen Wühlmäuse nicht mögen:

Youtube

Wühlmausgänge fluten

Nasse Füße im eigenen Bau? Das hält keine Wühlmaus auf Dauer aus. Daher ist das Fluten der Gänge eine gute Methode, Wühlmäuse zu vertreiben. Allerdings sollte die Prozedur regelmäßig wiederholt und mit anderen Methoden kombiniert werden.

Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Orten Sie mehrere Eingänge des Wühlmausbaus.
  2. Geben Sie einen Gartenschlauch in die Öffnung.
  3. Lassen Sie das Wasser mehrere Minuten lang laufen.
  4. Fluten Sie dann einen anderen Eingang und wiederholen Sie den Vorgang für alle gefundenen Wühlmauslöcher.

Tipps

Sie haben Angst, die Wühlmaus könne ertrinken? Keine Sorge! Wühlmäuse sind gute Schwimmer und Taucher und werden sicher einen Weg aus dem Bau finden, bevor das Wasser ihnen Schaden zufügen kann.

Wühlmaus fangen

Die wohl wirkungsvollste tierfreundliche Methode, eine Wühlmaus loszuwerden, ist, die Wühlmaus zu fangen.
Hierfür benötigen Sie eine Lebendfalle, frisches Wurzelgemüse und etwas Geduld:

  1. Säubern Sie die Lebendfalle zunächst gründlich mit geruchsneutralem Material. Fassen Sie die Falle auf keinen Fall ohne Handschuhe an, damit sie nicht nach Mensch riecht.
  2. Legen Sie Wurzelstücken oder andere Wühlmausnahrung als Köder in die Falle.
  3. Vergrößern Sie einen der Eingänge in den Wühlmausbau, damit die Falle hineinpasst.
  4. Positionieren Sie die Falle in dem Gang.
  5. Decken Sie das Loch wieder zu.
  6. Positionieren Sie mindestens eine weitere Falle in einem anderen Eingang.
  7. Kontrollieren Sie die Falle mehrmals täglich.

Geht die Wühlmaus in die Falle, fahren Sie mit ihr mehrere Kilometer weit weg und setzen Sie die Maus aus. Versuchen Sie das Tier nicht mit Fotos oder durch Umsetzen in andere Transportmittel zu stressen.

Hintergrund

Wühlmausbau

Wühlmäuse schaffen sich ein langes, ausgeklügeltes Gangsystem, das eine Gesamtlänge von bis zu 25m erreichen kann. Der Bau hat jedoch vergleichsweise wenige Eingänge: Oft sind nicht mehr als fünf Häufchen mit einem Loch daneben zu finden.

Wühlmaus töten

Da die Wühlmaus nicht unter Schutz steht, kann sie auch getötet werden. Nötig ist das nicht, denn die Palette an Alternativen ist groß und Tierleid in jedem Fall zu vermeiden. Wer sich dennoch für diese wenig tierfreundliche Methode entscheidet, sollte zu einer hochwertigen Schussfalle greifen, die die Maus zumindest sicher und schnell tötet. Beim Aufstellen der Schussfalle ist mit großer Vorsicht vorzugehen. Es besteht Verletzungsgefahr!

Herkömmliche Mausefalle oder Zangenfalle

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Zangenfallen sollen Wühlmäuse töten – tierfreundliche Alternativen sind vorzuziehen

Von Schnapp- oder Zangenfallen ist abzuraten, da die herkömmlichen Schnappfallen den Mäusen oft qualvoll langsame Tode bereiten. Die Falle schnappt nicht immer im Nacken zu, was zu einem Genickbruch führen würde. Stattdessen wird die Maus oft an einem anderen Körperteil erfasst. In diesem Fall stirbt die Maus an inneren Blutungen oder verhungert qualvoll.

Häufig gestellte Fragen

Was mögen Wühlmäuse gar nicht?

Wühlmäuse können starke, unangenehme Gerüche so wie andauernden Lärm nicht leiden. Daher kann man Wühlmäuse mit bestimmten Düften sowie Ultraschallgeräten loswerden.

Welcher Geruch vertreibt Wühlmäuse?

Knoblauch, Tagetes, stinkender Fisch, Jauchen und Buttersäure lassen Wühlmäuse reißaus nehmen.

Kann man Wühlmäuse mit Wasser vertreiben?

Wühlmäuse mögen es nicht, wenn Wasser in ihrem Gang steht. Die Gänge mehrmals täglich zu fluten, kann die Wühlmaus in Kombination mit anderen Hausmitteln darin bestätigen, dass es sinnvoll wäre, umzuziehen.

Wie erkenne ich Wühlmäuse im Garten?

Anders als Maulwürfe werfen Wühlmäuse nur wenige, kleinere Hügel und ernähren sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Oft wird ein Befall erst dann erkannt, wenn Pflanzen ohne sichtbaren Grund absterben und die Wurzeln angeknabbert sind.

Wie viele Wühlmäuse habe ich im Garten?

Die gute Nachricht ist: Wühlmäuse sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit sind Wühlmäuse in Paaren anzutreffen. Die schlechte Nachricht: Wühlmäuse können acht Mal im Jahr werfen – und zwar jedes Mal bis zu vier Wühlmausbabies. Daher sollten Sie schnell handeln, wenn Sie einen Wühlmausbefall im Garten feststellen.

Text: Sara Müller
Artikelbilder: SciPhi.tv/Shutterstock, Sarycheva Olesia/Shutterstock, greenair/Shutterstock, Hamik/Shutterstock

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