Rosmarin – Die richtige Pflege des mediterranen Gewürzstrauchs

Der immergrüne Rosmarin ist in den sommerheißen Mittelmeerregionen heimisch. Dort wächst er auch wild und wird aufgrund seiner Wuchsfreudigkeit - der Strauch kann bis zu zwei Meter hoch werden - gern als Hecke gepflanzt. In Deutschland wird die Pflanze nur sehr selten so hoch - hier ist es ihm für gewöhnlich zu kalt. Rosmarin ist hinsichtlich seiner Pflege recht anspruchslos, nur der Standort sollte stimmen. Der Strauch verträgt zudem keine Feuchtigkeit.

Rosmarin Pflege
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Wann und wie oft muss man Rosmarin gießen?

Als echtes Mittelmeergewächs braucht Rosmarin nicht allzu viel Wasser – ganz im Gegenteil, denn insbesondere Staunässe hat für das trockenheitsliebende Kraut tödliche Folgen. Ausgepflanzter Rosmarin braucht für gewöhnlich nicht gegossen werden, es sei denn, der Sommer ist gerade sehr heiß und trocken. Sobald die Triebe ihre Spitzen hängen lassen, sollten Sie also zur Gießkanne greifen. Sie können ruhig mit Leitungswasser gießen, denn Rosmarin verträgt Kalk sehr gut. Topfrosmarin wird gegossen, sobald die obere Erdschicht gut abgetrocknet ist.

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Muss man Rosmarin düngen?

Rosmarin hat nur einen extrem geringen Nährstoffbedarf, weshalb ein Düngen im Grunde überflüssig ist. Insbesondere im ersten Standjahr sowie frisch umgetopft sollten Rosmarinpflanzen nicht gedüngt werden, da dieses Überangebot zum Absterben der Pflanze führen kann. Lediglich ältere Sträucher, die sich bereits einige Jahre an ihrem Standort befinden, können sparsam mit einem organischen Flüssigdünger oder, zu Beginn der Vegetationsperiode, mit reifem Kompost versorgt werden.

Wie mische ich die richtige Erde für Rosmarin an?

Trockene und magere Erde liebt der Rosmarin, deshalb sollten Sie für ihn entweder ein entsprechendes Plätzchen im Garten reservieren – sehr gut gedeiht die Pflanze etwa in Stein- oder Kiesgärten – oder das passende Substrat anmischen. Dazu verwenden Sie Gartenerde oder, für Topfrosmarin, handelsübliche Blumenerde und mischen diese im Verhältnis 1:1 mit Sand oder grobem Kies. Für eine bessere Drainage können Sie auch Blähton (17,49€ bei Amazon*) oder kleine Kieselsteine unterheben.

Wann muss ich Rosmarin umtopfen?

Rosmarin im Topf sollte etwa alle zwei bis drei Jahre in ein größeres Gefäß umgesetzt werden, wobei Sie den Kübel lieber zu groß als zu klein ausfallen lassen sollten – die weit verzweigten Wurzeln der Pflanze brauchen ausreichend Platz. Setzen Sie den Rosmarin in frisches Substrat und wählen Sie möglichst einen Topf aus natürlichen Materialien, idealerweise aus Ton oder Keramik. Bei einem jährlichen Umtopfen können Sie sogar auf das Düngen verzichten – der Nährstoffgehalt des frischen Substrats deckt den Bedarf der Pflanze vollkommen. Der beste Zeitpunkt zum Umsetzen ist das zeitige Frühjahr, bevor der Rosmarin aus der Winterruhe geholt wird.

Rosmarin richtig schneiden

Im Gegensatz zu Thymian oder Lavendel sollten Sie Rosmarin nicht allzu großzügig beschneiden, denn derartige Pflegemaßnahmen nimmt ihnen der Strauch schnell übel. Schneiden Sie stattdessen einzelne, vertrocknete Triebe weg und lichten Sie die Pflanze von Zeit zu Zeit etwas aus. Sollte der Rosmarin zu groß werden bzw. zu sehr verholzen, können Sie ihn im Frühjahr zurückschneiden. Achten Sie dabei darauf, das alte Holz nicht zu verletzen. Ansonsten ist eine Verjüngungskur auch durch Teilung möglich.

Rosmarin sieht vertrocknet aus und wird braun, was tun?

Wenn der Rosmarin vertrocknet aussieht, die Nadeln braun werden und abfallen, so kann dies zwei Ursachen haben. Insbesondere in trockenen und heißen Sommern sowie gegen Ende der Winterzeit kann die Pflanze unter starker Trockenheit leiden und sollte vermehrt gegossen werden. Doch Vorsicht: Auch Staunässe kann dazu führen, dass der Rosmarin vertrocknet. Stehen die Wurzeln nämlich dauerhaft in zu viel Feuchtigkeit, beginnen sie zu faulen und können in der Folge die Pflanze nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Bevor Sie also Ihren vertrocknet aussehenden Rosmarin überreichlich wässern, überprüfen Sie zunächst einmal die Ursache. Im Falle von Staunässe sollten Sie die Pflanze umsetzen und faulende Wurzeln beschneiden.

Rosmarin hat weiße Flecken – was hilft?

Wenn der Rosmarin weiße Flecken bekommt, stecken verschiedene Gründe dahinter. Sind die Blätter von einer feinen, weißen Schicht überzogen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Pilzerkrankung Mehltau. Mit Mehltau befallene Blätter müssen umgehend entfernt werden – und gehören unbedingt entweder verbrannt oder mit dem Hausmüll entsorgt, jedoch keinesfalls auf den Kompost. Für einen weißlichen Überzug kann aber auch ein Befall mit der Spinnmilbe verantwortlich sein, der vorzugsweise nach dem Winter auftritt. Weiße bzw. helle Punkte auf den Blättern weisen dagegen eher auf so genannte Thripse hin, das sind maximal drei Millimeter lange, Blattsaft saugende Fransenflügler. Auch Thripse gedeihen besonders gut in einer trockenen Umgebung, weshalb befallene Pflanzen abgebraust werden sollten.

Ist Rosmarin winterhart?

Die meisten Rosmarinsorten sind winterfest, aber nicht winterhart. Das bedeutet, ohne Schutz übersteht die Pflanze frostige Temperaturen nicht. Allerdings gibt es mittlerweile Züchtungen, die speziell auf Unempfindlichkeit gegenüber starken Minusgraden selektiert worden sind. Als besonders robust gelten

  • Veitshöchheimer Rosmarin
  • Arp
  • Blue Winter
  • Sudbury Gem
  • und Madeleines Hill.

Sensiblere Sorten sollten dagegen bei dauerhaften Tiefsttemperaturen besser nicht im Freien bleiben.

Wie überwintere ich Rosmarin?

Topfrosmarin stellen Sie bei Minustemperaturen einfach ins Haus – ein heller, nicht zu warmer Platz mit Temperaturen um die 10 °C ist optimal. Ausgepflanzter Rosmarin dagegen braucht eine Schutzschicht aus Reisig, Stroh oder einem Vlies.

Tipps & Tricks

Jüngere Rosmarinpflanzen unter drei Jahren sollten Sie entweder gut einpacken oder zu Beginn des Winters ins Haus stellen. Ältere Rosmarine mit tief reichenden Wurzeln haben bessere Chancen, die kalte Jahreszeit zu überstehen.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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