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Ein professioneller Rückschnitt fördert das Blütenreichtum

Weigelie schneiden für geballte Blütenpower – Tutorial für den meisterlichen Schnitt

Weigelien betreten passgenau die Gartenbühne, wenn Frühlingsblüher verwelkt und Sommerblüher erste Knospen ins Rennen schicken. Mit farbenfrohen Trompetenblüten schlagen die asiatischen Schönheiten eine opulente Brücke vom Frühling zum Sommer. Die schönsten Sorten begeistern mit einer Nachblüte im Spätsommer. Ein solch extravaganter Vegetationszyklus erfordert eine umsichtige Schnittpflege. Wann und wie Sie eine Weigelie richtig schneiden, bleibt Ihnen hier nicht länger verborgen.

Schnittpflege hält Weigelie fidel und blühfreudig – Schnittarten mit Terminen

In der Kultivierung von Weigelien liegen Freud und Leid eng zusammen. Schon nach wenigen Jahren verschwenderischer Blütenpracht zeigen sich die ersten Alterserscheinungen in Form nachlassender Blütenfülle. Die zuvor straff aufrechten Triebe beugen sich gen Boden, sodass der gesamte Strauch auseinanderfällt und seine kompakte Statur einbüßt. Im Strauchinneren hat sich zu dieser Zeit ein dichtes Geflecht aus alten, stark verästelten und jungen Trieben gebildet, das nur entfernt an die Opulenz der Anfangsjahre erinnert.

Soweit muss es nicht kommen. Den Ausschlag für eine verschwenderische Blütezeit gibt die Schnittpflege, sofern Sie regelmäßig und zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Weigelien legen die Knospen für die frühsommerliche Haupt-Blütezeit im Vorjahr an. Die Nachblüte entfaltet sich an den diesjährigen Kurztrieben, die dem mehrjährigen Holz entspringen. Obschon es so erscheint, blühen die Sträucher nicht an ihren diesjährigen Lang- und Bodentrieben. Schenken Sie dem eigenwilligen Wachstum besondere Beachtung, können Sie nichts falsch machen. Alle Schnittarten mit Hinweisen zum besten Termin fasst die folgende Tabelle für Sie zusammen:

Schnittart Ziel/Anlass bester Termin alternativer Termin
Pflanzschnitt dichte Verzweigung am Ansatz unmittelbar nach der Pflanzung Februar/März des Folgejahres
Aufbauschnitt stabiles Strauchgerüst erziehen Februar im 2. und 3. Standjahr keiner
Formschnitt Blühwilligkeit erhalten, Nachblüte fördern nach der Haupt-Blütezeit im Juli Februar/März
Pflegeschnitt Selbstaussaat unterbinden, gepflegtes Erscheinungsbild bewahren im Anschluss an die Nachblüte keiner
Auslichtungsschnitt Totholz und ungünstige Triebe entfernen, kontinuierliche Verjüngung ab dem 4. Jahr im Spätwinter bis Anfang März keiner
Verjüngungsschnitt vergreiste Weigelie revitalisieren zwischen November und Ende Februar keiner
Rückschnitt bei Standortwechsel Ausgleich verlorener Wurzelmasse zwischen November und Februar

Die Auflistung der Schnittarten impliziert nicht, dass alle Schnittarten zwangsläufig für Ihre Weigelie infrage kommen. So enthält die später folgende Anleitung zum Auslichtungsschnitt gezielte Maßnahmen für eine kontinuierliche Verjüngung. Folgen Sie dieser Empfehlung, beugen Sie einer vorzeitigen Vergreisung wirksam vor, sodass ein Verjüngungsschnitt nicht erforderlich ist. Ist die Selbstaussaat im Beet erwünscht oder fühlen Sie sich durch einzelne, aus der Form ragende Triebe nicht gestört, können Sie den spätsommerlichen Pflegeschnitt ebenfalls ersatzlos streichen.

Pflanzschnitt – so bringen Sie die Verzweigung in Schwung

Kostenbewusste Hausgärtner erwerben Weigelien als wurzelnackte Ware oder greifen bei Containerware zur günstigsten Preisklasse. Im besten Fall verfügen die Jungpflanzen über drei Haupttriebe mit einer Länge von 60 bis 100 Zentimetern. Von der kümmerlichen Optik lassen sich Gärtner nicht irritieren, denen die Auswirkungen des Pflanzschnitts vertraut sind. Mit dieser Schnittführung bringen Sie die Verzweigung in Schwung:

  • Bester Termin ist im Anschluss an die Pflanzung im Herbst
  • Alternativ bis Ende Februar den Pflanzschnitt nachholen
  • Alle Triebe um die Hälfte zurückschneiden, wie untenstehende Abbildung illustriert
  • Idealerweise wenige Millimeter über einem Knospenpaar oder Blattknoten schneiden
  • An wurzelnackten Jungsträuchern beschädigte Wurzeln abschneiden

Es steht außer Zweifel, dass ein Pflanzschnitt an Weigelien auf Kosten der ersten Blütezeit verläuft. Im Gegenzug setzt eine muntere Verzweigung an der Strauchbasis ein mit Langzeiteffekt. Der Lohn für den Verzicht ist ein buschiger Blütenstrauch bis ins hohe Weigelien-Alter.

Weigelie schneiden

Ihre Weigelie wird kräftig verzweigen, wenn Sie nach der Pflanzung alle Triebe um die Hälfte zurückschneiden. An einem wurzelnackten Jungstrauch schneiden Sie beschädigte Wurzelspitzen ab.

Hintergrund

Pflanzschnitt zieht Nutzen aus Wachstumsgesetz

Sie fragen sich, warum die Reaktion einer Weigelie auf den Pflanzschnitt so verlässlich vorherzusagen ist? Die Prognose beruht auf der Erkenntnis, dass der Saftdruck das Wachstum reguliert. Wie alle Pflanzen, so strebt auch die Weigelie zielsicher in Richtung des Lichtes. Um das Ziel möglichst schnell zu erreicht, pumpt sie den Großteil ihrer Reservestoffe in die Spitzenknospen. Erkennbar ist der Prozess daran, dass der Strauch am höchsten Punkt überproportional stark wächst. Da dieses Wuchsverhalten im Pflanzenreich gang und gäbe ist, haben Botaniker daraus das Wachstumsgesetz der Spitzenförderung entwickelt. Indem der Pflanzschnitt die Spitzenknospen der jungen Triebe entfernt, profitieren tiefer stehende Knospen vom überschüssigen Saftfluss und treiben kräftig aus.

Am stabilen Gerüst blüht es prächtig – Aufbauschnitt-Anleitung

Von Natur aus entwickeln Weigelien ein Gerüst aus kräftigen Bodentrieben, die bis zu sieben Jahre lang vital und blühfreudig bleiben. Aus mannigfaltigen Gründen ist es sinnvoll, die Anzahl der Gerüsttriebe zu begrenzen. Für einen kompakten Habitus im kleinen Garten, als Teil einer gemischten Hecke oder im Kübel hat sich folgender Aufbauschnitt in der Praxis bestens bewährt:

  • Bester Zeitpunkt ist im Februar des zweiten und dritten Standjahres
  • Die kräftigsten 7 bis 12 Bodentriebe auswählen
  • Übrige Bodentriebe am Ansatz abschneiden

Da der Übergang zum Form- und Erhaltungsschnitt fließend ist, ergänzen Sie die Schnittpflege in der Aufbauphase gegebenenfalls im Sommer. Schneiden Sie verwelkte Blütenbüschel ab, erscheint im Herbst bei vielen Sorten eine hübsche Nachblüte.

Formschnitt macht den Weg frei für die Nachblüte

Weigelien beenden ihre Hauptblüte zwischen Ende Juni und Mitte Juli in zeitlicher Nähe zum Johannistag. Kommt in dieser Phase die Schere zum Einsatz, ebnen Sie den Weg zu einer dekorativen Nachblüte und bringen den Strauch in Form. Überdies fördern Sie einen vitalen Austrieb junger Äste, die im nächsten Jahr zahlreiche Blüten tragen werden. So schneiden Sie richtig:

  • Bester Termin ist in zeitlicher Nähe zum Johannistag (24. Juni) spätestens am Ende der ersten Blütezeit
  • Vor Beginn der Schnittmaßnahme den Strauch auf nistende Vögel untersuchen
  • Gegebenenfalls den Termin verschieben, bis das Brutgeschäft beendet ist
  • Verwelkte Blüten abschneiden bis zum nächsten gesunden Blattpaar
  • Zu lange Triebe im Bereich des diesjährigen Zuwachses um maximal ein Drittel einkürzen

Wie untenstehende Abbildung aufzeigt, konzentriert sich die sommerliche Schnittpflege auf die äußeren Strauchbereiche, damit eine Weigelie ihr gepflegtes Erscheinungsbild bewahrt.

Weigelie in Form schneiden

Schneiden Sie nach der Hauptblüte alle abgeblühten Zweige zurück bis zu einer kurzen, diesjährigen Verzweigung am mehrjährigen Gerüsttrieb. Die Auslichtung abgestorbener und ungünstig stehender Äste verschieben Sie auf den Spätwinter.

Bitte beschränken Sie den sommerlichen Formschnitt auf die abgeblühten Zweige und den diesjährigen, zu lang geratenen Zuwachs. In zahlreichen Schnitt-Anleitungen wird die ergänzende Auslichtung und kontinuierliche Verjüngung in den Sommerschnitt integriert. Aus Rücksicht auf nistende Vögel sollte von radikalen Eingriffen in das Wachstum Abstand genommen werden. Heimische Vogelarten, wie Dompfaff und Amseln richten mit Vorliebe ihren Kindergarten mit dichten Blattwerk von Weigelien ein. Im Spätwinter verkraftet das fernöstliche Ziergehölz einen Auslichtungsschnitt ohnehin besser, als inmitten der Wachstumsperiode.

Hintergrund

Radikalschnitte an Gehölzen sind nur im Winter gestattet

Dichtes Laubkleid, unzählige Blüten und daraus entstehende Früchte machen nicht nur die Weigelie zu einem begehrten Nistplatz für Vögel. Umfangreiche Schnittmaßnahmen, wie auslichten von Totholz oder auf den Stock setzen sind zur Sommerzeit tabu. Das Bundesnaturschutzgesetz stellt sich schützend vor unsere Vogelwelt und gibt strenge Regularien vor. Vom 1. März bis 30. September sind leichte Pflegeschnitte gestattet, sofern sich keine Nistplätze innerhalb der Sträucher befinden. Radikalschnitte erlaubt der Gesetzgeber vom 1. Oktober bis 28. Februar unter der Maßgabe, dass keine wild lebenden Tiere gestört werden.

Pflegeschnitt – vorteilhaft in zweifacher Hinsicht

Im Anschluss an den sommerlichen Erhaltungsschnitt überraschen zahlreiche Weigelien-Sorten mit einer schönen Nachblüte im Spätsommer. Putzen Sie zeitnah die verwelkten Blüten aus, investiert das Gehölz keine wertvolle Energie in das Wachstum von Samenständen. Bei dieser Gelegenheit können vorwitzige Triebe in die Strauchform zurückgeschnitten werden. Ein moderater Pflegeschnitt am Ende der Saison ist daher in zweifacher Hinsicht vorteilhaft. So gehen Sie sachkundig vor:

  • Verwelkte Blüten über dem nächsten Blattpaar abschneiden
  • Einzelne, aus der Strauchform ragende Triebe bis kurz über einem Blatt- oder Augenpaar zurückschneiden

Berücksichtigen Sie bei der Schnittführung, dass Ihre Weigelie bereits Knospen für die nächstjährige Blüte angelegt hat. Beschränken Sie den Schnitt auf die verwelkten Blüten und einzelne, ungünstig positionierte Triebspitzen. Im naturnahen Garten verzichtet der Gärtner auf das Ausputzen verwelkter Blüten, damit sich gefiederte Gartenbewohner an den Beeren laben können.

Auslichtungsschnitt hat kontinuierliche Verjüngung im Blick

Mit Beginn des dritten oder vierten Standjahres lässt die Vitalität von Gerüsttrieben nach. Zugleich sammeln sich im Strauch abgestorbene oder ungünstig stehende Äste an. Grund genug, um die Weigelie einem Auslichtungsschnitt zu unterziehen. Idealerweise fällt zeitgleich der Startschuss für eine kontinuierliche Verjüngung, die eine vorzeitige Vergreisung verhindert. So machen Sie es richtig:

  • Bester Zeitpunkt ist im Februar
  • Abgestorbene Triebe am Ansatz auslichten
  • Überkreuz, nach innen gerichtete oder kümmerliche Zweige herausschneiden
  • Von zu eng stehenden Ästen das schwächere Exemplar abschneiden
  • Die beiden ältesten Gerüsttriebe bodeneben abschneiden

Zur Erhaltung der Gerüststruktur wählen Sie als Ersatz für die ausgelichteten Gerüsttriebe die beiden kräftigsten Bodentriebe aus. Mit einem Rückschnitt um ein Drittel oder die Hälfte initiieren Sie am jungen Holz eine vitale Verzweigung, ähnlich dem Pflanzschnitt im ersten Jahr. Alle übrigen Bodentriebe müssen weichen. Wie untenstehende Abbildung demonstriert, widmen Sie sich in späteren Jahren beim Auslichtungsschnitt zu guter Letzt den vergreisten Triebspitzen. Betroffene Äste leiten Sie ab auf einen weiter unten positionierten, unverzweigten Seitentrieb.

Weigelie auslichten

Eine Weigelie bleibt vital und blühfreudig, wenn Sie ab dem dritten oder vierten Jahr kontinuierlich die beiden ältesten Gerüsttriebe entfernen im Austausch gegen junge Bodentriebe. Vergreiste Triebspitzen verjüngen Sie mit einem Ableitungsschnitt.

Hintergrund

Ableitungsschnitt – die einfache und effektive Schnitt-Technik

Ein häufiges Symptom vorzeitiger Vergreisung an Bodentrieben ist eine besenartige Triebspitze, die sich unter ihrer Last zu Boden biegt. Sind mehrere Gerüsttriebe betroffen, fällt der Strauch auseinander und gibt den Blick frei auf ein lichtes Zentrum. Schneiden Sie die Besenköpfe ab, entstehen Lücken, die sich erst langsam schließen. Ein Ableitungsschnitt fungiert als lokale Verjüngung und hinterlässt keine Löcher im Erscheinungsbild. Die Schnitt-Technik ist denkbar einfach. Untersuchen Sie den betroffenen Bodentrieb auf einen weiter unten stehenden, jungen Seitentrieb. Wo sich beide Triebe gabeln, schneiden Sie das unerwünschte Holz 5 bis 8 Millimeter hinter der Verzweigung ab. Der junge Seitentrieb übernimmt fortan die dominante Position, ohne dass die Schnittmaßnahme sichtbar ist.

Verjüngungsschnitt räumt Schnittfehler aus der Welt

Ohne eine kontinuierliche Verjüngung in Verbindung mit dem Auslichtungsschnitt ist Ihre Weigelie nach wenigen Jahren nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das ist kein Grund, den malerischen Blütenstrauch zu roden. Da die asiatischen Ziergehölze aus altem Holz austreiben, verspricht ein Radikalschnitt die Aussicht auf einen Neuaufbau. So setzen Sie eine alte Weigelie auf den Stock:

  • Bester Zeitpunkt ist an einem frostfreien Tag zwischen Ende November und Ende Februar
  • Vorweg abgestorbene Gerüsttriebe am Ansatz abschneiden
  • Verbliebene, überalterte Bodentriebe auf 5 bis 10 Zentimeter absägen
  • Wurzelscheibe düngen mit 3 Litern Kompost und 100 Gramm Hornspänen

Wurden Bodentriebe in früheren Jahren nicht auf 5 bis 10 Zentimeter beschnitten, bilden sich häufig unansehnliche Köpfe mit dicht verschlungenen Astquirlen, wie untenstehende Abbildung verdeutlicht. Den Schnittfehler können Sie schrittweise korrigieren. Im ersten Schritt schneiden Sie alle Triebe kurz über dem Kopf ab. Erst im Folgejahr kappen Sie den Stumpf am Ansatz. Parallel fördern Sie junge Bodentriebe, um daraus ein neues Gerüst aufzubauen.

Weigelie verjüngen

Werden Gerüsttriebe kurzerhand irgendwo gekappt, bilden sich Köpfe mit dichten Zweig-Quirlen ohne Aussicht auf wertvolles Blütenholz. Hier kann nur noch ein Verjüngungsschnitt das Rad der Zeit zurückdrehen. Gehen Sie etappenweise vor, indem Sie im ersten Winter die vergreisten Quirle abschneiden und im zweiten Winter die Köpfe bodeneben entfernen.

Exkurs

Spezielles Schneidwerkzeug nimmt es mit Astquirlen auf

Für die anfängliche Schnittpflege an Weigelien sind Gärtner mit einer Einhand-Gartenschere gut ausgestattet. Die Entscheidung zwischen Bypass- und Amboss-Mechanik unterliegt individuellen Prämissen. Kniffliger wird die Auswahl des richtigen Werkzeugs, wenn eine alte, dicht verzweigte Weigelie auszulichten ist. Kopfzerbrechen bereiten die verschlungenen Astquirle, die selbst für Japansägen kaum Ansatzpunkte für den Schnitt bieten. Als Problemlöser rückt eine spezielle zweihändige Strauchschere in den Fokus mit drehbarem Schneidkopf, der es mit Ästen bis 4 Zentimeter Durchmesser aufnimmt. Die Griffe werden fernab des Schneidkopfs ausgebreitet, was ein Manövrieren im dichtesten Astgestrüpp möglich macht. Mit einem Anschaffungspreis von rund 100 Euro ist die ARS-Astschere im Fachhandel erhältlich.

Weigelie als Hochstämmchen erziehen – so gelingt es

Prächtige Weigelien-Hochstämmchen aus dem Fachhandel sind zumeist auf einen Stamm veredelte Kronen und haben ihren Preis. Schnittverträglichkeit und Wachstumsverhalten erlauben es fernerhin, eine Jungpflanze von der Pike auf zum formschönen Hochstämmchen zu erziehen. Mit den besten Voraussetzungen ausgestattet ist eine Weigelie mit einem kräftigen, 60 bis 150 Zentimeter langen Mitteltrieb. So meistern Sie den Erziehungsschnitt mit Bravour:

  • Mitteltrieb an einen Stützstab binden mit weichen Schlauchbindern
  • Konkurrierende Bodentriebe am Ansatz abschneiden
  • Dem Mitteltrieb entspringende Seitenverzweigungen entfernen
  • Parallel zum Höhenwachstum den Mitteltrieb am Stab emporleiten

Hat der Mitteltrieb die gewünschte Stammhöhe erreicht, leiten Sie die Kronenbildung ein. Zu diesem Zweck zählen Sie von der angestrebten Kronenhöhe aus vier bis fünf Augen in Richtung der Triebspitze. Schneiden Sie kurz über dem fünften Auge die Triebspitze ab, setzt die Verzweigung ein. Den fünf kräftigsten Trieben weisen Sie die Aufgabe als Leitast zu. Alle anderen Seitentriebe entlang des Stamms werden entfernt.

Aufmerksamen Lesern dieses Tutorials wird nicht entgangen sein, dass für die erfolgreiche Hochstämmchen-Erziehung erneut das Wachstumsgesetz der Spitzenförderung von Bedeutung ist. Solange die Spitzenknospe auf dem Mitteltrieb thront, können Sie sich auf ein zügiges Höhenwachstum verlassen. Zeitgleich mit der Entfernung der Spitzenknospen, fließt der überschüssige Saftdruck in tiefer gelegene Knospen und die Kronenverzweigung beginnt. Kappen Sie die Spitze erst wenn Sie vollkommen sicher sind, dass kein weiteres Wachstum in die Höhe erwünscht ist. Eine nachträgliche Stammverlängerung gelingt nur selten.

Sondereinsatz für die Schere – alte Weigelie umpflanzen

Weigelien sind die idealen Ziergehölze für Gärtner, die ihr grünes Reich gerne umgestalten. Die Sträucher verzeihen einen Standortwechsel selbst im fortgeschrittenen Alter. Wichtigste Voraussetzung sind der richtige Zeitpunkt und ein kräftiger Rückschnitt. So unterstützt ein Rückschnitt die Verwurzelung nach dem Umpflanzen:

  • Bester Zeitpunkt ist zwischen November und Februar
  • Vor Beginn der Umpflanzung alle Triebe um die Hälfte zurückschneiden
  • Anschließend Weigelie ausgraben und am neuen Standort einpflanzen

Es steht außer Frage, dass Sie auf die erste Blütezeit nach dem Rückschnitt verzichten müssen. In Verbindung mit einem Standortwechsel geht indes so viel Wurzelmasse verloren, dass Ihrer Weigelie ohnehin die Kraft für die Entfaltung von Blüten fehlen würde. Ein Schnitt stellt das Gleichgewicht zwischen oberirdischem und unterirdischen Wachstum wieder her.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Weigelienstrauch giftig?

Die atemberaubend schönen Trompetenblüten einer Weigelie sind perfekt geeignet für den Familiengarten. Kein Pflanzenteil enthält giftige Inhaltsstoffe. Das gilt für Blüten, Blätter und Beeren gleichermaßen. Sollte ein Kleinkind neugierig von den Blüten oder Früchten naschen, sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu befürchten. Aufgrund des abscheulichen Geschmacks bleibt es ohnehin bei einer einmaligen Kostprobe. Für gärtnerische Pflegearbeiten sind folglich keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

Ich beabsichtige, die Weigelie ‚Bristol Ruby‘ in eine gemischte Hecke zu integrieren. Wie sollte der Pflanzabstand bemessen sein, damit sich eine blickdichte Hecke bildet? Kann ich die Weigelie durch Schnittmaßnahmen schlanker halten, als die normale Breite von 150 bis 200 Zentimeter?

Dient die Weigelie als Teil einer gemischten Hecke, gilt ein Pflanzabstand von 100 Zentimetern als angemessen. Die ausgezeichnete Schnittverträglichkeit der Pflanze erlaubt es ohne weiteres, die Breite auf schlanke 100 Zentimeter zu beschränken. Empfehlenswerter Termin für den Formschnitt ist nach der Blüte, idealerweise in zeitlicher Nähe zum Johannistag, dem 24. Juni. Den Hecken-Auslichtungsschnitt erledigen Sie idealerweise im Spätwinter.

Kann ich meine Weigelie ‚Bristol Ruby‘ jetzt Anfang März noch verschneiden? Wenn ja, worauf ist beim Schnitt zu achten?

Der beste Zeitpunkt für einen Formschnitt von Weigelien ist nach der Blütezeit. Alternativ können Sie den Blütenstrauch im zeitigen Frühjahr zurückschneiden. Diese Terminwahl geht freilich mit dem Ausfall der diesjährigen Blüten einher. Weigelien legen ihre Knospen bereits im Vorjahr an. Lediglich eine kleine Nachblüte erscheint am diesjährigen Holz. Wenn Sie jetzt Anfang März schneiden, lichten Sie die ältesten Triebe aus, damit sich junges, blühfreudiges Holz bilden kann. Wächst der Strauch zu hoch, neigt er zu einem lichten, kahlen Wachstum. Schneiden Sie zu lange Äste um die Hälfte zurück, um eine kräftige Verzweigung in Gang zu setzen.

Meine Zwerg-Weiglie ‚Purpurrea‘ steht im Kübel auf der Terrasse. Wann und wie viel kann ich den Strauch schneiden?

Es obliegt Ihrer individuellen Entscheidung, um wie viel Sie die Länge der Triebe zurückschneiden. Verbinden Sie einen Rückschnitt idealerweise mit der gleichzeitigen Entfernung abgestorbener Äste. Bester Zeitpunkt ist nach der Blütezeit. Grundsätzlich möglich ist die Schnittpflege einer Zwerg-Weigelie während der ganzen Sommers. Ein Termin im Frühjahr bis 1. März oder Herbst ab 1. Oktober geht zulasten der Blütenfülle und ist primär der Auslichtung von Totholz oder einem Verjüngungsschnitt vorbehalten.

Die 3 häufigsten Schnittfehler

Wenn Gärtner mit einer sparrigen, verkahlenden, blütenlosen Weigelie hadern, sind sie Opfer eines Schnittfehlers geworden. Damit Sie vor Versäumnissen in der Schnittpflege gewappnet sind, macht die folgende Tabelle auf die 3 häufigsten Missgeschicke aufmerksam:

Schnittfehler Schadbild Vorbeugung
Triebe im Frühjahr zurückgeschnitten Ausfall der diesjährigen Blütezeit Formschnitt immer nach der Blütezeit, auslichten im Februar
alte Gerüsttriebe auf Kniehöhe abgesägt Bildung dicker Köpfe mit dichten, blütenlosen Astquirlen Gerüsttriebe bodeneben auslichten
keinen Pflanzschnitt durchgeführt kahles, spärlich verzweigtes Wachstum im unteren Strauchbereich nach der Pflanzung alle Triebe um die Hälfte zurückschneiden
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Tipps

Eine organische Nährstoffversorgung komplettiert die Schnittpflege von Weigelien. Verwöhnen Sie die Blütenschönheit im März und Juni mit reifem Kompost und Hornspänen. Harken Sie den Dünger vorsichtig ein, um den Flachwurzler nicht zu verletzen. Gießen Sie reichlich bemessen nach. Vorteilhaft für die Winterhärte ist ein Kalium-reicher Dünger im Herbst, wie Beinwelljauche oder Thomaskali.

Text: Paula Jansen Artikelbild: Irina Borsuchenko/Shutterstock

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