Strelizie: Pflege und Sorten

Die Strelitzie gehört mit ihren paradiesischen Blüten zu den begehrtesten Exotik-Zierpflanzen. Hier haben wir einen Überblick über alles Wissenswerte für die Kultivierung der südafrikanischen Schönheit in Zimmer oder Wintergarten zusammengestellt.

strelizie
Die exotische Strelizie begeistert mit ihrer vogelkopfartigen Blüte

Bedeutung

Der Name der Strelitzie scheint so gar nicht zu ihrer südafrikanischen Heimat zu passen – jedenfalls klingt er alles andere als afrikanisch, sondern vielmehr deutsch. Und dieser Eindruck trügt nicht. Denn die Blume mit den kunstvoll anmutenden Blüten kam Ende des 18. Jahrhunderts Joseph Banks zu, dem Leiter des Londoner Botanischen Gartens, der die exotische Neuheit der Gemahlin des derzeitigen britischen Königs George III. verehrte. Es war die deutsche Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz – so kam es also, dass die Strelitzie nach einem deutschen Adelsgeschlecht benannt wurde.

Die deutsche, nicht wissenschaftliche Bezeichnung der bekanntesten Art, der Königs-Strelitzie, ist wie üblich etwas emotional beschreibender Natur – Paradiesvogelblume oder auch Papageienblume wird sie auch genannt, da ihre Blüte mit den bunten, strahlenförmigen Hoch- und Blütenhüllblättern dem Profil eines exotischen Vogelkopfes mit langem Federkamm ähneln.
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Wachstum

Die Strelitzie ist eine Staude und wächst je nach Sorte mit oder ohne Stammbildung. Alle Arten bilden über Rhizome Horste aus, also runde „Nester“, die sich nicht über Ausläufer weithin ausbreiten. Von der Höhe her variieren sie Strelitziensorten zwischen zwei und zehn Metern – sie können also sehr imposante Gewächse werden. In der Form lassen sie sich aber freilich nur im Freiland oder hierzulande in großen Gewächshäusern Botanischer Gärten kultivieren.

Noch einmal im Überblick:

  • Staude
  • manche Sorten mit, manche ohne Stammbildung
  • Höhen zwischen 2 und 10 Metern

Blätter

Die baumartig wachsenden Strelitzien bilden grundständige Blätter in zweireihiger Anordnung. Sie sind sehr groß, grün, langstielig und haben eine ledrige Textur. Ein wenig ähneln sie den Blättern von Bananenstauden. Die Blätter der Binsen-Strelitzie haben freilich eine etwas andere Erscheinung, nämlich eine binsenartige: Ihre langen, nadelartigen Wedel weisen kaum eine Blattspreite auf und sind auch deutlich hellgrüner gefärbt.

Blüte

Die Blüte ist sicherlich eine de charakteristischsten Merkmale der Strelizie. Insbesondere die Königs-Strelitzie ist mit ihrem prächtigen, kunstvoll strukturierten Blütenstand auch sehr beliebt als Schnittblume.

Botanische Eigenschaften der Strelitzienblüte sind ihre zwittrige Geschlechtslage, ihre zygomorphe Struktursymmetrie und ihre Dreizähligkeit.

Optisch ist vor allem das kahnförmige Hochblatt auffällig, das den Blütenstand bei allen Sorten umhüllt und die Basis für die strahlenförmige Gesamtstruktur bildet. Außerdem sorgt das Hochblatt mit einer Länge von bis zu 10 Zentimetern für die eindrucksvolle Gesamterscheinung der Blüte. Die auf dem Hochblatt sitzenden Blütenhüllblätter sind in zwei Kreisen angeordnet, ebenfalls spitz und lang und jeweils unterschiedlich groß.

Auch die Farben machen die Strelitzienblüte zu einer Attraktion: Das Spektrum reicht von leuchtendem Orange bis Maisgelb mit Einzelstreigen in Blaulila oder Weiß mit blaugrünen bis eisblauen Akzenten.

Die Merkmale der Strelitzienblüte:

  • kunstvolle, federbuschartige an exotischen Vogelkopf erinnernde Struktur
  • zwittrig, zygomorph, dreizählig
  • großes, kahnförmiges Hochblatt
  • leuchtende Farben von Orange-Blau bis Weiß-Blau

Blütezeit

Wichtig beim Thema Blütezeit ist bei der Strelitzie zunächst einmal die lebenszeitliche Erstblüte – eine erste Blüte bringt sie nämlich erst im Alter von etwa 4 Jahren hervor. Die Blühphase umfasst meist einen Zeitraum von etwa 4 Wochen und fällt je nach Sorte in eine andere Phase des Jahres. Allgemein kommt die Blühphase aber in der ersten Jahreshälfte zwischen Dezember und Oktober.

Die Königs-Strelitzie etwa kann, wenn sie im Winter an einem warmen Ort steht, schon in der Weihnachtszeit mit ihren Blüten erfreuen. Wenn sie kühler steht, kann sie aber auch noch bis zum Frühsommer damit warten.
Die Binsen-Strelitzie hingegen zeigt ihre Blütenpracht grundsätzlich später, zwischen Mai und Oktober.

Zum Merken:

  • Strelizie bildet erst ab einem Lebensalter von 4 Jahren erstmalig eine Blüte
  • Blühphase etwa 4 Wochen
  • Je nach Sorte fällt Blühphase in Zeiten zwischen Dezember und Oktober

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Ziehen

Wenn Sie sich zuhause eine prächtige Strelitzie halten möchten, gilt, wie bei eigentlich allen exotischen Südpflanzen, die Kübelpflicht. Denn winterhart ist die afrikanische Schönheit nicht, sodass sie unseren frostigen Winter im Haus verbringen muss. Eine Alternative, die Ihnen als Hobbygärtner aber vielleicht weniger zur Verfügung steht, ist ein Innenbeet im Gewächshaus oder Wintergarten.

Was Sie sich außerdem gut überlegen müssen, ist die Sortenwahl. Denn sie baumartig wachsenden Sorten können nicht im Haus oder der Wohnung gehalten werden. Sie sind deshalb auch am ehesten in Botanischen Gärten zu finden, wo meterhohe Gewächshäuser zur Verfügung stehen.

Wenn Sie freilich einen hohen Wintergarten besitzen, können Sie auch das Ziehen zum Beispiel einer nicht ganz so großen Baum-Strelitzie in Erwägung ziehen. Die Weiße oder die Berg-Strelitzie sind aber wohl doch nur für die Kultivierung im öffentlichen Schau-Gewächshaus geeignet.
Als Zimmerpflanzen eignen sich nur die stammlosen Arten, nämlich die sowieso als schönste und beliebteste geltende Königs-Strelitzie und die Binsen-Strelitzie.

  • Strelitzie nicht winterhart – mindestens im Winter Indoor-Pflicht
  • baumartig wachsende Strelizien nur für Besitzer hoher Wintergärten geeignet
  • stammlose Strelizien für Zimmerkultur geeignet

Welcher Standort ist geeignet?

Als Standort bevorzugen Strelitzien einen hellen, geräumigen Platz bei moderater Wärme. Denn auch wenn sie nicht frosthart sind, eignen sich für die hiesige Kultur auch keine zu hohen Temperaturen – sie führen nämlich zu einem nur noch schwer zu händelnden Wachstum und Ausmaß. Am besten bieten Sie Ihrer Strelitzie ein Temperaturstpektrum zwischen 8 und 18 °C. Kühler sollte es im Winter aber nicht werden. Im Sommer können Sie die Pflanze – je nach Größe – auch nach draußen stellen. Vermeiden Sie dabei aber volle Sonne.

Wichtig: Nachdem sich die Blüten geöffnet haben, stellen Sie die Strelitzie nicht mehr um – das führt zu einem Blühstopp!

Standort:

  • Hell
  • nicht zu kalt und nicht zu warm (8-18°C)
  • nach Blütenöffnung nicht mehr bewegen

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Welche Erde braucht die Pflanze?

Als Substrat favorisieren Strelitzien eine nährstoffreiche Erde mit gewissem Lehmanteil – allerdings muss auch für eine gute Durchlässigkeit gesorgt sein, da ihre fleischigen Wurzeln keinerlei Staunässe vertragen. Am besten bereiten Sie eine Mischung aus lehmiger Erde, reifem Kompost, gegebenenfalls etwas nährenden Pferdemist und etwas Sand zur Auflockerung.

Umtopfen

Die Strelittzie muss zum Glück nicht besonders oft umgetopft werden. Bei den teils stattlichen Größen und dem empfindlichen Wurzelballen ist das nämlich ein nicht ganz triviales Unterfangen. Meist wird nur alle drei Jahre ein Topfwechsel nötig und das weniger aufgrund zunehmener Enge als wegen der aufgebrauchten Nährstoffe im Substrat – auch bei regelmäßigem Düngen ist das Substrat irgendwann ausgelauft. In den neuen Topf können Sie wieder eine frische Erdmischung mit organischem Langzeitdünger wie Kompost und Stallmist füllen.

Seien Sie aber beim Umtopfen äußerst behutsam mit den fleischigen Wurzeln – Verletzungen an der Basis verträgt die Strelizie nämlich gar nicht gut.
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Strelizie gießen

Die Wassergabe sollten Sie bei der Strelitzie regelmäßig, aber moderat gestalten. Der Wurzelballen sollte nicht austrocknen, das kann zum Blattabwurf führen. Noch schädlicher ist aber Staunässe – auf Dauer können dabei die Wurzeln zu faulen beginnen. Achten Sie also immer darauf, dass der Wurzelballen vor dem nächsten Gießen einigermaßen abgetrocknet ist.

Strelizie richtig schneiden

Eine großartige Schnittpflege benötigt die Strelitzie nicht. Damit sie gesund und vital bleibt, reicht es aus, ihr die vertrockneten, alten Blätter regelmäßig zu entfernen. So bekommt sie wieder genug Licht und Luft für frische Entfaltung.
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Braune Blätter

Braune Blätter sind nicht immer nur einfach alt und deshalb herauszuschneiden. Sie können auch ein Hinweis auf Pflegefehler sein – allerdings nicht auf einen bestimmten Krankheits- oder Schädlingsbefall. Meist sind die Gründe für braune Strelitzienblätter eher harmlos.

Mögliche Gründe sind:

  • Zugluft
  • zu trockenes oder zu nasses Substrat
  • Überdüngung
  • Sonnenbrand

Ein Grund kann zum Beispiel Zugluft sein. Die mögen Strelitzien nämlich gar nicht und können entsprechend empfindlich reagieren. Achten Sie also auf eine möglichst ruhiges Luftumgebung.

Etwas kritischer kann ein zu trockenes oder zu nasses Substrat sein. Regelmäßige Staunässe kann zur Wurzelfäule führen, was der Pflanze natürlich zusetzt. Im Zweifelsfall ist dann ein Umtopfen nötig.

Auch überdüngen dürfen Sie die Strelitzie nicht – darauf kann sie auch mit braunen Blättern reagieren.

Eventuell können braune Blätter auch einfach verbrannte Blätter sein – vor allem, wenn die Strelitzie nach dem Winterquartier abrupt in die Sonne gestellt wird, kann sie Sonnenbrand erleiden.
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Krankheiten

Allgemein ist die Strelitzie eine erfreulich unkomplizierte Pflanze wenn es um Krankheiten und Schädlinge geht. Wenn sie gesundheitliche Probleme zeigt, hält sich das meist in Grenzen und hat keine wirklich lebensbedrohliche oder unkorrigierbare Gründe. Was ihr allgemein zusetzen kann, ist vor allem Folgendes:

  • Staunässe – evtl. Septoria-Pilz
  • trockene, zugige Raumluft
  • Spinnmilben
  • Schildläuse

Wenn zu die Strelitzie zu häufig Staunässe ausgesetzt wird, können wie gesagt die Wurzeln faulen und zu braunen Blättern führen. Im schlimmsten, aber eher seltenen Fall kann auch ein Befall des Septoria-Pilzes folgen. Dann müssen Sie die befallenen, gelblich-bräunlich verfärbten Blätter entfernen und gegebenenfalls ein Fungizid anwenden.

Bei trockener, zugiger Raumluft beschwert sich die Strelitzie meist mit einer Braunfärbung der Blätter. Stellen Sie sie in dem Fall also möglichst um.

Aber auch ein Spinnmilbenbefall kann durch trockene Raumluft hervorgerufen werden. Spinnmilben bekämpfen Sie am besten durch Besprühen und Einpacken der Pflanze unter Folie. Dadurch sterben die Schädlinge meist innerhalb einer Woche ab.

Schildläuse sorgen für eine bräunliche Verfärbung der Blattstiele und anschließenden Laubabwurf. Die lästigen Parasiten sollten Sie zunächst einmal möglichst gründlich absammeln und die Pflanze anschließend mit einer Wasser-Öl-Lösung besprühen. Sie lässt die Schildläuse ersticken. Den
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Strelizie vermehren

Da die Strelitzie ein horstiges Rhizom-Wurzelgeflecht ausbildet, eignet sich für ihre Vermehrung am besten die Methode des Teilens. Dazu nehmen Sie die Pflanze im Frühjahr aus ihrem Topf und schneiden einen Teil des Wurzelballens mitsamt zugehörigem oberirdischem Pflanzenteil von der Mutterpflanze ab. Diesen setzen Sie in einen eigenen Topf mit nährstoffreichem, durchlässigem Substrat. Davor sollten die Wurzeln mit Holzkohlepulver eingestäubt werden – das beugt der Wurzelfäule vor.

Die abgeteilte Jungpflanze sollten Sie zunächst nicht in volle Sonne stellen. Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie in jedem Fall Staunässe. Nach etwa 5 Wochen können Sie die junge Strelitzie in einen neuen Topf umpflanzen und wie gewohnt weiterkultivieren.
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Tipp:

Wie in mehreren der vorangegangenen Abschnitte erwähnt, verträgt die Strelitzie trockene Raumluft schlecht, protestiert mit braunen Blättern und ist anfälliger für den Schildlausbefall. Eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit sollten Sie ihr also gewährleisten. Damit Sie bei der Kultivierung im Wohnbereich nicht ständig die Luft aktiv zu befeuchten brauchen, wählen Sie einfach das richtige Zimmer aus: in der Küche oder im Badezimmer herrscht in aller Regel eine höhere Luftfeuchtigkeit als im Wohn- oder Schlafzimmer. Außerdem kann die exotische Strelitzienblüte gerade im Bad für eine attraktive Oasenatmosphäre sorgen!

Sorten

Das Sortenspektrum der Gattung Strelitzia ist überschaubar. Es gibt genau 5 Arten:

Königs-Strelitzie (Strelitzia reginae)

Sie ist die wohl schönste und bekannteste unter den Strelitzienarten. Daher rührt auch ihr royaler Name. Sie wird aber wegen ihrer besonders prachtvollen, großen Blüte, deren Strahlenstruktur an einen langen Schnabel und einen kammartigen Federbusch erinnert, auch Paradiesvogelblume genannt. Die Blüte zeigt sich etwa 4 Wochen lange zwischen Dezember und Mai in leuchtendem Orange mit dunkelblauen Akzenten an den unteren Blütenhüllblättern. Als stammlose Strelitzienart wird sie nur etwa 2 Meter groß.

Binsen-Strelitzie (Strelitzia juncea)

Mit ihren langen, grasartig nadelförmigen, fast spreitenlosen Blätterwedeln ist die Binsen-Strelitzie die wohl ungewöhnlichste Art unter den Strelitzien und eignet sich von der Optik her insbesondere für Gräser-Liebhaber. Neben der Königs-Strelitzie ist sie die zweite stammlose Art und lässt sich gut im Zimmer kultivieren. Auch sie wird nämlich nur etwa 2 Meter groß. Auch ihre Blüten ähneln denen der Königs-Strelitzie sehr stark. Allerdings erscheinen sie deutlich später im Jahr, etwa zwischen Mai und Oktober.

Weiße Strelitzie (Strelitzia alba)

Ihr Name legt schon nahe, dass diese Strelitzienart mit weißen Blüten erfreut. Diese haben wie die orangefarbenen auch blaue Akzente im unteren Blütenblätterteil, meist aber in deutlich hellerem Ton. Die Blüten erscheinen zwischen Mai und Juni. Die Weiße Strelitzie ist eine der drei stammbildenden, also baumartig wachsenden Sorten. Sie kann bis zu 10 Meter hoch werden und eignet sich damit weniger für die Heimkultur, sondern eher nur für große Gewächshäuser.

Baum-Strelitzie (Strelitzia nicolai)

Mit der Baum-Strelitzie kommen wir zur zweiten stammbildenden Strelitzienart. Sie ist mit einer maximalen Wuchshöhe von 12 Metern die größte von allen, auch ihre palmartigen Blätterwedel sind besonders groß. Dass auch sie sich nicht für die Topfkultivierung im Zimmer eignet, versteht sich von selbst. Ihre meist weiß-blauen Blüten bringt sie in unseren Breiten bei Kultivierung im Gewächshaus etwa zwischen April und Juli hervor, in freier Natur in südlichen Gefilden kann sie das ganze Jahr über blühen.

Berg-Strelitzie (Strelitzia caudata)

Mit einer noch moderaten Wuchshöhe von bis zu 6 Metern ist dies die kleinste stammbildende Strelitzienart, die auch in einem hohen, privaten Wintergarten gehalten werden kann. Ihre Blüten zeigen sich hierzulande meist in den Frühjahrs- und Frühsommermonaten und fallen durch ihre tiefblauen, seltener weißen Blütenhüllblätter auf.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Lacroix Pauline/Shutterstock
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